Schnüffelsysteme
Hallo, liebe W213 Fans!
Wer kennt das nicht aus fast jedem Krimi? Ist der Aufenthalt des Bösewichtes nicht bekannt, muss die Handy-Ortung her. Die funktioniert sogar, auch wenn das Handy ausgeschaltet ist, aber der Akku noch drin ist.
Nun als W213 Fahrer werde ich angeschrieben, dass das Notrufsystem aktualisiert wird, völlig automatisch ohne Werkstattaufenthalt. Mich macht das schon skeptisch, was da alles aufgespielt wird.
Eine Angabe der Funktionsweise gibt es nicht, die Änderung erfolgt über Funk, alles ohne Einwilligung des Halters. Möglicherweise werden die Ortsdaten permanent übermittelt und nicht nur bei einem Notruf. So wäre eine permanente Aufzeichnung des Aufenthaltsortes vorgegeben und eine Abfrage ähnlich der Handy-Ortung möglich.
Mag ja inzwischen altmodisch sein, skeptisch gegen die"Segnungen" der Technik zu sein, bin selbst auch nicht mehr der Jüngste, aber gegen Schnüffelsysteme bin ich nun mal empfindlich.
Vielleicht kennt sich jemand aus, wie die entprechende eingerichtete Software funktioniert und was man damit alles so anstellen kann.
Oft sehne ich mich zurück an meinen alten, leider zu stark oxydierten W210, der noch die Leck mich a. A. - Elektronik besaß.
Viele Grüße
Moritz11
63 Antworten
Das Problem ist doch, dass man eben - wenn man im legalen Bereich bleiben will - bei einem neuen Fahrzeug keine Wahl hat. Das ist der gravierende Unterschied zur Cola. Oder zur Nutzung von Facebook oder WhatsApp, die muss man schließlich nicht nutzen. Wobei die Nutzung von WhatsApp oder WeChat (China) von meinen Kunden schon fast vorausgesetzt wird.
Zitat:
@BMW-E30-Cab schrieb am 23. Mai 2021 um 22:51:09 Uhr:
Das Problem ist doch, dass man eben - wenn man im legalen Bereich bleiben will - bei einem neuen Fahrzeug keine Wahl hat. Das ist der gravierende Unterschied zur Cola.
…und das ist aber nicht die „Schuld“ des Fzg.-Herstellers (Stichwort: „Schnüffelsystem“), sondern eben eine Gesetzesvorgabe des Staates.
Aber so wie uns niemand zum Cola trinken zwingt werden wir ja auch nicht zum Auto fahren gezwungen ;-)
„Kein Licht ohne Schatten“
Natürlich werde ich streng genommen nicht zum Autofahren gezwungen, aber schon aus beruflichen Gründen kann ich nicht darauf verzichten.
Ich habe generell die Sorge - aber vielleicht bin ich mit 59 auch nur zu alt - dass wir aufgrund vermeintlicher Vorteile immer persönliche Daten preisgeben und uns automatisierten Prozesses ausliefern. Das Abriegeln bestimmter Bezirke ist wahrscheinlich heute schon bei modernen Fahrzeugen durch externen Eingriff möglich.
Außerdem haben Daten wie unser Bewegungsprofil oder unser Konsumverhalten für Dritte einen erheblichen Wert. Wir geben sie aber kostenlos ab.
Hallo ins Forum,
Zitat:
@BMW-E30-Cab schrieb am 23. Mai 2021 um 23:01:38 Uhr:
Das Abriegeln bestimmter Bezirke ist wahrscheinlich heute schon bei modernen Fahrzeugen durch externen
Eingriff möglich.
jedenfalls beim 213er (oder anderen Daimler-Fahrzeugen) keinesfalls. Eine solche Koppelung geht nicht. Was möglich ist, ist eine Warnung, wenn man in Mercedes-Me den entsprechenden App-Dienst nutzt und das Fahrzeug den vorher bestimmten Bereich verlässt. Dies wird aber auch im Auto angezeigt.
Die einzige Ortungsfunktion, die nicht angezeigt wird, ist die Zusatzfunktion der Alarmanlage, soweit gebucht. Hier bekommt man die Daten aber auch nicht selbst, sondern nur die Polizei direkt von Daimler (bzw. diese kann über die Daimlersysteme die Ortung auslösen).
