ForumFahrzeugtechnik
  1. Startseite
  2. Forum
  3. Wissen
  4. Fahrzeugtechnik
  5. Warum verbraucht der Tempomat so viel Sprit?

Warum verbraucht der Tempomat so viel Sprit?

Themenstarteram 7. Oktober 2011 um 12:32

Hallo,

habe über meinen Toyota-Händler gehört, das der (Kraftstoff-) Verbrauch bei Fahren mit Tempomat recht hoch liegt, bzw. zumindest deutlich höher, als wenn man die gleiche Strecke ohne Tempomat fährt (man selbst reguliert, wie viel man Gas gibt). Zumindest soll dies auf jeden Fall so sein, wenn man den Tempomat eine Geschwindigkeit halten lässt, und nicht mit dem Tempomat beschleunigt.

Meine Frage: Warum ist der Kraftstoffverbrauch beim Fahren mit Tempomat so hoch? Kann jemand den Grund nennen und erklären?

Danke schonmal,

Lg, Wildcatz

Beste Antwort im Thema

Ich halte diese Aussage des Händlers für ausgesprochen gewagt, um es vorsichtig zu formulieren. Bei den meisten Fahrern ist das Gegenteil der Fall. Hier spart der Tempomat-Einsatz Kraftstoff - zumindest solange wir mal Fahrten in den Bergen außen vor lassen. Die meisten Fahrer pendeln speziell auf längeren Strecken um eine Wunschgeschwindigkeit. Der Tempomat hält dagegen die Geschwindigkeit konstant, was deutlich sparsamer ist.

76 weitere Antworten
Ähnliche Themen
76 Antworten

Ich halte diese Aussage des Händlers für ausgesprochen gewagt, um es vorsichtig zu formulieren. Bei den meisten Fahrern ist das Gegenteil der Fall. Hier spart der Tempomat-Einsatz Kraftstoff - zumindest solange wir mal Fahrten in den Bergen außen vor lassen. Die meisten Fahrer pendeln speziell auf längeren Strecken um eine Wunschgeschwindigkeit. Der Tempomat hält dagegen die Geschwindigkeit konstant, was deutlich sparsamer ist.

@Ausgangsfrage:

Ich kenns genau umgekehrt.

Mit Tempomat verbraucht man weniger, da mans (das spritsparende fahre) selber einfach nicht so gut hinbekommt

Ich kenne mich verstärkt mit europäischen Steuergeräten aus, nicht mit japanischen. Dort ist es so, dass eine Maximumauswahl aus dem Fahrerwunsch (Gaspedal) und dem Tempomaten gemacht wird. Wenn also der Fahrer per Pedal 150 Nm anfordert, der Tempomat aber nur 100 Nm, dann "gewinnt" der Fahrer und der Motor macht 150 Nm. Entsprechend umgekehrt.

 

Das Entscheidende ist, dass nach dieser Maximumauswahl ein Vorgabemoment anliegt, welches vom Motor umgesetzt wird. Somit ist es völlig egal, wo es herkommt, am Verbrauch ändert das nichts. Der Motor "weiss" quasi nicht, woher díe Momentenanforderung kommt.

 

Etwas anderes wäre es noch, wenn der Tempomat zu nervös abgestimmt wäre, also quasi bei jeder kleinen Bodenwelle hektisch Gas gibt und wieder weg nimmt, also ständig rauf und runter regelt. Das wäre aber nicht im Sinne eines komfortablen Fahrens, welches man mit Tempomat haben möchte.

 

Im Gegenteil, der Tempomat sollte ja eigentlich für eine ruhige und ausgeglichene Fahrweise sorgen, also eher zu weniger Verbrauch führen. Jede Beschleunigung kostet Kraftstoff. Und per Fuß hält man die Geschwindigkeit üblicherweise nicht so konstant wie per Tempomat.

 

Ich halte die Aussage des Händlers daher für etwas zweifelhaft.

 

Edit: Da waren zwei schneller als ich (haben ja auch weniger geschrieben ;) )

Themenstarteram 7. Oktober 2011 um 12:55

Habe es, nachdem der Händler dies gesagt hat, auch mal ausprobiert. Weil mir klar war, dass das Beschleunigen immer viel Kraftstoff verbraucht. Und weil ich öfter einen "kleinen Berg" (deutliche, langgezogene Steigung) fahre und immer versuche, meine Geschwindigkeit vor dem Berg zu bestimmen und dann einzuhalten, brauche ich den Tempomat meiner Meinung nach sowieso. Da die Einhaltung der Geschwindigkeit am Berg mit dem Fuß so gut wie gar nicht (ganz genau) möglich ist und man immer wieder leicht beschleunigt. Als ich den "Berg" dann mit Tempomat in Angriff nahm, staunte ich, dass meine Geschwindigkeit komplett bei der blieb, die ich angezielt hatte (zumindest wie man mit dem Auge erkennen kann).

