Rost oder die Qualität bei DC
ich stöber hier das 211er Forum durch und lese dabei immer wieder von Rostbefall, mehr oder weniger stark. Die 211er sind ja gerade max. 4 Jahre alt und schon Rost ? Haben die denn bei DC durch den 210er nix gelernt ? war denn der 124er wirklich der letzte Benz, der dem Qualitätsanspruch auch wirklich standhält, was man vom Stern erwartet ? Ich bin entsetzt.
Wie sieht es denn bei anderen Herstellen der etwas gehobeneren Preisklasse aus ? Haben BMW, Audi, Volvo und Co. auch so Probs oder ist es da besser ?
172 Antworten
Touché .... 😁
Ganz so einfach soll es dann ja doch wieder nicht sein ..
Grüße vom Norden in den Süden
Frank
Zitat:
Original geschrieben von Topfgucker
Und warum hast Du dann Deinen Wagen umgemeldet? 😁
Kurzes update:
ich habe gestern mit 2 Kollegen aus der Galvanik-Branche diskutieren können. Beide - einer davon ist auch habilitierter Professor, arbeitet aber in der Industrie - zweifeln an, dass die verzinkte Karosserie des A6 nochmal galvanisch verzinkt wird, obwohl es von technischer Seite keine Probleme gäbe und ein solches Verfahren zum Schutz der Kanten und zur Verstärkung der Zinkschicht sehr sinnvoll wäre. Einer davon hat sehr gute Kontakte zur Galvanik bei AUDI und wird dort basierend auf dem an mich gerichteten Schreiben der AUDI-Kundenbetreuung nachfragen.
Sobald ich die Antwort habe, werde ich das hier berichten. Leider hat keiner der Kollegen direkte Kontakte zu Mercedes, so dass das immer noch ein offener Punkt ist.
@Perly:
bevor Du jetzt sagst, "ich wusste es doch", bitte abwarten, es handelt sich nur um eine Vermutung der Kollegen, die nun mit besten Kontakten - hoffentlich hieb- und stichfest - geklärt wird.
Sollte die AUDI-Kundenbetreuung mir wirklich Unsinn erzählt haben, wird das sicher Konsequenzen für die unterzeichnenden Mitarbeiter haben.
Noch ein Punkt zur Galavik der hochfesten Stähle: man kann sie doch wässrig verzinken, wenn man auf dem Stahl eine etwa einen µm dicke Nickelschicht abscheidet, bevor man verzinkt. Nickel wirkt durch Oberflächenreaktionen in gewisser Weise als Diffusionsbarriere für Wasserstoff. Das macht man so auch bei hochfesten sicherheitsrelevanten Stahlschrauben. Das Patent hält Cookson-Electronics.
Viele Grüße
Frank
Morgen,
hab auch mal nachgefragt: beim 211 ist die komplette Außenhautverzinkung eingeführt worden.Es sind 100% der Bleche beschichtet.
Grüße,Rudi
Zitat:
Original geschrieben von Ferrocen
Sollte die AUDI-Kundenbetreuung mir wirklich Unsinn erzählt haben, wird das sicher Konsequenzen für die unterzeichnenden Mitarbeiter haben.
Glaube versetzt bekanntlich Berge. Wahrscheinlich war es die arme Schreibkraft, die nach dem Thema "das übliche halt..." ein Formschreiben verfasst hat....
Gruß
andreasstudent
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Zitat:
Original geschrieben von Ferrocen
Kurzes update:
@Perly:
bevor Du jetzt sagst, "ich wusste es doch", bitte abwarten, es handelt sich nur um eine Vermutung der Kollegen, die nun mit besten Kontakten - hoffentlich hieb- und stichfest - geklärt wird.
Viele Grüße
Frank
Keine Sorge, wir sind ja hier nicht im Kindergarten. 🙂
Vielleicht kann ich etwas beitragen zur Frage wie es Mercedes wirklich macht. Dauert aber noch etwas.
Falls jemanden interessiert wie es Lada macht:
Ich bin gerade in Moskau beim russischen Verzinkerverband. 😁
Grüße
Peter
Ist doch kein Hexenwerk...
und ist bekannt seit 4/2002
das ganze Produktionverfahren,die Entwicklung,die Zulieferer usw der E-Klasse von A-Z ist im April 2002 in einer Sonderausgabe von der Redaktion "Automobilproduktion in Zusammenarbeit mit DaimlerChrysler veröffentlicht worden.