Zitat:
Außerdem haben Daten wie unser Bewegungsprofil oder unser Konsumverhalten für Dritte einen erheblichen Wert. Wir geben sie aber kostenlos ab.
Wird beim 213er nicht gemacht (steht so in den Bedingungen drin), selbst wenn die Ortungsfunktion aktiviert ist (was im Display immer angezeigt wird). Kann man aber einfach abschalten und dies hat auch nichts mit eCall zu tun. Wenn man das Thema ernst nimmt, darf man auch kein Smartphone nutzen. Dort gehen die Einwilligungen, wenn man nicht aufpasst noch sehr, sehr viel weiter.
Viele Grüße
Peter
Mich würde interessieren, welche persönlichen Daten genau bei Mercedes me in irgendeiner Form missbraucht bzw. persönlich gefährlich werden können! Ich halte das Thema im Zusammenhang mit Mercedes me völlig überzogen, zumal wie vor erwähnt die mehrfache Zustimmung des sagen wir Teilnehmers am System vorliegt.
Bei allem Verständnis für kritische Geister muss man klar sehen, welche Daten Google über Android so erhebt, bei denen auch keiner weiß was genau damit passiert. Alles in einem Handy kann ausgelesen werden. Die Blackberries sind deshalb weg vom Fenster, weil totalitäre Regime Blackberry zwangen, gespeicherte, kritische Daten über Personen von deren eigenen Servern in Kanada herauszugeben, die dann zur Lebensgefahr Einzelner wurden. Kann man alles googeln.
Nicht zu vergessen, die gespeicherten, persönlichen Profile fast aller Mailteilnehmer, die bei der NSA in deren Rechnerfarmen gespeichert sind. In den zuletzt genannten Themenkreisen sind wesentlich mehr Gefahrenquellen zu erkennen als in der Nutzung von Daten im Mercedes me System.
Sagen wir mal so: wer wenig zu verbergen hat, läuft wenig Gefahr in irgendeiner Weise von wem auch immer kompromittiert zu werden. Egal was genutzt wird, Handy, PC oder sonst was, man hinterlässt Spuren und die so genannten Adw-cleaner lesen die Verläufe und cookies aus, wer weiß was damit so passiert.
Und man darf auch nicht bargeldlos bezahlen. Mit den Daten kann man nämlich auch wunderbar ein Bewegungsprofil erstellen.
Und weitergehend kein Paypal, keine Kreditkarten, keine Rabattkarten, kein EBay, kein Amazon und last but not least kein Forum, das einer Verkaufsplattform für Automobile gehört.
Das alles tun wir freiwillig für einen wie auch gearteten Mehrwert.
Das Sammeln von Daten und Informationen über Menschen ist so alt wie die Menschheit selbst. Die Frage ist doch nur, wie wir damit umgehen. Solange eCall nicht zum Tracing von untreuen Ehemännern verwendet wird sondern um Hilfe zu organisieren, ist alles in Ordnung.
Paranoid werden können wir, wenn der erste Fall eintritt. 😉
Interessantes Thema und auch Meinungen
Das Mercedes weiß wo sich dein Auto grade befindet um ein Update zu machen glaub ich mal nicht sofern alle Ortungsfunktionen ausgeschaltet sind, wohl aber wird bemerkt, ok der Wagen ist im Netz und Mercedes weiß wo die Info hin muß, da du ja "freiwillig" ME nutzt (ich übrigens nicht, noch nicht, ich überleg mir es noch)
Das eCall ist schon ein gutes System solange es eben nur Daten versendet wenn es nötig ist, aber kontrollieren kann man es nicht. Der für mich größte Datenschnüffler ist der Staat die holen sich Daten aus den Behörden und von den Banken wo ich mich eindeutig identifizieren muß, in I-Net bin ich Franz Johsep Strauss sofern ich meine ID manipulieren kann
Hallo "starcourse" Paranoid bin ich da ich nie eingewilligt habe meine Autosteuern von meinen Konto automatisch abzubuchen, wird aber seid ein paar Jahren gemacht, schon komisch
@GHU230Zitat:
@GHU230 schrieb am 24. Mai 2021 um 01:49:22 Uhr:
Hallo "starcourse" Paranoid bin ich da ich nie eingewilligt habe meine Autosteuern von meinen Konto automatisch abzubuchen, wird aber seid ein paar Jahren gemacht, schon komisch
Normalerweise wird man gezwungen, mit der Anmeldung des Kfz eine Einzugsermächtigung zu unterschreiben. ( seit etwa 10/15 Jahren). Kannst Du aber theoretisch nach erfolgter Anmeldung widerrufen.
