Welches Motoröl?
Hallo,
würd mal wissen wollen, was das beste Motoröl ist? Welche Erfahrungen habt ihr im Bezug auf Motoröl gemacht?
Gruß Gorge
Beste Antwort im Thema
Also ich bin mal vor vielen Jahren einen alten Opel Rekord meines Bruders gefahren, der hatte die 100.000er Grenze längst überschritten. Als ich Öl nachkippen wollte, konnte ich vor lauter Siff die Gleitflächen der Nockenwellen kaum noch erkennen. Um meinem Bruder, bzw. seinem Wagen was Gutes zu tun, habe ich an der Tanke irgendein Vollsynthese-Zeugs gekauft und einen halben Liter reingeleert. Der Wagen lief daraufhin weicher und leiser. Ein paar Wochen später schraubte ich wieder den Öleinfülldeckel auf - und siehe da, die Nockenwellen waren so sauber, als ob der Motor fabrikneu wäre. Die Additive in diesem halben Liter Öl hatten gereicht, um alle Ablagerungen zu lösen.
Seitdem schwöre ich auf Vollsynthetik.
Meine Favoriten: Mobil 1, Shell Helix Ultra, Aral Supertronic und Total Quartz 9000, und zwar jeweils in der Visko-Klasse 0W-40 bzw. 5W-40.
Aber Achtung, nicht jedes Vollsynthetische ist gut:
Ich hab mal den Fehler gemacht, Poweroil aus dem Baumarkt zu kaufen, weils so schön billig war und hab damit einen Ölwechsel bei meinem damaligen Auto (Fiat Panda) gemacht. Obwohl vollsynthetisch, bildeten sich schwarze Schlieren im Öl als Vorläufer von Schwarzschlamm!
Das war mir eine Lehre, beim Öl spart man immer am falschen Ende.
Die Vorteile von Vollsyntheseöl liegen darin, dass es langlebiger ist als Mineralöl, seine guten Qualitäten länger behält, auch in Extremsituationen.
Diese Qualitäten wären z.B. eine bessere und schnellere Schmierwirkung, bessere Reinigungswirkung, besserer Oxidationsschutz des Motors vor aggressiven Säuren, die bei der Verbrennung entstehen und vieles mehr. Die Mehrkosten bei der Anschaffung haben sich manchmal innerhalb eines Ölwechselinvertalls amortisiert, da der Ölverbrauch geringer ist und man meist kein Öl nachfüllen muss zwischen den Ölwechsel.
Ich kenne einen, dessen Wagen soff 1 Liter Öl auf 1000 km, d. h. bis zu seinem Ölwechsel bei 15.000 km hat er 15 Liter Öl nachgekippt. Hauptsache, billiges Öl. Die Umwelt dankt! :-(
Ich konnte ihn nicht davon überzeugen, mal was anderes als 15W-40 zu probieren, weil das in seinem Handbuch stand. Und da stand auch, dass bis zu einem Liter pro 1000 Km normal sind. Also hat er fleissig nachgekippt. Manchen ist eben nicht zu helfen.
Um auch mal gleich mit ein paar weitverbreiteten Irrtümern aufzuräumen, sei noch erwähnt, dass man sehr wohl vollsynthetisches mit mineralischem Öl mischen kann, genauso wie verschiedene API- oder ACEA-Spezifikationen und auch verschiedene Viskositätsklassen. Ebenso stimmt es nicht, dass man bei Motoren nach einer gewissen Zeit nicht mehr von mineralisch auf vollsynthetisch umsteigen kann.
Wichtigtuer setzen eine Menge Hoaxes diesbezüglich in Umlauf, dahingehend, dass Motoren dann reihenweise an verstopften Ölleitungen eingehen oder sturzbachmässig das Öl verlieren, weil sich Dichtungen in Nichts auflösen, etc.
Naja, wer es glauben mag... der wird dann wahrscheinlich auch voller Dankbarkeit gute Bewertungen abgeben. Only bad news are good news.
Teilsynthetischen Ölen traue ich allein schon deswegen nicht über den Weg, weil sich rein theoretisch jedes Mineralöl, in dem sich auch nur ein einziger Tropfen Vollsynthetisches Öl befindet, teilsynthetisch nennen darf. Wie gross der jeweilige Anteil ist, steht nämlich wohlweisslich nirgends. Das riecht mir sehr nach Bauernfängerei.