Alle federführend beteiligten Akteure erläutern in Wort und Bild den vollständigen Prozeß der Herstellung.
Also nochmal: die E-Klasse ist Außenhautmäßig komplett verzinkt.
Es gibt nichts mehr nachzuforschen und heraus zubekommen über Bekannte oder ...wie sie auch immer heißen in solchen Fällen.
Rudi
Re: Ist doch kein Hexenwerk...
Zitat:
Original geschrieben von Rudlof.D
Also nochmal: die E-Klasse ist Außenhautmäßig komplett verzinkt.
Es gibt nichts mehr nachzuforschen und heraus zubekommen über Bekannte oder ...wie sie auch immer heißen in solchen Fällen.Rudi
Interessant ist hierbei zu erwähnen das meiner (320 CDI T-Model) mit Erstzulassung Juni 2005 mitten auf der Heckklappe ohne jede Vorbeschädigung eine Rostblase schiebt. Dieser Mangel ist übrigens von DC sofort anerkannt worden und wird behoben.
Ob das Blech jetzt verzinkt ist oder nicht - keine Ahnung - aber vorkommen dürfte soetwas innerhalb diesen Zeitraumes keinenfalls.
Grüße von einem dem die E trotzdem gefällt.
Ich sagte doch schon: ich klär das.
Viele Gruesse
Frank
Zitat:
Original geschrieben von andreasstudent
Glaube versetzt bekanntlich Berge. Wahrscheinlich war es die arme Schreibkraft, die nach dem Thema "das übliche halt..." ein Formschreiben verfasst hat....
Gruß
andreasstudent
Re: Ist doch kein Hexenwerk...
Zitat:
Original geschrieben von Rudlof.D
Also nochmal: die E-Klasse ist Außenhautmäßig komplett verzinkt.
Rudi
Hallo Rudi,
das ist doch schonmal was. Kann man das irgendwo im Netz nachlesen?
Interessant wäre jetzt noch wie die Verzinkung dargestellt wird.
Ich nehme an, dass bei DC bandverzinktes Blech verwendet wird.
IMHO nimmt DC auch für die Aussenhaut feuerverzinktes Blech. (Zur Erinnerung: Audi verwendet aussen IMHO im Durchlaufverfahren elektrolytisch verzinktes Blech.)
Gibt es dazu evtl. noch Aussagen?
Grüße
Peter
Re: Re: Ist doch kein Hexenwerk...
Zitat:
Original geschrieben von Perly
Hallo Rudi,
das ist doch schonmal was. Kann man das irgendwo im Netz nachlesen?
Peter
Moin Peter,
das Sonderheft wurde im April 2002 herausgegeben.Hatte es mir damals gleich gekauft.Im Netz ist auf der Webseite von Automagazine das Archiv bis August 2002 gelistet.Kann die Sonderausgabe aber wärmestens empfehlen,da hochinteresssant.Alles von A-Z,wie schon gesagt.
Hier der Link:http://www.automagazine.de/suchergebnis.php?...
Hier der Link zum Verlag für Interessierte:
verlag moderne industrie GmbH
Justus-von-Liebig-Str. 1
86899 Landsberg
Tel. +49 8191/125-0
Fax +49 8191/125-444
www.mi-verlag.de
Auf dem Weg zu Prof.Frank befindet sich eine Lesekopie zum Thema Korrosionsvorsorge W211.
Grüße,Rudi
Guten Morgen,
auch Audi flutet ganz, ganz sicher seine verzinkten Rohkarossen nicht mit Wachs vor dem Lackieren.
Die Schnittkanten etc. müssen auch noch mit Karosseriedichtmasse versiegelt werden; die haftet aber ebenso wie der Lack nicht, wenn da schon Wachs dazwischen sitzt.
Und ein nachträgliches Reinigen ist wirtschaftlich nicht möglich. Hat sich einfach jemand geirrt.