Hier noch eine Erläuterung vom Zoll: https://www.zoll.de/.../zahlung-der-kfz-steuer_node.html?...
Wenn Du Dir eine Cola bestellt hast und anschließend schüttet Dir jemand noch etwas rein, von dem Du die neuen Inhaltsstoffe nicht kennst, trinkst Du anscheinend die Cola trotzdem.
zu Stardiagnostiker
"Aber so wie uns niemand zum Cola trinken zwingt werden wir ja auch nicht zum Auto fahren gezwungen ;-)"
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Ist schon klar, Du scheinst ja ein durchtrainierter Radfahrer zu sein.
Aber warte ein Weilchen, dann hast Du auch am Fahrrad das Schnüffelsystem hängen, das Dich rettet, wenn Du versehentlich gegen einen Laternenpfahl gedüst bist.
Zitat:
@moritz11 schrieb am 24. Mai 2021 um 10:43:42 Uhr:
Wenn Du Dir eine Cola bestellt hast und anschließend schüttet Dir jemand noch etwas rein, von dem Du die neuen Inhaltsstoffe nicht kennst, trinkst Du anscheinend die Cola trotzdem.
…wenn es gesetzlich vorgeschrieben ist muss ich mich entscheiden, ob ich die Cola noch trinke oder nicht.
Aber ich käme nicht auf die Idee zu vermuten, dass die Subtanz einen Microchip enthält, der mich ausspionieren oder tracken soll.
Und wenn ich mich dann doch darüber aufregen würde täte ich mich über das Gesetz echauffieren - nicht über den Cola-Hersteller…
Aber ich habe mich damals auch mit der Wertminderung meines Euro5-Diesels durch die Fahrverbote in Innenstädten abgefunden und nicht versucht Mercedes zu verklagen, so wie manch anderer, da aus meiner Sicht die Verursachung beim Staat und nicht beim OEM liegt.
Die Diversität der Gesellschaft ist all gegenwärtig.
Hallo ins Forum,
Zitat:
@moritz11 schrieb am 24. Mai 2021 um 10:43:42 Uhr:
Wenn Du Dir eine Cola bestellt hast und anschließend schüttet Dir jemand noch etwas rein, von dem Du die neuen Inhaltsstoffe nicht kennst, trinkst Du anscheinend die Cola trotzdem.
und wieder baust Du auf einer Unterstellung auf, nämlich dass es nachträglich eine Erweitung gibt. Dies ist aber nicht der Fall. Mit dieser Unterstellung verrennst Du Dich völlig.
Es wurde festgestellt, dass durch einen Programmierfehler des eCall-Moduls dieses nicht so läuft, wie es sollte (und müsste). Möglich waren nicht erfolgende Notrufe oder falsche Positionsangaben im Notrufdatentelegramm, äußerst ungünstig, wenn man sich die Situationen anschaut, in denen eCall auslöst. Daher wurde ein Rückruf fällig und man nutzt - da insoweit vorhanden - die OTA-Updatemöglichkeit. Mit dem Update wird somit nur die Funktion instand gesetzt und man muss nicht in die Werkstatt. Es wird also nix über den eigentlich von vorneherein geplanten Zustand hinaus erweitert.
Dass dies nur eine bestimmten Teil betrifft, zeigt auch die Praxis. Mein Mopf hat z.B. kein Rückruf-Pflichtupdate bekommen, da er ab Werk mit der voll funktionsträchtigen Software ausgerüstet war.
Auf das Cola-Beispiel bezogen wurde Dir eine zuckerfreie Cola hingestellt (obwohl Du eine zuckerhaltige wolltest). Dies wurde bemerkt und der Zucker reingekippt, aber eben auch nur der und nicht noch irgendwas Anderes (z.B. Kirschgeschmack).
Viele Grüße
Peter