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Schmierfähigkeit bei kalten Motor. (Turbodiesel)

Themenstarteram 1. Juni 2013 um 0:19

Hallo Leute, ich würde gerne mal die Meinung der Experten hören was das Thema Öl an geht...

Es geht speziell um Turbodiesel Motoren...

Das man diese kalt nicht treten sollte ist kein Geheimnis... doch wie schlimm ist es wirklich?

Ich habe z.B ein 0W40 Öl bei mir drin und bin der Meinung das dieses Öl selbst im kalten Zustand (Sommer - 20°) noch recht gut schmieren sollte oder?

Es kommt z.B durchaus mal vor das ich z.B Frühdienst habe und dann um 5 morgens etwa 2km bist zur Autbahn fahre und dann direkt Vollgas bzw 3/4... so ca 180 - 200km/h Tempomat. 240 ist Maximum.

Der Motor wird dann relativ schnell warm aber ist es wirklich so schädlich für den Motor und insbesonderes für den Turbolader?

Bisher macht weder Motor, noch Turbo Probleme...das Öl wird ca alle 20-30 Tkm gewechselt...

Beste Antwort im Thema

Moin

Das Öl schmiert, damit gibt es kalt kaum Probleme.

Wenn er richtig heis ist (dies würde aber bedeuten das du den Motor bei 240 kmh aus machen würdest) dann würde der Turbo tatsächlich das noch im Lager seiende Öl verkoken. (Rotglut, also gute 800 Grad, sind beim Diesel eher selten, da die Abgastemperaturen geringer sind. Blauglut kommt aber vor, das sind so zwischen 500 und 700 Grad.)

In dem Augenblick, in dem ich Gas weg nehmen wird der Turbo nicht mehr belastet, er trudelt, wird aber weiter vom vollen Luftstrom der leer laufenden Zylinder gekühlt. Er kühlt binnen weniger Sekunden sehr weit runter. Bremst man also von 240 normal runter und fährt auf einen Rastplatz, dann ist der Turbo schon nicht mehr in Gefahr.

 

Ein Turbo hat ganz andere Probleme: Wenn er kalt ist bekommt er durch den Turbo warme Luft in den Brennraum. Ein Sauger bekommt durch den Unterdruck beim Ansagen kältere Luft als die Außentemperatur in die Brennräume, die Verbrennung ist kälter. Merkt man einem Sauger einfach an: Er mag keine Drehzahlen, die Zündung ist mächtig spät.

Der Turbo hingegen drückt warme Luft in den Brennraum, der Td hat auch kalt Leistung. Wie schon beschrieben ist der gesamte Motor aber noch kalt, er wird recht plötzlich im Kopf warm. Die Spaltmaße sind noch zu eng. Hier bekommt man dann gerne Probleme mit dem Zylinderkopf und der Kopfdichtung aufgrund kurzzeitiger Verformungen.

 

Und heis: Stelle ich den heißen Motor einfach so ab, dann kommt es gerne zu Hotspots. Das Wasser kocht am Kopf da es nicht weiter ausgetauscht und gekühlt wird. Hier reisen dann die Köpfe ganz gerne mal. Dieses Problem haben aber Benziner wie auch Diesel. Beide sollte man richtig heis nicht abstellen.

Im Gegensatz zum Turbo kühlt der Motorblock im freien Drehen von 240 auf null nicht derart schnell ab. Die Wasserkühlung, aber auch die schlichte Masse des Blockes verhindern das.

 

Das Öl macht hier also die geringsten Sorgen.

 

So meine Meinung.

Moin

Björn

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alte turbo regel: langsam warm fahren und langsam kalt fahren.

also als daumenregel: die ersten 15-20 km (je nach temperatur) nicht über 2500 1/min , dann kann man drauftreten.

und wenn man nach einer drehzahlorgie von der bahn runterfährt, dann sollte der motor noch 1-2 minuten laufen ( am besten vorher etwas kürzer treten). das sichert dem turbo ein längeres leben.

schiesslich glüht das ding bei ordentlich last rot.

ein gutes 0w-40 ist sicher hilfreich. wunder bewirkt es aber auch keine.

physik kann man nicht überlisten.

