Wie dumm muß man sein? (Motorradfahrer bremst Dosenfahrer aus)
Moin,
die Tage auf einer zweispurigen Kraftfahrstraße bei Frankfurt - ich fahre tagsüber rechts mit ca. 120, laufe auf langsamere Fahrzeuge auf, die etwa 100 fahren. Spiegelblick, Motorrad weit hinten auf der linken Spur, ein paar Sekunden abgewartet, noch mal geschaut, Motorrad immer noch weit weg (ich sah mehr vom Scheinwerfer als vom eigentlichen Fahrzeug). Also Blinker gesetzt, links rüber und das Überholen begonnen. Nach vielleicht 15 Sekunden war das Mopped hinter mir, fährt dicht auf - und überholt mich links, keinen halben Meter von der Leitplanke entfernt. Setzt sich dann vor mich (Kennzeichen war mittig hochgebogen, na klar) und geht etwa vier Wagenlängen von mir entfernt voll in die Eisen.
Ich lege eine Vollbremsung hin und bin bis etwa 5 m auf ihn aufgefahren, dann dreht er wieder auf und haut ab. Identifizierung war natürlich nicht drin und machen kann man da jetzt auch nix mehr.
Offenkundig war ich ihm im Weg, obwohl ich ihn beim Spurwechsel nicht gefährdet habe - er war wie beschrieben noch weit weg. Klärt mich mal auf - ein Motorradfahrer hat doch auch bei einem Auffahrunfall mit PKW von hinten absolut schlechte Karten, oder? Der hätte in den Verkehr auf der rechten Spur geschleudert werden können.
Was hat den Kerl geritten, wie kann man sich selbst derart in Gefahr begeben?
Beste Antwort im Thema
Zitat:
Original geschrieben von MartinSHL
Nein?!Zitat:
Original geschrieben von DerMatze
ich kann kein fehlverhalten des von Pepperduster erkennen.
Dann gehört dir- genauso wie Pepperduster - der FS entzogen!
Das ist grob anmaßend, stellt einen gefährlichen eingriff in den verkehr dar und ist somit verkehrswidrig (und folglich strafbar!)
Seit wann kann ich denn meine eigenen Regeln gründen und nach belieben mir eine eigene neue Spur erschaffen?
Gehts noch? wo kommen wir denn da hin? wird ja immer schöner hier... 🙄
Ich glaubs ja nicht...
Von mir aus kann ein Tanklaster mit Gefahrgut alle 3 Spuren gleichzeitig mit 30 km/h befahren wenn der "Kapitän" des Gespanns das aus Sicherheitsgründen das gerade für angezeigt hält.
Da würde ich keine Sekunde drüber nachdenken ob der das nun eigentlich darf oder nicht, sondern gaaaaanz ganz entspannt vom Gas gehen, den vorgeschriebenen Sicherheitsabstand einhalten und erst überholen, wenn die Lage entspannt und übersichtlich ist.
Meine Erfahrung mit LKW-Fahrern auf Autobahnen ist übrigens die, dass Menschen, die ihr Arbeitsleben am Steuer eines Fahrzeuges verbringen, meistens ganz gut wissen, wass sie tun...
99 Antworten
Ich denke mal, daß es sich hier um ein typisches Problem der deutschen Mentalität handelt.
Um das Rechtsfahrgebot durchzusetzen, wird hier auch eine massive Erhöhung des Gefährdungspotentials in Kauf genommen. Soll doch einer neben dem LKW die Gewalt über sein Fahrzeug verlieren und sich notfalls in der linken Spur zwischen Mittelleitplanke und Seitenunterfahrschutz des LKWs verkeilen. Hauptsache der LKW fährt stur rechts...🙄
Zitat:
Original geschrieben von Bucklew2
meine meinung: soll er halt nicht durch autobahnbaustellen fahren, wenn ihm dies zu gefährlich ist. wird kein lkw-fahrer gezwungen die BAB zu benutzen....
Aha, dann sind dir also die LKW-Fahrer lieber, denen das nicht zu gefährlich ist, und die auf ihrer Spur hin und her schwänzeln - und glücklicherweise dabei meist auch auf ihrer Spur dabei bleiben - bis auf ein paar Ausnahmen, von denen man dann in der Zeitung lesen darf. Hauptsache du musst nicht hinter nem LKW bleiben.
Wird kein LKW-Fahrer gezwungen - richtig. Sollen sie doch auf der Landstrasse durch die Dörfer fahren - am besten alle 🙄
Zitat:
Original geschrieben von Han_Omag F45
Wird kein LKW-Fahrer gezwungen - richtig. Sollen sie doch auf der Landstrasse durch die Dörfer fahren - am besten alle 🙄
Spart ne Menge Maut. So wird man Cheffes Liebling. 😉
Also, ich halte mir da immer in Urteil des Osnabrücker Langerichts vor Augen (Quelle )
Ein PKW Lenker hat in einer Baustelle überholt, der LKW macht einen Linksschlenker und es kommt zu einem Unfall.
