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Wenig Km und trotzdem poltert die Vorderachse

Mercedes E-Klasse W211
Themenstarteram 10. November 2012 um 21:21

Hallo liebe Mercer,

beim meinem W 211 Bj. 2006 mit aktuellem km-Stand 68.000 begann vor ca . 1 Jahr ein Poltern/Klopfen in der Vorderachse. Im Winter erst leise bei größeren Schlaglöchern, dann im Sommer wurde es immer lauter und mittlerweile höre ich es schon bei leichten Bodenwellen. Wenn es kalt ist, wird es wieder etwas leiser. Ich habe den Eindruck, wenn ich um die Kurve fahre, dass es dann auch weniger ist. Erst kürzlich war ich zur Inspektion und der Freundliche hat nichts von allein zur Vorderachse gesagt. Dann werden es wohl nicht die Traggelenke sein, denn bei meinem 210 hat er die ständig bei der Inspektion bemängelt und ich bin dann doch jedes Mal durch den TÜV gekommen.

Nun war ich im Zuge einer Rückrufaktion (Gestänge Sensor Niveauregulierung) nochmal beim Freundlichen und habe dabei die Vorderachse kontrollieren lassen. Ergebnis: Sicherheitstechnisch ist alles i.O., Zugstrebenlager ganz leicht rissig, es sind aber alle Gelenke in Ordnung, es könnten höchstens die Stoßdämpfer sein, aber ich solle mal an den Stoßdämpfern die Anschläge unter den Bälgen nachfetten.

Mittlerweile geht mir dieses Geräusch extrem auf die Ketten. Es hört sich an, als wenn jemand mit einem großen, rückschlagfreien Schonhammer gegen den Vorderachsträger schlägt. Ein tiefes Klopfen oder Poltern auch bei kleinen Bodenwellen. Ich sitze gerade am Fenster und wenn ich mit geballter Faust mit den Fingerknochen auf die Fensterbank klopfe, hört sich das genauso an.

Habe mich heute nochmal mit einem Montiereisen unters Auto gelegt. Alle Verbindungen sind fest und spielfrei, soweit ich das erfühlen konnte. Nur beim schnellen Hin- und Herdrehen des Lenkrades kommt ein Klacken aus dem Lenkgetriebegehäuse. Wenn ich während dessen unter dem Auto liegend beide Räder seitlich festhalte und nach innen Richtung Motor ziehe, wird das Klacken leiser. Ich dachte erst, daß es das wäre, weil es sehr ähnlich klang. Aber erstens wurde das mit laufendem Motor ruhiger und es klingt doch etwas anders, nicht so tief und hohl.

Dazu zwei Fragen:

1) Wo soll ich das Fett an die Stoßdämpfer ran machen (an die verchromten Stoßdämpferstangen unter den Faltenbälgen?)

2) Hat jemand eine Idee, woher dieses Geräusch bei der relativ niedrigen Kilometerleistung kommen kann, obwohl alle Gelenke i.O. zu sein scheinen?

Vielen Dank für Eure Antworten.

Beste Antwort im Thema

ich wette, es sind die Kugelgelenke vom Vorderachsstabi.

Die Kann man auf der Hebebühne so gut wie gar nicht prüfen! Alles zu sehr verspannt. Hab ich schon mehrmals erfolglos probiert.

Die sichere Methode:

Stell das Auto auf die Räder, besorg dir zwei kräftige Naturburschen aus der Nachbarschaft die das Auto seitlich an der Dachkante kräftig durchschaukeln! KRÄFTIG!!!!!! Also wie beim Elchtest. :D Beim Kombi gehts noch besser wegen der Reling! :D

Du, oder noch besser ein Fachkundiger:cool: soll die unteren Stabigelenke der VA dabei mit der Hand berühren! Vorsicht Quetschgefahr!!!!;)

Wenn sie ausgeschlagen sind, spürt man es recht eindeutig klacken.

Sind sie ausgeschlagen, kann man sie aus dem hinteren Querlenker mit einem Spezialwerkzeug auspressen. Die Gelenke kosten ca. 20 Euro pro Stück. Du solltest welche von MB oder Lemförder nehmen. Dauert keine Stunde, in einer MB-Kundigen Werkstatt.