Zu den API- und ACEA-Klassifikationen nur so viel: Ich halte sie für korrupt. Eine API-, genauso wie eine ACEA-Klassifikation ist käuflich. Beim American Petroleum Institiut z.B. bekommt man für 600 $ + Umsatzbeteiligung am Ölverkauf die Klassifikation verkauft. Zitat:
"Die Schmierstoffhersteller prüfen in Eigenverantwortung (Selbstzertifizierung) Ihre Produkte ab. Eine Listung bei API ist gegen Bezahlung entsprechender Lizenzgebühren (min. 600$ + Umsatzbeteiligung) möglich, und erlaubt die Nutzung des API-„Donut“. Eine Überprüfung der Schmierstoffqualität durch API wird im Unterschied zu den meisten Fahrzeugherstellerfreigaben aber nicht durchgeführt!", nachzulesen hier:
http://www.transalp.de/.../KFZ_schmierstoffe.pdf
Selbst die Schmierstoffhersteller machen kein Geheimnis daraus:
"Die Auslobung der API- und ACEA-Klassifikationen erfolgt weitestgehend in einem sogenannten Selbstzertifizierungssystem. Dem Schmierstoffhersteller wird es dabei selbst überlassen, die in eigener Regie durchgeführten Teste auszuloben.", nachzulesen hier:
http://www.castrol.de/.../m_klassifikation_3.html
Das erklärt auch, wie Billigsvollsynthesetöle (z.B. Poweroil aus dem Baumarkt) zu ihren API SL-Qualifikationen kommen.* (Fortsetzung im 2. Teil)
Eins vorneweg: Ich bin kein reicher Snob, sondern fahre jetzt eine 13 Jahre alte Klapperkiste (Citroen BX 16), gekauft vom Schrotthändler, doch mit 2 Jahren TÜV - und solange sollte das Teil noch halten. Dennoch, oder gerade deswegen, habe ich mal Mobil 1 ausprobiert.
Aber der Reihe nach: Der Motor hatte beim Kauf schon über 157.000 KM und die rabenschwarze Brühe tropfte kaum noch vom Ölmessstab, so sehr war sie eingedickt.
Also als erstes Öl gewechselt. Dazu kaufte ich für 22 € das LiquiMoly 10W-40 (Finger weg!) im 5 Literkanister. Der Motor klapperte ab und zu, und schon nach 5000 KM hatte sich am Öleinfülldeckel eine helle, wachsartige Schicht gebildet.
Jetzt kommts:
Da ich nach 5000 KM eh Öl nachfüllen musste und die freie Tankstelle dieses Mobil 1 (0W-40) für 12,50 € in der Literdose anbot, welches ich kurz vorher bei Esso für 19 € nochwas gesehen hatte, griff ich kurzentschlossen zu und kippte einen Liter in den Motor, um ihm was Gutes zu tun.
Was dann geschah, hat mich zuerst erschrocken: Auf dem Nachhauseweg qualmte mein Auto so stark aus dem Auspuff, dass ich dachte: "Na klasse, jetzt wird das gute teure Öl einfach verbrannt, vielleicht war es doch zu dünn?"
Aber am nächsten Tag hat sich das Qualmen nach dem Warmfahren gelegt und mir fiel auch auf, dass der Motor gar nicht mehr klapperte. Und je länger ich fuhr, umso weicher schien der Motor zu laufen. Nach ein paar Wochen öffnete ich den Öleinfülldeckel - und siehe da: Die helle, wachsartige Schicht war weg!
Das würde auch das kurzzeitige Qualmen erklären: Die Additive in dem guten Öl haben die Ablagerungen aufgelöst und diese wurden verbrannt.
Das Öl hat mich voll überzeugt: Der Motor läuft leiser, der Ölverbrauch hat abgenommen (vorher 1 Liter auf 5000 KM, jetzt nur noch ca. ein viertel Liter auf die gleiche Entfernung), ich schone somit die Umwelt und meinen Geldbeutel und meinen Motor.
Und das lediglich durch das Auffüllen von nur einem Liter Mobil 1! Wers nicht glaubt, solls ausprobieren!
