Rost oder die Qualität bei DC

Mercedes E-Klasse W211

ich stöber hier das 211er Forum durch und lese dabei immer wieder von Rostbefall, mehr oder weniger stark. Die 211er sind ja gerade max. 4 Jahre alt und schon Rost ? Haben die denn bei DC durch den 210er nix gelernt ? war denn der 124er wirklich der letzte Benz, der dem Qualitätsanspruch auch wirklich standhält, was man vom Stern erwartet ? Ich bin entsetzt.
Wie sieht es denn bei anderen Herstellen der etwas gehobeneren Preisklasse aus ? Haben BMW, Audi, Volvo und Co. auch so Probs oder ist es da besser ?

172 Antworten

Zitat:

Original geschrieben von BravoSiera


Ich glaube, da hat Ferrocen oder die Audi Kundenbetreuung sich vertan.

Wenn dann hat sich die Audi Kundenbetreuung vertan! 😉

Und dass ist ja was ich die ganze Zeit sage, dass das was die Kundenbetreuung so von sich gibt nicht unbedingt mit höchster Sorgfalt zusammengestellt wird (vorsichtig ausgedrückt 😁 ) .

Aber so lange ich das Gegenteil nicht sicher weiß, werde ich mich hier "nicht aus dem Fenster lehnen" .

Ich gebe hier nur einige Dinge zu bedenken:

1.) Jeder der schonmal irgendetwas lackiert hat weis, dass eine wachs- und fettfreie Oberfläche unbedingt notwendig ist.

Warum sollte dann ein Autohersteller, ohne Not, die Karosserie vor dem Lackieren mit Wachs fluten?
Sorry, aber da macht es viel mehr Sinn die lackierte Karosserie mit Wachs zufluten. Auch das Ergebnis (alle Hohlräume geschützt) ist das Gleiche. Und dem Wachs ist es doch egal, ob der auf der verzinkten, oder der verzinkt und lackierten Karosserie aufgebracht wird.

2.) Um ein Blechteil mit Zink zu beschichten muss die Oberfläche gereinigt und aktiviert werden. Dabei werden z.B. auch Schweissrückstände entfernt (kann z.B. durch Beizen erfolgen).

Wenn nun die bandverzinkten Bleche zur Rohkarosserie zusammen geschweisst werden entstehen wieder Schweissrückstände. Ein IMHO für die galvanische Beschichtung erforderliches Beizen würde nun aber die ursprüngliche Zinkschicht angreifen.

Oder gibt es in der Automobilindustrie hierfür abweichende Verfahren?

Auch die Frage nach der Wirtschaftlichkeit stellt sich, wenn nur um die Schnittkanten (wieviel Prozent der gesamten Karosserieoberfläche sind das?) zu schützen die gesamte Karosserie nochmals galvanisch verzinkt wird.

Ferrocen hat doch auch schon darauf hingewiesen, dass die Schnittkanten aufgrund des Herstellungsverfahrens ("verschmieren" der Zinkschicht) und der "Opferung" des umliegenden Zinks geschützt sind.

Es ist IMHO kaum anzunehmen, das Audi hier ein sehr viel aufwendigeres Verfahren (2. galvanisches Verzinken der kompletten Rohkarosserie aus bandverzinkem Blech) als andere Hersteller anwendet.

3.) Bei der Verwendung von hochfesten, pressgehärteten Stählen ist sowohl das Feuerverzinken als auch die galvanische Verzinkung nicht möglich (wg. Festigkeitabfall bzw. Bruchgefahr). Gerade diese Bleche werden aber in Zukunft vermehrt im Karosserierohbau verwendet. Und zwar gerade für Strukturbauteile wie Längsträger, B-Säulen und Crashboxen. Somit ist späestens dann die galvanische Verzinkung der Rohbaukarosserie nicht mehr möglich.

Aber sicher hat die Audi Kundenbetreuung all dies recherchiert 😁 .

Grüße
Peter

Zitat:

Original geschrieben von Rambello


Es geht nicht nur um Rost!

