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Warum man einen W220 haben sollte

Mercedes S-Klasse W220
Themenstarteram 2. Februar 2020 um 9:39

Warum man einen W220 haben sollte

Werte Forumskollegen,

ein paar Gedanken, warum man einen W220 haben sollte:

1. Der W220 ist das letzte Werk Bruno Saccos. Das Design setzt einen Kontrapunkt zum klobigen W140 und lässt den Nachfolger elegant und angenehm unspektakulär wirken.

2. Der Wagen läutete eine neue Formensprache ein und machte den Auftakt für die Baureihen 203, 209 und 211, die sich bis heute im Straßenverkehr tummeln. Deshalb wirkt der W220 modern.

3. Er wirkt nicht nur modern, sondern ist es auch. Zumindest die Benziner erfüllten schon zukünftige Abgasnormen, was Fahrverbote heute in weitere Ferne rücken lässt.

4. Die S-Klasse war immer Technologieträger. Assistenzsyteme vom Licht- und Regensensor über Bremsassistent, ESP und Parktronic bis hin zu Abstandsregelradar und Tele-Aid hatte der W220 schon vor 22 Jahren serienmäßig oder per Aufpreisliste an Bord.

5. Neben den Ingenieuren hatten bei dieser Baureihe bekanntlich auch die Controller mitzureden. Dennoch weist das Auto eine enorme Technikverliebtheit auf. Wer das nicht glaubt demontiere die Verkleidung und staune über die unglaublich komplexe Pneumatikeinheit der Heckdeckelzuziehhilfe.

6. Das Comand: Navi mit Farbbildschirm, CD-Wechsler, Radio, Cassettenspieler und Telefon in einem Gerät war damals pure Science-Fiction – und funktioniert bist heute.

7. Motor, Getriebe und Antriebsstrang gehören zu den unproblematischsten und langlebigsten überhaupt.

8. Kein Auto wird auf Dauerhaltbarkeit hin konstruiert. Auch nicht eine S-Klasse. Die meisten der großen Reiselimousinen wurden bestimmungsgemäß in überschaubaren Zeiträumen auf Langstrecke verheizt. Nicht von ungefähr war der lange 500er das meistverkaufte Modell.

9. Ja, der W220 kann rosten. Diejenigen Exemplare die spät in das bakterienverseuchte Tauchbad tauchten taten das immer, diejenigen, die das Bad frisch genossen dagegen nicht. Das Werk zeigte sich kulant und betrieb aufwändige Sanierung. Die Grotten dürften mittlerweile gequadert sein. Es gilt die guten Exemplare zu finden. Die gibt’s sogar unter den Vormopfs.

10. Die Dinger waren unverschämt teuer. 114.000 Deutsche Mark mussten mindestens auf den Tresen geblättert werden. Dafür hätte man auch vier gut ausgestattete VW Golfs bekommen oder eine große Zweizimmerwohnung in einer guten Wohnlage. Die wenigsten kamen in Privathand, wurden dort aber meist penibel gepflegt. Immer wieder tauchen solche Exemplare auf.

11. Die Baseballkappe-verkehrt-herum-auf-Generation hat sich neuen automobilen Lustobjekten zugewandt, die Möhren der Youtube-Influenzer sind bald totgebastelt und der TÜV erleichtert die Trennung der Sechsthand-Fraktion von ihren Verbraucht-Mobilen. Das reduziert das Angebot und steigert das Image der großen Reiselimousinen.

12. Die Airmatik beschert der S-Klasse einen Sonderstatus. Auch was Defekte anbetrifft. Viele Systeme funktionieren aber völlig unauffällig. ABC haben glücklicherweise die wenigsten.

13. Trotz komplexer Technik lässt sich das ganze doch gut reparieren. Auch dank dieses Forums und online zugänglicher Datenbanken. Die Gebrauchtteilsituation ist sehr gut, Neuteile sowieso. Die Stardiagnose ist ein geniales Tool. Wer bei Defekten die nächste Mercedesniederlassung ansteuern muss wird mit dem W220 aber nicht glücklich.

14. Glücklich wird dagegen der, der für einen kleinen Anschaffungspreis in einem immer noch zeitgemäßen Auto maximalen Raum- und Fahrkomfort genießen – ohne Neidfaktor und unter der Bedingung, dass man ein wenig selbst schrauben muss.

Viele Grüße

Martin

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Themenstarteram 2. Februar 2020 um 9:39

Warum man einen W220 haben sollte

Werte Forumskollegen,

ein paar Gedanken, warum man einen W220 haben sollte:

1. Der W220 ist das letzte Werk Bruno Saccos. Das Design setzt einen Kontrapunkt zum klobigen W140 und lässt den Nachfolger elegant und angenehm unspektakulär wirken.

2. Der Wagen läutete eine neue Formensprache ein und machte den Auftakt für die Baureihen 203, 209 und 211, die sich bis heute im Straßenverkehr tummeln. Deshalb wirkt der W220 modern.

3. Er wirkt nicht nur modern, sondern ist es auch. Zumindest die Benziner erfüllten schon zukünftige Abgasnormen, was Fahrverbote heute in weitere Ferne rücken lässt.

