Wallboxen und privates Laden in Österreich?
Ich würde mich gerne im Vorfeld informieren, und hätte ein paar Fragen.
Frage an die Wiener: wer hat sich eine private Wallbox installieren lassen? Welche Ladeleistung habt ihr euch ausgesucht? Müsstet ihr ein Netzbereitstellungsentgelt an die Wiener Netze zahlen? Wurde euch ein Smart Meter installiert? Was sind eure Erfahrungen bis jetzt?
Bin mir nicht sicher welche Lademöglichkeit ich mir in der Gemeinschaftsgarage bei unserem Stellplatz installieren lassen soll. Es gibt so viele Möglichkeiten: normale Schukosteckdose und langsam laden, oder Starkstromsteckdose und etwas schneller, oder Verkabelung und Wallboxen fürs laden mit bis zu 11kWh, etc.
Das Netzbereitstellungsentgelt kann sehr teuer sein daher überlege ich welche Option Sinn macht und von den Investitionskosten akzeptable wäre.
Mein Fahrprofil: etwa 15000km pro Jahr. +/- 50-60km pro Tag in Wien unterwegs. 1-2 Mal im Jahr Urlaubsfahrten mit bis zu 400-500km (one way). Auto steht tagsüber bei der Arbeit. Nachts in der Gemeinschaftsgarage.
Ich überlege die Anschaffung eines Q4 40.
Reicht mir bei meinen Profil eine normale oder Starkstromsteckdose und einfaches langsames laden? 3-7 kWh? Mir fehlen die Erfahrungswerte.
Was meinen die erfahrenen E-Auto Fahrer?
43 Antworten
Zitat:
@shelteraut schrieb am 25. Juni 2021 um 10:08:33 Uhr:
100% Ladeleistung heißt dann 11 kW beim Ziegel, oder?
Genau
Zitat:
@shelteraut schrieb am 24. Juni 2021 um 21:49:35 Uhr:
Ich hab ein 5poliges 2,5mm2 Kabel vom Schaltkasten inkl. 16A Sicherung montieren lassen, das reicht lt. Elektriker für 11kW Ladestrom jedenfalls, für 22kW auch „fast“. Wir klären aber noch in Kürze, ob die Hauptsicherung an der Hauszuleitung auch entspricht. 6mm2 Kabeldicke scheint mir schon arg großzügig - wieviel Ladestrom fährst Du maximal?
Ein handelsüblicher Heizlüfter mit 2000 Watt hat schon 1.5 mm² Kabel verbaut. Die billigen China-Geräte vielleicht nur 1.0 mm². Wenn du so einen Lüfter mal 10 Minuten auf höchster Stufe laufen lässt, dann kannst du schon mit der Hand eine Erwärmung der Anschlussleitung feststellen. 10A pro mm² ist das absolute Maximum für gut belüftete Leitungen. Wenn dein Elektriker meint, über 2.5 mm² auch noch mit 22 kW laden zu können, dann ist das vermutlich nur eine Ausrede für einen Planungsfehler. Vielleicht hat er auch mit 400 V anstelle von 230 V gerechnet. Das kann er zwar machen, aber dann muss er auch die korrekte Formel I = P / (Wurzel(3) * U) benutzen.
Immer wieder interessant wie der Querschnitts des Kabels zur WB betrachtet wird.
Ein Elektriker wird immer prüfen welcher Querschnitt nach den geltenden Vorschriften erforderlich ist und entsprechend die mm² empfehlen.
Aber nur ganz selten schaut er ob es sich nicht lohnen würde aufgrund der zu erwartenden hohen Entnahmemengen auch einen größeren Querschnitt zu nehmen.
Man sollte sich als erstes überlegen wie viele kWh man den im Jahr über die WB laden wird.
Ich bin anfangs einfach mal von 80% der benötigten Menge ausgegangen, das andere wird auf Langstrecken unterwegs nachgeladen.
Wie viel kWh auf 100km benötigt der e-tron den? Ich bin von 30kWh/100km im Jahresmittel ab Wallbox ausgegangen. (hat sich nach 26 Monaten und 51tkm grob bestätigt)
Bei rund 25tkm im Jahr sind das 7.500kWh, davon 80% daheim sind 6.000kWh.
Leitungslänge, ebenso entscheidend.
Sind es wirklich nur 3m weil die WB auf der Rückseite des Zählerraums angebracht wird oder läuft die Leitung vom Zähler quer durchs Haus bis zum Carport?
An dieser Stelle unterschätzen viele Laien, mich eingeschlossen, die letztlich wirklich benötigte Länge.
Bei mir in der TG, die Stellplätze neben dem Hausanschlussraum mit Zählern, bin ich von rund 12m ausgegangen, so hatte ich es vorher auch grob ausgemessen. Es sind 15m geworden.
Wie lange wird den die Leitung benutzt? Ein Jahrzehnt? Viele Jahrzehnte?
Sollen zukünftig eventuell weitere WB für weitere Fahrzeuge angeschlossen werden?
Auch wenn man für weitere Fahrzeuge nicht unbedingt mit mehr kW auf der Leitung rechnen müsste, dafür gibt es ja das Lastmanagement, aber die durchgeleiteten Kilowattstunden werden sich dann sicherlich entsprechend erhöhen.
Viele Variablen welche am Anfang sehr schwer einzuschätzen sind.
Mir hat diese Seite bzw deren "Verlustrechner" etwas geholfen.
https://www.wirsindheller.de/spannungsabfall-kabellaenge.3829.html?...
