Senior bei Polizei verpfiffen
Ich hatte heute einen VW Golf Plus vor mir. Mehrere Kilometer über Land und durch Ortschaften. Extrem langsam. Teilweise mittig, teilweise sogar links fahrend. Bremsend an Stellen, an denen man üblicherweise nicht bremsen würde, schon gar nicht bei so langsamer Geschwindigkeit. An einer Kreuzung in einer Ortschaft reckte der Fahrer den Hals extrem nach rechts, um den von dort kommenden Verkehr besser einschätzen zu können. Beim Überqueren der Vorfahrt berechtigten Straße kamen von links Fahrzeuge, bremsend und hupend.
Irgendwann werden wir alle alt. Hoffentlich verpassen wir den Zeitpunkt nicht, an dem wir die Lizenz zurückgeben sollten.
Es ist mir nicht leicht gefallen, aber schlußendlich habe ich die Polizei informiert.
Oder was wäre eine andere Option gewesen?
Beste Antwort im Thema
Ich hatte heute einen VW Golf Plus vor mir. Mehrere Kilometer über Land und durch Ortschaften. Extrem langsam. Teilweise mittig, teilweise sogar links fahrend. Bremsend an Stellen, an denen man üblicherweise nicht bremsen würde, schon gar nicht bei so langsamer Geschwindigkeit. An einer Kreuzung in einer Ortschaft reckte der Fahrer den Hals extrem nach rechts, um den von dort kommenden Verkehr besser einschätzen zu können. Beim Überqueren der Vorfahrt berechtigten Straße kamen von links Fahrzeuge, bremsend und hupend.
Irgendwann werden wir alle alt. Hoffentlich verpassen wir den Zeitpunkt nicht, an dem wir die Lizenz zurückgeben sollten.
Es ist mir nicht leicht gefallen, aber schlußendlich habe ich die Polizei informiert.
Oder was wäre eine andere Option gewesen?
162 Antworten
Tierische Vorverurteilung meinerseits, von einem erklärten und mehrfach dokumentiertem fahruntüchtigen Opa von der Fahrbahn gerammt zu werden. Manche sind hier echte Helden im falsch verstehen WOLLEN.
es geht hier nunmal um Senioren.
Klar machen Fahranfänger auch Fehler, aber die müssen erstmal Routine bekommen und dazulernen. Das kann man von einem z.B. 70jährigen nicht mehr so unbedingt behaupten / verlangen.
Ich bin selbst Senior (76) und stehe meinen fahrerischen Fähigkeiten im Alter kritisch gegenüber, soll heißen, ich merke meine Defizite, die sich allmählich einschleichen und ich bin mir dessen bei jeder Fahrt bewußt. Ich nehme ein übers andere Jahr eine Fahrstunde bei einer Fahrschule und bin Kritik gegenüber aufgeschlossen. Glücklicherweise handelte es sich bis jetzt nur um Bagatellen. Ich heize mit meinem SL im Sommer nicht mit 250 km/h über die Autobahn, weil ich weiß, daß mein Gesichtsfeld und die Reaktion sich verändert haben, der Verkehr und insbesondere die Anzahl der Lkw stark zugenommen haben und somit auch die Risiken bei hoher Geschwindigkeit gestiegen sind. Flott cruisen macht Spaß und auf der BAB wird bei passender Gelegenheit andererseits auch schon mal entspannt zwischen 150 und 200 km/h gefahren.
Will damit sagen: Senior und Senior ist nicht das Gleiche. Manche fahren schon mit 50 als seien sie total überfordert. Manche sind im höheren Alter sowohl mental, als auch von der inneren Einsicht her insgesamt noch fahrerisch fit und somit unauffällig im Verkehr. In diesem Sinne allen weiterhin eine gute und streßfrei Fahrt 😉 😁 😁
Bewundernswert. Du hast meinen vollsten Respekt.
Ich kenne nicht viele Senioren, die derart real und kritisch mit ihrer Fahrtauglichkeit umgehen.
