Warum immer noch keine getrennte flexible ACC- und zusätzliche fixe GRA-Regelung wie bei VW u. BMW?
Die Betriebsanleitung im neuen A7 (und damit höchst wahrscheinlich auch im neuen A6) zeigt wieder ausführlich bebildert und im Text beschrieben die mögliche Fehlfunktion der ACC (adaptive cruise control bzw. laut Konfigurator jetzt adaptiver Geschwindigkeitsassistent genannt, allgemein Abstandstempomat) bei mehrspurigen Straßen, insbesondere unerwartetes Abbremsen auf fälschlich als Hindernis wahrgenommene LKW in einer Linkskurve, wenn man selber gerade überholt. Dies kann zu fatalen Situationen führen, wenn gerade ein Hintermann auf der Autobahn dicht auffährt und man nicht schnell genug mit dem Gaspedal das automatische Bremsen übersteuern kann.
Die Konzernmutter VW erlaubt z.B. schon im Golf und auch im Passat die Moduswahl zwischen ACC und der GRA (Geschwindigkeitsregelanlage bzw. fixer Tempomat), BMW z.B. im 5er ebenso. Damit kann man im einspurigen Kolonnenverkehr mit der ACC perfekt dem Vordermann folgen. Auf mehrspurigen Straßen kann man dann die GRA wählen, um Fehlfunktionen der ACC (trotz Laserscanner, Radar und Stereokamera) auszuschließen.
Auch der Verkäufer meinte, es gäbe noch viele andere, die sich aus diesem Grund die Wahl zwischen beiden Funktionen alternativ im gleichen Auto wünschten. Solange dies nicht gegeben ist, ist die ACC für mich leider nicht kaufbar und die Anzahl an uneingeschränkt nutzbaren Assistenzsystemen und damit der Kaufanreiz reduziert.
Ich bin gespannt, ob sich auch andere entsprechend äußern und vielleicht werden ja beide Funktionen bis zum Facelift noch eingeführt.
Gruß CGI BE
Beste Antwort im Thema
Hi,
das unerwartete Abbremsen ist eher ein kurzes Rucken, bis das fehlerkannte Objekt den Erfassungsbereich verlassen hat.
Für eine Vollbremsung durch das ACC auf der AB müssen schon sehr ungünstige Vorraussetzungen vorliegen.
Ich fahre seit 2006 Fzg. mit ACC (ca. 30.000km per anno) und habe das noch nicht erlebt. Die Fehlerkennungsquote ist gering (seit Doppelaugen-ACC beim A6 4G äußerst gering). Auch in komplexeren Szenarien mit mehr als 3 stark frequentierten Spuren sowie hoher Geschwindigkeit (nutze im A6 das ACC auch bei Geschwindigkeiten >200km/h).
Man(n) sollte es auch nicht mit dem Notbremsassistenten verwechseln. Dieser nutzt ebenfalls die Ressourcen des ACC und bremst im Ernstfall das Fzg. auch bis auf den Stillstand ab. Es ist im Einsatzfall nicht per Gaspedal überstimmbar. Da hatte ich auch schon spannende Momente auf der Kreuzung, weil der Notbremsassistent den Querabstand zum abbiegenden Vordermann als zu knapp befand und daraufhin mitten in der Beschleunigung den Anker warf.
Der Notbremsassistent ist jedoch abschaltbar.
Ich sehe, für mich, keinen use case einer ACC/GRA-Umschaltung. Und erst recht nicht fahrsituationsabhängig in den Tiefen der MMI Car-Settings.
Grüße
Gubor
32 Antworten
Oder Blinker setzen, habe da immer das Gefühl gehabt das ACC ist da nachsichtiger mit dem Bremsen. Aber klar, unnötiges Bremsen treibt den Spritverbrauch nach oben. Gerade auf der AB oft vermeidbar ..