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ich wette, es sind die Kugelgelenke vom Vorderachsstabi.

Die Kann man auf der Hebebühne so gut wie gar nicht prüfen! Alles zu sehr verspannt. Hab ich schon mehrmals erfolglos probiert.

Die sichere Methode:

Stell das Auto auf die Räder, besorg dir zwei kräftige Naturburschen aus der Nachbarschaft die das Auto seitlich an der Dachkante kräftig durchschaukeln! KRÄFTIG!!!!!! Also wie beim Elchtest. :D Beim Kombi gehts noch besser wegen der Reling! :D

Du, oder noch besser ein Fachkundiger:cool: soll die unteren Stabigelenke der VA dabei mit der Hand berühren! Vorsicht Quetschgefahr!!!!;)

Wenn sie ausgeschlagen sind, spürt man es recht eindeutig klacken.

Sind sie ausgeschlagen, kann man sie aus dem hinteren Querlenker mit einem Spezialwerkzeug auspressen. Die Gelenke kosten ca. 20 Euro pro Stück. Du solltest welche von MB oder Lemförder nehmen. Dauert keine Stunde, in einer MB-Kundigen Werkstatt.

in jedem fall die gelenke wenn alles fest is.....

http://www.youtube.com/watch?v=Nm8cOpkzq2g

Jo, genau das Gelenk ist gemeint.

@3litercoupe:

Das ist aber ein sehr massiges Werkzeug...ist das das originale von MB?

Meins ist von SSW, wenn mich nicht alles täuscht....etwas kompakter zu handhaben.

das isn eigenbau.... aber gut zu händeln...vorteil... das werkzug geht mit anderen druckstücken auch fürs traggelenk... an dieser achse....

Hi,

 

@3litercoupe: Hab mir gerade alle Deine anderen Videos auch noch angeschaut. Echt gut gemacht. Sehr informativ und interessant.

 

Weiter so!

 

 

ja danke... da kommen bald noch mehr...

Themenstarteram 11. November 2012 um 10:33

Hallo und danke für die sehr versierten Antworten. Das Video ist übrigens spitze.

Ich hatte auch auf diese Verbindungsstange (auch Koppelstange genannt) vom Querstabi zum Federlenker

und das dazugehörige Lager, das im Federlenker eingepresst ist, getippt

Dazu noch zwei Fragen:

Ich hatte im Internet gelesen, dass man das ganz einfach prüfen kann, wenn man die Verbindungsstangen

abschraubt, sie wegschwenkt und einfach eine Runde fährt. Wenn dann das Klopfen weg ist, ist das die

Ursache.

1) Kann man das so gefahrlos prüfen?

2) Wo soll ich die Verbindungsstange wegschrauben, oben am Quer-Stabi oder oder unten am Lager zum

Federlenker?

Gruß und Danke für Eure Antworten

Bei meinem Wagen mußte ein Drehstabgelenk schon nach 37.000 km ersetzt werden.

Ich habe den Benz seit seiner Geburt und bewege Autos schon über 52 Jahre, also schonend.

 

www.motor-talk.de/.../...lacken-klopfen-t3893685.html#post33028499?...

Hallo,

das Poltern an der Vordrachse wurde beim Freundlichen mit nachfetten an den Anschlägen unter den Bälgen (Domlager) der Stoßdämpfer beseitgt. Diese Aktion wurde 2mal durchgeführt, da es nach ca einem dreiviertel Jahr wieder auftrat. Die NL wollte beim 2.mal 60.- € (da außerhalb der Garantie). Dieser Meinung war ich aber überhaupt nicht, da solche Arbeiten eigentlich bestandteil des KD´s sein sollten. Wurde dann auf Kulanz der NL berechnet.

Hallo 3litercoupè,

danke für die Viedeos! Schön, jetzt nachdem man Dich im Viedeo reden hören hat, hat man noch mehr Bezug zu dem, der es schreibt!

Daumen hoch!

Gruss Daniel

Themenstarteram 17. November 2012 um 18:46

Hallo Leute, die wahre Ursache ist gefunden!