 

In diesem Thread schon. 😁

Grüße
Peter

Also,

für die Zweifler: bitte die AUDI-Kundenbetreuung anschreiben und ebenfalls ein Schreiben anfordern. Dann bitte die AUDI-Kundenbetreuung verklagen 😁

Zitat:

Original geschrieben von Perly


3.) Bei der Verwendung von hochfesten, pressgehärteten Stählen ist sowohl das Feuerverzinken als auch die galvanische Verzinkung nicht möglich (wg. Festigkeitabfall bzw. Bruchgefahr). Gerade diese Bleche werden aber in Zukunft vermehrt im Karosserierohbau verwendet. Und zwar gerade für Strukturbauteile wie Längsträger, B-Säulen und Crashboxen. Somit ist späestens dann die galvanische Verzinkung der Rohbaukarosserie nicht mehr möglich.

Siehst Du, in diesem Punkt bist Du nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Die Stahl- und Galvanikindustrie arbeiten z.B. mit meinem Lehrstuhl an der Entwicklung aprotischer Verfahren für die Abscheidung von Metallen. Wir reden hier nicht von organischen Lösemitteln. Ich will Dich nicht persönlich angreifen, ich denke schon, dass Du weißt, von was Du sprichst. Allerdings habe ich aus Deinen Äußerungen den Verdacht, dass Du nicht mehr auf der Höhe der Zeit bist und - leider - auch die Grundlagen nicht durchschaust.

Lies mal die folgenden Informationen:

www.ionmet.org

und

http://en.wikipedia.org/wiki/Ionic_liquid

Danach können wir uns gerne weiter unterhalten.

In der Tat würde mich die A6-Galvanik vor Ort interessieren. Ich werde mich mal an AUDI wenden und AUDI für meine Studenten eine Exkursion nach Neckarsulm vorschlagen.

Nix gegen begründete Kritik, bei Dir habe ich aber den Eindruck, dass Du grundsätzlich Alles in Frage stellst. Ich kann nicht mehr tun als mich auf die Aussagen von AUDI zu berufen. Seitens der Elektrochemie und der Galvanik sehe ich keine prinzipiellen Probleme, eine verzinkte Karosserie galvanisch zu verzinken. Das hält auch mechanisch. Ich werde am kommenden Donnerstag bei einer Tagung gerne aber nochmal die Galvanik-Leute fragen.

Viele Grüße

Frank

@ Perly
Der Thread heißt doch "Rost oder die Qualität bei DC"
Ich finde schon, daß hier auch noch andere Qualitätsbereiche als Rost angesprochen werden können !?

An die "Rostpäpste"

Ihr könntet ruhig auch mal folgende Themen diskutieren:
"Wie schütze ich meine (Alu)Felgen im (Salz)Winter"
oder
"Wie verhindere ich "Einbrennen von Bremstaub im Sommer"
oder
"Welche Felgen(Oberflächen) sind bzgl. Widerstandfähigkeit gegen o.g. "Effekte" zu empfehlen
oder
"Gibt es da auch schon "Nanolack-Felgen"
oder
"Schützt der Nanolack von MERCEDES gegen Rost besser, als der bei Audi oder BMW verwendete"

Ich glaube das würde hier viele noch mehr interessieren als ellenlange Abhandlungen über Verzinkungsmethoden im Werk, an denen man dann ja als Endkunde sowieso nichts mehr ändern kann.
Uns Kunden interessiert letzlich doch nur, wie gut das "Gesamtpaket" im Modell-Vergleich ist, also "was hinten rauskommt".

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@Perly,

irgendwo ist halt der Unterschied später, viel später sichtbar. Mittlerweile ist min Audi100 fast 19 Jahre alt, nach dem Waschen sieht er wieder fast wie neu aus. Und wenn Audi das ganz Auto komplett nochmals verzinkt, nur um die Schnittkanten zu schützen, so ist das nur gut für alle diejenigen, die halt viele Jahre das Auto behalten wollen. Ob das heiße Wachs nach dem Zusammenlöten der Bleche und nach dem Verzinken und nicht nach dem Lackieren eingebracht wird, dürfte ziemlich Wurscht sein. Wichtig, daß es gemacht wird. Da man vor dem Lackieren auf jeden Fall die Bleche reinigen muß, kann der Produktionsverlauf so falsch nicht sein. Aber auch wenn ich mich mehrmals wiederhole: Wie macht MB das jetzt bei den aktuellen Modellen; die haben ja einiges wieder gut zu machen.....