Nochwas:
Vor dieser Mobil 1-Ölkur lief mein Wagen mit Müh und Not 170 km/h, obwohl 176 km/h im Brief stehen, jetzt jedoch fast 180! Ich erkläre mir das dadurch, dass die Kolbenringe in der Kolbennut mit Ölkohle verbacken waren, was zu schlechter Kompression und somit Leistungsverlust führte, die Additive in dem guten Öl die Ölkohle jedoch auflösten, die Kolbenringe dadurch frei wurden und nun zur Zylinderwandung hin wieder richtig abdichten. Fazit: Mehr Leistung und geringerer Ölverbrauch.
Was viele Motorölzusätze nur versprechen: Dieses Motoröl hält es.
Übrigens:
Mobil 1 (0W-40) ist Erstbefüllöl bei Porsche, Aston Martin und AMG! Lasst euch also nicht kirre machen von Leuten, die Bedenken haben, dass bei so einem dünnen Öl der Schmierfilm reissen könnte.
Ebenso gehört ins Reich der Fabeln, dass man bei einem Motor mit hoher Laufleistung kein vollsynt. Öl benutzen sollte, wegen evtl. Verstopfung von Ölkanälen durch losgelöste Ablagerungen. Die gute Dispergierwirkung bewirkt eine Feinstverteilung, welche die Fremdstoffe in Schwebe hält und somit besteht diese Gefahr nicht. Ansonsten wäre Mobil (US-Firma) in den USA längst im Zuge von Schadensersatzprozessen Pleite gegangen.
Merke:
Kein Auto geht an zu gutem Öl kaputt, sondern an zu schlechtem – und kein Auto hat zu viele Kilometer, um ihm gutes Öl zu gönnen!
Im Gegenteil, je mehr Kilometer auf der Uhr stehen, umso nötiger ist gutes Öl, umso dankbarer reagiert der Motor darauf. Da kann das gute Motoröl dann zeigen, was in ihm steckt.
Und wenn jetzt der Einwand kommt:
„Aber im Handbuch meines alten Golf, meines Ford Granada, meines Opel Rekord, meines sonstwas steht doch 15W-40!!“, dann soll sich derjenige bitte mal daran erinnern, ob es damals, als diese Autos konstruiert wurden, es überhaupt 0W-40er Öle gab. Was es damals nicht gab, kann logischerweise auch nicht im Handbuch stehen! Das ist so, als würde ein Arzt es ablehnen, moderne Arzneimittel zu verschreiben, weil es zu Zeiten seines Studiums diese nicht gab.
Was ich auch nicht mehr hören kann, sind die gutgemeinten Ratschläge einiger selbsternannter Spezialisten: „Bleib einfach bei dem Öl, das vorher drin war“ (und wenn’s die letzte Brühe war…)
Ich jedenfalls habe es mir abgewöhnt, mit solch ewiggestrigen Zeitgenossen zu diskutieren, die nach dem Motto zu gehen scheinen: „Was der Bauer nicht kennt, isst er nicht!“
Natürlich ist es diesen auch ein Gräuel, Vollsynthetiköl mit Mineralöl zu mischen, 10W-40er mit 0W-40er, verschiedene Güteklassen, etc.
Tja, was soll ich sagen, die scheinen ein ideologisches Problem damit zu haben, so in etwa: Nurr rrasserreines Öl darrf in meinem Motorr sein, jawollja!!!
Nun gut, ich glaube, ich schweife etwas ab... ;-)
Fakt ist, alle Motoröle sind miteinander mischbar, und Fakt ist, dass beim Auffüllen mit besserem Öl sich die Qualität verbessert und beim Mischen mit schlechterem Öl sich verschlechtert. Klar, eine komplette Füllung mit besserem Öl ist das Optimum. Aber in meinem Fall ist das eh nicht nötig, denn ich fahre keinen Aston-Martin Sportwagen, sondern eine alte Franzosenschaukel.
