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Runaway Diesel

Themenstarteram 6. April 2019 um 13:42

Ich weiß, dass es dazu sicherlich schon nen Thread geben mag.

Aber trotzdem möchte ich auf Grund eines Vorfalles gestern auf der A7 nochmal Leute sensibilsieren, die sich mit dem Thema nicht so gut auskennen.

 

Denn meine gestrige Reaktion war völliger Bullshit.

Ich hoffe, IHR macht es besser. Ich ärgere mich noch immer.

 

(Foto siehe unten)

 

 

Was mache ich? Weiterfahren wie alle anderen Vollidioten auch.

Dickes schlechtes Gewissen ab 1 Minute danach inklusive.

Und dabei hätte ich gewusst was da zu tun ist....

Ein Sprinter hatte zumindest angehalten und panisch was im Kofferaum gesucht.

Ich hoffe er konnte helfen.

 

Für alle Anderen die nicht genau wissen was da passiert ist und was zu tun ist.

Paar Stichpunkte zum merken und hoffentlich agiert ihr BESSER als ich und hunderte andere Fahrzeuge sowie der Fahrer des KFZ selbst.

 

Was man da sieht ist ein Runaway-Diesel

 

Erklärung:

- Turboladerschaden

- Motor saugt dadurch Motoröl an

- Motor dreht UNKONTROLLIERT hoch

- Lässt sich mit Zündschlüssel nicht abschalten

 

Was kann man machen:

- Bereits aus der Fahrt abwürgen (beste Möglichkeit)

 

Wenn man schon steht:

- Versuchen einen Gang einzulegen und den Motor abzuwürgen, nicht unwahrscheinlich dass Kupplung einfach durchrutscht und verbrennt

- Dem Motor die Luft wegnehmen

- CO2-Feuerlöscher in die Ansaugung entleeren

- Ansaugung mit Decke, T-Shirt, Pullover verstopfen, je schneller desto besser

- Im Zweifel gewaltsam den Luftfilterkasten rausreißen als noch groß zu schrauben

- am besten wissen wo man bei seinem eigenen Fahrzeug überhaupt ansetzen muss!

 

Wenn ihr zu einem fremden Fahrzeug kommt und noch nicht wisst wie lange der hochdreht und vor allem wie hoch er dreht:

 

Der Motor kann auch überdrehen, Drehzahlbegrenzer ist bei unkontrolliert angesaugtem Öl nicht mehr aktiv

-> Innermotorisch kann es Kleinhack geben wegen zu hoher Drehzahl.

-> Kühlsystem kann wegen Überhitzung platzen, man kann sich schwere Verbrühungen zuziehen (das dürfte hier noch nicht der Fall gewesen sein weil Fahrzeug vermutlich noch nicht lange da stand)

 

-> Wenn man nix tut dreht der Motor in der Regel so lange bis das Öl leer ist und der Motor frisst.

 

Fragt besser bevor ihr irgendwas macht den Besitzer.

Da wir ja leider in Deutschland leben, nicht dass man selbst noch angezeigt wird man hätte den Motor kaputt gemacht. Man weiß ja nie.

 

 

 

Spart euch bitte Vorwürfe, ich weiß es selbst das vorbeifahren bescheuert war.

Aber genau darum dieser Post.

Aber hoffentlich reagiert ihr BESSER. Genau darum dieser Post von mir hier.

 

 

*

Aufnahme ist ein Screenshot aus Videoaufnahme der Dashcam, nicht das mir noch irgendwer unterstellt ich hätte Sensationslustig mein Handy rausgeholt oder ähnliche Dinge.

 

A7 runaway
Beste Antwort im Thema

Was ich in so einem Fall tun würde?

Mich möglichst weit entfernt von diesem Fahrzeug aufhalten, zügig vorbei fahren und ganz sicher nicht auf der Autobahn (!!!) versuchen irgendwelche Start, Stopp, Reparatur- oder Abwürgeversuche zu starten.

Das letzte was man dort brauchen kann sind sensationsgeile ausgestiegene Passanten die mit alten Unterhemden und Lappen bewaffnet planlos auf der Fahrbahn herum laufen, und versuchen dort einen ohnehin kaputten Wagen zu "reparieren", und wenn sie schon dort sind bei der Gelegenheit vielleicht das ein oder andere Handyfilmchen drehen.

Die Vollidioten wie Du sie nennst sind eher die die anhalten, gaffen und schlimmstenfalls noch in Aktionismus verfallen.

Dazu kommt: WENN der Motor hochgeht, zerreißt er dir im dümmsten Fall den Schädel mit allem was dran hängt.

Meiner Ansicht nach war daher dein Weiterfahren die einzig richtige Reaktion.

Hin ist hin, aber bei irgendwelchen dilettantischen Versuchen sich und andere in Gefahr zu bringen, das wäre mir der Spaß nicht wert.

Shit happens!

