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Shell GTL Fuel bedenkenlos tanken?

Themenstarteram 22. Februar 2020 um 17:33

Moin,

 

Ich habe festgestellt das es in meiner Nähe eine Tankstelle gibt die Shell GTL Fuel anbietet.

 

Das würde ich gerne ausprobieren, da es nicht nur die Emissionen von NOx und Feinstaub senken soll, sondern auch eine höhere Cetanzahl aufweisen soll, sowie Ablagerungen verringern. Natürlich im Vergleich zu herkömmlichen Diesel.

 

Ich tanke sowieso ausschließlich Premiumkraftstoff, in der Hoffnung ein wenig den Verkokungen im Motor vorzubeugen.

Demnach müsste dieses GTL Fuel ja eine gute Alternative zu diesem Premiumdiesel sein.

 

Bezogen auf meinen A5 3.0 TDI DPF & SCR:

Ich frage mich allerdings wie es mit dem NOx Sensor ausschaut, wenn dieser eine deutlich geringere Belastung feststellt. Könnte das als implausibler Wert interpretiert werden?

Beste Antwort im Thema

Dass es hier um DIESEL geht ist dir nicht aufgefallen verdammt noch eins?

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Zitat:

@GaryK schrieb am 18. September 2020 um 22:23:07 Uhr:

GTL Treibstoffe halten diese ein.

"GTL Fuel entspricht der europäischen Norm EN 15940 und übertrifft bis auf die Mindestdichte die Qualitätsanforderungen der Kraftstoffnorm DIN EN 590 für Dieselkraftstoffe."

https://www.agravis.de/.../shell-gtl-fuel.html

Oder ist die Aussage meiner Quelle veraltet? Dann müsste ja auch ein EN 590-Bäbber auf der GTL-Säule sein?

 

Nein, weil es die Dichtegrenzen der EN590 nicht einhält, erfüllt es diese nicht.

Die Aromatenfreiheit kann auch für ältere Fahrzeuge problematisch sein, weil manche Elastomere dann schrumpfen und Leckagen entstehen können.

An welcher Tankstelle gibt es denn diesen Sprit?

Zitat:

An welcher Tankstelle gibt es denn diesen Sprit?

Es gibt verschiedene Tankstellen in ganz Deutschland die diesen Sprit anbieten. Unter anderem bei Edi Hohenlohe in Heilbronn. Dort gibt es neben Shell GTL auch den Care-Diesel der von der Zusammensetzung fast identisch ist.

Beide Kraftstoffe können alternativ zum herkömmlichen Diesel getankt werden. Die Verbrennung läuft dann sauberer ab. Probleme sind bisher nicht bekannt.

Zitat:

@chris3232 schrieb am 4. November 2020 um 19:28:27 Uhr:

Dort gibt es neben Shell GTL auch den Care-Diesel der von der Zusammensetzung fast identisch ist.

Mag sein, dass es keine Probleme gibt - aber die Zusammensetzung ist ganz sicher nicht "fast iddentisch".

Zitat:

@GaryK schrieb am 5. November 2020 um 09:06:18 Uhr:

Mag sein, dass es keine Probleme gibt - aber die Zusammensetzung ist ganz sicher nicht "fast iddentisch".

Die chemische Zusammensetzung der Kraftstoffe C.A.R.E. Diesel und Shell GTL Fuel ist nahezu identisch. Sie lassen sich selbst im Labor nicht eindeutig voneinander unterscheiden. Beide Kraftstoffe können daher aus dem Blickpunkt der Kraftstoffqualität als vollständig miteinander austauschbar betrachtet werden.

Sicherlich sind die Rohstoffe für die Herstellung beider Kraftstoffe grundverschieden. Während für GTL Erdgas über die F-T-Synthese zu längerkettigen Kohlenwasserstoffen zusammengefügt wird, werden für C.A.R.E. Diesel fettige Rest- und Abfallstoffe sowie Altspeiseöle über einem Katalysator mit Wasserstoff beaufschlagt und so unter Druck und Temperatur thermochemisch verändert.

Beide Kraftstoffe durchlaufen nach ihren jeweiligen ersten Prozessschritten einen weiteren, Isomerisierung genannten Schritt, bei dem die Molekülstruktur dahingehend verändert wird, dass der flüssige Kraftstoff später zu stocken beginnt und damit eine bessere Kältefestigkeit aufweist. Beide Produkte übertreffen die Vorgaben für Winterdiesel (-20° C) deutlich.

