Warum sind (gerade deutsche) E-Autos früh abgeregelt?

Hallo,

gibt es eigentlich irgend eine Erklärung warum die E-Autos ausgerechnet der deutscher Hersteller alle so geringe Höchstgeschwindigkeiten haben? Bei den Verbrennern ist es den Deutschen scheinbar immer wichtig, dass man möglichst nah an die 250 kommt und wenn man die sogar schafft, wird gerne noch Geld bezahlt um die Sperre aufzuheben.
Aber E-Autos? Warum werden selbt offensichtliche Sportwagen wie der i4 M50 bei 225 eingebremst? Die meisten EQ-Modelle von Mercedes trödeln irgendwo bei 160 herum und selbst Porsche lässt den Taycan nicht mal annähernd Richtung 300 laufen. Warum kann nur Tesla schnell? An der reinen Leistung wird es ja wohl nicht liegen oder? Vor allem sind die Teslas ja auch nicht erst seit kurzem schnell unterwegs, schon der P85D konnte 250 fahren.

[Titel von Motor-Talk angepasst]

173 Antworten

Elektroautos machen Spaß! Der liegt nicht im Rasen mit Höchstgeschwindigkeit, sondern in der Beschleunigung. Mit einem EV wie dem Polestar geniesst man Fahrleistungen, die vor ein paar Jahren nur von Supersportwagen erreicht wurden.

Der i3 mag in der Spitze eine lahme Kröte sein, aber schaut Euch mal den Vergleich mit dem Golf GTI auf Top Gear an. An der Ampel ledert er den Verbrenner ab wie nichts, bevor der ihn dann irgendwann ein- und überholt.

Losfahren und beschleunigen kann man bei jeder Fahrt zig mal. Wie oft kann man vergleichsweise auf der Autobahn rasen?

Zitat:

@Xentres schrieb am 10. Januar 2022 um 10:21:10 Uhr:


Ich glaube nicht, dass sich der typische Amerikaner mit seinem F150/RAM und sonstigem SUV oder bestenfalls Sedan als sein Alltagsauto auf die Rennstrecke für die Viertelmeile begibt....

Die schaffen aber auch keine 3 Sekunden von 0 auf 100.

Zitat:

@MotorManiac2020 schrieb am 10. Januar 2022 um 12:25:26 Uhr:



Zitat:

@Xentres schrieb am 10. Januar 2022 um 10:21:10 Uhr:


Ich glaube nicht, dass sich der typische Amerikaner mit seinem F150/RAM und sonstigem SUV oder bestenfalls Sedan als sein Alltagsauto auf die Rennstrecke für die Viertelmeile begibt....

Die schaffen aber auch keine 3 Sekunden von 0 auf 100.

Irgendwie erkenne ich den Zusammenhang da nicht, weshalb man deshalb mit dem beschleunigungsstarken Alltagsauto (BMW i4 zum Beispiel?) an einem Viertelmeilenrennen teilnehmen sollte...

Wenn ja, lieber vorher die Kindersitze wegen Gewichtserparnis ausbauen...

Zitat:

@Xentres schrieb am 10. Januar 2022 um 12:29:44 Uhr:



Zitat:

@MotorManiac2020 schrieb am 10. Januar 2022 um 12:25:26 Uhr:


Die schaffen aber auch keine 3 Sekunden von 0 auf 100.

Irgendwie erkenne ich den Zusammenhang da nicht, weshalb man deshalb mit dem beschleunigungsstarken Alltagsauto (BMW i4 zum Beispiel?) an einem Viertelmeilenrennen teilnehmen sollte...

Wenn ja, lieber vorher die Kindersitze wegen Gewichtserparnis ausbauen...

Weil man es kann? Ist halt so eine Ami-Sache.

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Zitat:

@MotorManiac2020 schrieb am 10. Januar 2022 um 08:14:01 Uhr:



Zitat:

@kartoffel911 schrieb am 10. Januar 2022 um 07:53:04 Uhr:

Jetzt gibt es einen Wandel. Elektroautos und deren Motoren werden i.d.R. von jungen (Elektro-) Ingenieuren gebaut, die weniger Bezug zur F1 haben und die sich eher mit Klima, Umweltschutz, Zukunft der Erde etc. herumschlagen müssen. Fährt ein Auto nur noch max. 130, dann kann das wesentlich ökonomischer gebaut werden und braucht nicht mehr die ganze F1 Technologie um das Geschoss vor dem Einschlag von 250 auf 0 abbremsen zu können.

Interessante These, aber entscheidet sowas am Ende nicht das Management?

Das Management wird auch jünger.

Ich zähle mich selber zur Petrolhead Generation. Schnelle Autos waren mir schon immer wichtig. Allerdings mit der Attitüde nur auf der Rennstrecke und einer Rennlizenz (C, 24h u.ä. Rennen, nassgeschwitzt etc.). Auf dem Weg zur Rennstrecke war ich selten schneller als mit Richtgeschwindigkeit unterwegs. Geradeaus schnell fahren finde ich einfach nur affig und reizt mich nicht.

Daher habe ich jetzt auch wieder einen starken Elektroflitzer (Polestar). Ab März kommen da wieder Sommerreifen drauf, dann steht auch das Performance Update auf 350 kW an und es geht damit auf die Nordschleife. Jo, die Abregelung bei 210 ist scheiße und eine Bestzeit wird nicht drin sein. Aber die Schleife besteht nicht nur aus der Döttinger Höhe.

