Störungssuche Batterie-Entladung

Mercedes C-Klasse CL203 Sportcoupé

Hallo Leute,

nach Monaten von Mitlesen und Hilfe suchen und eigenem ausprobieren ist es jetzt Zeit doch mal die Experten hier im Forum zu fragen...
Es geht um ein C-Klasse Sportcoupé, 203.752, Motor 272.920, Getriebe 722.998 (Automatic), Baujahr 2005, Serienstand, keine Nachrüstungen.

Zur Vorgeschichte: seit Mai hab ich das Problem, dass ab und zu innerhalb von ca. 3 Tagen meine Batterie komplett leer ist. Komplett leer heisst, dass die Restspannung <3 Volt ist. Wochenlang geht alles gut, ich kann fahren, das Fahrzeug abstellen und auch nach 3 Wochen springt er ohne Murren an. Aber dann wieder, wie aus heiterem Himmel ist Schluss und nach 3 Tagen leer. Batterie war mein erster Gedanke, war sie doch 13 Jahre alt. Also eine neue rein aber wieder gleiches Problem. 3 Tage und fertig. <3 Volt. Die aktuelle Batterie ist gut, trotz einiger Tiefentladungen ist die Kapazität OK. Nicht neuwertig aber OK. (Geprüft mit Lastwiderständen C20 und C100 nach Voll-Aufladung, entsprechend Batterie-Kapazität messen)

Reststrommessung mit Multimeter in die Masseleitung der Batterie eingeschleift und über Wochen nach jeder Fahrt gemessen. Immer nach knapp 2 Minuten ~50-70 mA und nach ca. 5 1/2 Minuten < 20 mA. Nur ein einziges Mal hatte ich ca. 1,1 A Reststrom. Dummerweise hatte ich da das Fahrzeug verschlossen so dass ich nicht an die einzelnen Sicherungen kam. Nach Öffnen und Wiederverschliessen mit dann offener aber geschlossen simulierter Fahrertür und Heckklappe war der Reststrom wieder normal gering; dummerweise konnte ich da also nicht weitersuchen. Und ebenso dummerweise konnte ich diesen hohen Reststrom nur ein einziges mal wirklich messen.

Bleibt die Suche mit Star/Diagnose. Erst mal alle Fehler gelöscht, die sich nach den ganzen Entladungen angesammelt hatten. Das Gesamtfahrzeug hat im Kurztest keine aktuellen oder gespeicherten Fehlercodes oder Ereignisse und alles funktioniert auch einwandfrei. Motor, Innenraum, Audio (Comand mit CD-Wechsler und Sound-System); alles läuft klaglos.

Über mehrere Wochen dann immer mal wieder Kurztests gemacht - keine Auffälligkeiten; nur ein einziges Mal, nachdem der Tempomat während der Fahrt auf Störung ging hatte ich folendes:

  • im ESP: C1703 Die CAN-Kommunikation zum Steuergerät Mantelrohrmodul ist fehlerhaft
  • im MRM: 9326 Das Bauteil S40/4 (Tastrschalter TPM) ist defekt.

Keine anderen Meldungen über mehrere Wochen; dummerweise trat aber auch der Reststromfehler in dieser Zeit nicht auf.

Was bleibt sind Fragen und Vermutungen....

Ohne dass ich das wirklich beweisen kann ist mein Eindruck, dass der hohe Reststrom immer an diesen heissen Tagen im Sommer auftrat wenn das Fahrzeug nach längerer Hitzfahrt abgestellt wurde. Jetzt im Herbst tritt der Fehler offenbar nicht mehr auf. Kann es sein, dass einzelne Steuergeräte "zicken", wenn sie nur genügend heiss sind?

Was sonst auffällt ist die "Innenraum-CAN-Prüfung". In ca. 9 von 10 Fällen liefert sie für das Audio-Gateway AGW (welches ja im Comand integriert ist) einen Istwert "NICHT VORHANDEN" bei Sollwert "VORHANDEN". Auch gab es einen einzigen Fall bei dem andere Geräte (OBF, DBE, MRM) als "NICHT VORHANDEN" erkannt wurden aber ausgerechnet das Audio Gateway erkannt wurde. Also: bei der Innenraum-CAN-Prüfung fehlen grundsätzlich einzelne Geräte, meistens das Audio-Gateway. Aber alle diese Geräte sind über Kurztest oder Steuergerät-Analyse immer problemlos ansprechbar und ausser dieser einen Störung im Tempomat gab es nie ein CAN-Bus Problem im laufenden Betrieb...

So, genug Text; es gäb noch vieles mehr was ich getestet hab; alles ohne Ergebnis bzw. ohne Erfolg. Im Moment scheint Ruhe zu sein - vielleicht weil es Winter wird. Aber ich weiss das Problem ist noch da. Ich bin wirklich dankbar für jeden Tipp dem ich nachgehen kann - auch wenn's nur Spekulationen sind...

Und konkret gefragt: was ist das mit "heissen" Steuergeräten? Kann das sein?
Und was hat es mit den nicht erkannten Geräten auf dem Innenraum-CAN auf sich wenn sie ansonsten einwandfrei ansprechbar sind und funktionieren?
Ach und dann noch dies: wie kann es sein, dass die Batterie wirklich bis auf <3 Volt leergesaugt wird? Müsste da nicht vorher irgendein Energiemanmagement eingreifen?

17 Antworten

Zitat:

@db-fuchs schrieb am 9. November 2018 um 21:06:32 Uhr:


Ich zeigt dir mal Montag die Einbau Orte von AWG und EDW-Einheit mit Horn.

Ich bin ziemlich sicher, ich habe kein separates AGW. Beide Teilenummern (siehe Bild) beziehen sich doch auf die COMAND Bedieneinheit und beide Teilenummern stehen auch auf dem Typenschild des COMAND.

AGW-COMAND Kurztest
AGW-Comand Typenschild

Wenn die Entladung wie in deinem Fall tatsächlich so rasch geht, dann muss es sich um einen "richtigen" Verbraucher handeln. Der dafür notwendige Strom ist beträchtlich! D.h. es dürfte kein Teil der "Komfortelektronik" sein das sich bei einer gewissen Unterspannung abschaltet, wie das Comand. Ferner sollte es etwas mit richtig großer Sicherung sein, wenn die nicht abgesicherte Generatorleitung geprüft und i.O. ist.

Viel Erfolg bei der Suche.

genau, denn 1,1 Ampere sind für eine gesunde Batterie kein Grund, um nach 24 Stunden auf <3 Volt einzuknicken. Aber bei 3 Tagen schon. Amperemeter einschleifen ist sehr umständlich. Eine Amperezange ist genial! Nicht so genau, aber genau genug.

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