Aber, wider erwarten trifft den PKW Lenker eine Mitschuld:
"Sein Ersatzanspruch sei jedoch zu kürzen, da er selbst den Unfall schuldhaft dadurch mit herbeigeführt habe, dass er trotz einer unklaren Verkehrslage das Überholmanöver durchgeführt habe."
In Baustellen ist die Verkehrslage für den Überholer fast immer unklar, man weiss nie ob der LKW nicht links rüber ziehen muss , das sollt man beim "Durchbrechen" immer berücksichtigen 😉
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Angesichts der hohen Mautabgaben wird diese Praxis doch von immer mehr Speditionen freiwillig ausgeübt....
Zitat:
Original geschrieben von joschi67
Spart ne Menge Maut. So wird man Cheffes Liebling. 😉
Schon richtig, aber das Transportwesen besteht ja leider nicht nur aus Maut. Da kommen andere Faktoren auch noch dazu.
Ist also leider nicht ganz sicher, ob man so wirklich Cheffes Liebling wird 😉
Zitat:
Original geschrieben von Drahkke
Ich denke mal, daß es sich hier um ein typisches Problem der deutschen Mentalität handelt.
ja, es gibt wohl immer einige leute, die meinen, dass sie gleicher als andere sind. dabei sind die regeln klar.
Zitat:
Original geschrieben von Drahkke
Um das Rechtsfahrgebot durchzusetzen, wird hier auch eine massive Erhöhung des Gefährdungspotentials in Kauf genommen. Soll doch einer neben dem LKW die Gewalt über sein Fahrzeug verlieren und sich notfalls in der linken Spur zwischen Mittelleitplanke und Seitenunterfahrschutz des LKWs verkeilen. Hauptsache der LKW fährt stur rechts...
wo ist das höhere gefährdungspotential, wenn der pkw und der lkw auf seiner spur fährt? eben. ob die rechte spur von einem lkw befahrbar ist oder nicht, ist KEINE entscheidung des lkw-fahrers sondern von den entsprechenden behörden. sollte die rechte spur tatsächlich zu schmal sein, wird der entsprechende lkw-verkehr eben über andere autobahn umgeleitet, vgl die baustelle am westhofener Kreuz auf der A1 vor ein paar monaten.
ich denke von einem berufskraftfahrer kann man schon erwarten, dass er sein fahrzeug von 2,55m auf einer 3m breiten spur halten kann, oder?
Zitat:
Original geschrieben von juhuuh
Also, ich halte mir da immer in Urteil des Osnabrücker Langerichts vor Augen (Quelle )
schön, dann vergiss auch bitte die wichtigsten fakten nicht:
1. die Breite der rechten Fahrbahn betrug 3,00 Meter. In dieser Situation versuchte der Kläger einen auf der rechten Spur fahrenden Militär-Sattelschlepper mit einer Breite von 2,95 m zu überholen.
2. Er könne daher allenfalls 2/3 seines Schadens ersetzt verlangen
womit erneut klar das gesagt wird, was ich sage: hauptschuld hat der lkwfahrer und der muss auch das rechtsfahrgebot einhalten!
Eigentlich verstehe ich die ganze Aufregung nicht - wenn anner Baustelle 80 ist, ist 80. Punkt. Mich regt das nicht auf, wenn ein LKW mit 80 beide Spuren zumacht, im Gegenteil, ich amüsiere mich über die Aufregungen der anderen 😁 und fahre gemütlich auch meine 80 auf der rechten Seite.
Und wenn dann die Superschnellen (meistens Kleinwagen) doch eine Überholmöglichkeit finden und mit 100 Sachen vorbeirauschen - (alles Idioten in meinen Augen, da arbeiten Leute, die ihren Arsch hinhalten) - nach der Baustelle kriege ich sie doch wieder . . .🙂
mfg. Matt
Ein Verkehrsteilnehmer hat anderen nicht vorzuschreiben, wie schnell sie fahren dürfen!
Wenn jemand schneller möchte denn du, dann hast du ihm Platz zu machen, punkt!
Und ja, das ist die aktuelle Rechtsprechung, bei der das Rechtsfahrgebot wesentlich schwerer wiegt als eine überschreitung der zulässigen Geschwindigkeit.
Alle die hier eine große Klappe haben über das Verhalten von LKW-Fahrern in Baustellen sollten sich einmal selbst in einen 40 Tonner setzen. Am besten 2-achsige Maschine und 3-achsiger Hänger. Beide mit leicht unterschiedlichen Spurweiten, denn die haben sie oftmals. Dann in eine Baustelle mit schönen Spurrillen.
