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Unerklärlicher Kühlmittelverlust M271.9

Mercedes E-Klasse W211
Themenstarteram 15. August 2014 um 8:06

Hallo,

ich habe ein großes Problem mit meinem Fahrzeug:

Baujahr 2005, 140.000km gelaufen

Typ 200K, 163PS, 1,8ltr

Bis ca 140.000km problemloser Betrieb, alle Inspektionen/Wartungen durchgeführt.

Anfang 2014: Fahrzeug abends ohne Probleme nach Hause gefahren, am nächsten Morgen sprang er nicht mehr an.

Ursache: Steuerkettenlängung, dadurch Nockenwellenversteller defekt (Zahnräder abgeschliffen) ? Recherche im Internet: häufiger Fehler bei der Baureihe M271.9.

Abhilfe: Einige Ventile erneuert, beide NW-Versteller neu, Steuerkette und Kettenspanner neu (Gleitschienen i.O., ohne Demontage Steuerkettengehäuse)

Danach lief der Motor einwandfrei.... ca 2 Monate,

dann Kühlmittelverlust (Kühlmittel im Motoröl, NICHT anders herum)

Vermutete Ursache: da beim ersten Mal die Schrauben für den Zyl-Kopf nicht erneuert wurden (Länge war unterhalb DB-Maß), vermutete ich eine Ursache in einer undichten Zylkopfdichtung

Abhilfe: Neue Kopfdichtung, neue Zyl-Kopfschrauben.

Nach wenigen Wochen:

Kühlmittelverlust (Kühlmittel im Motoröl)

Abhilfe: Neue Kopfdichtung, neue Schrauben, neuer Wasser-/Ölwärmetauscher, Dichtungen am Ölfilterflansch (gleicher Flansch Wasser/ÖlWT), zusätzlich Prüfung, ob am Heizungswärmetauscher Flüssigkeit austritt – Fehlanzeige. Erneuern des Thermostat, Erneuern des Deckels des Kühlmittelausgleichbehälters.

Nach wenigen Tagen:

Kühlmittelverlust, Verbleib nicht feststellbar....

Verdacht: 1. Kühlmittel in Getriebe abgewandert, 2. Defekter Zylinderkopf.

Prüfung: Kühlmittelkühler, bzw. in ihm integrierten Ölkühler für das Automatikgetriebe.

Ergebnis: Getriebeöl ok, keine Spuren von Kühlmittel im Getriebeöl, nach Abdrücken des Kühlmittelkreislaufes keine äußeren Undichtigkeiten festgestellt.

Zylinderkopf zum Abdrücken zum Motoreninstandsetzer gebracht- vergeblich ? sie haben nicht das erforderliche Equipment, deshalb AT-Zylinderkopf verwendet.

Zyl-Kopfdichtung erneuert (natürlich mit Schrauben): dadurch, dass bei den letzten beiden Zyl-Kopfdichtungswechsel erstmal nur Wasser aufgefüllt wurde, war nun das Kühlmittel relativ „klar“ => im Wassermantel des Motorblocks am 1.Zylinder „fand“ ich einen 4-Kant-Dichtring (lag/stand senkrecht einfach im Wassermantel, Gummiring, ca 35mm Di, ca 42mm Da). Diese Dichtung habe ich vorher nie „in der Hand“ gehabt, bzw. gesehen!!! -> siehe Bild im Anhang

Nachfrage bei Mercedes Benz: vermutlich eine Dichtung zwischen Steuerkettengehäuse und Motorblock, WASSERFÜHREND! ... aber wo genau diese Dichtung hingehört, konnten sie mir auch nicht sagen.

Wenn es denn wirklich so ist: wieso war diese offensichtlich im Werk bei der Produktion nicht eingebaute Dichtung plötzlich eine mögliche Ursache für den Kühlwasserverlust?

Vermutung Werkstatt von DB: durch zusätzliche Abdichtung („Tubenabdichtung“ bei der Montage) der Motorteile reichte die „Flüssigdichtung“ vielleicht viele Jahre aus, nun ist diese Dichtmasse undicht und der 4-Kant-Ring fehlt ? Wasser im Öl.