Davon abgesehen bin ich bei der jungen Generation und für schärfere Tempolimits überall. Wer schon mal mit 120 Sachen in einen Reifenstapel gekracht ist, weiß wie weh das tut.

Mahlzeit,

das Thema bewegt sich in eine Richtung, die den Thread zügig im OT Thread des Forums enden lassen wird.

Gruß
Zimpalazumpala, MT-Moderator

Grade bei Fahrzeugen mit nicht grade Leistung ohne Ende, wird die Übersetzung auch eine Rolle spielen. Fährt das Fahrzeug schneller maximal, müsste man länger übersetzen und das nimmt Spritzigkeit unten herum. Alternativ könnte man ein mehrstufiges Getriebe verbauen ... will man aber auch nicht ... in der Regel.

Für die Charakteristik eines Verbrennungsmotors ganz klar richtig - daher braucht der auch so viele Gänge.
Bei einem Elektromotor mit nahezu konstanter Leistung über den ganzen Drehzahlbereich (also linear fallendem Drehmoment) spielt die Untersetzung aber nicht die große Rolle für die Leistungsabgabe. Man wird nur darauf achten, dass er nicht überdreht, und auserdem den Bereich seines besten Wirkungsgrades häufig zu erreichen.

Ok, ganz so ideale Charakteristiken haben die realen E-Motoren dann doch nicht. Anbei das Diagramm eines Tesla S. Er scheint untenrum im Drehmoment begrenzt zu werden. Genau untenrum ist aber die Beschleunigung eher durch die übertragbare Kraft an den Reifen begrenzt als durch das Drehmoment des Motors. Von daher müsste man eigentlich schon die Übersetzung auf maximale Höchstgeschwindigkeit auslegen können und hätte dennoch mehr als genug Kraft aus dem Stand.

Bildquelle: gultesla.no

Zitat:

@motor_talking schrieb am 10. Januar 2022 um 14:31:14 Uhr:


Bei einem Elektromotor mit nahezu konstanter Leistung über den ganzen Drehzahlbereich (also linear fallendem Drehmoment) spielt die Untersetzung aber nicht die große Rolle für die Leistungsabgabe.

Erkennt man doch prima auf dem Bild, dass das mit der konstanten Leistung über den ganzen Drehzahlbereich nicht so ist, sondern untenrum alles andere als volle Leistung zur Verfügung steht. Je länger man übersetzt, desto größer macht man diesen Bereich. Länger muss man bei höherer max. Geschwindigkeit aber übersetzen, um nicht zu überdrehen.

Zitat:

@Tom9973 schrieb am 10. Januar 2022 um 14:41:34 Uhr:


... Je länger man übersetzt, desto größer macht man diesen Bereich. Länger muss man bei höherer max. Geschwindigkeit aber übersetzen, um nicht zu überdrehen.

Du erkennst doch sicher(Bild), dass der Punkt 60km/h programmiert ist. Der wird dort bleiben, egal wie die letztliche Übersetzung ausfällt.

Deswegen habe ich das Bild dazu, um eine tatsächliche Motorcharakteristik zu betrachten.
In der Tat steigt die Leistung unten erstmal linear an wegen des vermutlich "künstlich" begrenzten Drehmoments.

Jetzt muss man aber noch differenzieren: wird das Moment begrenzt, weil der Motor "an sich" nicht mehr darf? Dann bekommt man mit längerer Übersetzung wirklich weniger Kraft am Rad. Vielleicht aber immer noch mehr, als es auf die Straße übertragen kann?
Oder ist die Drehmomentbegrenzung der Belastbarkeit der Antriebswellen geschuldet? Dann könnte man durchaus das Getriebe bzw. Differential länger übersetzen ohne Einbußen in der Kraft am Rad, denn man könnte um den gleichen Faktor höheres Drehmoment aus dem Motor zulassen.

@motor_talking

Eine "künstliche Begrenzung" stellt dieses maximale Drehmoment immer dar.

Da kann man auch theoretisch drüber gehen, aber es steigt halt das Risiko stark an, dass irgendetwas kaputt geht (mechanisch) oder nicht mehr ausreichend gekühlt wird und nach gewisser Zeit abraucht (elektrische Komponenten).

Ist beim Verbrenner ja nicht anders, siehe Möglichkeiten beim Chip-Tuning.

Diese Charakteristik von Drehmoment und Leistung ist absolut typisch für einen E-Motor. Das ist keine Tesla-Extrawurst oder Extra-Begrenzung geschuldet. Über ungefähr das untere Drittel des Drehzahlbandes ist bei einem E-Motor das Drehmoment konstant und fällt dann ab. Und das ist auch nicht programmiert. Bei welcher Geschwindigkeit dieser Punkt liegt dann eben an der Übersetzung.

Zitat:

@MotorManiac2020 schrieb am 10. Januar 2022 um 08:14:01 Uhr:


Interessante These, aber entscheidet sowas am Ende nicht das Management?

Sicherlich, aber auch dort setzt mit dem langsamen Abtreten der alten Garde ein Sinneswandel ein.

Zitat:

@Timbow7777 schrieb am 10. Januar 2022 um 19:05:33 Uhr:



Zitat:

@MotorManiac2020 schrieb am 10. Januar 2022 um 08:14:01 Uhr:


Interessante These, aber entscheidet sowas am Ende nicht das Management?

Sicherlich, aber auch dort setzt mit dem langsamen Abtreten der alten Garde ein Sinneswandel ein.

Mal abwarten, wann die Autoindustrie beim Verkehrsminister ein Tempolimit bestellt 😛

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