Themenstarteram 1. Juni 2013 um 0:50

Das ist mir natürlich klar...

Ich wollte eher Wissen wie Schmierfähig nun so ein 0W 40 WIRKLICH ist...

Ich meine mein Motor hat keinen Schaden davon getrafen... und wenn der Schmierfilm wirklich abreissen würde dann hätte ich doch mit Sicherheit einen Schaden...vor allem beim Turbolader der ja mit xxxxx Umdrehungen pro Minute läuft bei fast Vollgas. :)

Kann es sein das mehr die thermische Belastung schädlich ist als die angeblich schlechtere Schmierung?

Das Problem ist nicht das Öl sonder der Motor ;) Die Spiele sind auf warmem Motor ausgelegt, bei kalten Motor kann es d.h. zu erhöhten oder verringerten Bauteilspiel kommen. Der Gefürchtet Schmierfilabriss gibt es eigentlich nur wenn kein Öl gefördert wird, da müsste schon die Ölpumpe ausfallen. Das 0W Öl ist im Sommer zu fließfähig das der Volumenstrom ausreichend groß sein sollte. Bei einem 20W wäre ich mir da im Winter nicht so sicher ;)

Zitat:

Original geschrieben von Chris492

Kann es sein das mehr die thermische Belastung schädlich ist als die angeblich schlechtere Schmierung?

bei verwendung eines guten 0w-40 ( also z.b. ein mobil1 new life oder turbo diesel, oder auch ein 5w-50 ) würde ich das bejahen. ein schmierfilmabriss ist da kaum zu befürchten,

der plötzliche ausfall der schmierung beim abstellen des motors kann dagegen ein problem werden, ebenso ist ein allzu schneller temperaturanstieg nicht wünschenswert.

immer ist die temperaturveränderung das problem, nicht die maximale temperatur bei vollast.

Themenstarteram 1. Juni 2013 um 1:06

Das Abstellen mit heissen Motor schlecht ist, ist mir natürlich klar...da verkokt das Öl...

Das mit dem Spiel ergibt natürlich Sinn...

Also gibt es so gesehen mehr Verschleiss weil das Spiel im kalten Zustand größer ist!?

So gesehen ist das ganze doch aber auch relativ kurz da der Motor bei dieser Drehzahl (ca 3500 rpm) ja doch relativ schnell warm wird. Oder?

Für gewöhnlich fahre ich den Motor immer warm und kalt sowieso... in der Regel fahre ich auch nur 120 Tempomat.

Aber gelegentlich auch mal schneller... so bin ich auch mal im Winter an einigen Tage kalt Vollgas gefahren... tat mir irgendwo ein bisschen weg das ich dem Motor das antue... aber ich musste eben schnell ankommen.

Der Turbo scheint aber nicht großartig gelitten zu haben... voller Ladedruck, keine Störgeräusche.... ich denke mal der knackt locker die 200 000... noch besser wäre natürlich 300 000 oder mehr...da sind wir aber erst in 2,5-3 Jahren...

Moin

Das Öl schmiert, damit gibt es kalt kaum Probleme.

Wenn er richtig heis ist (dies würde aber bedeuten das du den Motor bei 240 kmh aus machen würdest) dann würde der Turbo tatsächlich das noch im Lager seiende Öl verkoken. (Rotglut, also gute 800 Grad, sind beim Diesel eher selten, da die Abgastemperaturen geringer sind. Blauglut kommt aber vor, das sind so zwischen 500 und 700 Grad.)

In dem Augenblick, in dem ich Gas weg nehmen wird der Turbo nicht mehr belastet, er trudelt, wird aber weiter vom vollen Luftstrom der leer laufenden Zylinder gekühlt. Er kühlt binnen weniger Sekunden sehr weit runter. Bremst man also von 240 normal runter und fährt auf einen Rastplatz, dann ist der Turbo schon nicht mehr in Gefahr.