4. Die S-Klasse war immer Technologieträger. Assistenzsyteme vom Licht- und Regensensor über Bremsassistent, ESP und Parktronic bis hin zu Abstandsregelradar und Tele-Aid hatte der W220 schon vor 22 Jahren serienmäßig oder per Aufpreisliste an Bord.

5. Neben den Ingenieuren hatten bei dieser Baureihe bekanntlich auch die Controller mitzureden. Dennoch weist das Auto eine enorme Technikverliebtheit auf. Wer das nicht glaubt demontiere die Verkleidung und staune über die unglaublich komplexe Pneumatikeinheit der Heckdeckelzuziehhilfe.

6. Das Comand: Navi mit Farbbildschirm, CD-Wechsler, Radio, Cassettenspieler und Telefon in einem Gerät war damals pure Science-Fiction – und funktioniert bist heute.

7. Motor, Getriebe und Antriebsstrang gehören zu den unproblematischsten und langlebigsten überhaupt.

8. Kein Auto wird auf Dauerhaltbarkeit hin konstruiert. Auch nicht eine S-Klasse. Die meisten der großen Reiselimousinen wurden bestimmungsgemäß in überschaubaren Zeiträumen auf Langstrecke verheizt. Nicht von ungefähr war der lange 500er das meistverkaufte Modell.

9. Ja, der W220 kann rosten. Diejenigen Exemplare die spät in das bakterienverseuchte Tauchbad tauchten taten das immer, diejenigen, die das Bad frisch genossen dagegen nicht. Das Werk zeigte sich kulant und betrieb aufwändige Sanierung. Die Grotten dürften mittlerweile gequadert sein. Es gilt die guten Exemplare zu finden. Die gibt’s sogar unter den Vormopfs.

10. Die Dinger waren unverschämt teuer. 114.000 Deutsche Mark mussten mindestens auf den Tresen geblättert werden. Dafür hätte man auch vier gut ausgestattete VW Golfs bekommen oder eine große Zweizimmerwohnung in einer guten Wohnlage. Die wenigsten kamen in Privathand, wurden dort aber meist penibel gepflegt. Immer wieder tauchen solche Exemplare auf.

11. Die Baseballkappe-verkehrt-herum-auf-Generation hat sich neuen automobilen Lustobjekten zugewandt, die Möhren der Youtube-Influenzer sind bald totgebastelt und der TÜV erleichtert die Trennung der Sechsthand-Fraktion von ihren Verbraucht-Mobilen. Das reduziert das Angebot und steigert das Image der großen Reiselimousinen.

12. Die Airmatik beschert der S-Klasse einen Sonderstatus. Auch was Defekte anbetrifft. Viele Systeme funktionieren aber völlig unauffällig. ABC haben glücklicherweise die wenigsten.

13. Trotz komplexer Technik lässt sich das ganze doch gut reparieren. Auch dank dieses Forums und online zugänglicher Datenbanken. Die Gebrauchtteilsituation ist sehr gut, Neuteile sowieso. Die Stardiagnose ist ein geniales Tool. Wer bei Defekten die nächste Mercedesniederlassung ansteuern muss wird mit dem W220 aber nicht glücklich.

14. Glücklich wird dagegen der, der für einen kleinen Anschaffungspreis in einem immer noch zeitgemäßen Auto maximalen Raum- und Fahrkomfort genießen – ohne Neidfaktor und unter der Bedingung, dass man ein wenig selbst schrauben muss.

Viele Grüße

Martin

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Die Nexen sind offenbar recht gut, was nicht verwundert; die Koreaner können schon was, wie man bei Khumo und Hankook sieht. Bei diesem Test von der Autobild ist der geteste Reifen als vorbildlich eingestuft worden:

https://www.autobild.de/artikel/sommerreifen-test-5629291.html

Themenstarteram 3. April 2020 um 13:48

Ich bin halt Oldschool und noch auf dem Trip, dass zum guten schwäbischen Fahrzeugbau eine Lichtmaschine von Bosch, Gemischaufbereitung von Siemens, Auspuffe von Eberspächer und gerade für die PS-starken Spitzenmodelle Reifen eines Premiumherstellers gehören.

Ich hatte die Nexen mal auf dem 600er als Übergang. Einwandfrei und erheblich besser als ein Pirelli oder Dunlop (fand sie leiser und beschleunigungsstabiler). Abnutzung war auch gut, hab sie aber durch Michelin ersetzt weil der AMG die vorgeschrieben hat und 8 billiger waren. :)

Zitat:

@Martin CL420 schrieb am 3. April 2020 um 13:48:42 Uhr:

Ich bin halt Oldschool und noch auf dem Trip, dass zum guten schwäbischen Fahrzeugbau eine Lichtmaschine von Bosch, Gemischaufbereitung von Siemens, Auspuffe von Eberspächer und gerade für die PS-starken Spitzenmodelle Reifen eines Premiumherstellers gehören.

Tja. Irgend ein Argument muss man sich ja zurecht legen wenn man keine Ahnung hat.

Naja, die Reifen sollten ja schon konform mit der Fahrzeugmarke sein. :cool:

 

Insofern passen die Nexen besser zu Hyundai.

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