Von Nünrberg nach München gegen den ICE?
Hallo,
habe mit einem Eisenbahnfan eine Art schwebende Wette um das schnellste Transportmittel von Nürnberg nach München. Start- und Zielort sei jeweils der Hauptbahnhof.
Das Flagschiff der Bundesbahn (ICE3 auf Neubaustrecke) benötigt genau eine Stunde und zwei Minuten laut Fahrplan. Frage: Zu welcher Uhrzeit und mit welchem Fahrzeug müsste ich in Nürnberg losfahren, um vor dem ICE in München anzukommen? Ist es überhaupt möglich? Welche Strecke ist durch die beiden Innenstädte die schnellste, sicherer Fahrstil und legale Fahrweise unter Beachtung der Verkehrsregeln vorausgesetzt.
Ich vermute, Startzeit Sonntagsmorgens kurz vor 6:00 Uhr wäre optimal. Zwischen 22:00 Uhr und 6:00 Uhr gelten zahlreiche Limits auf der A9, so daß eine Fahrt zur Nachtzeit ausscheidet. Wie sind die variablen Tempolimits auf der A9 zwischen Dreieck Holledau und München Sonntagsmorgens geschaltet?
Wäre für zahlreiche Tips dankbar. Die Autofahrerehre steht auf dem Spiel :-)
Oliver
102 Antworten
In München empfehle ich Dir stadteinwärts aus eigener Erfahrung (Kurierdienst mit Sitz in M-Freimann) die Ungererstr., dort kommt man um einiges schneller voran als auf der Leopoldstr bis zur Münchener Freiheit.
Und da jetzt gerade die Pussy in mir durchkommt: Lass es bleiben. In einer Stunde und zwei Minuten schafftst Du es vom HBF München bis kurz nach Ingolstadt, vielleicht noch ein bisschen weiter. Lt. Routenplaner sind es ca. 170 km, das heisst, Du brauchst mindestens eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 170 km/h! Und das wird definitiv nicht funktionieren, wenn Du zweimal durch den Stadtverkehr musst. Das ist ganz einfach physikalisch nicht möglich.
Wie gefährlich es ist, wenn Du mit Vmax die BAB entlangdonnerst, immer im Hinterkopf den Zwang, schneller als der ICE sein zu müssen, und das mit einem Hochleistungsfahrzeug (dass Du kaum kennst), davon will ich mal gar nicht sprechen.
Und weil die Pussy gerade richtig durchschlägt: Ist das denn nicht ein illegales Rennen?
Vielleicht wirds ja was, wenn der ICE "zufällig" eine Schnellbremsung aus irgendeinem Grund machen muss... 😉
dragon46
(MS-Train Simulator Fan)
Servus Dragon,
danke für den gut gemeinten Rat. Allerdings bin ich der Meinung, dass es nicht zwangsläufig unmöglich ist, sondern möglicherweise sehr knapp gelingen kann. Wenn ich es probiere, dann mit präziser Planung von Strecke und Uhrzeit und nicht auf Kosten der Sicherheit.
Ich bin eine ähnliche Strecke N -> M schon in 1:15h gefahren; Tür zu Tür, also auch mit Anteilen Stadtverkehr und an einem normalen Sonntagnachmittag mit viel Verkehr auf der BAB von Dreieck Holledau bis München. schneller Fahrstil, aber ohne sportlichen Ehrgeiz jede Gelegenheit zum schnelleren Vorankommen auszureizen.
Der reine Streckenteil innerhalb des Stadtgebietes ist dabei ähnlich wie bei der Tour von HBF zu HBF, mit dem Unterschied dass ich in München nur eine Ampel zwischen A9 und meiner Wohnung habe. Die Strecke zum HBF ist deutlich schwieriger.
Die Frage ist also, ob es gelingen kann, im Stadtverkehr am frühen Morgen durch intelligente Streckenführung und günstige Ampelphasen eine Geschwindigkeit zu fahren, die weit über dem sonst üblichen Mittel liegt. Ca. 40km/h wären laut meiner Rechnung ausreichend. Das wird in München nicht ganz gelingen, in Nürnberg wären es jedoch nur 2km vom HBF bis zum Frankenschnellweg (allerdings ein Umweg, der die Gesamtstrecke etwas verlängert).