Ich wünsch dir noch möglichst viele - natürlich unfall- und beulenfreie - Jahre am Steuer deines SL 😉
Ähnliche Themen
Zitat:
@zufruehauf schrieb am 17. Mai 2018 um 00:14:08 Uhr:
Tierische Vorverurteilung meinerseits, von einem erklärten und mehrfach dokumentiertem fahruntüchtigen Opa von der Fahrbahn gerammt zu werden. Manche sind hier echte Helden im falsch verstehen WOLLEN.
Dann drück dich besser aus, und schreib nicht von den Alten bei denen es nur noch schlechter wird und von den Jungen bei denen eine Besserung die Regel ist. Das Thema ist sensibel und wurde von LuckySL bestens dargelegt.
Schönen Tach jewünscht und rin jehaun.
Zitat:
@zufruehauf schrieb am 16. Mai 2018 um 20:49:30 Uhr:
Ok, 8848, welches Geburtsjahr hast du denn?
Irgendwann im Jahre 8848 und seine Wohnung ist innen größer als außen. 😉
Gruß Metalhead
Der Typ fuhr einen Golf VII? Bevor ich das Lenkrad abgebe, steige ich auf einen Lada Niva um. Rasen ade. Von dem Teil erwarten die anderen VT geradezu, dass er langsam durch die Gegend gondelt und ein wenig schlingert. Hat außerdem kompakte Abmessungen und eine prima Übersicht. Parkrempler sind kein Problem, sehen am Niva kernig aus. Man kommt auch bei hohem Schnee oder leichter Überschwemmung gut durch zum Einkaufen. Und die Technik des Autos ist fast so alt wie meine eigene, das passt super. Dass die Karre innen tierisch laut ist, macht auch nix, bin dann eh schwerhörig. Ach, habe vergessen, dass der Lada Niva gar nicht mehr Lada Niva heißt, sondern 4x4. Na ja, man wird alt. Wenn kein Niva, dann wenigstens ein gebrauchter VW Iltis, den haben wir auch damals an der Ostfront... ...nee, da verwechsle ich was.
MfG, Tazio1935
Zitat:
@Gurkengraeber schrieb am 17. Mai 2018 um 00:01:21 Uhr:
In jedem Alter können Leute Scheisse bauen. Ob nun der Tattergreis, der Fahranfänger oder der Mittdreißiger Vielfahrer, der einen Moment lang unaufmerksam war. That's life. Aber kein Grund irgendwelche Leute anzuschwärzen.Ich bin mal von nem Betrunkenen angefahren worden, angeknackste Rippe und drei Wochen tierische Schmerzen waren die Folge. Trotzdem wäre ich niemals für eine Null Promille Grenze. Aber dieser Typ musste zahlen. Einzelne Individuen können immer mal n schlimmen Unfall verursachen, aber deswegen kann man nicht ne demographische Gruppe unter Generalverdacht stellen.
Bitte? Die demographische Gruppe der Betrunkenen steht zu Recht unter dem Generalverdacht, eine stark eingeschränkte Fahrfähigkeit zu haben.
Außerdem kann man erfassen, wenn eine bestimmte demographische Gruppe überproportional bei selbstverschuldeten Unfällen vertreten ist. Auch ich wurde allein aufgrund meines Alters durch überhöhte Versicherungsbeiträge "diskriminiert", als ich Fahranfänger war. So läuft das nun mal. Was den Generalverdacht gegenüber Senioren betrifft, so...
Zitat:
... ist die Wahrscheinlichkeit, einen Unfall zu verursachen ab 75 Jahren rund 80 Prozent höher als beim Durchschnittsfahrer. Über 80-Jährige haben sogar ein dreifach erhöhtes Unfallrisiko. (Quelle)
Wenn man da noch von individuellen Einzelfällen spricht, verharmlost man die Gefahr. Als 75- oder 80-jähriger ist man nun mal Teil einer Risikogruppe. Stark erhöhtes Risiko bedeutet nicht, dass Person X oder Y zwangsläufig einen Unfall verursachen wird, sondern dass die Eintrittswahrscheinlichkeit eines Schadens in dieser Altersgruppe im Vergleich signifikant erhöht ist.
Selbst wenn es so ist, ich kenne da andere Statistiken, relativiert sich das da kaum noch 85 jährige mit dem Auto unterwegs sind. Geschätzt wird dann jeder 250ste Unfall durch solch einen Senior verursacht.