Damit sind sowohl mit C.A.R.E. Diesel als auch mit Shell GTL Fuel sehr niedrige Betriebstemperaturen erreichbar.

Zitat:

@GaryK schrieb am 18. September 2020 um 22:23:07 Uhr:

Problem ist, dass die HVO (Hydrogenated vegetable Oils) eben nicht die DIN/EN für Dieselkraftstoff erfüllen. GTL Treibstoffe halten diese ein. Zukunft im PKW Sektor haben beide halt nicht. Weil die HVOs nicht ausreichend vorhanden und die synthetischen GTL bei CO2 oder auch Biomasse als Quelle trotzdem unterm Strich zu teuer sind.

Das ist schlicht und ergreifend falsch. Sowohl Shell GTL Fuel als auch C.A.R.E. Diesel (HVO) erfüllen beide in gleicher Form die Norm EN 15940 für XTL-Kraftstoffe. Diese beiden Kraftstoffe GTL und HVO unterscheiden sich in der Praxis nicht. Nur deren Nachhaltigkeit ist anders.

Zu teuer entscheidet der Kunde. Es gibt genug GTL und HVO-Kunden. Die Aussage "zu teuer" stimmt daher für einige schon mal nicht.

Zitat:

@der_zieher schrieb am 16. November 2020 um 14:02:15 Uhr:

Zitat:

@GaryK schrieb am 5. November 2020 um 09:06:18 Uhr:

Mag sein, dass es keine Probleme gibt - aber die Zusammensetzung ist ganz sicher nicht "fast iddentisch".

Die chemische Zusammensetzung der Kraftstoffe C.A.R.E. Diesel und Shell GTL Fuel ist nahezu identisch. Sie lassen sich selbst im Labor nicht eindeutig voneinander unterscheiden. Beide Kraftstoffe können daher aus dem Blickpunkt der Kraftstoffqualität als vollständig miteinander austauschbar betrachtet werden.

Wechsel das Labor, sachlich schlicht falsch. GTL stammt aus einem Paraffincracker nach FT Synthese, das andere aus hydriertem Pflanzenzeugs. Letztes hat eine sehr definierte Kettenlängenverteilung, erstes einen klar weiteren Bereich. Was man locker mit einer Gaschromatohraphie (mache ich zum Beispiel bei Brennstoffen für meinen Hausgebrauch) oder bei noch längerem Zeugs im Schwersiederbereich wie "paraffine" einer Gelpermeationschromatographie.

Wenn du mit einem GC-MS System arbeitest ist das noch einfacher auseinanderzuhalten. Achte einfach auf die Anteile der "ungeraden" Kohlenwasserstoffketten wie C15, C17.... kommt in der Natur seltener vor, bei GTL ist das alles kein Thema. Also bitte, lass deine Werbesprüche sonstwo stecken.

Beispiel für "Dino Diesel": https://www.researchgate.net/.../...monomethylalkanes_from_fuel_diesel ... alle 2 Kohlenwasserstoffatome ein fetter Peak, dazwischen wenig. Zum Vergleich ein GTL Fuel aus nem FT Verfahren: https://link.springer.com/article/10.1186/s40543-020-00235-5

Dazu brauchts kein "CSI Miami" Labor, es reicht bereits "CSI Wanne Eickel".

Zitat:

@GaryK schrieb am 16. November 2020 um 16:12:00 Uhr:

Wechsel das Labor, sachlich schlicht falsch.

Interessant!

Zitat:

"ungeraden" Kohlenwasserstoffketten wie C15, C17.... kommt in der Natur seltener vor, bei GTL ist das alles kein Thema. Also bitte, lass deine Werbesprüche sonstwo stecken.

Das Neste-Produkt besteht nach Hydrierung und Isomerisierung allein zu 24% aus C17 normal- und iso-Paraffinen. Zu fast 10% aus C15 n- und i-Paraffinen. 19% C16 und ca. 35% C18. C17 liegt also dazwischen. Sogar C11 und C13 sind jeweils im einstelligen Prozentbereich vertreten. Sogar C19 ist mit knapp einem Prozent dabei. Ein Histogramm zeigt klar die Verteilung über die Kettenlänge (also einen Destillationsbereich), nicht über die (un-)geradzahlige Länge der Kette. Soviel also zu Ihrer Theorie.

Mehr (unabhängige) Information über das Produkt zu den chemischen Eigenschaften bis hin zur genauen Zusammensetzung findet sich auf den Seiten der ECHA, wo es registriert wurde.