Und dafür reichen die Additive, die in einem Liter Mobil 1 drin sind. Und dafür reicht auch mein Geldbeutel.** (-->)
107321 Antworten
Hallo,
als weitestgehend langjähriger (seit Beginn dieses Threads) stiller Mitleser, möchte ich nun auch mal meine Erfahrungen mit Motorölen und Additiven kund tun. Habe hier viel Nützliches gelernt und ausprobiert, konnte aber auch stellenweise über manche Aussagen gut lachen. Es ist echt erstaunlich, wie gut man die Charachtere in einem so langjährigen Thread durch das viele romanartige Lesen langsam kennt, ohne was wirklich geschrieben zu haben 🙂
Kurz zu mir: Zu Beginn dieses Threads habe ich mit dem Studium angefangen, mittlerweile bin ich Kfz.Ing, und kann eins sagen: Auch als techn. Akademiker weiß man nicht zwangsläufig über Schmierstoffe bescheid. Dafür sind die Studiengänge viel zu spezifisch und vermeintlich einfache Themen wie Motoröl viel zu weitreichend und Fachübergreifend, als dass man zum Schluss über alles bescheid weiß. Da wird dann auch entsprechend der Anforderung mit dem was der Markt hergibt, (Freigaben etc) hantiert und viel auf Erfahrungswerte gesetzt, bzw. selber erfahren (oder geprüft/gemessen/etc). Ich selbst komme mehr aus der Sparte, die Anforderungen stellt :P
Auf der anderen Seite hat man allerdings auch ein gewisses Fundament an naturwissenschaftlichen Kenntnissen erlangt und sofern man diese nicht vergessen hat, auch entsprechend anwenden kann.
Jetzt aber zu meine Erfahrungen:
1. Audi 80 quattro mit 2.3 20V
Das Auto hat einen Arsch voll km und der Motor mittlerweile eine unbekannte Km Zahl (habe damals von 10V auf 20V umgebaut). Bin Anfangs das Vollsynth. Meguin 5w40 gefahren, über M1 0W40, Alpine 0W40, Highstar 5W40 und noch ein paar Weitere, die ich schon vergessen habe (Auto 13 Jahre in Besitz). Allen gemein war, dass der Motor mit den 40er Ölen immer mechanisch presänt war, im heißen Zustand selbst mit neuen Hydros laut getickert hat und Ölverbrauch beim Angasen (damals viel Autobahn und Winterdrifts) auch locker bei 1,5L/100km lag. Habe nun nach dem Winterschlaf (1,5Jahre 😉 ) 20W50 von Mannol eingefüllt zum testen. Und siehe da: Motor mechanisch deutlich leiser/sanfter/Smoother, gefühlt mehr Leistung (evtl. bessere Abdichtung an den Kolbenringen?) und das Beste: Der Ölverbrauch ist nahe auf Null gegangen. Lange werde ich das Öl nicht drin lassen, da es nur eine Pseudo-MB 229.1 Freigabe hat und aufgrund dieser doch positiven Erfahrung auf ein Vollsynt. 10W60 wechseln. Da werde ich einfach das äußerst günstige Mannol 10W60 nehmen - das reicht für diese alte Möhre bei entsprechenden Intervallen. Ich habe diese Kiste damals auch nur geschunden und getreten und für solche Belastungen (Hohe Öltemps) scheint eine hohe Visko einfach geeignet zu sein. Hier teile ich die Meinung vom User OHCHUNTER - Auf den Sack?dickes Öl.
2. Audi S4 B5 2.7 Biturbo, bestückt mit RS4-Ladern, knapp 400 PS:
Das Fahrzeug habe ich seit ca. 4 Jahren und habe es damals aufgrund eines anfänglichen Motorschadens beim Wiederaufbau gleich gepimpt. Bekommen hat der anfangs M1 0W40, danach das Total 5w40 mit MB229.5 und nun hat der das günstige Mannol 5W40 mit 229.5 bekommen. Das 40er Öl scheint mir bei dem Ausreichend, da ich beim Angasen nicht wirklich über 120° Öltemperatur komme, und der Motor nur gesunde Geräsuche von sich gibt. Nur beim Total hat er sich etwas klapprig angehört, warum auch immer. Das habe ich nicht lange drin gelassen. Vielleicht werde ich mal ein Höherviskoses probieren, aber ich denke mit ner 229.5 mach ich nichts falsch, solange Öltemp. Und Motorgeräusche i.O. sind.