Zum oben angesprochenen Testen bin ich mal eine langezogene Gerade gefahren, die von der Steigung gleich bleibt. Mit Tempomat blieb der Verbrauch (den der Bordcomputer anzeigt) ziemlich fest bei 9 L/100 km hängen. Mit Fuß auf dem Gas schwankte der Spritverbrauch ständig, gemittelt ergab sich jedoch 8-8,5 L/100 km.

Somit hätte der Händler also Recht... Nur warum? Wäre ja eigentlich andersrum logischer... :-P

Da gehen einige Aspekte durcheinander. Das Fahren mit gleichbleibender Geschwindigkeit hat in der Ebene definitiv Verbrauchsvorteil. An Steigungen sieht die Welt ein wenig anders aus. Da hält der Tempomat natürlich konsequent die Geschwindigkeit, was zu Lasten des Verbrauchs geht. Hier ist es oft sparsamer - wenn auch mit geringfügig geringerer Geschwindigkeit verbunden - das Gaspedal konstant zu halten und einen leichten Abfall der Geschwindigkeit in Kauf zu nehmen. Inwieweit das praktikabel ist hängt natürlich vom Fahrzeug und der jeweiligen Verkehrssituation ab.

Davon abgesehen macht es wenig Sinn, nur den Momentanverbrauch laut Bordcomputer zu betrachten. Sinnvoller wäre es, unterschiedliche Fahrweisen über eine größere Strecke miteinander zu vergleichen und dies über mehrere Tankfüllungen hinweg. Wenn man den Bordcomputer zu Rate zieht, dann sollte man den Durchschnittsverbrauch über die Strecke auswerten, nicht aber den Momentanverbrauch. Dieser ist schlicht nicht aussagekräftig, da er nur den Augenblick berücksichtigt, nicht aber die Gesamtstrecke.

Themenstarteram 7. Oktober 2011 um 13:31

... darum hatte ich ja auch aus dem momentan angezeigten Verbrauch ein ungefähres Mittel angegeben. Trotzdem vertraue ich dem angezeigten Momentanverbrauch sowieso nie so ganz, weil ich mir nicht vorstellen kann, dass es sich vom Fahrzeug so genau ausrechnen lässt.

Dass der Verbrauch bei gleichbleibender Geschwindigkeit auf ansteigender Strecke aber höher ist als auf der Ebene, ist logischerweise aber auch selbstverständlich. Trotzdem ist der Verbrauch aber noch höher bzw. besonders hoch, wenn man an der ansteigenden Strecke beschleunigt, also die Geschwindigkeit erhöht. Und dies ist bei mir oftmals der Fall, wenn ich mit Fuß auf dem Gas fahre. Vor allem darum, weil die angesprochene Strecke sich in verschiedene Abschnitte aufteilen lässt, die jeweils eine unterschiedliche Steigung haben, sodass man hier jeweils mit dem Fuß weniger bzw. mehr Gas geben muss, um die Geschwindigkeit zu halten..

Probier doch mal beide Fahrweisen über je eine Tankfüllung aus, dann hast du ein einigermaßen aussagekräftiges Bild.

Themenstarteram 7. Oktober 2011 um 14:03

Okay, das mache ich gern.

Aber wie? Ich fahre neben der angesprochenen ansteigenden Strecke auch noch weitere Bereiche, wo ich ohne Tempomat fahren würde. Dadurch ist der Spritverbrauch bei normalen Tanketappen mit vielen anderen Faktoren vermischt.

Oder sollte ich vielleicht einfach mal voll tanken, die Strecke einmal fahren, nochmal voll tanken (vorher notieren wie viel verbraucht ist) und dann die Strecke nochmal mit Tempomat fahren?

Vielleicht höre ich einfach nochmal beim Händler nach, und lass es mir von ihm erklären. Er müsste es ja schließlich wissen... :-?

Keine Wissenschaft aus der Sache machen!

Mit Tempomat ist in der Praxis sparsamer als ohne, weil der menschliche Fahrer die Geschwindigkeit nicht gut halten kann und tendenziell zu schnell fährt, was den Luftwiderstand und damit den Verbrauch erhöht. Dazu kommt noch, daß das menschliche Beschleunigen-Verzögern-Beschleunigen-Verzögern nicht gerade den Betriebspunkt des Motors verbessert.