Anstatt DK aus Erdöl ("Dino-Diesel", wirklich?) ins Gespräch zu bringen, versuchen Sie es mal mit Sachlichkeit. Mich hätte ein GC-Vergleich zwischen Neste MY und Shell GTL, das Ihre Thesen tatsächlich stützt, viel mehr interessiert. Das Ergebnis würde den mir vorliegenden Unterlagen, auf die ich meine ursprüngliche Aussage stützte, widersprechen.

Ihr unsachlicher Vortrag unterstreicht nicht gerade Ihre Glaubwürdigkeit. Wenn Sie ernstgenommen werden möchten, bleiben Sie einfach auf dem Teppich. Es erleichtert sowohl die Diskussion mit mir als auch das mitlesen durch andere Forumsteilnehmer.

Mit Ihrer Aussage zur Norm lagen Sie übrigens auch daneben. Schon gemerkt, ne?

Reine Pflanzenöle wie Ölsäure (C18), Linolsäure (C18), Palmitinsäure (C16), Erucasäure (C22) sind allesamt gradzahlige Kohlenwasserstoffketten und enden wenig erstaunlich als überwiegens "C18" Kohlenwasserstoffe sobald die hydriert werden. Ungerade kommen entweder aus Crack- oder thermisch/oxidativen Abbauprozessen. Wenns also reine hydrierte Pflanzenöle (Abfallstoffe wie Frittenfett) sind, dann werden dort die Gradzahligen dominieren. Bei einem hohen Anteil Cracker in der Herstellung werden die ungradzahligen gepushed. Sie sehen die Dominanz der "geraden" Kohlenwasserstoffe sogar in etlichen noch jungen (leichten) Rohölen.

Mir deucht, Sie haben noch nicht verkraftet, dass Pflanzenfett aus Abfall keine politische Anerkennung als Biokraftstoff bekommen hat? Weil in der Menge ists sehr begrenzt verfügbar, in der Herstellung unterm Strich zu teuer, entspricht in der Norm eben nicht Dieselkraftstoff - und damit hats nicht mal eine Marktlücke.

Wenn Sie übrigens der Ansicht sind, dass Motor-Talk eine kostenlose Marketing-Plattform für die Firma NESTE ist (woher haben Sie dann Ihre Informationen, Ihre Quellenangabe ist aktuell Beweis durch Behauptung), lege ich Ihnen NAHE sich an das Content Management von Motor Talk zu wenden und sich als offizieller Werbepartner zu etablieren. Weil sonst schmeiss ich Sie ganz schnell achtkantig raus. Die Nutzungsbedingungen haben Sie sicherlich gelesen.

Zitat:

@GaryK schrieb am 17. November 2020 um 10:45:30 Uhr:

Reine Pflanzenöle...

Sie widersprechen sich doch selbst. Erst behaupten Sie das Neste-Produkt sei "nur hydriertes Pflanzenfett" und versuchen durch Ihre Darstellung die Qualität des Kraftstoffs abzuwerten, dann müssen Sie zugeben, dass die ungeradzahligen Ketten durch Oxidationsprozesse (zufällig?) entstehen.

Der Isomerisierungsprozess ist neben der Hydrierung qualitätsbestimmend und führt tatsächlich zu einer deutlichen Veränderung der molekularen Struktur des HVO. Das Neste-Produkt ist mehr, als "nur hydriertes Pflanzenzeug" und gehört aus gutem Grund in dieselbe Qualitätsklasse wie Shell GTL Fuel. Dies sieht Shell übrigens genauso, sonst hätten beide Konzerne nicht gemeinsam mit der Automobilindustrie den Verband Synthetischer Kraftstoffe, ASFE gegründet.

Zitat:

Mir deucht, Sie haben noch nicht verkraftet, dass Pflanzenfett aus Abfall keine politische Anerkennung als Biokraftstoff bekommen hat?

HVO ist ein anerkannter Biokraftstoff, der auch auf die THG-Minderungsquote angerechnet wird. Die begrenzte Verfügbarkeit ist übrigens - dank der Qualitätsgleichheit mit anderen hochwertigen XTL-Fuels - kein Hinderungsgrund, die Versorgungssicherheit ist gegeben.

Zitat:

entspricht in der Norm eben nicht Dieselkraftstoff - und damit hats nicht mal eine Marktlücke.

Leider liegen Sie schon wieder falsch. Erstens handelt es sich bei HVO100 von Neste, wie auch bei Shell GTL Fuel nicht um Diesel nach EN590, sondern um XTL nach EN15940. Diese Kraftstoffe müssen, ja sollen EN590 gar nicht erfüllen, weil es sich dabei um ein gänzlich anderes Produkt handelt.