Audi 80 2.0E:
War mal ein 500€ Kauf zum Überbrücken, aufgrund des guten Zustands aber behalten. Hat natürlich einen Arsch voll km, vom Vorgänger einen Eratzmotor vom Schrotti bekommen und der Motor hat bis Dato gut Öl gesoffen (locker 1-1,5L auf 1000km). Quasi Öl tanken und Benzinstand prüfen :P. Habe letztens einen Kanister 0W40 vom Delticom Performer Öl duchgeblasen, das war schneller weg als ich tanken kann. Aber die Nockenwellen waren 1.A sauber bei der ZKD Montage. Bei besagtem ZKD Wechsel sah ich, dass am 4 Zyl. relativ weit oben die Zylinderwand über eine Höhe von 1cm richtig über aussah. Die Oberfläche hügelig und alles andere als glatt. Vermutlich hat da der Kolben beim Schrotti sich über die Jahre festgerostet und ist wahrscheinlich auch die Ursache für den hohen Ölverbrauch. Dieser hat nun Testweise auch das Mannol 20W50 bekommen und tataaa: kaum Ölverbauch ? Werde wohl da auch mal das billig 10w60 probieren, weil mit dem 20W dreht der bei den jetzigen Temperaturen schon merklich langsamer als sonst und wir haben noch keine Minusgrade.
Lecwec:
Super Gummiadditiv! Bin völlig überzeugt davon. Habe es zum ersten mal vor ca. 10 Jahren verwendet als mein Lenkgetriebe meinte beim Einlenken alles aus dem Simmerring zu drücken. Nach kurzer Zeit (100 oder 200km, schon lange her) alles Dicht! Habe damit noch ein weiteres Lenkgetriebe sowie KW und NW Simmeringe dicht bekommen.
Soviel Dazu. Hoffe es hat sich gelohnt das zu schreiben.
Was ich aber nicht Zielführend finde ist, sich verschiedene Viskositäten zu „Ermischen“. Ich kann verstehen, wenn es als Hobby Spaß macht sich damit zu beschäftigen (Habe ich ja auch), aber aufgrund des käuflich zu erwerbenden Sortiments, finde ich das eigentlich überflüssig. Hier werden manchmal Schlüsse gezogen, die sind mir nicht nachvollziehbar.
Hierzu ein EDIT Nr.2:
Ich denke auch, dass das Mischen von Ölen u.U. (ohne es zu wissen) das Additivpaket aus dem Gleichgewicht bringen kann. Die Öle müssen zwar untereinader mischbar sein, aber bei inhaltlich unterschiedlichen Produkten, kann ich mir kaum vorstellen, dass das keinen Einfluss hat. Außer die Inhalte sind untereinander sehr ähnlich, was man aber auch nicht wirklich weiß. Die hier viel zu oft erwähnten IR Diagramme sagen ohne Fachkenntnis auch nicht alles aus. Und es reicht schon, dass von einer Sache 1% Weniger drin ist, die in vielen Bereichen eine messbar andere Wirkung hat - das ist in vielen Bereichen der Technik so. Ich denke auch dass man als "Laie" solche Sachverhalte nicht "erFAHREN" kann. Hier habe ich auch schon mathematische und logische Fehler in manchen Schlussfolgerungen entdeckt, die sind denke ich nicht zielführend. Was ich bisher auch beobachtet habe war, dass viele User nicht immer die richtige Schlussfolgerung ziehen. Nicht weil sie keinen IQ besitzen, sondern weil einfach das Wissen für die richtige Richtung fehlt. Nennt sich vielleicht auch "techn. Weisheit" :P
Wenn ich eines im Studium und auf der Arbeit gelernt habe, dann ist es die Tatsache, dass man meißtens eben doch nicht alles Berücksichtigt hat. Diese Art der Umsicht schadet jedenfalls m.M. nicht.
Viele Grüße
PS: Am Interessantesten/Lustigsten fand ich bisher die Beitrage von OHCHunter, Jan0815, HL66 und Hunter123. Vermutlich weil diese auch am längsten schon mit dabei sind 😉
EDIT Nr.3:
etliche Rechtschreibfehler korrigiert 😉
Eine Sache noch kurz angefügt, wobei du das vermutlich eh weißt.
Weniger mechanische Geräusche vom Motor heißt nicht immer zwingend immer weniger Verschleiß.
Dickeres Öl dämft in der Regel deutlich besser als dünneres und die Unterschiede kommen wohl daher.
