Warum Flottenverbrauch senken? Sinn?
Hallo!
Ich beschäftige mich zur Zeit mit den Dreizylindermotoren von BMW, dabei fällt immer wieder das Wort "Flottenverbrauch". Warum ist es für Autohersteller wichtig, den Flottenverbrauch zu senken?
Ich weiß, dass es bei vielen Firmen, die Firmenfahrzeuge zulassen, eine CO2-Grenze gibt, die nicht überschritten werden darf. Das heißt also, dass BMW mehr Fahrzeuge an Firmen verkaufen kann, wenn die "Abgaswerte" reduziert werden.
Gibt es sonst noch einen Grund?
Ich habe auch gehört, dass Autohersteller nur eine gewisse Anzahl an Fahrzeugen zulassen dürfen. Die Anzahl ist vom CO2-Ausstoß abhängig. Wenn also der Ausstoß reduziert wird, so dürfen mehr Fahrzeuge zugelassen werden, was mehr Gewinn bedeutet. Wenn hingegen eine gewisse Grenze überschritten wird, dann dürfen eben keine Autos mehr zugelassen und verkauft werden. Stimmt das oder ist das eine Fehlinformation?
Ich wäre um Aufklärung dankbar. Ich will aber bitte keine Diskussion um die Dreizylindermotoren entfachen.
Vielen Dank!
Beste Antwort im Thema
Zitat:
Original geschrieben von pk79
Bin ich froh, dass ich meine Fahrzeuge selber bezahlen und aussuchen darf und keinen Firmenwagen habe. So muss ich nicht wegen ein paar Euro Steuer- und Versicherungsersparnis auf eine evtl. gewünschte Motorisierung verzichten 😛
Bin froh, dass ich meine Fahrzeuge selber aussuchen und fremd bezahlen lassen darf. So kann ich ungehemmt CO2 ausstoßen, muss mir um Spritpreise keine Gedanken machen, Unfälle interessieren mich nicht, kann meinen Wagen mehrfach pro Woche sauteuer waschen lassen, bekomme jedwede Reifen bezahlt, falls ich diese mal wieder bei einem durch die Firma bezahlten Verkehrssicherheitstraining verraucht habe, nutze unverschämt teuren Innenstadt-Tiefgaragen-Stellplatz für lau etc.
dafür fahre ich dann halt nur einen 28i und keinen 35i, den ich auch haben könnte, aber für den ich dann auch geldwerten Vorteil entrichten müsste. Mist aber auch ;-)
Alles hat seine Vor- und Nachteile...
53 Antworten
Zitat:
Original geschrieben von Mr.Carlover
Spätestens wenn die EU-Normverbrauchsermittlung neu geregelt wird, was ab 2018 der Fall sein soll, werden die Karten neu gemischt. Dann wird sich die Normverbrauchslüge in Luft auflösen (da der neue EU-Zyklus praxisnah sein soll) und dem Downsizingquatsch somit ein Ende bereitet.
Bist Du Dir da sicher? Die derzeitige EU-Normverbrauchsermittlung erfolgt unter unrealistischen Bedingungen - solche Verbräuche können im Alltag nie erreicht werden. Wenn in Zukunft "praxisnah" ermittelt wird, wird sich wohl ein
höhererNormverbrauch ergeben - mit entsprechenden Folgen für den Flottenverbrauch der Hersteller 😉
Zitat:
Original geschrieben von Tetraodon2
Wenn in Zukunft "praxisnah" ermittelt wird, wird sich wohl ein höherer Normverbrauch ergeben - mit entsprechenden Folgen für den Flottenverbrauch der Hersteller 😉
Ganz genau, und weil der Minderverbrauch der verkleinerten, jedoch nach wie vor leistungsstarken Aggregate in der höherlastigeren Praxis nicht erkennbar ist, wird diese Technik überhaupt in Frage gestellt, wenn der neue Zyklus kommt. Er hat völlig recht.
Auch Herrn Reithofer (BMW-Vorstandschef) scheinen die strengen EU-CO2-Regelungen und somit der Flottenverbrauch allmählich ein Dorn im Auge zu sein. Hier ein Artikel der Automobilwoche.