Ich bin von 15m Kabellänge und 6.000kWh im Jahr ausgegangen welche daheim geladen werden.
Das bedeutet in diesem Beispiel das es bei 2,5²mm im Jahr fast 60kWh mehr Verluste gibt wie bei 6mm² Leitungen.
60kWh welche zwar bezahlt werden müssen, sich aber auf dem Weg zum Auto in Wärme verwandeln..
Und jetzt sollte man den Elektriker fragen wie viel teurer eine 6mm² Leitung im Vergleich zum 2,5mm² ist und kann dann überlegen ob es sich für einen persönlich lohnt.
Das einzige was teurer wird ist das Kabel, die Verlege- und Anschlusskosten bleiben etwa gleich.
Wenn man aber am Kabel ein paar Euro spart und dann nach ein paar Jahren feststellt das man doch einen größeren Querschnitt verlegen möchte, dann fallen neben dem neuen Kabel auch nochmals Verlege und Anschlusskosten an.
Dann hat man richtig Geld in den Sand gesetzt.
Sollte man wider Erwarten weniger Strom daheim laden dauert es natürlich entsprechend länger bis es sich amortisiert hat.
Ich persönlich tendiere da zu lieber haben als brauchen. Nicht immer die beste Idee, aber meistens. 🙂
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Bei dem genannten "Verlustrechner" unterliegst du m. M. n. einem Irrtum. Es geht hier ja um dreiphasiges Laden und eine entsprechende Aufteilung der Ströme auf die 3 Leiter L1, L2 und L3. Somit hast du mehr Querschnitt zur Verfügung wie vom genannten Rechner berücksichtig.
Zitat:
@Twinni schrieb am 25. Juni 2021 um 13:57:50 Uhr:
Bei dem genannten "Verlustrechner" unterliegst du m. M. n. einem Irrtum. Es geht hier ja um dreiphasiges Laden und eine entsprechende Aufteilung der Ströme auf die 3 Leiter L1, L2 und L3. Somit hast du mehr Querschnitt zur Verfügung wie vom genannten Rechner berücksichtig.
Dann rechne, bei 11kW (richtig 11.040W, also 230V*16A*3Phasen) jede Phase einzeln, und Du wirst auf ein ähnliches Ergebnis kommen.
Ich finde auf die Schnelle keinen direkten Vergleich, aber spiel mal hier mit den Querschnittrechnern für Dreh- und Wechselstrom. Durch die Phasenverschiebung beim Drehstrom mit drei Leitern gibt es die Rückleitung der einen Phase quasi verlustlos über die Leitungen der beiden anderen Phasen. Der Verlustrechner setzt aber bei 15 m Entfernung 30 m Kupferleitung an (was beim einfachen Wechselstrom korrekt ist).
Fazit: 11 kW Drehstrom erzeugen bei gleichem Leitungsquerschnitt nur halb soviel Verluste wie 11 kW Wechselstrom.
Das klingt so, als könnte man an ein Kabel mehrere Wallboxen anschließen, das ist meines Erachtens aber falsch. Kann mich da jemand erhellen?
Ja sicher kann man das. Es muss halt nur dick genug sein. Zur getrennten Absicherung braucht es dann noch eine Unterverteilung, sofern die Boxen nicht selbst Sicherungen beinhalten sind. 😉
Es gibt Wallboxen, die man kaskadieren kann. Kabel zur 1. Box und von dort weiter zur 2., 3., 4. Die haben dann ein entsprechendes Lastmanagement eingebaut und sprechen miteinander, um die max. Kapazität der Leitung einzuhalten.
Zitat:
@Twinni schrieb am 25. Juni 2021 um 19:42:32 Uhr:
Es gibt Wallboxen, die man kaskadieren kann. Kabel zur 1. Box und von dort weiter zur 2., 3., 4. Die haben dann ein entsprechendes Lastmanagement eingebaut und sprechen miteinander, um die max. Kapazität der Leitung einzuhalten.
Genau deshalb habe ich eine Easee Wallbox geholt, da ein Elektroauto auch für meine Frau im Raum steht.
Plan ist die 11kW auf dann zwei Easee Wallboxen aufzuteilen.
Hat jemand Erfahrung mit der Terra AC Wallbox von ABB?
https://new.abb.com/.../terra-ac-wallbox-complying-with-iec-standards
Die Keba P30 die ich haben wollte ist erst ab Herbst wieder lieferbar. Mir wurde die Terra AC angeboten, wäre mir auch recht. Ist etwas moderner als die Keba P30 da es hier auch eine App gibt.
Habe jetzt 3 unterschiedliche Angebote für die Installation einer privaten Wallbox und werde hoffentlich bald eine Entscheidung treffen.
Hallo @Volvotronic , habe seit einem Jahr die Terra AC 11kW. Bisher ohne Probleme. Die Connectivity wird regelmässig erweitert resp. aktualisiert.
Hallo @mandioni ich habe auch die Terra AC 11kW und einen e-tron S. Das normale Laden funktioniert soweit gut. Ich betreibe die Box im „Free Vending“ Modus und damit funktioniert die Statistik leider bisher immer noch nicht.
Auch das Timerladen geht nicht. Der Audi fährt den Ladestrom beim Timerladen ca. jede Stunde kurz herunter. Dabei stellt die Terra Wallbox dann ab um meldet „Sicheres Ladeende“. Beiliegend eine Aufzeichnung einer Ladung. Er hat bei 70% abgebrochen (Ladeplanung ist auf 100%).
Funktioniert dies bei Dir?