Darum klingen vor allem ausgelutschte Motoren kalt auch oft deutlich besser als warm.
(außer die Hydros klappern beim start)
Wobei die Minimierung des Ölverbrauches durch hohe Viskosität wohl vermutlich trotzdem zielführend ist da Brennräume, Ventile bei den Ölverbräuchen übel aussehen müssen. Da ist alles besser als den alten Ölverbrauch beizubehalten.
P.S
Sprichst du wirklich von Ölverbrauch pro 100km? Oder sollte das 1000 heißen?
Wenn ja würde mich rein interessehalber mal interessieren, wie sowas hinter dem Auto ausschaut?
Da haben die Hinterleute doch unverbranntes Öl auf der Windschutzscheibe und sehen nix mehr 😁
Zitat:
@Leon596 schrieb am 4. Dezember 2018 um 16:36:44 Uhr:
Eine Sache noch kurz angefügt, wobei du das vermutlich eh weißt.
Weniger mechanische Geräusche vom Motor heißt nicht immer zwingend immer weniger Verschleiß.
Dickeres Öl dämft in der Regel deutlich besser als dünneres und die Unterschiede kommen wohl daher.Darum klingen vor allem ausgelutschte Motoren kalt auch oft deutlich besser als warm.
(außer die Hydros klappern beim start)Wobei die Minimierung des Ölverbrauches durch hohe Viskosität wohl vermutlich trotzdem zielführend ist da Brennräume, Ventile bei den Ölverbräuchen übel aussehen müssen. Da ist alles besser als den alten Ölverbrauch beizubehalten.
P.S
Sprichst du wirklich von Ölverbrauch pro 100km? Oder sollte das 1000 heißen?
Wenn ja würde mich rein interessehalber mal interessieren, wie sowas hinter dem Auto ausschaut?
Da haben die Hinterleute doch unverbranntes Öl auf der Windschutzscheibe und sehen nix mehr 😁
Ja, ich meine mal gehört zu haben, dass höherviskose Flüssikeiten den Körperschall mehr dämpfen. Ob das die alleinige Ursache ist weiß ich nicht.
Ja, es sollten 1000km sein, ist korrigiert.
Ich hatte den Motor 2013 offen (wegen einer anderen Geschichte) da sahen die Ventile Top aus und dem Ventiltrieb finde ich sieht man an, dass er jahrelang nur mit synth. Ölen gefahren worden ist.
VG
"Ja, ich meine mal gehört zu haben, dass höherviskose Flüssikeiten den Körperschall mehr dämpfen. Ob das die alleinige Ursache ist weiß ich nicht."
Das ist auch so und habe ich selbst getestet an einem Ford Zetec mit Laufleistung 200.000 Km . Wollte den Ölverbrauch senken und habe nach 0W40 dann 5W50 eingefüllt . Der Motor läuft leiser. Das dickere Öl dämpft vermutlich die Schwingen mehr als das dünnere, wirkt also als Schwingungsdämpfer.Die Feinabdichtung sollte auch besser sein.
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Mein Motor verbraucht derzeit 1 Liter auf 2000 km , da ist trotzdem alles sauber bis hin zum Abgaskrümmer , keine Ablagerungen , der bekommt immer noch regelmäßig Prügel und läuft mit dem 10W60 recht leise !
Kippe ich da nur einen halben Liter 0W40 nach , wird der Motor hörbar lauter , somit bleibe ich beim 60er Öl und das auch über den Winter , keine Probleme nach Kaltstart , da läuft alles rund !
Der stabilere Ölfilm sorgt für eine dämpfende Wirkung und gleicht im Motor befindliche Unwuchten hör und fühlbar aus .
Ich habe Mal das Foto angehängt vom 4ten Zylinder, das fühlt sich an wie Cellulite. Gehe stark von aus, dass das der Ölfresser ist. Hab aber darauf gesch...., Aufwand zu hoch für die alte Möhre. Was sagt ihr dazu?
