Warum sind deutsche Straßen so schlecht?

Hallo,
ich hoffe mal ich bin hier in der richtigen Kategorie gelandet.
Ich war vor kurzem in Benelux und Frankreich unterwegs, dabei fing ich bald an mich nur noch zu schämen. Besonder in Holland sehen so gut wie ALLE Straßen aus als wären sie frisch geteert worden. Keine Schlaglöcher, sichtbare Fahrbahnmarkierungen, lückenlose Leitplanken, große Radien von Auf und Abffahrten und kein Müll auf den Standstreifen. Denke ich da an Deutschland (speziell Norddeutschland) kann ich nur noch den Kopf schütteln. Hier ist nun wirklich alles kaputt, manche Straßen sogar bis an die Grenze der Befahrbarkeit beschädigt. Von Fahrbahnmarkierungen, wenn denn noch welche da sind, ist meist kaum noch was zu sehen. Und die Teilstücke die erst kürzlich erneuert wurden zeigen seit diesem Winter schon wieder neue Risse.

Mich würde mal interrressieren was unsere Nachbarländer soviel anders machen?
Liegt es letztendlich nur am Geld? An der Technik? Am Material?

mfG

Beste Antwort im Thema

Bei uns wird eindeutig zu viel Geld an der falschen Stelle für fragwürdigen Unsinn verpulvert, welches dann bei der Straßeninstandhaltung natürlich fehlt.

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Zitat:

@mussdassein schrieb am 23. August 2021 um 21:23:46 Uhr:


...
Nur ist Flickschusterei unter dem Strich teurer, als es einmal richtig zu machen und deswegen genau der falsche Weg - gerade, wenn die Kassen leer sind. Jetzt kommen die historisch niedrigen Zinsen ins Spiel. Man kann für minimale Zinsen Kredite für Sanierungen aufnehmen und das, was man in die Flickschusterei gesteckt hätte, zur Tilgung der Kredite verwenden.
...

Das Flickschustern teurer ist, weiß wohl jeder Verwaltungsangestellte. Nur wenn die Kassen leer sind, hilft es auch nichts, einfach weitere Schulden zu machen. So einfach dürfen und können sich Kommunen auch nicht verschulden. Das Thema ist wahrlich zu komplex, um alles einen Satz abzuhandeln. Und schließlich sind die Straßen nicht die einzigen Baustellen. Schulen, Kindergärten, öffentliche Gebäude usw. wollen auch instand gehalten und repariert werden.
Meine eigene Meinung: Einfach vom Gas runter und gut. Ewig meckern bringt am wenigsten.

Zitat:

@Holger-TDI schrieb am 24. August 2021 um 10:13:51 Uhr:



Zitat:

@mussdassein schrieb am 23. August 2021 um 21:23:46 Uhr:


...
Nur ist Flickschusterei unter dem Strich teurer, als es einmal richtig zu machen und deswegen genau der falsche Weg - gerade, wenn die Kassen leer sind. Jetzt kommen die historisch niedrigen Zinsen ins Spiel. Man kann für minimale Zinsen Kredite für Sanierungen aufnehmen und das, was man in die Flickschusterei gesteckt hätte, zur Tilgung der Kredite verwenden.
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Das Flickschustern teurer ist, weiß wohl jeder Verwaltungsangestellte. Nur wenn die Kassen leer sind, hilft es auch nichts, einfach weitere Schulden zu machen. So einfach dürfen und können sich Kommunen auch nicht verschulden. Das Thema ist wahrlich zu komplex, um alles einen Satz abzuhandeln. Und schließlich sind die Straßen nicht die einzigen Baustellen. Schulen, Kindergärten, öffentliche Gebäude usw. wollen auch instand gehalten und repariert werden.
Meine eigene Meinung: Einfach vom Gas runter und gut. Ewig meckern bringt am wenigsten.

Bin gespannt, ob Du diese Ruhe immer noch hast, wenn Du nicht mehr über den nächsten Fluss oder Kanal kommst, weil die Brücke weggegammelt ist oder Du Dein Auto in einem Schlagloch beschädigt hast.

Zitat:

@mussdassein schrieb am 24. August 2021 um 10:27:08 Uhr:


....
Bin gespannt, ob Du diese Ruhe immer noch hast, wenn Du nicht mehr über den nächsten Fluss oder Kanal kommst, weil die Brücke weggegammelt ist oder Du Dein Auto in einem Schlagloch beschädigt hast.