Bei ähnliche „Problemkindern“ von dieser Motorreihe mit gleichen Symptomen wies DB angeblich die Werkstätten an, die Motore auszubauen, zu zerlegen und die Tiefe bestimmter Gewindebohrungen zu prüfen,

Grund: die Werkroboter hätten einige Sacklöcher bei der Produktion zu tief gebohrt, dadurch wären bestimmte Öl- oder Wasserkanäle gefährdet (zunehmende interkristalline Korrosion im Materialgefüge und zunehmende Undichtigkeiten ? Abhilfe: Schrauben mit zusätzlicher Flüssigdichtung in die Motorblöcke schrauben)

 

Durch mich erfolgte erneute Druckprüfung über 24h: Ergebnis: ca 2ltr Wasser im Motoröl, gleichzeitig nach 24h mittels Endoskop Kontrolle der Brennräume auf Wasserspuren (Empfehlung von DB) –> keine Wasseranteile in den Brennräumen.

Anschließend: Demontage des Steuerkastengehäuse (nur Oberteil, siehe Bild) und „forschen“ nach fehlenden Dichtungen - Ergebnis: alles i.O.

Probeweise habe ich den Plastikstutzen des Thermostats OHNE Steuergehäusedeckel (mit Hilfsmittel aus dem Sanitärbereich) an den Motorblock montiert, 24h abgedrückt -> kein Wasserverlust!

Alles wieder ordnungsgemäß zusammengebaut, einige hundert km gefahren -> Wasser im Öl

Alten Plastikstutzen genau untersucht: kleine Beschädigung im Abdichtbereich am Thermostat -> Plastikstutzen erneuert.

Meiner Meinung nach kann eine Undichtigkeit NUR im Bereich sein, wo Kühlmittel unter Betriebsdruck "in die Nähe" von ölnebelführenden Volumen (z.B. relativ druckloses Steuerkettengehäuse, vielleicht "Schwachstelle" im Bereich des roten Dichtringes -unterhalb der NW-Versteller-) zusammenliegen, denn es war noch nie Öl im Wasser (bei Betrieb Öldruck höher als Wasserdruck -> Übergang ins Wasser)

Ich bin mit meinem Latein am Ende, mein "Privatmeister" (Kumpel), verschiedene DB-Meister, Motoreninstandsetzer auch...

Kann mir hier Jemand dazu etwas weiterhelfen? Bitte keine Aussagen "stell ihn bei Mercedes auf den Hof und lass machen" - das hilft mir nicht wirklich....

Beste Antwort im Thema
Themenstarteram 6. November 2014 um 14:36

....falls es noch jemanden interessiert:

Ursache gefunden:

bei der Produktion wurde der Dichtring im oberen Wasserkanal zwischen KM-Pumpe und ZylKopf nicht (richtig) montiert - ich "fand" ihn im KM-Raum des 1.Zyl (siehe Text oben). Der Dichtring (keine 5€) dichtet zwischen Steuerkastengehäuse und Motorblock.

....ich darf nicht drüber nachdenken: Zylinderkopf neu, die meisten Dichtungen neu (auch Wasser/ÖlWärmetauscher), Getriebeölkontrolle, Thermostatflansch (mit Thermostat) neu, 4x (oder waren es 5x?) Zylinderkopfdichtung (natürlich mit Schrauben) neu.....

Die Autodoktoren hätten sich gefreut.....

Bevor jetzt hier die "hilfreichen" Sprüche kommen: den Steuerkasten baut man bei einer Motorrevision ab, sonst eher nicht, ....und NEIN, Mercedes konnte die (gefundene) Dichtung nicht identifizieren! ....und NEIN, im RepLF ist kein Bild mit der Dichtung drinne (zumindest nicht bei "meinem" DB-Dealer).

Durch langjährige "Wässerung" sind die Dichtungen "größer" geworden - siehe Bild...

Seit ca 3000km ist alles (am Motor) i.O.

....mein Kombiinstrument schreit irgendetwas von ESP ausgefallen.... vielleicht beim Lenkgetriebewechsel Lenkrohr verdreht??? Wickelfeder und Lenkwinkelsensor wurden geprüft und in Mittelstellung eingebaut, esiTronic von Bosch sagt, Sensor i.O. , Fehlerspeicher DB sagt LW-Sensor defekt???? neue Baustelle??? in diesem Sinne....

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Zitat:

@peterpangermany schrieb am 6. November 2014 um 14:36:19 Uhr:

....falls es noch jemanden interessiert:

Ursache gefunden:

bei der Produktion wurde der Dichtring im oberen Wasserkanal zwischen KM-Pumpe und ZylKopf nicht (richtig) montiert -

Ersteinmal vielen Dank für die Rückmeldung!

Aber, " zwischen KM-Pumpe und ZylKopf" ZylKopf?? müsste es nicht Motorblock heißen?