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49 Antworten

Zitat:

@Go}][{esZorN schrieb am 6. April 2019 um 22:29:15 Uhr:

Ich weiß nicht, kann so ein Ding auch über 5000 Umdrehungen kommen, rein theoretisch?

Wenn ein Pleuel nicht vorher wegfliegt...

Zitat:

@frestyle schrieb am 6. April 2019 um 20:11:45 Uhr:

...wenn der Block den suizied zu ende gebracht hat.

...seinen suizied vollenden lassen.

...Dieselsuizied ...

Schreib doch einfach "Selbstmord" ;)

Selbstmord ist juristisch inkorrekt.

Moderne Diesel mit Abstellklappe sollten doch bei "Zündung aus", zur Not mehrmals oder in Verbindung mit Gang einlegen relativ leicht abzuschalten sein.

Leider bleibt die Klappte meist nur ca. 2 Sekunden zu, deswegen zusätzlich der Gang.

Wenn man schon steht, könnte man auf der Standspur nochmal im ersten Gang anfahren, einige Meter fahren, bis die Kupplung richtig greift, und dann abbremsen bis der Motor aus ist. Bei Automatik natürlich keine chance.

Was ich in so einem Fall tun würde?

Mich möglichst weit entfernt von diesem Fahrzeug aufhalten, zügig vorbei fahren und ganz sicher nicht auf der Autobahn (!!!) versuchen irgendwelche Start, Stopp, Reparatur- oder Abwürgeversuche zu starten.

Das letzte was man dort brauchen kann sind sensationsgeile ausgestiegene Passanten die mit alten Unterhemden und Lappen bewaffnet planlos auf der Fahrbahn herum laufen, und versuchen dort einen ohnehin kaputten Wagen zu "reparieren", und wenn sie schon dort sind bei der Gelegenheit vielleicht das ein oder andere Handyfilmchen drehen.

Die Vollidioten wie Du sie nennst sind eher die die anhalten, gaffen und schlimmstenfalls noch in Aktionismus verfallen.

Dazu kommt: WENN der Motor hochgeht, zerreißt er dir im dümmsten Fall den Schädel mit allem was dran hängt.

Meiner Ansicht nach war daher dein Weiterfahren die einzig richtige Reaktion.

Hin ist hin, aber bei irgendwelchen dilettantischen Versuchen sich und andere in Gefahr zu bringen, das wäre mir der Spaß nicht wert.

Shit happens!

Ich verstehe die Diskusion jetzt hier nicht ganz :confused: würde es um ein Menschenleben gehen KEINE FRAGE

Aber hier wird diskutier über ein Auto was ein Turboschaden erleidet, und ob man sich noch selber in Gefahr bringen soll um dem AUTO zu helfen :eek:

Und dann noch irgendwelche Sachen in den Motor zu stopfen um das der Besitzer noch sagen kann ,der Motor hat deswegen jetzt erst recht den Geist aufgegeben und der Schaden wäre nicht so hoch gewesen wenn man nicht.... ,und fordert noch ggf. Schadensersatz.

 

Zitat:

@Cyrus_Ramsey schrieb am 9. April 2019 um 22:15:43 Uhr:

Selbstmord ist juristisch inkorrekt.

...und "Suizied" grammatikalisch!

Zitat:

@Mad.81 schrieb am 10. April 2019 um 14:12:18 Uhr:

Ich verstehe die Diskusion jetzt hier nicht ganz :confused: würde es um ein Menschenleben gehen KEINE FRAGE

Aber hier wird diskutier über ein Auto was ein Turboschaden erleidet, und ob man sich noch selber in Gefahr bringen soll um dem AUTO zu helfen :eek:

Und dann noch irgendwelche Sachen in den Motor zu stopfen um das der Besitzer noch sagen kann ,der Motor hat deswegen jetzt erst recht den Geist aufgegeben und der Schaden wäre nicht so hoch gewesen wenn man nicht.... ,und fordert noch ggf. Schadensersatz.

ganz klar weglaufen, wenn möglich vorher noch wichtige dokumente raus nehmen und ab über die hecke. da ist das leben mir wichtiger als ein oller diesel.

am 11. April 2019 um 21:33

...ich habs vor ein paar Jahren live erlebt als ein Bekannter mit dem Ford Transit seines Hausmeisters rückwärts die Einfahrt reinrangiert ist und der Motor dabei erst angefangen hat schwarz / grauen Rauch aus dem Auspuff zu werfen und langsam aber sicher losgelegt hat hochzudrehen.

Schlüssel hatte der Bekannte schon intuitiv abgezogen und sich gewundert, dass der Motor nicht aus ging...hmm "Mercedes hmhmhm Fahrer" halt... ich stand seitlich vom Fahrzeug als es los ging, hab nur die Tür aufgerissen, den Bekannten rüber Richtung Beifahrersitz vom Fahrersitz geschoben... Kupplung, 5. Gang und beherzt entschlossen eingekuppelt... Motor aus.