Ist es da nicht sinnvoller etwas gegen die anderen 249 zu unternehmen?
Zitat:
@tazio1935 schrieb am 17. Mai 2018 um 13:36:54 Uhr:
Zitat:
@Gurkengraeber schrieb am 17. Mai 2018 um 00:01:21 Uhr:
In jedem Alter können Leute Scheisse bauen. Ob nun der Tattergreis, der Fahranfänger oder der Mittdreißiger Vielfahrer, der einen Moment lang unaufmerksam war. That's life. Aber kein Grund irgendwelche Leute anzuschwärzen.Ich bin mal von nem Betrunkenen angefahren worden, angeknackste Rippe und drei Wochen tierische Schmerzen waren die Folge. Trotzdem wäre ich niemals für eine Null Promille Grenze. Aber dieser Typ musste zahlen. Einzelne Individuen können immer mal n schlimmen Unfall verursachen, aber deswegen kann man nicht ne demographische Gruppe unter Generalverdacht stellen.
Bitte? Die demographische Gruppe der Betrunkenen steht zu Recht unter dem Generalverdacht, eine stark eingeschränkte Fahrfähigkeit zu haben.Außerdem kann man erfassen, wenn eine bestimmte demographische Gruppe überproportional bei selbstverschuldeten Unfällen vertreten ist. Auch ich wurde allein aufgrund meines Alters durch überhöhte Versicherungsbeiträge "diskriminiert", als ich Fahranfänger war. So läuft das nun mal. Was den Generalverdacht gegenüber Senioren betrifft, so...
Zitat:
@tazio1935 schrieb am 17. Mai 2018 um 13:36:54 Uhr:
Zitat:
... ist die Wahrscheinlichkeit, einen Unfall zu verursachen ab 75 Jahren rund 80 Prozent höher als beim Durchschnittsfahrer. Über 80-Jährige haben sogar ein dreifach erhöhtes Unfallrisiko. (Quelle)
Wenn man da noch von individuellen Einzelfällen spricht, verharmlost man die Gefahr. Als 75- oder 80-jähriger ist man nun mal Teil einer Risikogruppe. Stark erhöhtes Risiko bedeutet nicht, dass Person X oder Y zwangsläufig einen Unfall verursachen wird, sondern dass die Eintrittswahrscheinlichkeit eines Schadens in dieser Altersgruppe im Vergleich signifikant erhöht ist.
Ich bin mir nicht sicher ob ihr die Begrifflichkeit "Generalverdacht" tatsächlich so meint.
Ich selbst halte einen Generalverdacht grundsätzlich für unsachlich weil zu undifferenziert!
Tatsachen feststellen, z.B. Reflexe bei Fahranfängern, Reflexe bei 40jährigen mit 20 Jahren Fahrpraxis oder Reflexe bei 85 jährigen mit 60 Jahren Fahrpraxis, Reaktiions- und Wahrnehmungsvermögen etc. ist etwas was Sinn macht und diesen Tatsachen muss sich jeder stellen. Wo aber genau der Einzelne einzuordnen ist, ist von Fall zu Fall erneut zu bewerten.
Ein König sagte mal, dass der intelligenteste Mensch in seiner Umgebung sein Schneider sei. Er nehme bei jeder Begegnung mit ihm, neu Maß!
In diesem Sinne...
Zitat:
@tazio1935 schrieb am 17. Mai 2018 um 13:36:54 Uhr:
Zitat:
@Gurkengraeber schrieb am 17. Mai 2018 um 00:01:21 Uhr:
In jedem Alter können Leute Scheisse bauen. Ob nun der Tattergreis, der Fahranfänger oder der Mittdreißiger Vielfahrer, der einen Moment lang unaufmerksam war. That's life. Aber kein Grund irgendwelche Leute anzuschwärzen.Ich bin mal von nem Betrunkenen angefahren worden, angeknackste Rippe und drei Wochen tierische Schmerzen waren die Folge. Trotzdem wäre ich niemals für eine Null Promille Grenze. Aber dieser Typ musste zahlen. Einzelne Individuen können immer mal n schlimmen Unfall verursachen, aber deswegen kann man nicht ne demographische Gruppe unter Generalverdacht stellen.