Endlich spricht mal ein Vorstand Klartext und verdeutlicht die Priorität der Automobilindustrie innerhalb der EU!
Zitat:
Original geschrieben von Mr.Carlover
Auch Herrn Reithofer (BMW-Vorstandschef) scheinen die strengen EU-CO2-Regelungen und somit der Flottenverbrauch allmählich ein Dorn im Auge zu sein. Hier ein Artikel der Automobilwoche.Endlich spricht mal ein Vorstand Klartext und verdeutlicht die Priorität der Automobilindustrie innerhalb der EU!
im Artikel kritisiert er aber doch eigentlich nicht die CO2- Regelungen?
ich lese nur, dass aus seiner Sicht (respektive BMW) gerne andere einen größeren Teil der Rechnung übernehmen dürften
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Im Artikel wird Reithofer folgendermaßen zitiert: "Es könne nicht angehen, das "ständig ein Übergewicht in Richtung Ökologie" herrsche, "und die Industriepolitik darüber teilweise vergessen wird".
"Der BMW-Chef betonte, die Autoindustrie sei "eine tragende Säule für die europäische Wirtschaft" und schaffe direkt und indirekt rund zwölf Millionen Arbeitsplätze. Die Branche sei der größte Arbeitgeber und der größte Exporteur der EU."
Also ich werte das als Mahnung an die EU: Einerseits gibt sie die strengsten CO2-Richtlinien der Welt vor, andererseits fördert sie keine ökologischen Fahrzeuge (welche den Flottenverbrauch und somit die CO2-Bilanz aufpolieren könnten), sodass folglich die Kunden herkömmlicher Premiumfahrzeuge mit emotionslosen Motoren (z. B. 4-Zylinder) abgespeist werden. Der Hinweis Reithofers auf die hohe Bedeutung der Autoindustrie in der EU ist ein Wink mit dem Zaunpfahl: Wenn den Kunden der Spass an "Premiumfahrzeugen" erst mal vergangen ist - immer unattraktiver werdende Motoren tragen dazu bei - geht es in der Autoindustrie an's Eingemachte. Man sollte die Kuh, die man melkt, nicht schlachten...
Der Typ ignoriert einfach mal, dass es bis vor wenigen Jahren neben Industriepolitik nahezu keine Umweltpolitik gab. Das hat sich erst zaghaft Ende der 80er geändert. Die Autokonzerne hatten reichlich Zeit, sich selbst darauf einzustellen.
Aber nein, die heulen ja lieber rum und zeigen mit dem Finger auf andere.
Sein 2. "Fakt": Die Branche sei der größte Arbeitgeber der EU" ist genau so an den Haaren herbeigezogen. Wenn man beispielsweise die Gesundheitswirtschaft betrachtet, sind allein in Deutschland rund 5 Mio. Arbeitnehmer direkt oder indirekt in dieser beschäftigt.
Und sowiet kommts noch: Subventionen für Produkte von unternehmen, die Milliarden-Gewinne machen und nicht aufhören zu erwähnen, wie strategisch und global sie doch agieren.
Ich bin auch froh keinen Firmenwagen fahren zu müssen, obwohl ich diesbezüglich schon einmal eine Diskussion hatte. Früher konnte man mit Firmenwagen noch richtig was sparen und hat sehr gute Fahrzeuge bekommen. Heute sind es eher die Privatfahrzeuge, die die dicken Motoren drin haben. Ausgenommen ist natürlich immer das obere Management.
Zitat:
Original geschrieben von patriwag
Ich bin auch froh keinen Firmenwagen fahren zu müssen, obwohl ich diesbezüglich schon einmal eine Diskussion hatte. Früher konnte man mit Firmenwagen noch richtig was sparen und hat sehr gute Fahrzeuge bekommen. Heute sind es eher die Privatfahrzeuge, die die dicken Motoren drin haben. Ausgenommen ist natürlich immer das obere Management.
das hängt wohl vom Arbeitgeber und dessen Firmenwagenpolicy ab...
Bei uns fährt so mancher Teamlead eine fettere Kiste als die GF, die zum größten Teil auf Firmenwagen verzichten und lieber Bahncard100 1. Klasse fahren.