Ja, wenn man den Blinker setzt, verzögert die ACC nicht weiter. Nur ist Blinken heutzutage ja die es von aus der Mode... 😁
Bzgl. Gaspedal antippen: ist wohl (wie so vieles) Gewohnheit, habe aber festgestellt, dass ich beim Fahren mit ACC viel passiver unterwegs bin, dieses doch relativ weit vorausschauende sanfte Verzögern des ACC in meiner bequemen Passivität erst spät bemerke und dann wieder bewusst Gas geben bzw. mit dem dann geringeren Tempo mir eine Lücke links suchen muss. Da ist für MICH die GRA einfach oft passender.
Bzgl. Blinken: ich bin tatsächlich einer der letzten immer-blinkenden-und-nie-am-Telefon-herumspielenden Verkehrsteilnehmer (von manch anderer Lässlichkeit will ich mich jetzt hier nicht freisprechen ;-)) aber da das ACC relativ früh (zweitgrößte Abstandseinstellung, mein Favorit) und sanft das Tempo reduziert, müsste ich hier zu einem Zeitpunkt auf die linke Spur, dass ich mich selbst über die wieder einmal ungenutzte rechte Spur ärgern würde (und dann auch noch selbst schuld daran wäre ;-))
Hatte bei meinem Fahrzeug auch immer den Eindruck, dass Blinken allein nicht genügt, dass die Spur frei sein muss. Kann aber auch daran liegen, dass die Tempozunahme verhalten einsetzt und ich auch noch nicht bewusst darauf geachtet habe. Muss ich mal nachholen.
Wie geschrieben, zwei Beobachtungen die für MICH und meinen möglicherweise nicht an die Eigenheiten der Technik angepassten Fahrweise liegen. Da mag jeder seine Lösung finden. ICH bin froh die Wahlmöglichkeit zu haben und kann den TE verstehen.
Ich fahre seit langem mit ACC im A6 4G und bin äußerst zufrieden damit. Bei Bedarf kann man wie o.g. übersteuern. Ich kann mich aber darauf verlassen, dass das Fahrzeug rechtzeitig verzögert, wenn jemand vor mir bremst. Wenn ich den Modus wechseln könnte, ist da kein Verlass mehr darauf. Bei voller Konzentration kein Thema. In der Praxis mit Telefon, Navi Einstellung oder Gespräch mit Beifahrer sieht das anders aus. Wäre deshalb für mich ein Sicherheitsrisiko und bliebe ungenutzt.
Ähnliche Themen
@Noch ein Stefan mir geht es mit ACC exakt wie dir. So richtig gut unterstützt es nur im Stau oder bei zähfließendem Verkehr. Ansonsten bremst es häufig zu früh, hält zu große Abstände (Nein, ich drängle nicht) oder beschleunigt zu spät, wenn der Vordermann wieder Gas gibt. Habe seit 4 Wochen einen neuen 5er Kombi und bin froh, dass man auf normale GRA umschalten kann. Konnte man vorher im Passat leider nicht (war ca 3 Jahre alt). Bin mal gespannt wie es beim neuen A6 ist. Darf den nächsten Wagen nur mit max. 235 PS bestellen und nur Audi bietet in dem Bereich einen 6 Zylinder an. Finde den A6 aber auch so sehr schick.
ACC auf Stufe 1 und Dynamik ist aber von "zu viel Abstand und beschleunigt spät" weit entfernt. Der gesetzliche Abstand wird damit dann schon nicht mehr eingehalten.
Wer natürlich eine hohe Abstandsstufe wählt, und ein gemütlicheres Reaktionsverhalten eingestellt hat, darf sich dann nicht wundern, wenn sich die ACC wie ein Hutfahrer verhält 😛
Also bei uns (A5) kannst du morgens kein ACC benutzen. Der rechtliche Mindestabstand verleitet leider alle von rechts in die Lücke zu ziehen. Und der ACC verzögert dann sehr stark, dass man von hinten eine Lichthupe kassiert, was ich irgendwie auch verstehen kann. Seit 2 Jahren habe ich auch das Gefühl, dass das Rechtsüberholen drastisch zu nimmt und dann gerade in diese ACC Lücken reingedrückt wird. Sieht man an der eingeleiteten (über-)starken Bremsung, denn die meisten manuellen Fahrer würden einfach vom Gas gehen und den Abstand wieder wachsen lassen.
