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Warum China nicht gleich China ist ;-)

So, heute mal eine kleine Geschichte, warum auch gleich aussehende "Chinesen" alles andere als gleich sind. Nun wird ja immer gern behauptet, ein Teil XY passe mal eben so an einen rex oder einen gleich ausehenden Baotian usw. usw. Aber: weit gefehlt!

Vor einer Woche kam ein neues Schätzchen auf den Hof - ein leicht zerdrückter Rex 450. Die Vorbesitzerin war damit in einen Pkw gerutscht und hatte das Gabeljoch mal ordentlich verbogen. Das untere Gabellager war auch mal gleich hops gegangen und auch ein wenig Verkleidung. Na egal, es lag ja noch genug Kram auf dem Hof, und so ging es ans Umbasteln.

Der Plan:

Was gleich aussieht, ist auch gleich. Also ist in 30min alles vergessen. Hah!

Die Tatsachen:

1. Die Lenker haben zwar gleiche Verkleidungen und Dicken - aber unterschiedliche Längen im Ganzen und vor allem im äußeren, geraden Teil (Rex 450 ca. 15mm breiter im äußeren Teil als QT49). Noch dazu sind die Löcher für das Fixieren der Bremshebel und Schalter "leicht" abweichend, so daß die einen Hebel nicht auf den anderen Lenker passen (zumindest nicht ohne zusätzliche Löcher oder "Umarbeitung" -sprich wegfeilen- der Nasen innen drin).

2. Die Gabelschäfte sind exakt gleich lang und gleich dick und haben absolut das selbe Gewinde - ABER: sie haben andere Bohrungen und Befestigungskonzepte (Rex = Bohrung mit Gewinde im Schaft + Klemmung inkl. Nut im Schaft, Baotian = durchgehende Bohrung mit Bolzen + Mutter, und noch dazu auf anderer Höhe). So paßt Rexschaft zu Rexlenker und Baotianschaft zu Baotianlenker - aber nicht vice versa ;-) Ok, dann tauscht man eben den Lenker mit (dann wieder Streß - siehe 1.)

3. Die Standrohre sind ca. 1,5cm unterscheidlich lang UND sie sind mal eben 1mm unterschiedlich dick (Rex ist dünner als QT). Also kann man nur Gabel komplett tauschen, was zum Problem nach 4. führt.

4. Die Standrohre unterscheiden sich "ganz leicht", was meint, daß man die Schutzbleche des Rex NICHT an den Holmen des QT befestigen kann, umgekehrt aber geht es (dank des inneren Bügels des QT und der standardisierten Gabelbrücke mit den Nasen nebst Befestigungsgewinde für den Bügel).

Voila, man muß also mal eben schnell Gabel + Lenker + Rad/Bremse/Schutzblech tauschen. Und da dann auch die Einbaumaße der Radachsen um knapp 10mm differieren (also Rad und Rad kann man auch nicht mal ebenso verwechseln), muß auch die Tachowelle mit rüberkommen (was übrigens eh sinnvoll ist, da die Tachoantriebe komplett verschieden (innerlich und maßlich und in Bezug auf den unteren Anschluß der Welle) und die Gabeln ja nun von Radachse bis Tacho auch unterschiedlich lang sind (die besagten Holmlängendifferenzen, wodurch die originale Rex-Welle um knapp 1cm zu kurz für einen QT-Vorderbau ist...).

Noch dazu stehen nun die originalen Griffe des Rex etwa 1cm über die Lenkerenden des QT über, und man muß dort kleine, selbst zu drehende, Lenkerenddämpfer einbasteln. Aber das ist dann eh schon eher Kosmetik denn notwendig.

Die andersartigen Gabelkopflager sind nicht nur anders aussehend (Rex ohne Käfig, QT mit), sondern haben auch minimal unterschiedliche Kugeldurchmesser (also Obacht beim Tausch! - die Laufringe/Lagersitzringe müssen ebenfalls mit!).

Das Thema "alles gleich beim Chinakracher" zeigt sich somit ganz fix, wenn man "mal eben schnell umbauen" will **ggg**. Vorteil der Sache: Da sich die Designs so sehr ähneln, fällt es im Nachgang nicht auf, daß man etwas getauscht hat. Da sind die Unterschiede so marginal, daß sie eh nur dem auffallen, der sich damit gut auskennt.

Das Fahrverhalten ist wie vordem, aber optisch sind halt leichte Abweichungen angesagt.