Vielen Dank nochmal für die Hinweise auf das Gelenk der Verbindungsstange (auch Koppelstange genannt)

vom Federlenker (oder unterer, hinterer Querlenker) zum Querstabi. Ich habe mal trotzdem meine

favorisierte Methode zur endgültigen Ursachenfeststellung angewendet.

Und zwar habe ich die rechte Koppelstange am Kugelgelenk durch Lösen der selbstsichernden

Mutter abgenommen (war mordsmäßig fest und nur mit Rohrverlängerung zu bewegen). Schon

beim Aufstecken der Nuss konnte ich dieses charakteristische Klopfen nachahmen. Dann einfach

ein Stück Reifenschlauch vom LKW mit einem Kabelbinder zwischen den Gewindebolzen des Kugel-

gelenkes und die Koppelstange angebunden, so dass sich die Koppelstange und der Gewindebolzen

nicht metallisch berühren konnten.

Und siehe da, das Poltern war beim Fahren einer ganz kleinen Runde völlig weg, d.h. die linke Seite

ist sogar noch in Ordnung, was mich ein bisschen gewundert hat.

Deshalb habe ich mir die Sache noch mal genau angesehen. Das Kugelgelenk machte eigentlich

noch einen recht strammen Eindruck. Dann sah ich aber am Sechskant des Kugelgelenk-Gewinde-

Bolzens mehrere blanke Stellen. Dergleichen war auch am Innensechskant der Koppelstange zu

sehen. Auch die Rückseite der selbstsichernden Mutter glänzte. Da hatte sich doch tatsächlich die

Koppelstange auf dem Sechskant freigemacht und ist immer schön hin - und hergeklonkt, obwohl

die Mutter knallfest war. Vielleicht hatte die Passung von vornherein Spiel. Eine Sechskantpassung

ist spielfrei kaum herstellbar. Ich frage mich auch, warum Daimler da nicht einen runden Bolzen

verwendet hat und zum Gegenhalten einen Innensechskant am Ende eingebracht hat.

Eigentlich eine richtige Fehllkonstruktion. Beim Anziehen der Mutter wird bei ggf. zu hohen

Moment der Sechskant vergnaddelt und hat dann von vornherein zu viel Spiel.

Ich dachte mir, dass ich den Gegenbeweis noch mal führen sollte. Deshalb habe ich mal den

Kugelgelenk-Gewinde-Bolzen am Sechskant mit einigen Körnerschlägen maltretiert. Das gab

schöne Krater. Dann ging er aber wieder schön stramm in die Koppelstange rein. Bei der

nächsten Probefahrt war dann tatsächlich das Poltern wieder weg - aber nur für 200 Meter. Da

müssen ordentliche Hebelkräfte wirken. so dass meine Krater wieder sehr schnell platt waren.

Die Moral von der Geschichte: Vermutlich wird auch mal öfter bei der Sechskant-Passung im Hause

Daimler geschlunzt. Es gibt ja auch viele Leidensgenossen, die schon alles erneuert haben und

das Poltern doch nicht wegbekommen haben. Ich werde auf jeden Fall bei den Neuteilen darauf

achten, dass sie spielfrei zusammenpassen und eine Drehlage aussuchen, die besonders stramm

reingeht und die dann auch so einbauen, aber auf keinen Fall mit zuviel Drehmoment.

Kann jemand meine Überlegungen nachvollziehen?

Grüsse

Zitat:

Original geschrieben von 3litercoupè

ja danke... da kommen bald noch mehr...

Ich klinke mich hier mal quer ein. Da der Kollege 3litercoupe ziemlich viel Ehrfahrung auf dem Gebiet hat, folgende Zwischenfrage. Habe seit ca. 40 tkm vor allem bei starkem Lenkerlinkseinschlag und Fahrbahnunebenheiten ein Poltern ( rechts) und leichten Versatz im Lenkrad. Es kommt mir so vor als ob dieser Effekt beim Ausferdern entsteht. In der Werkstatt konnte nichts gefunden werden. Stabis und diverse andere Dinger an der Achse natürlich auch schon mal erneuert aber hier war das Polterb auch eindeutigere. Kannst Du mal in Deine Glaskugel für mich schauen?