Zitat:

Original geschrieben von Ferrocen


Allerdings habe ich aus Deinen Äußerungen den Verdacht, dass Du nicht mehr auf der Höhe der Zeit bist und - leider - auch die Grundlagen nicht durchschaust.

Hallo Frank,

Wenn Du es auf die Wissenschaft beziehst, hast Du sicher recht.

Nur geht es hier um Autos die gebaut werden, oder in naher Zukunft auf den Markt kommen.

Also um Verfahren, die von der Autoindustrie geprüft und, viel wichtiger, freigegeben und angewendet werden.

Und Fakt ist, dass bei der Verwendung von hochfesten, pressgehärteten Stählen sowohl das Feuerverzinken als auch die galvanische Verzinkung nicht möglich (wg. Festigkeitabfall bzw. Bruchgefahr) ist. Und um diese beiden Verfahren geht es hier.

Zitat:

Original geschrieben von Ferrocen


Nix gegen begründete Kritik, bei Dir habe ich aber den Eindruck, dass Du grundsätzlich Alles in Frage stellst. Ich kann nicht mehr tun als mich auf die Aussagen von AUDI zu berufen.

Viele Grüße

Frank

Alles in Frage zu stellen, ist das nicht die Form von Neugier die man auch "Forschen" nennt? 😁

Ich glaube kaum, dass Du bei Deiner wissenschaftlichen Arbeit Pressemeldungen zu Rate ziehst (auf ähnlichem Niveau liegen IMHO auch die Antworten der Audi Kundenbetreuung).

Ich sehe halt in der Antwort der Kundenbetreuung von Audi Unstimmigkeiten. Und nur weil dick AUDI drübersteht muss ich das ja nicht gleich alles glauben.

Grüße
Peter

Zitat:

Original geschrieben von -audi-55-max-


[BOb das heiße Wachs nach dem Zusammenlöten der Bleche und nach dem Verzinken und nicht nach dem Lackieren eingebracht wird, dürfte ziemlich Wurscht sein.

Da hast Du eigentlich recht.

Nur wird es IMHO erst nach dem Lackieren gemacht.

Für mich ist das nur deshalb wichtig, weil die Audi Kundenbetreuung ja anscheinend das Gegenteil behauptet.
Damit stellt sich dann die Frage wieviel von dem Rest stimmt den die Audi Kundenbetreuung geschrieben hat.

Aber mit Argumenten werden wir hier wohl eher nicht weiterkommen.

Interessanter wäre mal von einem "Insider" zu erfahren wie es jetzt wirklich bei AUDI und im Vergleich bei Mercedes gemacht wird.

Grüße
Peter

Hallo Perly,

ich möchte die Diskussion an dieser Stelle unterbrechen, bis Du Beweise hast, dass die AUDI-Kundenbetreuung höchst offiziell auf AUDI-Papier Lügen verzapft. Das ist eine schwer wiegende Unterstellung, die zu beweisen ist.

Ein paar weitere Kommentare:

ich vermute, dass Du in Metallurgie und Galvanik ein gewisses - vermutlich sehr stark praxisorientiertes - Grundwissen hast. Bitte extrapoliere aber nicht auf den heutigen Stand der Forschung. Sei versichert, dass die Stahlindustrie zusammen mit Kollegen am Korrosionsschutz hochfester Stähle - z.B. der sog. TRIP-Stähle - arbeitet.

Ich weiß selber um die Wasserstoffversprödung mancher z.B. Titan-haltiger Stähle. Das wird aber nur die wenigsten hier interessieren. Abgesehen davon hat die Stahlindustrie zwischenzeitlich Konzepte gefunden. An der galvanischen Verzinkung (z.B. im basischen Medium bei drastisch reduzierter Wasserstoffentwicklung) wird mit Hochdruck gearbeitet.

Sei versichert, dass ich weiß, was einen guten Forscher ausmacht. Ein guter Forscher wird eine Abbruchbedingung definieren können, wenn der Aufwand in keiner Relation mehr zum Gewinn steht. Das ist hier in diesem thread bzgl. der Verzinkung von Karosserien erreicht.