Das klingt doch etwas nach Endzeitstimmung. Davon sind wir wohl noch weit entfernt. Und wenn es so ist, dann fährste eben einen Umweg. Ist in Bremen eh schon länger üblich.😠

Dann fahr mal auf den Highways in den USA (Nordosten). Dort waren die Straßen schon vor 20 jahren in einem derart schlechten Zustand, das die Begrenzung auf 65 Meilen keine Schikane war, sondern lebenserhaltend.

Mach lieber einen "sinnvollen" Vorschlag, wie der ganze Kasten hier finanziert werden soll. Steuererhöhung. Sonderabgabe auf Sprit für Straßensanierung, MwSt. für PKWs verdoppeln, generelle Straßenbenutzungsgebühren oder, oder, oder....
Damit hätten wir dann alle Problem gelöst😁

Nein, davon sind wir eben nicht weit entfernt. Nur 13% der Brücken im Fernstraßennetz sind in gutem oder sehr gutem Zustand. 3/4 der Brücken sind in befriedigendem oder ausreichendem Zustand, fast 12% sind mangelhaft oder ungenügend.

Wenn auch weiterhin nicht ausreichend gehandelt wird, werden auch die heute noch mit 3 oder 4 bewerteten Brücken bald 5 oder 6 sein.

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Zitat:

@Holger-TDI schrieb am 24. August 2021 um 10:38:58 Uhr:



Zitat:

@mussdassein schrieb am 24. August 2021 um 10:27:08 Uhr:


....
Bin gespannt, ob Du diese Ruhe immer noch hast, wenn Du nicht mehr über den nächsten Fluss oder Kanal kommst, weil die Brücke weggegammelt ist oder Du Dein Auto in einem Schlagloch beschädigt hast.

Das klingt doch etwas nach Endzeitstimmung. Davon sind wir wohl noch weit entfernt. Und wenn es so ist, dann fährste eben einen Umweg. Ist in Bremen eh schon länger üblich.😠
Dann fahr mal auf den Highways in den USA (Nordosten). Dort waren die Straßen schon vor 20 jahren in einem derart schlechten Zustand, das die Begrenzung auf 65 Meilen keine Schikane war, sondern lebenserhaltend.

Mach lieber einen "sinnvollen" Vorschlag, wie der ganze Kasten hier finanziert werden soll. Steuererhöhung. Sonderabgabe auf Sprit für Straßensanierung, MwSt. für PKWs verdoppeln, generelle Straßenbenutzungsgebühren oder, oder, oder....
Damit hätten wir dann alle Problem gelöst😁

Funktioniert auch nur, wenn es einen akzeptablen Ersatz dafür gibt. Hier wären es 25km Umweg gewesen. Zum Glück hat man eingesehen, dass man eine neue Brücke bauen muss, nachdem beim zweiten Hochwasser die Brücke stark beschädigt wurde...

Zitat:

@Holger-TDI schrieb am 24. August 2021 um 10:38:58 Uhr:



Zitat:

@mussdassein schrieb am 24. August 2021 um 10:27:08 Uhr:


....
Bin gespannt, ob Du diese Ruhe immer noch hast, wenn Du nicht mehr über den nächsten Fluss oder Kanal kommst, weil die Brücke weggegammelt ist oder Du Dein Auto in einem Schlagloch beschädigt hast.

Das klingt doch etwas nach Endzeitstimmung. Davon sind wir wohl noch weit entfernt. Und wenn es so ist, dann fährste eben einen Umweg. Ist in Bremen eh schon länger üblich.😠

Mach lieber einen "sinnvollen" Vorschlag, wie der ganze Kasten hier finanziert werden soll. Steuererhöhung. Sonderabgabe auf Sprit für Straßensanierung, MwSt. für PKWs verdoppeln, generelle Straßenbenutzungsgebühren oder, oder, oder....

Klingt nicht nur so, es ist.
Leider ist diese Stimmung aber Handgemacht, oder besser:
Man redet von Umweltschutz. Du fährst den Umweg - der Umwelt würde aber der direkte Weg besser passen. Man provoziert Staus. Der laufende Verkehr wäre besser. Gibt noch einiges mehr.

Vorschläge zur Verbesserung will man nicht hören.
Finanzen werden in andere "Sachen" gesteckt, nicht in Straßen.
Straßenbenutzungsgebühren waren ja schonmal geplant - ist aber kläglich im Sand verlaufen. Die Lage wird sich dahin nicht verbessern, auf Jahre nicht. Die Endzeitstimmung kommt ganz allein - da braucht man nichtmal drauf hinweisen. Man muss das ganze nur mal ein wenig "weiterspinnen", dann wird das auch zu einem Bild...