Dann verbleiben 40 Minuten für ca. 10km limitierte BAB und gut 140km unlimiterte BAB. Dass könnte funktionieren...
Oliver
Auf unlimitierten Strecken kann man früh morgens doch mit 95% linker Spur rechnen. Je nach Kurvenradius sollte man da schon auf 200-250 kommen.
Ein stärkerer Wagen als der deinige hilft ja auch, schnell wieder auf hohe Geschwindigkeiten (Zwischensprints 180-250 z.B.) zu kommen, wenn man doch mal ausgebremst wird, die nochmals höhere Vmax ist da nicht so entscheidend.
Filmst du diese Aktion eigentlich?🙂 Wäre mal interessant zu sehen - siehe diese Vergleiche von TopGear oder Motorvision.
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Zitat:
Original geschrieben von os-m
Dann verbleiben 40 Minuten für ca. 10km limitierte BAB und gut 140km unlimiterte BAB. Dass könnte funktionieren...
Gehen wir mal von 10km limitiert auf 120 aus. Du wirst, seien wir ehrlich, rund 140 fahren. Danach bleiben dir also rund 35 Minuten für 140km unlimitierte Autobahn. Und da müsstest du einen Schnitt von 240 schaffen.
Ganz ehrlich: Das haut auf der Strecke nicht hin. Zwar liegt der zünftige Berg am Rasthof, uff, Greding oder Titting?, mitten in der Begrenzung, aber den Rest wirst du sicher nicht mit einem Schnitt von 240 packen, wenn du kein offenes Gefährt mit 400+X PS hast.
Also entweder du testest mal den Stadtabschnitt und stellst fest, dass du dort mit einigen Minuten weniger klar kommst oder du lässt es besser sein.
Ich habe soeben ein paar mögliche Strecken in München ausprobiert. Der direkte Weg über Müncher Freiheit / Ludwigstr. erfordert größtes Vertrauen in die Grüne Welle: ca. 20 Ampeln sind's! Hat heute in 11 Minuten funktioniert, wobei mehr Verkehr war als an einem Sonntagmorgen zu erwarten wäre. Über den Mittleren Ring + Arnulfstr. sind es "nur" 10 Ampeln und 2km mehr, ging aber heute nicht schneller, da zu viel Verkehr und zu viele Ampeln auf Rot.
Die große Steigung nahe Greding auf der A9 liegt m.W. außerhalb des Tempolimits. Das Limit der A9 liegt die letzten 5km vor München bei 80 km/h. Hinzu kommt ein paar km 120 bei Greding. Die genauen Streckenlängen der limitierten Abschnitte müßte ich mal messen...
Die große Unbekannte ist und bleibt, wie die variablen Tempolimits auf A73 und A9 am frühen Morgen geschaltet sind....
@IAN: Filmen? Interessante Idee - im Augenblick bin ich aber mehr mit der Frage beschäftigt, ob es überhaupt möglich ist...
Oliver
Evtl. hilft dir bei der Planung diese Seite weiter?🙂
Zitat:
Original geschrieben von razor23
Auf unlimitierten Strecken kann man früh morgens doch mit 95% linker Spur rechnen. Je nach Kurvenradius sollte man da schon auf 200-250 kommen.
Ein stärkerer Wagen als der deinige hilft ja auch, schnell wieder auf hohe Geschwindigkeiten (Zwischensprints 180-250 z.B.) zu kommen, wenn man doch mal ausgebremst wird, die nochmals höhere Vmax ist da nicht so entscheidend.
Wieso 95% linke Spur?
Man kann auch rechts schnell fahren!
Oder für die Linksschleicher: Man kann auch rechts langsam fahren.
Passend zu dem Thema hab ich noch nen schönen Artikel gefunden.
Möglich ist also alles, wenn man nur wahnsinnig genug ist 🙂
der Habicht
Bei deinem Vorhaben solltest du auch Baustellen nicht außer Acht lassen. Zu finden sind diese auf der Seite der Autobahndirektion Südbayern. Die größte Maßnahme steigt aber wohl so richtig aber erst im November: klick mich
@IAN
Danke für den Tip. Hatte ich bereits ergoogelt. Das Limit bei Greding kommt mir in der Realität allerdings viel länger vor. Muß ich mich nochmals anschauen...