Ich wiederhole daher:

1. die Aussagen der AUDI-Kundenbetreuung machen Sinn, und selbstverständlich kann man Zink sowohl im Sauren als auch im Basischen chemisch oder elektrochemisch beizen, bevor verzinkt wird. Schon mal was von anodischem Ätzen gehört ?

2. Selbstverständlich kann man prinzipiell die verzinkte Karosserie mit Wachs fluten. Wie auch bei einer lackierten Karosserie muss das überflüssige Wachs wieder entfernt werden.

3. Selbstverständlich kann und muss man prinzipiell (organische und anorganische) Schweißrückstände entfernen, bevor eine Galvanik erfolgt. Vor der elektrophoretischen Grundierung und der Lackierung ist das eh notwendig.

Und, lieber Perly, Du bist nun in der Pflicht, die Behauptungen der AUDI-Kundenbetreuung zu widerlegen. Vorher werde ich hier Deine Kommentare nicht beantworten. Mit meinen Mitarbeitern halte ich es generell wie folgt: selbstverständlich darf man den Professor kritisieren, da gibt es an meinem Lehrstuhl keine Hierarchie. Allerdings erwarte ich stets harte und unwiderlegbare Fakten. Wenn dann feststeht, dass sich der Professor geirrt hat, gibt es eine Runde Bier und Pizza - es ist bis heute noch nicht vorgekommen. 😉

Daher gilt nun folgendes Angebot:

wenn Du - hieb- und stichfest - die Aussagen der AUDI-Kundenbetreuung widerlegst, gibt es eine Einladung an den Lehrstuhl nebst Mittagessen im besten Restaurant vor Ort.

Ich erwarte nun Deine Beweise. Vorher werde ich auf Deine diesbezüglichen Bedenken und Behauptunge nicht mehr antworten.

Ich halte es daher wie folgt: "Wenn der Klügere nachgibt, hat der Dumme das sagen". Zumindest ich ziehe mich bis zu den handfesten Beweisen von Deiner Seite zurück.

Im übrigen würde mich noch immer brennendst interessieren, was Mercedes zum Karosseriebau des W211 und zur Verzinkung zu sagen hat.

Zum Nanolack: nein, ein nano-Klarlack mit SiO2-Nanopartikeln wird nicht besser vor Korrosion schützen als ein normaler Lack.

Das Einbrennen von Bremsstaub kann man nicht prinzipiell verhindern. Eine Behandlung mit Felgenversiegelung reduziert jedoch das Einbrennen beträchtlich.

Viele Grüße

Frank

Zitat:

Original geschrieben von Perly


Hallo Frank,

Wenn Du es auf die Wissenschaft beziehst, hast Du sicher recht.

Nur geht es hier um Autos die gebaut werden, oder in naher Zukunft auf den Markt kommen.

Also um Verfahren, die von der Autoindustrie geprüft und, viel wichtiger, freigegeben und angewendet werden.

Und Fakt ist, dass bei der Verwendung von hochfesten, pressgehärteten Stählen sowohl das Feuerverzinken als auch die galvanische Verzinkung nicht möglich (wg. Festigkeitabfall bzw. Bruchgefahr) ist. Und um diese beiden Verfahren geht es hier.

Alles in Frage zu stellen, ist das nicht die Form von Neugier die man auch "Forschen" nennt? 😁

Ich glaube kaum, dass Du bei Deiner wissenschaftlichen Arbeit Pressemeldungen zu Rate ziehst (auf ähnlichem Niveau liegen IMHO auch die Antworten der Audi Kundenbetreuung).

Ich sehe halt in der Antwort der Kundenbetreuung von Audi Unstimmigkeiten. Und nur weil dick AUDI drübersteht muss ich das ja nicht gleich alles glauben.

Grüße
Peter

Vorab folgend Info:

ich habe soeben einen Kollegen aus der Stahlindustrie konsultiert: es gibt nur ganz wenige Stähle, die man noch nicht via hot dipping verzinken kann. Das hängt aber eher mit dem Fertigungsprozess zusammen als einen prinzipiellen Grund zu haben.