 

Ein Turbo hat ganz andere Probleme: Wenn er kalt ist bekommt er durch den Turbo warme Luft in den Brennraum. Ein Sauger bekommt durch den Unterdruck beim Ansagen kältere Luft als die Außentemperatur in die Brennräume, die Verbrennung ist kälter. Merkt man einem Sauger einfach an: Er mag keine Drehzahlen, die Zündung ist mächtig spät.

Der Turbo hingegen drückt warme Luft in den Brennraum, der Td hat auch kalt Leistung. Wie schon beschrieben ist der gesamte Motor aber noch kalt, er wird recht plötzlich im Kopf warm. Die Spaltmaße sind noch zu eng. Hier bekommt man dann gerne Probleme mit dem Zylinderkopf und der Kopfdichtung aufgrund kurzzeitiger Verformungen.

 

Und heis: Stelle ich den heißen Motor einfach so ab, dann kommt es gerne zu Hotspots. Das Wasser kocht am Kopf da es nicht weiter ausgetauscht und gekühlt wird. Hier reisen dann die Köpfe ganz gerne mal. Dieses Problem haben aber Benziner wie auch Diesel. Beide sollte man richtig heis nicht abstellen.

Im Gegensatz zum Turbo kühlt der Motorblock im freien Drehen von 240 auf null nicht derart schnell ab. Die Wasserkühlung, aber auch die schlichte Masse des Blockes verhindern das.

 

Das Öl macht hier also die geringsten Sorgen.

 

So meine Meinung.

Moin

Björn

Keinen Motor sollte man kalt treten und hoch drehen. Egal ob Benziner oder Diesel oder mit Kompressor oder Turbo oder als Sauger.

Mit einem guten Öl ist das zwar unkritischer als mit einem schechten Öl, aber das Öl ist ja nicht zwingend das Kernproblem.

Es sind eher die Bauteile die noch nicht betriebswarm sind und somit nicht 100%ig aufeinander abgestimmt sind (Temperaturausdehnung).

Und nach einer scharfen Fahrt sollte man einen Motor einige Minuten kalt fahren.

Ist letztlich auch für's Öl gut - gerade bei aufgeladenen Motoren.

 

Früher war das noch deutlich schlimmer als bei heutigen modernen Motoren.

Damals war das Öl auch noch nicht so gut.

H

Themenstarteram 1. Juni 2013 um 21:31

Man sieht das ja auch oft an den Vertreterkutschen... die werden auch oft ziemlich misshandelt und laufen dennoch relativ Problemlos...

Ich sehe das Problem auch definitiv nicht beim Öl, sondern bei den unterschiedlichen Materialien und deren Ausdehnungsgeschwindigkeiten.

Dass unser Diesel zügig Öl hat, darüber mache ich mir keine Gedanken (Der Avensis hat 5W30, der Terracan hat 10W40, allerdings fährt der nur im Sommer). Aber eben die Kopfdichtung usw., also alles, was mit dem Kühlwasser zu tun hat, mit der Betriebstemperatur.

Egal, was für ein Motor drin ist, ich habe mir angewöhnt, das Auto nie kalt zu hetzen und vorm Abstellen wenigstens piano gefahren zu sein. Und auf der Höhe der Wassernadel mache ich meine Sauger auch nicht aus. Denn die Wasserpumpe schaufelt das vom Lüfter abgekühlte Wasser schließlich wieder zurück, so dass der nicht mit "Hot Spot" dasteht.

Beim Turbo gilt das natürlich umso mehr. Allerdings würde ich 30 Sekunden als ausreichend ansehen. Die Laderwelle ist ja nun nicht so volumenstark und dreht ja nicht minutenlang, dass es nun so lange bräuchte. Solange sie noch warm ist, aber nicht glüht, ist das ausreichend.

Unsere Turbos sind nach teilweise 200.000 km (der Terracan) auch immer noch die ersten.

cheerio

Chris,

Ich kann Dir aus erfahrung sagen, das die Aussendienst Mitarbeiterfahrzeuge, mit hoher Laufleistung, ~80.000-100.000km anno, warmgefahren werden und dann richtig Feuer bekommen. Das gleiche ist beim Kunden am Ziel.