Der Mindestabstand ist zu einer Zeit festgelegt worden, als die Fahrzeuge noch mit viel schlechteren Bremsanlagen unterwegs waren. Heute könnte man den Wert aktualisieren, aber anderes Thema.
Normal wäre ACC super, aber hier aufgrund der AB Chaoten einfach nicht stressfrei nutzbar... somit ist der ACC an für sich nicht schlecht, aber die rücksichtslosen Mitfahrer machen ihn dann wieder unnütz.
Bei Volvo hat es keinen Aufpreis gekostet, aber bei Audi wäre ich stark am Überlegen, da die Vollaustattung fürs teilautonome Fahren sicherlich 3-7K Aufpreis bedeutet und dann im täglichen Nutzen nicht so viel Bereicherung bedeutet wie der nächstgrössere Motor zum Beispiel...
Absolute Zustimmung! Der Abstand des ACC auf kleinster Stufe ist sowohl beim Passat, als auch beim 5er zu groß. Wird beim Audi nicht anders sein. Ab 120 - 130 ist die Lücke zum Vordermann so riesig, dass man permanent von hinten bedrängt wird. Das rechts Überholen hat tatsächlich stark zugenommen und genau in diesen Situationen merkt man das gut. Auch fährt der Vordermann häufig nicht auf Seite, weil er annimmt, dass man nicht überholen will. ACC führt daher in sehr vielen Situation dazu, dass ich eher unentspannter unterwegs bin als mit normalem Tempomat. Auf Grund der vielen Staus in NRW möchte ich das System aber trotzdem nicht missen. Stau nervt dann zwar immer noch, aber deutlich weniger als ohne ACC (vorausgesetzt man fährt Automatik natürlich)
Bei meinem Audi ist die Lücke, die ACC lässt, definitiv nicht zu groß. Auf der kleinsten Stufe ist mir der Sicherheitsabstand zu klein.
Nur weil manche einscheren wollen, wähle ich den Sicherheitsabstand doch nicht so, dass ich mich nicht so, dass ich mich nicht wohl fülhle.
@swannika Der Sicherheitabstand ist mit Sicherheit korrekt. Nur hält keiner den Sicherheitsabstand ein. Gefühlt wird jede Lücke die größer einer Fahrzeuglänge zum Einscheren genutzt. Sind die halt die anderen die dss System kaputt machen. Meist auch ohne Vorankündigung sprich Blinker. Meist fahren eh alle links und rechts ist alles mit LKWs voll. Die ganz schlauen ziehen rechts bis zum LKW vor und scheren dann in die ACC Lücken ein.
Das ACC macht in der Situation bestimmt alles richtig, aber mich nervt das unharmonische Fahren weil das ACC immer übermäßig bremst um dann wieder zu beschleunigen. Und schupps kommt der nächste. In der einspurigen Kolonne nutze ich es auvh gern, oder bei Geschwinigkeiten unter 50. Da passt es perfekt.
Das ACC hält sich natürlich an die Vorgaben. So fährt halt einfach nur niemand. Und ja genau: viele fahren recht bis zum LKW und scheren dann links ein. Dass es dann links noch zäher wird, weil alle wieder ihre Lücke vergrößern müssen verstehen diese Schlaumeier nicht. Der Lohn dafür: 5 Autos = 3 Sekunden weiter vorne. Bravo!
@LJ_Skinny
Ja, das nervt natürlich. Das ist leider in manchen Gegenden so. Bei mir manchmal auch.
