Welche Winterreifen für mein VW GOLF IV Variant TDI
Hallo,
muss mir diese Woche doch noch neue Winterreifen zulegen für mein VW Golf IV Variant TDI. 195/65/R15
Meine Laufleistung pro Jahr momentan ca. 25000-30000KM.
Oberste Priorität wäre wohl Griffigkeit im Schnee, da ich viele Berge um meinen Wohnort habe.
Folgende günstigste Reifenangebote habe ich momentan inkl alle Arbeiten für 4 Reifen:
Continental Winter TS 830 300,00€
Dunlop SP Winter 3D 236,00€
Michelin Alpin A3 298,00€
Brigdestone Blizzard LM30 265,00€
Würde gerne eure Meinung oder Erfahrungen hören.
Danke
22 Antworten
Dass die Erfahrungen hier (selbst beim gleichen Produkt) sehr unterschiedlich ausfallen würden, habe ich ja - glaube ich - schon in meinem ersten Beitrag prophezeit. 😉
Das ist aber auch ganz logisch, wenn man bedenkt, dass Gummimischungen in der Produktion oft von einem Jahr zum anderen geändert und der gleiche Reifentyp durch Verschleiß- und vor allem auch Alterungsprozesse stark unterschiedliche Eigenschaften zwischen einem aktuellen Exemplar und einem Vorjahresexemplar aufweisen kann.
Zu der Verschleiß- und Alterungsproblematik gab es den sehr interessanten Artikel in der Zeitschrift ACE Lenkrad, Nr. 10/09 -> "Millimeterarbeit". Danach zeigte sich eine deutliche Verschlechterung der Winterreifenleistung, wenn ihre Profiltiefe 4 mm - das ist ca. die Hälfte der Pofiltiefe im Neuzustand - erreichte (Zitat):
"Wie das Testergebnis zeigt, haben Winterspezialisten schon mit vier Millimeter Restprofil auf Schnee gegenüber Neureifen deutlich an Leistungsfähigkeit verloren. Richtig kritisch wird es jedoch unter dieser Marke: die Fahrsicherheit bei Glätte oder nasser Straße sinkt auf miserable Werte und wird schließlich inakzeptabel."
Dabei muss man bei der Bewertung dieser Testergebnisse im Auge behalten, dass zwecks Vergleichbarkeit immer Neureifen herangezogen wurden, deren Profiltiefe durch Abschleifen auf den entsprechenden Wert (4 und 2 mm) gebracht wurde. Denn am Schluss kommt dann der Hammer (Zitat):
"Bei den Prüfungen im Schnee wurde ein Satz Winterreifen, zwei Jahre im normalen Gebrauch und mit vier Millimeter Restprofiltiefe, mitgemessen (Größe, Marke und Typ identisch). Bei diesem Reifen waren sämtliche Messwerte deutlich schlechter als bei den von uns präparierten Neureifen mit zwei Millimeter Restprofil."
D. h., ein 2 Jahre alter Winterreifen mit 4 mm Restprofil ist deutlich schlechter als ein auf 2 mm Restprofil gebrachter neuer Winterreifen, der aber wiederum bereits viel schlechter als der als grenzwertig eingestufte Neureifen mit 4 mm Restprofil (siehe oben) ist!!!
Ich glaube, diese dominierende Bedeutung des Reifenalters ist den wenigsten Autofahrern bewusst!
Die Auswirkung der Alterung kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen, auch wenn mein Beispiel krasser ist:
Auf dem 93er Vento (siehe Sig.) fahre ich seit 6 Jahren bzw. knapp 80.000 km den Michelin A2 im Format 185/60 R 14 T. Er hat zwar immer noch ca. 4 mm (!) Restprofil, was bei dieser Fahrleistung erstaunlich ist, haftet aber auf verschneiter und insbesondere auf nasser Straße nur noch miserabel. Teilweise wurde ich schon auf Schnee, obwohl ich am Haftungslimit fuhr, von aktuellen Fahrzeugmodellen mit folglich aktuellen Winterreifen überholt. Jedenfalls wäre ich mit deren 10 - 20 km/h Fahrtüberschuss ohne jeden Zweifel aus der Kurve gerutscht. 😰
Ich weiß, dass ich in diesem Punkt kein positives Beispiel bin (eher ein abschreckendes), aber bislang fehlte mir immer die Zeit, mich mit zig anderen Autofahrern, die der Schnee mal wieder "plötzlich und unerwartet" getroffen hat, bei einem Reifenhändler um einen Termin zu balgen, wobei ich zudem vor so einer Investition zunächst noch einmal eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung des Ventos und eines evtl. neuen Gebrauchtwagens anstellen möchte. 🙄
Trotzdem:
Allen eine gute Fahrt und einen schönen Gruß 😉
Zitat:
Original geschrieben von unbrakeable
Ich glaube, diese dominierende Bedeutung des Reifenalters ist den wenigsten Autofahrern bewusst!
Das kann ich bestätigen. Allerdings ist auch davon auszugehen, daß sich die meisten Autofahrer generell keine großen Gedanken um ihre Reifen machen und auf Beratung des Reifenhändlers etc. hoffen/setzen oder darauf warten, daß der TÜV die Reifen bemängelt.
Fahre die Bridgestone Blizzak LM-30 selbst auf meinem Variant, allerdings in 205/55R16, wie Schyschka. Bis jetzt, ob auf Matsch, Tiefschnee oder trockener Straße keinerlei Probleme. Rollen auch sehr leise ab, was ja bei einem Winterreifen auch nicht unerheblich ist.