In der Theorie kann ein menschlicher Fahrer aber sparsamer fahren als der Tempomat, weil der Fahrer über die Gaspedalstellung den Betriebspunkt vorgibt, während sich der Tempomat fest an eine vorgegebene Geschwindigkeit hält. Wenn ich also eine kurze aber starke Steigung hochfahre, dann wäre es sparsamer, wenn ich oben langsamer ankomme und die folgende Ebene (oder das Gefälle) dafür nutze, um wieder zu beschleunigen. Die ganze Sache wird aber noch etwas komplizierter, weil bei höherer Last meist der beste Betriebspunkt liegt und der Motor bergauf ggf. sogar effizienter (gemessen in Spritverbrauch pro gelieferter Energie) wird; dann müßte man bergauf sogar beschleunigen und anschließend bergab ausrollen.

Aber: keine Wissenschaft daraus machen! ;) Wenn man einen Tempomat hat, sollte man ihn benutzen, und ggf. hin und wieder manuell eingreifen. So mache ich das auch.

Zitat:

Habe es, nachdem der Händler dies gesagt hat, auch mal ausprobiert. Weil mir klar war, dass das Beschleunigen immer viel Kraftstoff verbraucht. Und weil ich öfter einen "kleinen Berg" (deutliche, langgezogene Steigung) fahre und immer versuche, meine Geschwindigkeit vor dem Berg zu bestimmen und dann einzuhalten, brauche ich den Tempomat meiner Meinung nach sowieso. Da die Einhaltung der Geschwindigkeit am Berg mit dem Fuß so gut wie gar nicht (ganz genau) möglich ist und man immer wieder leicht beschleunigt. Als ich den "Berg" dann mit Tempomat in Angriff nahm, staunte ich, dass meine Geschwindigkeit komplett bei der blieb, die ich angezielt hatte (zumindest wie man mit dem Auge erkennen kann).

 

Zum oben angesprochenen Testen bin ich mal eine langezogene Gerade gefahren, die von der Steigung gleich bleibt. Mit Tempomat blieb der Verbrauch (den der Bordcomputer anzeigt) ziemlich fest bei 9 L/100 km hängen. Mit Fuß auf dem Gas schwankte der Spritverbrauch ständig, gemittelt ergab sich jedoch 8-8,5 L/100 km.

 

Somit hätte der Händler also Recht... Nur warum? Wäre ja eigentlich andersrum logischer... :-P

Genau so ist es. leider fehlt der Geschwindigkeitregelanlage (Tempomat)eine gewisse Intiligenz. Und zwar kann er sich nicht an die sich ändernede Regelstrecke anpassen.. Die regelstrecke einer "Bergauffahrt" kann er gut bewältigen und spielt seinen Vorteil aus.

Der Temomat ist zwar nicht mehr so dumm wie früher aber halt immer noch ein recht stures Teil:D. Wenn man 100km/h eingestellt hat bemüht er sich die möglichst exakt zu halten. Zwar nicht mehr so regelwütig wie früher,heute darf das Ding auch mal den einen oder anderen Stundenkilometer abweichen ohne das sofort nachgeregelt wird. Aber je unebener die Strecke desto mehr Regelbedarf desto mehr Durst,der menschliche Fahrer merkt es vielleicht nicht mal das er gerade 3km/h langsamer wurde und die Topographie regelt das wieder automatisch ein wenn die Steigung sich abflacht oder in eine Ebene oder Gefälle übergeht. Bei Letzterem besteht auch das Problem das die allermeisten Tempomaten das Gas nie 100% wegnehmen so das die Schubabschaltung nicht aktiviert wird. Grund dafür ist das die Elektronik besser nachregeln kann wenn der Motor noch leicht am Gas hängt. Je nachdem wie das Ganze programiert wurde ist der Verbrauch mit Tempomat deutlich höher oder unmerklich.

Das größte Problem am Regelkreis ist das er den Streckenverlauf nicht vorhersehen kann. Da habe ich eine schöne Teststrecke. Erst geht es in eine Mulde rein und dann ohne das das Steuergerät Zeit hätte sich auf eine Ebene einzustellen wieder Bergauf.,Erst auf ca halber Höhe spürt man das er Gas gibt. Bis dann das Tempo wieder passen würde ist man aber schon wieder auf der Ebene und der Motor gibt noch etwas Gas und man ist kurz schneller als gewollt. An solchen Stellen spürt man die Arbeitsweise und vor allem die leichte Verzögerung in den Reaktionen. Wobei das Ding,bzw das Steuergerät anscheinend lernfähig ist da der Effekt lange nicht mehr so deutlich ist wie am Anfang als das Auto neu war.