MfG Günter

Themenstarteram 8. November 2014 um 5:29

@Günter:

ja natürlich, mein Fehler.

nicht zwischen KM-Pumpe, sondern zwischen Steuerkastengehäuse und Motorblock.

Zitat:

@peterpangermany schrieb am 8. November 2014 um 05:29:27 Uhr:

@Günter:

ja natürlich, mein Fehler.

nicht zwischen KM-Pumpe, sondern zwischen Steuerkastengehäuse und Motorblock.

Naja, eigentlich ist das auf den Bildern auch zu erkennen aber wenn den Fred irgendwann einmal jemand "ausgraben sollte", dann könnte es schon hilfreich sein, wenn die angaben korrekt sind!

Und der Motor hat "früher" keinen Waserverlust gehabt?

Entweder ist bei der Montage von dem Motor geschluddert worden o. das problem exestiert ggf. noch bei mehr Motoren.

Diesen Beitrag sollte man unbedingt in das FAQ übernehmen!!!

Werde mich gleich einmal darum kümmern!

MfG Günter

Themenstarteram 9. November 2014 um 6:49

Nee, Günter, das Auto wurde mit 70000 auf der Uhr gekauft und war -nach Aussage des Verkäufers- nie krank. Ich vermute ganz stark, dass bei der Montage im Werk geschludert wurde. Kannst du etwas zur Wickelfeder/Lenkwinkelsensor sagen? Kann sein, dass beim Lenkgetriebewechsel die Lenksäule etwas verdreht wurde... aber im ausgebauten Zustand kann ich die Wickelfeder vorsichtig auf- und abwickeln - da scheint alles i.O. zu sein. Ebenso kann ich den LW-Sensor von Anschlag zu Anschlag drehen. Danach beides in Mittelstellung (bzw auf Markierung), eingebaut, dann "Grundeinstellung" (bei laufenden Motor von Anschlag zu Anschlag lenken). Fehler wird auch nach Probefahrt wieder angezeigt. Auslesen mit Bosch ESITRONIC sagt, dass der LW-Sensor i.O. ist (kopfkratz) Kann es sein, dass der Fehlerspeicher nur über Stardiag gelöscht werden kann?

MfG

Bei dem Lenkwinkelsensor problem kann ich dir leider nicht helfen!

Vielleicht fragst du einmal bei "db-fuchs" oder "MiReu" an, ob die dir helfen können.

MfG Günter

Es sind paar Jahre her, aber ich hatte bei meinen CLK200 W209 auch die gleichen Symptome. Motor 2x aufgemacht, Zylinderkopfdichtunf neu, Thermostat Stutzen neu, Oel Kühler neu, sämtliche Dichtungen und Schläuche erneuert, alles ohne Erfolg, bei 100km wurden über 2 Liter Wasser in den Motor gespült. Daraufhin bin ich hier auf das Forum gestossen, meine Werkstatt war verzweifelt und wollte erst nicht glauben, dass der Fehler von den 2 Dichtungen kommen kann an der Stinwand des Motors. Ich habe die 2 Dichtungen besorgt und beim Einbau fehlte bei mir auch die eine Dichtung auf der Stirnwand... Laut Werkstatt war Dichtmasse anstatt die Dichtung... Ich fahre den Wagen 10 Jahre am Motor hatte ich nichts die letzen Jahre repariert, wahrscheinlich vom Vorbesitzer...

Nach dem Einbau der Dichtungen kein Wasserverlust und kein Wasser im Motor.

GROSSES LOB an peterpangermany: ohne deine Hilfe hätte ich jetzt einen Austauschmotor drin.

Sehr sehr hilfreich!!! viele vielen DANK!!!

Der wird das wohl nicht mehr lesen... war schon über 1 Jahr nicht auf MT.

Hi Andimp, danke für deine Antwort

Nach erneute Rücksprache mit meiner Werkstatt (freie Werkstatt) ist dieses Problem auch bei Mercedes Spezialisten nicht bekannt, so gut wie keine Werkstatt sucht bei Kühlmittelverlust den Fehler bei diesen Dichtungen. Ich will nicht wissen wie viele Motoren ausgetauscht wurden, weil den Fehler diese Dichtungen verursacht haben. Man sollte auch erwähnen dass meiner auch mit LPG fährt (Gesamtleistung 262tkm davon 180tkm mit LPG). Natürlich wurden auch Schläuche von der Gasanlage ausgetauscht und der Verdampfer geprüft, weil Wasserverlust (wenn das Wasser nicht in den Motor wandert) kann auch durch den Verdampfer der Gasanlage verursacht werden.

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