Zweitens: Die Bewertung des Marktpotenzials ist zwar kein Thema für dieses Forum, das Produkt wird aber in der Welt und in Deutschland ausreichend gekauft. Die Marktchancen stünden nach meiner Einschätzung in Deutschland noch besser, wenn das Bundesumweltministerium bei der Umsetzung einfachster EU-Richtlinien nicht so ungeschickt vorgegangen wäre.

Zitat:

Wenn Sie übrigens der Ansicht sind, dass Motor-Talk eine kostenlose Marketing-Plattform für die Firma NESTE

Woher nehmen Sie diese abwegige Annahme? Weder arbeite ich für Neste noch zitiere ich (gerade in diesem Fall) Neste-Material. Die Quelle darf ich leider nicht preisgeben, weil mir die Information im Rahmen einer Beratungsleistung für ein anderes Unternehmen überlassen wurde. Während ich das Material nicht veröffentlichen darf, kann ich sehr wohl den Inhalt widergeben (was ich tat). Die Kurven des IR-Spektrogramms für zwei GTL-Proben sowie für HVO100 von Neste unterscheiden sich kaum.

Zitat:

und sich als offizieller Werbepartner zu etablieren.

Nein, ich will hier keine Werbung machen, dieses Forum bedient nicht die richtige Zielgruppe und ist für meinen Arbeitgeber daher nicht von Interesse. Daher, Disclaimer:

Ich arbeite weder mittelbar noch unmittelbar für Neste Oy und erhalte von diesem keine Zahlung für meine Tätigkeit. Auch halte ich keine Anteile an diesem. Ich bin Angestellter eines kleinen, unabhängigen mittelständischen Unternehmens, das zufällig ein Neste-Produkt kauft und unter einem anderen, eigenen Namen weiterverkauft. Ich möchte für das Produkt, das in Deutschland auch unter anderer Bezeichnung von anderen Händlern bezogen werden kann, auf dieser Plattform bewusst keine Werbung machen. Sollte der Markenname erwähnt werden, dann nur zur Verdeutlichung physischer Unterschiede von anderen Produkten.

Ebenso stehe ich in keinem Verhältnis zu Shell Deutschland Oil GmbH. Weder verkaufe ich Shell GTL Fuel noch verdiene ich direkt oder am Verkauf dieses Produkts.

Ich korrigiere hier lediglich faktisch falsche Aussagen über synthetische Kraftstoffe im Allgemeinen. Die Tatsache, dass ich keinen einzigen "Jubelfaden" zu diesen Produkten eröffnet habe, sondern nur gemachte Aussagen korrigiere, d.h. auf Posts anderer reagiere, sollte meine Intention ausreichend untermauert haben.

Mir ist natürlich nicht entgangen, dass Sie mir abermals drohen. Ich lade Sie daher ausdrücklich ein, die Diskussion sachlicher zu führen.

Sie haben also keine Quellenangabe, waren aber für die Firma beratend tätig und bewerben das Produkt. Ich nenne das "Marketing". Ob Sie nun für NESTE, einen Verband oder was weiss ich arbeiten - das ist mir egal.

Und damit ist die Diskussion an dieser Stelle beendet. Dieser Kraftstoff erfüllt nicht die EN590 sondern andere Normen. Sagen Sie selbst. Diese Norm ist aber vom jeweiligen PKW Hersteller NICHT freigegeben, damit geschieht das Tanken auf eigene Gefahr. Wie groß oder klein diese auch immer sein mag.

Das Verfahren wird am Ende auch nicht wirklich offengelegt, denn auf einmal wird in dem Verfahren auch "gecracked und isomerisiert". Wobei Isomerisierung an sich bei Diesel nicht gerade hilfreich ist, denn Iso-Verbindungen haben eine niedrigere Cetanzahl als die n-Verbindungen. Der Vorteil daraus ist, dass der Stockpunkt im wilden Mix diverser Paraffine absinkt. Was man schlicht braucht um das Zeugs winterfest zu bekommen.

"Die Kurven des IR-Spektrogramms für zwei GTL-Proben sowie für HVO100 von Neste unterscheiden sich kaum."

Sie haben also auch keine Ahnung, was ein IR Spektrum bei Kohlenwasserstoffen überhaupt aussagt. Die Cp oder Dielektrizitätswerte sind quasi auch gleich - das sagt am Ende genausowenig aus.

 

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