 

Danke

Ard

Themenstarteram 4. Dezember 2012 um 19:44

Hallo,

melde mich mal zurück mit dem Ergebnis der Reparatur. Ich war bei einem Meisterbetrieb, den mir ein Kollege empfohlen hat. Der Meister bot mir den Wechsel der Kugelgelenke und Stabi-Verbindungsstangen beidseitig für zusammen 50 Euronen an. Darauf fragte ich Ihn, ob er das Spezial-Werkzeug dazu hat. Ich habe dazu gesagt, dass die Kugelgelenke ganz schön festsitzen können. Er verneinte das, meinte aber, er könne das auch so mit seinem Abzieher-Sortiment lösen. Letztendlich habe ich trotzdem nochmal gesagt, dass ich Ihm nicht böse bin, wenn er kapituliert. Er meinte aber, das er das warm macht, und dann kommt das Kugelgelenk schon aus dem Querlenker raus.

Na, ich habe ihn mal machen lassen, obwohl ich so meine Zweifel hatte.

Beim Abholen hat er mir erwartungsgemäß sein Leid geklagt. Seiner Meinung nach, ist so eine Reparatur nicht üblich. Er bezieht grundsätzlich verstärkte Bauteile und sein Lieferant hätte die Kugelgelenke gar nicht einzeln im Sortiment, sondern nur einen kompletten Querlenker inkl. Gelenk. Aus seiner Sicht wäre das jetzt keine vernünftige Reparatur und sowas würden nur Taxiwerkstätten so machen, um Geld zu sparen. Das würde nur von zwölf bis Mittag halten.

Er hätte seinen Abzieher dabei verbogen und sehr lange gebraucht. Letztlich hat er den Querlenker warm gemacht, die Gelenkbuchse mit Eisspray gekühlt und diese dann mit einem Druckluftmeissel rausgedremmelt. Na ja, bleibt zu hoffen, dass er dabei nichts beschädigt hat.

Ich fand das insgesamt trotzdem o.k., dass er die "Aschbacken" zusammengekniffen hat und Sache durchgezogen hat. Er hat mir dann noch einen meines Erachtens fairen Preis von 70 Euro vorgeschlagen und ich habe ihm dann 80 gegeben und damit war die Sache erledigt.

Zusammenfassend kann ich aber sagen: Das Poltern ist weg !!!!!

Da ich sowieso nicht mehr als 3000 km im Jahr fahre, wird das wahrscheinlich eine Weile so halten.

Also nochmals vielen Dank für die o.g. Tipps. Das war eine Reparatur für einen schmalen Taler mit einem sehr guten Effekt.

Freundliche Grüsse aus Berlin

Hallo,

ich bin zufällig auf deinen Beitrag gestoßen, weil ich von Zeit zu Zeit wegen Poltern an der Vorderachse (w211 Mopf E200K Bj. 2007) immer wiedermal das Forum durchforste. Lt. Auskunft verschiedener Werkstätten wäre an der Vorderachse aber alles in Ordnung. Bei der DEKRA war ich jetzt mal auf der Rüttelplatte wegen Überprüfung der Stoßdämpfer. Lt. entspr. Mitteilung von dort könnten die Geräusche auch von den Dämpfern kommen. Das Ergebnis war, dass die vorderen Dämpfer nur noch zu 30% in Ordnung sind. Habe jetzt 85000km runter. Da im vorigen Jahr hinten eine Feder gebrochen war (außer der Einkaufstasche von meiner Frau ist der Kofferraum immer leer), will ich vorsorglich vorn die kompletten Federbeine tauschen lassen.

Da ich wie Du auch aus Berlin komme, würde mich aber dringend interessieren, welche Werkstatt die Reparatur an deiner Vorderache durchgeführt. hat. Hoffentlich erreicht dich meine Frage noch. Da ich hier im Forum mit den technischen Dingen nicht so vertraut bin, bin ich hinsichtlich des Zuammenkommens wegen der Werkst. für jede Hilfe dankbar.

Viele Grüße

Lothar

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