Was die Verkleidungen angeht, paßt natürlich alles P&P, sofern man das selbe Grundmodell hat. Die Befestigungspunkte für die Plastikteile sind alle identisch (wenn auch identisch ungenau), so daß man Verkleidungen von einem Modell auf's andere mischen kann, wie man will. Manche Nase paßt zwar nur mit viel Druck, aber das ist beim korrekten Originalersatzteil auch nicht anders. Und Gleiches gilt auch für die Bremsen - da kann man tauschen wie man will - das paßt eh alles nur halbherzig, schon von Hause aus ;-)

Gruß

Roman

der nach 2,5h Umbau das Vorderrad 4x draussen hatte und nun weiß, daß "alles gleich" eben doch nicht alles gleich ist ;-)

PS: Im hinteren Bereich und in Sachen Motoren ist es wirklich Plug&Play nach allen Richtungen. Egal, was da drauf steht - drin ist immer dieselbe Suppe...

 

PS2: Hab gerade 1 berufliche Wioche in Indonesien verbracht. Also wer mir jetzt noch was über schlechte Qualität und Marktchancen der Chinesen erzählen will, der sollte dort mal hinfahren ;-) 9 von 10 Rollern sind Chinesen - und die haben oft deutlich mehr als 50.000km (!) auf dem Tacho, ein perfektes Aussehen und einen satten Zug. Respekt! Unsere Diskussionen über Qualität und Schwächen dieser Gefährte beantwortet man dort einfach nur mit einem nachsichtigen Lächeln...und fährt zu viert und fünft darauf... Die nachzüglerischen Europäer halt... ;-)

 

Beste Antwort im Thema

So, heute mal eine kleine Geschichte, warum auch gleich aussehende "Chinesen" alles andere als gleich sind. Nun wird ja immer gern behauptet, ein Teil XY passe mal eben so an einen rex oder einen gleich ausehenden Baotian usw. usw. Aber: weit gefehlt!

Vor einer Woche kam ein neues Schätzchen auf den Hof - ein leicht zerdrückter Rex 450. Die Vorbesitzerin war damit in einen Pkw gerutscht und hatte das Gabeljoch mal ordentlich verbogen. Das untere Gabellager war auch mal gleich hops gegangen und auch ein wenig Verkleidung. Na egal, es lag ja noch genug Kram auf dem Hof, und so ging es ans Umbasteln.

Der Plan:

Was gleich aussieht, ist auch gleich. Also ist in 30min alles vergessen. Hah!

Die Tatsachen:

1. Die Lenker haben zwar gleiche Verkleidungen und Dicken - aber unterschiedliche Längen im Ganzen und vor allem im äußeren, geraden Teil (Rex 450 ca. 15mm breiter im äußeren Teil als QT49). Noch dazu sind die Löcher für das Fixieren der Bremshebel und Schalter "leicht" abweichend, so daß die einen Hebel nicht auf den anderen Lenker passen (zumindest nicht ohne zusätzliche Löcher oder "Umarbeitung" -sprich wegfeilen- der Nasen innen drin).

2. Die Gabelschäfte sind exakt gleich lang und gleich dick und haben absolut das selbe Gewinde - ABER: sie haben andere Bohrungen und Befestigungskonzepte (Rex = Bohrung mit Gewinde im Schaft + Klemmung inkl. Nut im Schaft, Baotian = durchgehende Bohrung mit Bolzen + Mutter, und noch dazu auf anderer Höhe). So paßt Rexschaft zu Rexlenker und Baotianschaft zu Baotianlenker - aber nicht vice versa ;-) Ok, dann tauscht man eben den Lenker mit (dann wieder Streß - siehe 1.)

3. Die Standrohre sind ca. 1,5cm unterscheidlich lang UND sie sind mal eben 1mm unterschiedlich dick (Rex ist dünner als QT). Also kann man nur Gabel komplett tauschen, was zum Problem nach 4. führt.

4. Die Standrohre unterscheiden sich "ganz leicht", was meint, daß man die Schutzbleche des Rex NICHT an den Holmen des QT befestigen kann, umgekehrt aber geht es (dank des inneren Bügels des QT und der standardisierten Gabelbrücke mit den Nasen nebst Befestigungsgewinde für den Bügel).

Voila, man muß also mal eben schnell Gabel + Lenker + Rad/Bremse/Schutzblech tauschen. Und da dann auch die Einbaumaße der Radachsen um knapp 10mm differieren (also Rad und Rad kann man auch nicht mal ebenso verwechseln), muß auch die Tachowelle mit rüberkommen (was übrigens eh sinnvoll ist, da die Tachoantriebe komplett verschieden (innerlich und maßlich und in Bezug auf den unteren Anschluß der Welle) und die Gabeln ja nun von Radachse bis Tacho auch unterschiedlich lang sind (die besagten Holmlängendifferenzen, wodurch die originale Rex-Welle um knapp 1cm zu kurz für einen QT-Vorderbau ist...).