@Sporthabicht
Sehr unterhaltsamer Artikel, hätte auch ganz gut in den Gumball-Thread gepasst. Mit meinem Vorhaben hat das nicht viel gemeinsam. Ist ja auch nur 'ne nette Story, die (fast) alle Phantasien großer Jungs bedient.
Bringt mich allerdings auf eine Idee: Ein offenes Fahrzeug würde die komplette Zeitrechnung ändern; wenn man nicht bei 250 in den Begrenzer rennt, steigt der Schnitt noch ein wenig... ;-)
@hirsetier
Danke auch für Deinen Hinweis. Jede Baustelle, egal wie klein, wird die ganze Aktion zum Scheitern verurteilen, da das Timing in jedem Fall knapp bemessen ist und keine Spielräume mehr erlaubt.
Oliver
Zitat:
Original geschrieben von patti106
Wieso 95% linke Spur?
Man kann auch rechts schnell fahren!
Oder für die Linksschleicher: Man kann auch rechts langsam fahren.
Weil freie Linke Spur = Überholmöglichkeit = Konstante Geschwindigkeit.
Ich meine damit kein Dauerlinksfahren, sondern nur die Möglichkeit Vmax zu fahren, ohne auf all zuviel Verkehr links aufzulaufen.
Natürlich kann man selbst mit 300 noch problemlos rechts fahren (wenn man dazu zwei Spuren braucht, sollte man es lieber sein lassen 😉), unzumutbare Fahrbahnbeläge durch LKW-Dauerbelastung mal ausgenommen.
Zitat:
Original geschrieben von os-m
Ich habe soeben ein paar mögliche Strecken in München ausprobiert. Der direkte Weg über Müncher Freiheit / Ludwigstr. erfordert größtes Vertrauen in die Grüne Welle: ca. 20 Ampeln sind's! Hat heute in 11 Minuten funktioniert, wobei mehr Verkehr war als an einem Sonntagmorgen zu erwarten wäre. Über den Mittleren Ring + Arnulfstr. sind es "nur" 10 Ampeln und 2km mehr, ging aber heute nicht schneller, da zu viel Verkehr und zu viele Ampeln auf Rot.
Oliver
wie kommst du via Mittlerer Ring - Arnulfstrasse auf 10 Ampeln? Du fährst schon bis zur letzten Ausfahrt A9 und dann durch die Tunnel. Du darfts nicht vor dem Nympfenburger-Tunnel raus sondern gleich danach ganz scharf rechts halten 😉. Kurz bevor es auf die Do-Brücke geht sollte man sich da Sonntag morgens zwischen 7 und 8 halbwegs problemlos rauswinden können, um danach in die Arnulfstrasse links abzubiegen. Dann sollten es ~5 Ampeln sein. Stelle aber vorher besichtigen, um die Ideallinie festzulegen.
Wenn doch was kommt, dann halt rauf auf die Brücke und über die Landberger-/Bayerstrasse/Paulheyse-Unterführung zum Hbf.
bye
Danke, pivili.
Dies sind im Grunde genau die Insiderinfos, wie ich sie auch für die übrigen Streckenteile suche.
Die (ca.) 10 Ampeln sind über die 100% politisch korrekte Strecke gezählt, d.h. Exit der B2R noch vor der Leonrodstr. Bei einigen Kombinationen kann man diskutieren, ob man eine einzelne oder zwei Ampeln zählt, beispielsweise unter der Donnersbergerbrücke beim Einbiegen in die Arnulfstr.
Für die Ortsunkundigen: der Shortcut nach dem Nymphenburger Tunnel führt über zwei Spurwechsel (über Sperrflächen) auf gut 50m Strecke. Das ist auf leerer Straße ohne Gefährdung machbar und man umgeht die drei (?) Ampeln überirdisch an den Kreuzungen Leonrodstr. und Nymphenburgerstr.
Oliver