Begrundung, von dem Wohnort zur Autobahn, Start stop und rollen lassen. Autobahn, was er kann, beim Kunden gemutlich auf den Parkplatz rollen.

Es macht einen schlechten eindruck im Power slide beim Pfortnerhaus sich Anzumelden.

Unser Aussendienst Fahrzeuge haben eine "Warteliste" von den Leitenden Mitarbeitern.

Verkauft werden die immer um die Zwei Jahre.

Wir kaufen unsere fahrzeuge. Kein Lease.

Rudiger

Zitat:

Original geschrieben von Chris492

Man sieht das ja auch oft an den Vertreterkutschen... die werden auch oft ziemlich misshandelt und laufen dennoch relativ Problemlos...

Ich kann zwar nicht mitreden uber die kleinen Turbodieselmotoren ist aber im prinziep das gleiche.

Cat 3406C Motor an, 48l Motoroil 10-40. Einraumen, Rundgang, und losfahren. Unsere Einfahrt ist ~1km lang. 2,2mls fahren, Stopschield danach kleiner Berg. Hier wird schon Leistung verlangt. 4 mls, rollstrecke, Stopschild, links turn und Bergauf. Hier brauchen wir volle Motorleistung. Danach Rollstrecke ~45mls. Danach Interstate und alles auf dem blacktop was er kann.

1,7 million Miles auf dem Block, 600.000 mls nach dem letzten Inframe.

Beim "Heim" kommen, werden die letzten 3 mls mehr gerollt. Im driveway, im Standgas oder bis 1000rpm im 3ten klein ~8mph, auf den Hof rollen.

Rudiger

Themenstarteram 1. Juni 2013 um 23:49

Naja kommt ja immer darauf an wo man wohnt. Ich wohne z.B nur 2km von der Autobahn entfernt und habe genau 3 Ampeln auf dem weg dort hin welche meist Grün sind wenn ich dort fahre...

Damit werde ich ja sicher keine Ausnahme sein.

Du musst ja nicht geade mit Mario Andretti oder John Force konorieren.

Schon rollen lassen und an die Geschwindigkeit halten.

http://en.wikipedia.org/wiki/Mario_Andretti

http://en.wikipedia.org/wiki/John_Force

http://www.youtube.com/watch?v=2tg6RDUFQJ4

Zitat:

Original geschrieben von Chris492

Naja kommt ja immer darauf an wo man wohnt. Ich wohne z.B nur 2km von der Autobahn entfernt und habe genau 3 Ampeln auf dem weg dort hin welche meist Grün sind wenn ich dort fahre...

Damit werde ich ja sicher keine Ausnahme sein.

Also wir wohnen direkt an einer Hauptstraße und 300 Meter weiter steht das Ortsschild, wo man 100 fährt, bergauf. Ich lasse den Wagen an und lasse ihn einen Moment drehen, wenn es kältere Tage hat. Bei den Benzinern halt, bis die leichte Drehzahlanhebung aufhört.

Bis auf Deutschland steht es ja in vielen Handbüchern anders drin. Da steht "nach einer Minute Laufzeit ist der Motor einsatzbereit."

Und in Deutschland steht "nach dem Starten sofort losfahren."

Da ich nicht glaube, dass extra für Deutschland andere Motoren gebaut werden und eher davon ausgehe, dass damit irgendwelche Ökofreunde zum Schweigen gebracht werden sollen, sollte ein leichtes Laufenlassen nach dem ersten Start kein Problem sein.

Allerdings wenn es gutes Öl ist, sommerliche Witterung und das Auto täglich fährt, sollte überall noch so viel Öl vorhanden sein, dass der Motor nicht trocken läuft, auch nicht in der ersten Sekunde.

Mein Sommerauto steht von November bis Anfang April. Und der sprang auch ohne Klappern und Heulen an, auf Schlag. Trotzdem lasse ich den natürlich eine Minute im Stand laufen, denn nach Monaten müssen sich die Hydros usw. auch wieder auffüllen.

cheerio

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