Bitte? Die demographische Gruppe der Betrunkenen steht zu Recht unter dem Generalverdacht, eine stark eingeschränkte Fahrfähigkeit zu haben.
Naja ich fahre mit 0.8 Promille noch ganz normal. Was ja bis vor einigen Jahren anscheinend noch ok war. Dann plötzlich nicht mehr. 0.0 Promille wäre völliger Bullshit, ich kann nur hoffen dass es wenigstens bei 0.5 bleibt.
Aber genau das unterstreicht meine Haltung. Einige Extremfälle rechtfertigen nicht die Gängelung ganzer Bevölkerungsscharen. Der Typ war weit über 0.5.
Und der Opa, der den von mir zitierten User angefahren hat, war ebenfalls jenseits von Gut und Böse. Aber viele alte Menschen fahren hingegen sehr gut Auto.
Zitat:
@Diedicke1300 schrieb am 17. Mai 2018 um 15:41:39 Uhr:
Selbst wenn es so ist, ich kenne da andere Statistiken, relativiert sich das da kaum noch 85 jährige mit dem Auto unterwegs sind. Geschätzt wird dann jeder 250ste Unfall durch solch einen Senior verursacht.
Ist es da nicht sinnvoller etwas gegen die anderen 249 zu unternehmen?
In dieser Diskussion geht es gar nicht darum, um GEGEN jemanden etwas zu unternehmen.
Auch wenn es für dieses Forum recht ungewöhnlich ist...
Zitat:
@Diedicke1300 schrieb am 17. Mai 2018 um 15:41:39 Uhr:
Selbst wenn es so ist, ich kenne da andere Statistiken, relativiert sich das da kaum noch 85 jährige mit dem Auto unterwegs sind. Geschätzt wird dann jeder 250ste Unfall durch solch einen Senior verursacht.
Ist es da nicht sinnvoller etwas gegen die anderen 249 zu unternehmen?
Das Statistische Bundesamt ist schon eine recht anerkannte Quelle für Statistiken. Von Statistischen Bundesamt stammen folgende Zahlen:
Im Jahr 2014 kamen 402 Pkw-Nutzer über 65 Jahre ums Leben.
60 davon fielen in die Altergruppe 65-70 Jahre
100 davon fielen in die Altergruppe 70 -75 Jahre
242 davon fielen in die Altersgruppe 75+
Zitat:
Bei den mindestens 75-Jährigen wurde sogar drei von vier unfallbeteiligten Pkw-Fahrern die Hauptschuld am Unfall zugewiesen (74,9 %).
Quelle:
Statistisches Bundesamt, PDFZitat:
@Gurkengraeber schrieb am 17. Mai 2018 um 15:43:31 Uhr:
Zitat:
@tazio1935 schrieb am 17. Mai 2018 um 13:36:54 Uhr:
Bitte? Die demographische Gruppe der Betrunkenen steht zu Recht unter dem Generalverdacht, eine stark eingeschränkte Fahrfähigkeit zu haben.Naja ich fahre mit 0.8 Promille noch ganz normal. Was ja bis vor einigen Jahren anscheinend noch ok war. Dann plötzlich nicht mehr. 0.0 Promille wäre völliger Bullshit, ich kann nur hoffen dass es wenigstens bei 0.5 bleibt.
Aber genau das unterstreicht meine Haltung. Einige Extremfälle rechtfertigen nicht die Gängelung ganzer Bevölkerungsscharen. Der Typ war weit über 0.5.
Und der Opa, der den von mir zitierten User angefahren hat, war ebenfalls jenseits von Gut und Böse. Aber viele alte Menschen fahren hingegen sehr gut Auto.
Entschuldige bitte, aber das ist rein Deine SELBSTWAHRNEHMUNG. Die Reaktionsfähigkeit lässt bei 0,8 Promille merklich nach. Im Übrigen bekommst Du bei einem Unfall unter Alkoholeinfluß (auch unter 0,5 Promille) eine Teilschuld.