Bin jetzt ca. 8.000 km mit den Reifen gefahren (vorher auf einem Passat 3C) und kann sie Dir ohne schlechtes Gewissen weiterempfehlen.
Dacht ich mir schon, das jeder seine eigenen Erfahrungen gemacht hat.
Hab mich neben ADAC Test und nach dem Preis gerichtet.
Und somit hab ich heute meine Dunlop Winter 3D Reifen raufziehen lassen für komplett 236€.
60€ mehr für Conti war mit zu viel Unterschied vom Preis.
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Zitat:
Original geschrieben von RedTiger2407
Und somit hab ich heute meine Dunlop Winter 3D Reifen raufziehen lassen für komplett 236€.
Wie schon erwähnt, ich hab die auch und bin 4 Jahre gut gefahren.
Ich denke auch, das bei Winterreifen nicht unbedingt die Profiltiefe entscheidend ist, sonder das Alter.
Denn meine bisherigen Winterreifen wo oben waren, sind schon 6 Jahre alt. Und die Profiltiefe nicht mal schlecht, aber bei Schneefahrbahn keine Chance mehr.... :-)
Zitat:
Original geschrieben von Golf2_Madison
Fahre die Bridgestone Blizzak LM-30 selbst auf meinem Variant, allerdings in 205/55R16, wie Schyschka. Bis jetzt, ob auf Matsch, Tiefschnee oder trockener Straße keinerlei Probleme. Rollen auch sehr leise ab, was ja bei einem Winterreifen auch nicht unerheblich ist.Bin jetzt ca. 8.000 km mit den Reifen gefahren (vorher auf einem Passat 3C) und kann sie Dir ohne schlechtes Gewissen weiterempfehlen.
Mir ist bei meinen "Recherchen" zum Thema Winterreifen noch ein Punkt aufgefallen, der persönliche Empfehlungen immer fragwürdiger macht (nicht gegen dich gerichtet, Golf2_Madison (so einen fuhr ich übrigens auch mal 😉)):
Zunächst möchte ich einmal auf gravierende Unterschiede in der Bewertung zweier nur ein Jahr auseinander liegender Tests von Reifen ähnlicher Dimensionen aufmerksam machen:
Unterschiede im Kriterium Verschleiß:
Continental WinterContact TS830:
- 195 / 65 R 15 T: Note 3,0 (ADAC-Test 2008)
- 205 / 55 R 16 H: Note 0,9 (ADAC-Test 2009)
Goodyear UltraGrip 7+:
- 195 / 65 R 15 T: Note 1,1 (ADAC-Test 2008)
- 205 / 55 R 16 H: Note 2,5 (ADAC-Test 2009)
Vredestein Snowtrac 3:
- 195 / 65 R 15 T: Note 1,5 (ADAC-Test 2008)
- 205 / 55 R 16 H: Note 2,6 (ADAC-Test 2009)
Wie sind diese Unterschiede nun zu interpretieren?
Zunächst einmal liefert der ADAC auf dieser -> Seite Hinweise zur zulässigen Übertragbarkeit von Testergebnissen zweier Reifentypen ähnlicher Dimension. Danach ist die Übertragbarkeit der Ergabnisse von einer Reifendimension auf eine Nachbargröße nicht gegeben, wenn die Geschwindigkeitsklasse nicht übereinstimmt. So könne man das Ergebnis eines Winterreifens der Dimension 205 / 55 R 16 H nicht einfach auf den gleichen Reifen der Dimension 195 / 65 R 15 T übertragen. Und selbst bei gleicher Geschwindigkeitsklasse sollten das Höhen/Breitenverhältnis übereinstimmen und die Breite nur maximal 1 cm von der getesteten Breite abweichen.
Was beim aktuellen ADAC-Test dann aber verwirrt ist, dass -> hier trotz der o. a. eingeschränkten Vergleichbarkeit zum Vorjahrestest Vergleiche in der Art angestellt und formuliert werden, dass man meinen könnte, dass die beiden Reifendimensionen eigentlich identische Ergebnisse liefern müssten (Zitat):
"Der Firestone Winterhawk 2 verbessert seine Verschleißwertung (Anmerkung: 3,4 -> 1,5) ungemein, allerdings wird dadurch die Performance auf nasser Fahrbahn (Anmerkung: 2,5 -> 3,0) etwas schwächer, gravierend ist jedoch das sehr schwache Ergebnis auf Schnee (Anmerkung: 2,8 -> 3,4)."
Oder sollte doch einfach nur das Produktionsdatum, dass ja sicherlich auch etwa 1 Jahr auseinander liegt, und damit veränderte Materialparameter ausschlaggebend für solche Unterschiede sein?
Für Letzteres spricht die Tatsache, dass von der Dimension her ähnliche Reifen anderer Hersteller auch ähnliche Ergebnisse (Stärken und Schwächen) liefern (Beispiele: Dunlop SP Wintersport 3D, Goodyear UltraGrip 7+ (bis auf "Verschleiß", siehe oben)).
Das verwirrt den interessierten Leser! Da werde ich wohl mal nachhaken - und dann selbstverständlich hier berichten. 😉
Was aber anscheinend (fast) immer gilt:
Mit einem Reifen der (teuren) "Premium"-Marken fährt man eigentlich nie wirklich schlecht. Nur in dem einen oder anderen Punkt können sich von (Produktions-)Jahr zu (Produktions-)Jahr je nach wechselnder Priorisierung beim Hersteller spürbare Vor- bzw. Nachteile ergeben.
Schönen Gruß