Gruß Jörg.

Soooooo, jetzt sehen wir die Sache mal positiv.
Wir haben die Wiedervereinigung gestemmt und Europa zusammen geführt. Beides nicht zu unserem Schaden. Wir jammern auf einem hohen Niveau (auch ich möchte diesen Standard so halten) und regen uns über die Straßen auf?

Ja, wir müssen aufpassen, dass wir uns hier nicht verzetteln. Aber liegt das an den Straßen?
Vielleicht wäre es ein Exportschlager wenn wir jede zu richtende Straße ins Ausland verkaufen würden. Die träumen von unseren Straßen.

Gruß

Zitat:

@wpp07 schrieb am 24. August 2021 um 11:02:39 Uhr:



Vielleicht wäre es ein Exportschlager wenn wir jede zu richtende Straße ins Ausland verkaufen würden. Die träumen von unseren Straßen.

Gruß

Wenn Du von Zentralafrika sprichst, hast Du Recht.

Zitat:

@wpp07 schrieb am 24. August 2021 um 11:02:39 Uhr:


Soooooo, jetzt sehen wir die Sache mal positiv.
Wir haben die Wiedervereinigung gestemmt und Europa zusammen geführt. Beides nicht zu unserem Schaden. Wir jammern auf einem hohen Niveau (auch ich möchte diesen Standard so halten) und regen uns über die Straßen auf?
...

Sehe ich genauso.

Wenn sich der Sinn der Verkehrsinfrastruktur darauf beschränken würde, dass wir mit dem Auto in den Urlaub fahren, könnte man diesem Gedanken eventuell folgen.

So ist es aber nicht: Die Straßen und der Straßenverkehr haben eine immense wirtschaftliche Bedeutung für Deutschland. Leider wurde das seit Jahrzehnten ebenso ignoriert wie die Digitalisierung.

So ist es. Zudem haben wir weder die Wiedervereinigung gestemmt noch Europa vereint. Wir haben uns nur vor 30 Lenzen wieder an den Teil Deutschlands gehangen, der uns seit gut 250 Jahren immer wieder in die Scheisse reitet. Und bezahlen ihm das auch noch fürstlich. 😉

Zitat:

@mussdassein schrieb am 24. August 2021 um 11:25:11 Uhr:


Wenn sich der Sinn der Verkehrsinfrastruktur darauf beschränken würde, dass wir mit dem Auto in den Urlaub fahren, könnte man diesem Gedanken eventuell folgen.

So ist es aber nicht: Die Straßen und der Straßenverkehr haben eine immense wirtschaftliche Bedeutung für Deutschland.

Das haben das Schulsystem, Krankenversorgung, Rentensystem und was sonst noch auch. Alles hat ein wirtschaftliche Bedeutung.

Wenn der Autofahrer nicht über Autofahren meckern kann, der Familienvater nicht über die marode Schule, der Kranke über die miserablen Kassenleistung und der Renter über die Nullrunde bei der Rente, dann leben wir auch nicht mehr in Deutschland. Hauptsache alles ist schei...

Mensch Leute, wir leben wie die Maden im Speck und heulen nur rum😠 Einfach unglaublich

Zur Theorie, dass sich das Ausland unsere Straßen wünscht:
Im Ranking der weltweiten Länder nach der Qualität der Straßen im Jahr 2019 stehen (ich liste nur die europäischen auf) folgende Länder vor Deutschland:
Niederlande, Schweiz, Österreich, Portugal, Spanien, Dänemark, Kroatien, Luxemburg, Frankreich, Schweden

@Holger-TDI @wpp07
Warum darf man Missstände nicht beim Namen nennen?? Ohne das Erkennen und ansprechen von Defiziten kann man diese auch nicht beheben. Das gilt in jedem Lebensbereich.

Und wenn ich der Meinung bin, dass unsere Straßen schlecht sind und jährlich volkswirtschaftliche Schäden in zigfacher Milliardenhöhe verursachen , so spreche ich das aus.

Natürlich gäbe es, übrigens auch in jedem Lebensbereich, die Option, die Ihr verfolgt: Nämlich zu sagen, och, das wird schon ... soooo schlimm ist es ja auch nicht ... andere sind noch schlechter ...

Ich zumindest bin aber nicht so gestrickt.

Du jammerst rum, dass die Brücken so schlecht sind, und wenn dann mal eine repariert wird, jammerst du rum, dass du einen Umweg fahren musst. Finde den Fehler.

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