Ich habe für mich entschieden, dass ich nicht versuche, den Abstand auf ein für mich subjektiv zu kleines Niveau runterfahren, damit keiner einscheren kann.
Es gibt durchaus Situationen, die Du beschrieben hast, wo es besser ist, das ACC nicht zu aktivieren. Für mich läuft es in alten A7 erfüllt es je Erwartungen und nach den ersten Tests im A7 noch etwas besser.
Und das ACC ist "nur" ein Assistenzsystem und "darf" sich rechtlich noch auf den Fahrer verlassen, der im Zweifelsfall eingreifen darf/muss - Stickwort "übersteuern und Sicherheitsabstand".
Wartet mal ab, wie "toll" dann das teilautonome Fahren wird, wo dann eine viel größere rechtliche Verantwortung beim System liegen wird - ich denke, da gilt softwaremäßig "Vorsicht vor Nachsicht" und natürlich müssen alle gesetzlichen Vorgaben, einschließlich Geschwindigkeitsvorgaben, genauestens eingehalten werden, um rechtlich abgesichert zu sein, da wird es keine großen Spielräume geben - anderenfalls wird das System sofort abgeschaltet und mit entsprechenden Warnhinweisen sofort an den Fahrer übergeben. Ich bin gespannt, wie sich diese "Einstellung" im täglichen Verkehr mit all den "nicht-autonom Fahrenden" bewährt. Meine Vorstellung: Fließender Stadtverkehr innerorts ist üblicherweise mit 60 oder knapp darunter unterwegs. Teil-autonom fährt mein Fahrzeug dann aber 50, wie vorgeschrieben?! Meine Befürchtung - Ich fahre "rückwärts", weil jeder andere Verkehrsteilnehmer die vermeintliche "Zurückhaltung" des teilautonomen Systems gnadenlos ausnutzt.
Ich denke, die anfängliche Euphorie über teil-autonomes Fahren wird dank der Realität und anderer "normaler" Verkehrsteilnehmer sehr schnell zu ernüchternden Erkenntnissen führen.
Ausprobieren werde ich es trotzdem, wenn sich die Möglichkeit ergibt.
VG
Ja, das stimmt @B2nerd
Aber ACC läuft ja schon eine Weile und jeder der es ausprobiert kennt auch die Möglichkeiten und Grenzen.
Insbesondere in stark geschwindigkeitsbeschränkten Bereichen wie Baustellen bringt es mir derzeitig einen großen Nutzen.
Den Spurhalteassistent nutze ich derzeitig nicht. Einmal abwarten, ob das in neuen A7 anders wird.
Ich bin auch begeistert vom Einparkassistent.
Ich denke, dass es viele Situationen gibt, wo ich mit einem vollautonomen System gut leben kann. Das dauert noch ein paar Jahre, dann klappt das.
Ja, man wird sich an die Regeln halten müssen. Es wäre aber auch ohne autonome Fahren manchmal besser, wenn wir uns mehr dran halten würden. Da fasse ich mir auch an die eigene Nase.
Jetzt habe ich noch aber von eigentlichen Thema etwa etwas entfernt. Um wieder zurückzukommen. Ich finde die Audi Lösung sehr gut, fände es aber noch besser, wenn man das einstellen könnte, dass es auch getrennt funktioniert. Dann können die Fahrer, die das anders haben wollen so einstellen, dass sie zufrieden sind.
Man kann doch einstellen ob die Geschwindigkeit ist übernommen werden soll oder nicht. Ich habe die Gescvwindigkeitsüberahme ausgeschaltet aber die prädikative Regelung ein. Dann verhält es sich fast so wie ein normaler etwas intelligenterer Tempomat.
Natürlich ist es blöd wenn jemand in den Sicherheitsabstand fährt, da nervt mich das abrupte Bremsen auch. Aber man muss es oft auch ohne ACC machen, das man in die Eisen geht, wenn jemand die Lücke nutzt.