 

Wie dem auch sei,das Ding hat andere bessere Qualitäten als ein paar Zehntel Sprit zu sparen.:D

Bei mir kommt mit Tempomat etwas das gleiche raus an verbrauch wie ohne.

Allerdings kann man das nur vernüftig bei Langstreckenfahrten testen.

Da macht man dann bei 120km/h den Tempomaten rein und gut.

Was ich aber sagen muss, das bei meinem (alten) Auto der Tempomat ziemlich agressiv beschleunigt.

Also wenn ich z.B. bei 160km/h dem Tempomaten einschalte, dann bremse und ihm sag er soll wieder auf die Zielgeschwindigkeit beschleunigen, gibt das Fahrzeug fast Vollgas.

Zitat:

Original geschrieben von Reiner Husten

Genau so ist es. leider fehlt der Geschwindigkeitregelanlage (Tempomat)eine gewisse Intiligenz. Und zwar kann er sich nicht an die sich ändernede Regelstrecke anpassen.. Die regelstrecke einer "Bergauffahrt" kann er gut bewältigen und spielt seinen Vorteil aus.

Das widerspricht sich etwas. Wenn sich der Tempomat nicht an die sich ändernde Strecke anpassen könnte, dann könnte er den Übergang von der Ebene in den Berg nicht bewältigen. Aber genau diese Anpassung ist ja die Aufgabe des Tempomaten.

 

P.S. (Für die Regelungstechniker unter uns):

Die Regelstrecke besteht aus dem Fahrzeug mit Motor. Der Regler ist der Tempomat. Die Sollgröße ist die Fahrzeuggeschwindigkeit, die Stellgröße das Motormoment. Das Gelände (mit Ebene, Berg und Tal) stellt eine Störgröße dar.

Zitat:

Original geschrieben von Sir Donald

Der Temomat ist zwar nicht mehr so dumm wie früher aber halt immer noch ein recht stures Teil:D. Wenn man 100km/h eingestellt hat bemüht er sich die möglichst exakt zu halten. Zwar nicht mehr so regelwütig wie früher,heute darf das Ding auch mal den einen oder anderen Stundenkilometer abweichen ohne das sofort nachgeregelt wird.

Jein. Das mag vom Hersteller abhängen. Bei BMW zum Beispiel steht im Lastenheft, dass der Regler in der Ebene um +- 0,5 km/h abweichen darf, im Gelände +- 1 km/h.

Zitat:

Bei Letzterem besteht auch das Problem das die allermeisten Tempomaten das Gas nie 100% wegnehmen so das die Schubabschaltung nicht aktiviert wird. Grund dafür ist das die Elektronik besser nachregeln kann wenn der Motor noch leicht am Gas hängt. Je nachdem wie das Ganze programiert wurde ist der Verbrauch mit Tempomat deutlich höher oder unmerklich.

Die mir persönlich bekannten Tempomaten (BMW und mein S-Max) gehen auf Null runter. Aber wie Du richtig sagtest: Es hängt von der Programmierung ab (ein Freigabe-Bit in der Software).

Zitat:

Das größte Problem am Regelkreis ist das er den Streckenverlauf nicht vorhersehen kann. Da habe ich eine schöne Teststrecke. Erst geht es in eine Mulde rein und dann ohne das das Steuergerät Zeit hätte sich auf eine Ebene einzustellen wieder Bergauf.,Erst auf ca halber Höhe spürt man das er Gas gibt. Bis dann das Tempo wieder passen würde ist man aber schon wieder auf der Ebene und der Motor gibt noch etwas Gas und man ist kurz schneller als gewollt. An solchen Stellen spürt man die Arbeitsweise und vor allem die leichte Verzögerung in den Reaktionen.

Gute Tempomaten schaffen selbst das erstaunlich gut.

Zitat:

Wobei das Ding,bzw das Steuergerät anscheinend lernfähig ist da der Effekt lange nicht mehr so deutlich ist wie am Anfang als das Auto neu war.

Das würde mich überraschen. Mir ist kein lernender Tempomat bekannt (wobei ich weit davon entfernt bin, alle zu kennen!). 

Zitat:

Wie dem auch sei,das Ding hat andere bessere Qualitäten als ein paar Zehntel Sprit zu sparen.:D

Richtig! Es ist in erster Linie eine Komfortfunktion.

Deine Antwort
Ähnliche Themen
  1. Startseite
  2. Forum
  3. Wissen
  4. Fahrzeugtechnik
  5. Warum verbraucht der Tempomat so viel Sprit?