Es dauert auch recht lange, bis das Hohlraumwachs ansatzweise trocken ist. Ich habe das bei DC in Düsseldorf während einer Studienarbeit beobachten dürfen. Da ja die Fließbänder immer höher getaktet wurden, hat das Wachs mittlerweile gar keine Zeit zum Trocknen und zieht Tropfenspuren durch die Fertigungshallen.
Beisspielsweise die Kabelbäume zu montieren, ist eine klebrige Angelegenheit. Um nicht ganz soviele Unfälle auf dem rutschigen Boden am Band zu provozieren, sind längs der Taktstraße Blechkästen montiert, die das überschüssige Wachs mehr oder weniger erfolgreich auffangen. Unterm Strich steht dennoch eine Riesensauerei.
Grüße: Markus (der hier viel über Zink und seine Möglichkeiten gelernt hat :-) )
@Zinnenberg
In Düsseldorf werden doch die Transporter von DC und VW hergestellt. Bist Du sicher, dass die tatsächlich die Karosserien mit Wachs fluten? Ich vermute, dass die Hohlraumkonservierung eingespritzt wird.
Ansonsten stimmt natürlich, dass die Konservierung erst nach der Lackierung erfolgt.
Gruß BS
erstmalig Rohkarosserietrockner
Auch hier-bei der kompletten Naht-und Kantenabdichtung- wurden neue Wege beschritten, denn hier wird ein Rohkarossentrockner eingesetzt. Er dient zum Angelieren der umfangreichen Klebe- und Abdichtumfänge. Der PVC-Auftrag zu Dichtzwecken wurde erstmals beim W211 aus der Lackiererei in den Rohbau verlagert.
MfG,Rudi
Sorry, mein Fehler. Formulierungsfehler. Du vermutest richtig. Die Konservierung wird eingespritzt. Um den Vorgang zu beschleunigen, hat man, als ich dort war, mit der Konsistenz des Wachses lustig experimentiert. Ist es dünn, kann man es schneller verarbeiten, aber es läuft leider der Großteil wieder raus.
Ich muß dazu sagen, ich bin nicht mehr auf dem allerneuesten Stand, es ist ein paar Jahre her, daß ich dort gearbeitet habe. Damals wurde am Sprinter nichts verzinkt, weil die Schweißroboter dafür nicht ausgelegt waren.
Eigentlich empfand ich die Qualitätssicherung als sehr gut. Jeder Mitarbeiter stempelt jeden Arbeitsschritt auf einer am Fahrzeug hängenden Karte mit seinem persönlichen Stempel ab. Man kann also anschließend exakt nachvollziehen, wer welches Auto mitgebaut hat. Und persönlcihe Fehler einzelner benennen.
Es gab nur einen Haken: Die Mitarbeiter haben nicht die Freiheit, wie bei Toyota das Band anzuhalten, wenn sie einen Fabrikationsfehler feststellen. Ein stillstehendes Band führte dort sofort zu Druck der Hierarchie nach auf alle Beteiligten; Stückzahlen, Stückzahlen, Stückzahlen... das ging soweit, daß Leute aus höheren Etagen, die gar nicht dazu berechtigt waren, versuchten das Band wieder in Betrieb zu nehmen, während die Instandsetzer noch bei der Fehlersuche waren.
Bei Ford in Köln habe ich die Qualitätssicherung so erlebt: Auf zwanzig Mann rennt einer mit einem Drehmomentschlüssel hin und her und guckt mal hier und guckt mal da. Abgesehen davon, daß er nicht mehr als Stichproben machen kann, ist so eine Feststellung, wer da schlampig gearbeitet hat, nicht möglich, das geht im Kollektiv unter.
Im Gegensatz zum Sprinter, wo es im Rohbau immer noch verhältnismäßig viel Handarbeit gibt, ist der Fiesta Rohbau nahezu vollautomatisiert.
Grüße: Markus
Zitat:
Original geschrieben von BravoSierra
@Zinnenberg
In Düsseldorf werden doch die Transporter von DC und VW hergestellt. Bist Du sicher, dass die tatsächlich die Karosserien mit Wachs fluten? Ich vermute, dass die Hohlraumkonservierung eingespritzt wird.
Ansonsten stimmt natürlich, dass die Konservierung erst nach der Lackierung erfolgt.
Gruß BS