Wie hat Altkanzler Schröder mal gesagt: Fordern und fördern! Das sollte auch für die EU und deren CO2-Wahn bzgl. der Autokonzerne gelten.
Zitat:
Original geschrieben von Mr.Carlover
Wie hat Altkanzler Schröder mal gesagt: Fordern und fördern! Das sollte auch für die EU und deren CO2-Wahn bzgl. der Autokonzerne gelten.
Das gilt gerade für die Automobilindustrie in Deutschland! Unser "Altkanzler" galt nicht nur deshalb als Autokanzler.
Schau dir mal die Förderungen, die beispielsweise BMW für neue Werke direkt erhält, genau an. Ohne diese Förderungen, würden die neue Standorte wie Leipzig nicht ansatzweise auf die Reihe kriegen!
Heute verdient BMW massiv Geld, gilt als rentabelstes Automobilunternehmen Europas... und dann rufen einige nach Subventionen für deren Produkte? Warum?
Zitat:
Original geschrieben von Mr.Carlover
Wie hat Altkanzler Schröder mal gesagt: Fordern und fördern!
der meinte damit aber ein Gehalt zu fordern, um Gas zu fördern.
Zitat:
Original geschrieben von softwarefriedl
der meinte damit aber ein Gehalt zu fordern, um Gas zu fördern.Zitat:
Original geschrieben von Mr.Carlover
Wie hat Altkanzler Schröder mal gesagt: Fordern und fördern!
Ganz anders: er macht jetzt mit Gas Kohle.
Um den Flottenverbrauch seines fahrbaren Untersatzes braucht er sich auf jeden Fall keine Gedanken zu machen (um wieder die Kurve zum Thema zu bekommen 😉 ).
Zitat:
Original geschrieben von gogobln
Der Typ ignoriert einfach mal, dass es bis vor wenigen Jahren neben Industriepolitik nahezu keine Umweltpolitik gab. Das hat sich erst zaghaft Ende der 80er geändert. Die Autokonzerne hatten reichlich Zeit, sich selbst darauf einzustellen.
Da gibt es allerdings einen eklatanten Unterschied: Ende der 80er Jahre bis in die 2000er hinein wurden die Motoren massiv schadstoffärmer gemacht, die Einführung der Lambdasonde und des Katalysators sowie eines Partikelfilters für Dieselmotoren sorgte für Quantensprünge diesbezüglich. Im Kernpunkt der Diskussionen standen Stoffe wie Bleioxid (schädlich für das Gehirn), Kohlenstoffmonoxid (Blutgift), Kohlenwasserstoffe (krebserregend, ozonfördernd), Ruß (Atemwege) und Stickoxide (saurer Regen).
Die aktuelle Diskussion hingegen ist eine grundsätzlich andere: Ungiftige Stoffe (CO²) werden plötzlich als Schadstoff deklariert, wichtige Baustellen (etwa die Verringerung der Partikelemission beim Ottomotor oder die aktuell häufig immer noch stark erhöhte Emission an Stickoxiden beim Dieselmotor) hingegen ganz oder teilweise vernachlässigt. Es hat also teilweise ein Rückschritt bei schädlichen Stoffen zugunsten eines Fortschrittes bei großteils unschädlichen Stoffen stattgefunden. Kasperltheater.
Ist eh witzig!
In der aktuelle Autobild haben sie einen Artikel über Schadstoffe bei 30 km/h und bei 50 km/h und siehe da: Bei 30 gibt es zwei Schadstoffe, deren Werte höher sind als bei 50 und umgedreht. Aber überall wird Tempo 30 eingeführt wegen der Abgaswerte... das hilft aber nur bei CO2.
Dann gibt es noch das Feinstaubproblem: Alle PKW bekommen Plaketten für Umweltzonen... und wer erzeugt den größten Feinstaub: LKW mit dem Reifenabrieb.
Jeder Staat versucht halt dort was zu machen, wo es am einfachsten ist und man den wenigsten Widerstand bekommt; nicht dort, wo es wirklich sinnvoll wäre. Wenn man Glück hat, dann trifft beides zusammen: Einfach umzusetzen und sinnvoll.
😉