Noch dazu stehen nun die originalen Griffe des Rex etwa 1cm über die Lenkerenden des QT über, und man muß dort kleine, selbst zu drehende, Lenkerenddämpfer einbasteln. Aber das ist dann eh schon eher Kosmetik denn notwendig.

Die andersartigen Gabelkopflager sind nicht nur anders aussehend (Rex ohne Käfig, QT mit), sondern haben auch minimal unterschiedliche Kugeldurchmesser (also Obacht beim Tausch! - die Laufringe/Lagersitzringe müssen ebenfalls mit!).

Das Thema "alles gleich beim Chinakracher" zeigt sich somit ganz fix, wenn man "mal eben schnell umbauen" will **ggg**. Vorteil der Sache: Da sich die Designs so sehr ähneln, fällt es im Nachgang nicht auf, daß man etwas getauscht hat. Da sind die Unterschiede so marginal, daß sie eh nur dem auffallen, der sich damit gut auskennt.

Das Fahrverhalten ist wie vordem, aber optisch sind halt leichte Abweichungen angesagt.

Was die Verkleidungen angeht, paßt natürlich alles P&P, sofern man das selbe Grundmodell hat. Die Befestigungspunkte für die Plastikteile sind alle identisch (wenn auch identisch ungenau), so daß man Verkleidungen von einem Modell auf's andere mischen kann, wie man will. Manche Nase paßt zwar nur mit viel Druck, aber das ist beim korrekten Originalersatzteil auch nicht anders. Und Gleiches gilt auch für die Bremsen - da kann man tauschen wie man will - das paßt eh alles nur halbherzig, schon von Hause aus ;-)

Gruß

Roman

der nach 2,5h Umbau das Vorderrad 4x draussen hatte und nun weiß, daß "alles gleich" eben doch nicht alles gleich ist ;-)

PS: Im hinteren Bereich und in Sachen Motoren ist es wirklich Plug&Play nach allen Richtungen. Egal, was da drauf steht - drin ist immer dieselbe Suppe...

 

PS2: Hab gerade 1 berufliche Wioche in Indonesien verbracht. Also wer mir jetzt noch was über schlechte Qualität und Marktchancen der Chinesen erzählen will, der sollte dort mal hinfahren ;-) 9 von 10 Rollern sind Chinesen - und die haben oft deutlich mehr als 50.000km (!) auf dem Tacho, ein perfektes Aussehen und einen satten Zug. Respekt! Unsere Diskussionen über Qualität und Schwächen dieser Gefährte beantwortet man dort einfach nur mit einem nachsichtigen Lächeln...und fährt zu viert und fünft darauf... Die nachzüglerischen Europäer halt... ;-)

 

32 weitere Antworten
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32 Antworten
am 15. Oktober 2013 um 14:13

Die Klassifizierung nach A, B, C, D, etc ist schön und recht, aber die chinesischen Exporteure schert es nicht groß welche Klassifizierung sie wohin exportieren. Da zählt Preis. Und wenn Preis günstig sein soll kommt auch Klasse D in den Container nach Europa...

@jschie66

Es gibt nix was es nicht gibt:-(

Nur würde der Importeur (wer auch immer einen FCL bestellt) innerhalb von ein paar Tagen aufjaulen, so er keine Wareneingangskontrolle hat.

Also um bei den Rollern zu bleiben, die D-Ware würde in Europa schlicht und ergreifend zu einem Bankrott des Importeurs führen. Stell Dir vor, es ist März, wir haben 10°C, der erste leicht sonnige Frühlingstag, Du startest Deinen knackneuen Roller und sobald Du über den ersten Gulli ratterst, zerbröselt Dir die Verkleidung. Vor Schreck bleibst Du stehen und klebst das Zeugs notdürftig fest. Als Du deinen Roller wieder starten willst, machts nur leise "klack", weil die Batterie nicht geladen wird. Und in dem Takt gehts weiter.

Also, die D-Ware ist echt derart Kacke (ich bin so etwas gefahren), das kann sich kein Mensch vorstellen, weil Dein Händler den Kaufpreis rückerstatten wird. Die erste Mega- Reklamation würde keine 200km Fahrt auf sich warten lassen.

o.k. , o.k. : D-Ware aus China is' "Kacke" - europäische Markenware is' "Kacke an der Backe".

Wenn schon "pauschal" - dann bitte "brutal"...:D:D:D

Meine Mojito für 3.500 Euronen, musste in der Einfahrphase überall "nachgeschraubt" werden,

sonst wär' sie wohl auch auseinander gefallen... :mad::mad::mad: trotzdem bleibt sie die "Schönste" :p:p:p

Rolli

 

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