Edit:
Ich finde persönlich den Kolben jetzt nicht allzu verkohlt, dafür, dass der di meißte Zeit 15w40 gesoffen hat (bis auf die 5L 0w40 im Durchlauf.). Hab noch Ventiltrieb angehängt (toll wie man heutzutage alles dokumentieren kann) 🙂
VG
Zitat:
@Ole-Boy schrieb am 4. Dezember 2018 um 13:47:55 Uhr:
Da wir gerade bei diesem M3 sind, kann mir vielleicht einer von den 10w-60 Gegnern sagen, warum BMW dieses Öl vorschreibt und ob man hier auch gefahrlos nach Ablauf von Garantie und Kulanz ein besseres Öl auffüllen könnte. Und wenn ja , welches.Gruß Ole
Hallo Ole
Hier ein Auszug vom sterndock 2. Beitrag Seite 8
Das „FORMULA RS“ ist dagegen ein Vollsynthetisches. Die Frage dabei ist aber: Braucht man für den Alltagsbetrieb gleich ein vollsynth. 10W-60er. Hättest Du jetzt einen aktuellen M3, den Du öfters mal mit voll geöffneten Drosselklappen u. 8.000 U/Min über die Bahn hetzt, würde ich sagen ja! U. zwar deshalb, weil dieser Motor dabei das Motoröl (mit 300Grad Kolbentemp. u. mit Drücken von rund 1.000bar !!! in den Pleuellagern) regelrecht „malträtiert“!
Gruß Hunter
Zitat:
@matmi schrieb am 4. Dezember 2018 um 18:31:01 Uhr:
"Ja, ich meine mal gehört zu haben, dass höherviskose Flüssikeiten den Körperschall mehr dämpfen. Ob das die alleinige Ursache ist weiß ich nicht."Das ist auch so und habe ich selbst getestet an einem Ford Zetec mit Laufleistung 200.000 Km . Wollte den Ölverbrauch senken und habe nach 0W40 dann 5W50 eingefüllt . Der Motor läuft leiser. Das dickere Öl dämpft vermutlich die Schwingen mehr als das dünnere, wirkt also als Schwingungsdämpfer.Die Feinabdichtung sollte auch besser sein.
Wirkt sich jedenfalls bei meinem HighMilageMotor positiv aus!
Ich kann mich noch erinnern, dass es mit Highstar Öl damals am schlimmsten war! Hatte davon gleich 4 Kanister gekauft wegen dem Preis. Lief nach kurzer Zeit so rappelig (mit dem hat er meiner Erinnerung nach sich am Meißten Öl gegönnt), dass ich froh war als ich das Zeug wieder verbraucht hatte (ging ja auf der Autobahn Recht schnell und als Schwabe schmeißt man ja nix weg 😎 )
Danke dafür Hunter. Du, Riki und Klausram, ihr gehört hier zu den angenehmen und netten Usern (und natürlich noch andere nicht genannte) hier in diesem Forum. Eure Postings sind immer frei von Polemik, auch wenn ihr persönlich angegriffen werdet. Das mußte hier einmal gesagt werden. Weiter so.
Gruß Ole
Zitat:
@OHCTUNER schrieb am 4. Dezember 2018 um 19:11:24 Uhr:
Mein Motor verbraucht derzeit 1 Liter auf 2000 km , da ist trotzdem alles sauber bis hin zum Abgaskrümmer , keine Ablagerungen , der bekommt immer noch regelmäßig Prügel und läuft mit dem 10W60 recht leise !
Kippe ich da nur einen halben Liter 0W40 nach , wird der Motor hörbar lauter , somit bleibe ich beim 60er Öl und das auch über den Winter , keine Probleme nach Kaltstart , da läuft alles rund !
Der stabilere Ölfilm sorgt für eine dämpfende Wirkung und gleicht im Motor befindliche Unwuchten hör und fühlbar aus .
Vielleicht nimmt es auch Druck- oder Kraftspitzen mehr auf, wodurch erst gar kein / oder geringeres Geräusch bzw. Vibration ensteht. Evtl eine Erklärung warum die Öltemperatur (neben/zusätzlich zur Viskosität als Ursache) höher ist. Mit dem 50er hab ich eine ca. um 10-15 Grad höhere Öltemperatur nach dem "warmfahren" 😉 kann aber auch einfach an schlechterer Reibungsminderung im Vergleich zu den vorherigen "Topölen liegen.