Blöderweise ist das genau ein paar Tage zu früh passiert... der neue Transit war schon gekauft und der alte wartete nur drauf bis der neue da ist um zurück an den Händler zu gehen... wobei der Händler die Kiste selbst nach dem Hinweis auf den vermutlichen Turboschaden ohne Mucken noch drangenommen hat. Der Händler hat die Kiste sogar ohne Bedenken mit eigener Kraft zu sich nach Hause gefahren... lief noch oder wieder... und zwar ohne weitere Komplikationen, wie ich gehört hab.

https://www.youtube.com/watch?v=j4rMfrERpG8

https://www.youtube.com/watch?v=BYSXCHFA7MM

https://www.youtube.com/watch?v=RLRfil14ETI

Spannende Anekdoten hier. Könnte jemand für den Lerneffekt die wichtigsten Fakten zu diesem Phänomen kurz zusammenfassen?

Fragen, die sich dem Nicht-Eingeweihten stellen würden:

-Passiert das nur bei Turbodieseln?

-Wenn es passiert, ist die erste Option das Abwürgen in einem hohen Gang?

-Zweite Option dann, allenfalls, wenn man die Gefahr liebt und das Auto noch mehr, Lufteinlässe verstopfen und abnippeln lassen?

-Dritte Option (wohl meistens eher zweite) dann Selbstschutz beachten, Feuerwehr aufbieten?

1. nein, der Diesel muss nur iwas zum verbrennen finden, aber zu 85% Turboladerschäden an so einem "runaway" verantwortlich

2. Wenn man davon noch nie was gehört hat und sich mit der Materie wenig auskennt, Wegrennen !!

3. Wegrennen

Ein Diesel ist ein Selbszünder solanger der genug Brennstoff und Sauerstoff hat dreht der bis zu seiner Physikalischen Grenze, und dann gibt es zwei möglichkeiten, entweder dem Diesel geht die Luft oder der Treibstoff aus oder er zerlegt sich in seine Einzelteile.

Wer davon keine Ahnung hat, einfach wegrennen und hoffen das es nicht zu schlimm wird.

Ein Metzger versucht auch nicht ne Bombe zu entschärfen.

 

Ein User schrieb was von einer Abschaltklappe bei modernen Diesel welche sowas verhindern soll, erstens noch nie gesehen, ich kenn Stau und Drosselklappen.

Zweitens wenn der Diesel durch geht, hat die "Klappe" relativ wenig chance gegen den Unterdruck, die wird aufgezogen trotz E-Motörchen

Themenstarteram 11. April 2019 um 23:26

Ja, das passiert normalerweise nur mit Selbstzündern, also Dieselmotoren.

Wenn sowas bei Benzinern passiert dann durch Glühzündung.

Das passiert aber eher aus anderen Gründen als Turboladerschäden und ist verglichen mit Diesel-Runaway extrem selten. Jemandem dem das passiert empfehle ich Lotto-Spielen :D

 

Abwürgen ist immer die beste Option meiner Meinung nach.

Am besten wenn man es bemerkt schon direkt aus der Fahrt raus ohne überhaupt nochmal zu kuppeln.

Vollbremsung und Gang drin lassen.

So ähnlich wie hier

https://www.youtube.com/watch?v=yr_p5vtekJM

 

Zweite Option, ja. Wenn man weiß wo man ansetzen muss.

Bei meinem Fahrzeug habe ich die Ansaugung innerhalb von 10 Sekunden zu.

Wenn man noch ne Minute suchen muss... nicht unbedingt gut.

 

Feuerwehr kann man rufen.

Allerdings eher, um möglicherweise austretendes Öl nach erfolgtem Motorschaden zu binden.

(Falls der Motor nicht einfach nur ganz unspektakulär frisst)

Brandgefahr ist eher gering. Höchstens wenn ein Pleuel den Block durchschlägt und heißes Öl auf die Abgasanlage läuft oder ähnliches ist das meiner Meinung nach ein Thema. Sonst sehr unwahrscheinlich.

Zitat:

@Bikerleo66 schrieb am 11. April 2019 um 07:42:47 Uhr:

Zitat:

@Cyrus_Ramsey schrieb am 9. April 2019 um 22:15:43 Uhr:

Selbstmord ist juristisch inkorrekt.

...und "Suizied" grammatikalisch!

Zumal es für mich weder Selbstmord, "Suizied" noch Suizid ist.

Wenn ein Mensch z.B. an einem Herzfehler stirbt, ist das ja auch kein Selbstmord!

Genauso ist das beim Motor, dieser hat einen "Herzfehler" und geht dabei drauf, ein tragischer Zwischenfall aber kein Suizid.

Zitat:

@frestyle schrieb am 11. April 2019 um 23:21:31 Uhr:

Zweitens wenn der Diesel durch geht, hat die "Klappe" relativ wenig chance gegen den Unterdruck, die wird aufgezogen trotz E-Motörchen

Man könnte sie ja auch so Konstruieren das sie vom Unterdruck immer weiter zugezogen wird.

So langsam wird es lächerlich. ;)

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