Wer dann noch glaubt, es wäre nur geschwindigkeitsabhängig ob ich es schaffe in der rechten Spur zu bleiben möge sich melden.
Ich überhole in den engen Baustellen grundsätzlich keine anderen Fahrzeuge. Warum soll ich mir den Stress antun??
Wenn 80 erlaubt sind und ich kann nur 70 fahren werd ich es überleben.
Ob ich jeden Überholvorgang überlebe weiß ich nicht.
Trotz aller Diskussionen um LKW und Baustellen:
Fakt ist der Motorradfahrer ( um den ging es hier doch, oder?) gehört zum erweiterten Kreis für den Darwin Award .
Zitat:
Original geschrieben von Bucklew2
wo ist das höhere gefährdungspotential, wenn der pkw und der lkw auf seiner spur fährt? eben. ob die rechte spur von einem lkw befahrbar ist oder nicht, ist KEINE entscheidung des lkw-fahrers sondern von den entsprechenden behörden. sollte die rechte spur tatsächlich zu schmal sein, wird der entsprechende lkw-verkehr eben über andere autobahn umgeleitet, vgl die baustelle am westhofener Kreuz auf der A1 vor ein paar monaten.
ich denke von einem berufskraftfahrer kann man schon erwarten, dass er sein fahrzeug von 2,55m auf einer 3m breiten spur halten kann, oder?
richtig. die behörden sollen alles für uns entscheiden. hauptsache nicht mitdenken und wenn jemand mal versucht eine mögliche gefahrensituation durch überlegtes handeln zu entschärfen gleich mit der juristischen keule draufhauen ^^
nach dem motto:"der depp hat mich genötigt gesund und unbeschadet am leben zu bleiben - dafür gehört er bestraft!"
Zitat:
Original geschrieben von DerMatze
richtig. die behörden sollen alles für uns entscheiden.
richtig, schließlich sind behörden die EINZIGEN, die entscheiden dürfen, welche geschwindigkeit an stelle x gefahren werden darf oder auch welche spur gilt. falls du damit nicht einverstanden bist, darfst du natürlich die entsprechenden stellen ansprechen.
trotzdem gilt - wer weiß besser ob die rechte spur durch einen lkw gefahrlos befahrbar ist? du, lkwfahrer xy oder ein entsprechend ausgebildeter fachmann?
Zitat:
Original geschrieben von DerMatze
hauptsache nicht mitdenken und wenn jemand mal versucht eine mögliche gefahrensituation durch überlegtes handeln zu entschärfen gleich mit der juristischen keule draufhaue
wir diskutieren das dann nochmal wenn du morgen 100 auf der autobahn fährst und opa heinz zieht dir dann mit 80 vor die karre um "eine mögliche gefahrensituation durch überlegtes handeln zu entschärfen", ok? 😛
Zitat:
Original geschrieben von joschi67
Trotz aller Diskussionen um LKW und Baustellen:
Fakt ist der Motorradfahrer ( um den ging es hier doch, oder?) gehört zum erweiterten Kreis für den Darwin Award .
Genau das hab ich mir auch gedacht, als ich das gelesen habe. Ganz schön ferngesteuert der Motorradfahrer!
Ansonsten halt ich mich aus der Diskussion raus. Vom Motorrad zur Lkw-Maut...dass die Leute nie beim Thema bleiben können.
Das Gesetz ist doch völlig wurscht.
Es ist total egal, ob das Gesetz dieses oder jenes sagt, es geht doch letztlich darum, dass alle zügig und sicher da ankommen, wo sie hinwollen. Sehe ich das falsch?
Der Tanklaster fährt also in die Baustelle ein (von der er vorher nicht wusste, wie breit die Spuren sind) und stellt fest, dass das Fahren auf der rechten Spur eine große Gefahr für alle dar stellt. Er hat nun 3 Möglichkeiten. Wenden, rechts mit 30km/h fahren, beide Spuren befahren.
Wer jetzt ehrlich und realistisch denkt, wird einsehen, dass dies die einzigen drei Möglichkeiten sind. Daraus sollte jeder schlussfolgern, dass die Wahl mit 80km/h beide Spuren befahren die sicherste und für die Gesamtmasse aller Verkehrsteilnehmer zügigste Variante ist. Wer das nicht einsieht, schlussfolgert offensichtlich absichtlich falsch und der darf dann gern mit sonst wem diskutieren, mit mir bitte nicht, ist müßig 🙂
Ergo ist aus Sicht der Logik das Verhalten korrekt gewesen.
Und jetzt dürfen hier die Paragraphler noch schnell erzählen, was der Gesetzgeber verlangert. Ist aber hinfällig. So oder so.