Viele Grüße
Zitat:
@ash_c20ne schrieb am 4. Dezember 2018 um 21:53:59 Uhr:
Zitat:
@OHCTUNER schrieb am 4. Dezember 2018 um 19:11:24 Uhr:
Mein Motor verbraucht derzeit 1 Liter auf 2000 km , da ist trotzdem alles sauber bis hin zum Abgaskrümmer , keine Ablagerungen , der bekommt immer noch regelmäßig Prügel und läuft mit dem 10W60 recht leise !
Kippe ich da nur einen halben Liter 0W40 nach , wird der Motor hörbar lauter , somit bleibe ich beim 60er Öl und das auch über den Winter , keine Probleme nach Kaltstart , da läuft alles rund !
Der stabilere Ölfilm sorgt für eine dämpfende Wirkung und gleicht im Motor befindliche Unwuchten hör und fühlbar aus .Vielleicht nimmt es auch Druck- oder Kraftspitzen mehr auf, wodurch erst gar kein / oder geringeres Geräusch bzw. Vibration ensteht. Evtl eine Erklärung warum die Öltemperatur (neben/zusätzlich zur Viskosität als Ursache) höher ist. Mit dem 50er hab ich eine ca. um 10-15 Grad höhere Öltemperatur nach dem "warmfahren" 😉 kann aber auch einfach an schlechterer Reibungsminderung im Vergleich zu den vorherigen "Topölen liegen.
Viele Grüße
Naja, der Fall ist dort von der Vermutung her relativ klar.
Bei Motoren ohne ausgeklügeltes Öl-Thermomanagement ist der plausibelste Ansatz für höhere Öltemperatur schlicht und ergreifend der geringere Öldurchsatz und dadurch schlechtere Kühlung.
Dünnes 40er vs dickes 50er hat z.b bei 100°C ungefähr einen doppelt so hohen Durchsatz.
Zitat:
@Hunter123 schrieb am 4. Dezember 2018 um 21:39:33 Uhr:
Zitat:
@Ole-Boy schrieb am 4. Dezember 2018 um 13:47:55 Uhr:
Da wir gerade bei diesem M3 sind, kann mir vielleicht einer von den 10w-60 Gegnern sagen, warum BMW dieses Öl vorschreibt und ob man hier auch gefahrlos nach Ablauf von Garantie und Kulanz ein besseres Öl auffüllen könnte. Und wenn ja , welches.Gruß Ole
Hallo Ole
Hier ein Auszug vom sterndock 2. Beitrag Seite 8
Das „FORMULA RS“ ist dagegen ein Vollsynthetisches. Die Frage dabei ist aber: Braucht man für den Alltagsbetrieb gleich ein vollsynth. 10W-60er. Hättest Du jetzt einen aktuellen M3, den Du öfters mal mit voll geöffneten Drosselklappen u. 8.000 U/Min über die Bahn hetzt, würde ich sagen ja! U. zwar deshalb, weil dieser Motor dabei das Motoröl (mit 300Grad Kolbentemp. u. mit Drücken von rund 1.000bar !!! in den Pleuellagern) regelrecht „malträtiert“!
Gruß Hunter
Und wenn ich es recht erinnere hat der Doc dazu noch gesagt, das BMW damals vertraglich an Castrol gebunden war und die nichts geeignetes/besseres im Programm hatten wie 10W-60, gab meine ich zwei 10W-60, eins davon für die M-Motoren.
Das alte M1 in 5W-50 und andere waren damals besser geeignet, aber eben nicht von Castrol.
Zitat:
@Leon596 schrieb am 4. Dezember 2018 um 22:27:17 Uhr:
Dünnes 40er vs dickes 50er hat z.b bei 100°C ungefähr einen doppelt so hohen Durchsatz.
Diese Aussage, ungeachtet anderer (Öl)-Argumente, ist physikalisch strömungstechnischer Mechanik gar nicht möglich....seidenn, es gäbe gummiartige Pumpsysteme o.ä.
Aber schön, jeden Tag über Öl zu reden. 😁
Korinthenkacker
Dann hat das dicke W50 halt doppelt so hohe mm²/s bei 100°C wie dünnes W40...
...oder anders gesagt das Dicke nur grob eine halb so große Durchsatzmenge
Egal wie rum, eine messbare Schmierqualität ergibt sich nicht. 😛
Und, "grob eine halb so große Durchsatzmenge" - ist in diesem Zusammenhang physikalischer Leim. 😎