Nur bei sicherheitsrelevanten Bauteilen im Auto darf im wässrigen Medium galvanisch nicht verzinkt werden. Ein Beispiel wären die Radnaben.

So, lieber Perly, jetzt bin ich mal auf die hieb- und stichfeste Gegenargumentation gespannt.

Grüße

Frank

Zitat:

Original geschrieben von Ferrocen


, dass die AUDI-Kundenbetreuung höchst offiziell auf AUDI-Papier Lügen verzapft. Das ist eine schwer wiegende Unterstellung, die zu beweisen ist.

 

Also so hart würde ich das nicht formulieren. Da wird einfach einem "Kunden" geantwortet.

BTW:

Hier mal was Audi auf der HP schreibt:

"Optimalen Korossionsschutz bieten bei der Verarbeitung von Stahlblech nur vollverzinkte Karosserien. Hier hat die 12-Jahres-Garantie gegen Durchrostung ihre Wurzeln. Die Bodengruppe mit Rahmenteilen und nicht sichtbare Innenteile besitzen teilweise eine Feuerverzinkung. Sichtbare Außenhautteile hingegen - etwa Dach, Seitenteil, Türen und Tankdeckel - tragen auf der Metalloberfläche eine sehr feine galvanische Verzinkung. Beide Blecharten kommen bereits behandelt in die Fabrik. Die Zinkschicht verleiht dem Blech zusätzliche Steifigkeit (siehe auch: Karosseriesteifigkeit und Karosseriequalität)."

Da steht: "Beide Blecharten kommen bereits behandelt in die Fabrik. "

Nachzulesen hier

IMHO ist das aber auch nicht aussagekräftiger als die Auskunft der Kundenbetreuung.

Zumindest unterscheidet es sich aber wesentlich von deren Aussage.

Ich werde weiter am Ball bleiben. Leider habe ich keine Kontakte zu Audi und ob mein Kontakt zu VW seit den jüngsten Ereignissen dort noch hilfreich ist weis ich nicht.

Ich kann eher etwas heraus finden wie es Mercedes macht (darum geht es ja heir eigentlich 😁).

Zitat:

Original geschrieben von Ferrocen


ich vermute, dass Du in Metallurgie und Galvanik ein gewisses - vermutlich sehr stark praxisorientiertes - Grundwissen hast. Bitte extrapoliere aber nicht auf den heutigen Stand der Forschung. Sei versichert, dass die Stahlindustrie zusammen mit Kollegen am Korrosionsschutz hochfester Stähle - z.B. der sog. TRIP-Stähle - arbeitet.

Stimmt, ich habe ein gesundes Halbwissen 😁. Weit entfernt von dem heutigen Stand der (Grundlagen-)Forschung. Aber hier geht es ja um Autos die produziert werden und um Verfahren, die von der Autoindustrie auch freigegeben und angewendet werden.

Zitat:

Original geschrieben von Ferrocen


wenn der Aufwand in keiner Relation mehr zum Gewinn steht. Das ist hier in diesem thread bzgl. der Verzinkung von Karosserien erreicht.

 

Wie kommst Du darauf? Bis jetzt ist weder klar wie Audi noch wie Mercedes die Verzinkung darstellt.

Zitat:

Original geschrieben von Ferrocen


Ich wiederhole daher:

1. die Aussagen der AUDI-Kundenbetreuung machen Sinn, und selbstverständlich kann man Zink sowohl im Sauren als auch im Basischen chemisch oder elektrochemisch beizen, bevor verzinkt wird. Schon mal was von anodischem Ätzen gehört ?

2. Selbstverständlich kann man prinzipiell die verzinkte Karosserie mit Wachs fluten. Wie auch bei einer lackierten Karosserie muss das überflüssige Wachs wieder entfernt werden.

3. Selbstverständlich kann und muss man prinzipiell (organische und anorganische) Schweißrückstände entfernen, bevor eine Galvanik erfolgt. Vor der elektrophoretischen Grundierung und der Lackierung ist das eh notwendig.

 

Natürlich KANN man das alles machen. Die Frage ist: wird es auch gemacht? Ist es wirtschaftlich? Und praxisgerecht?

Selbst sinnvolle Dinge werden leider von der Autoindustrie abgelehnt weil sie zu teuer sind oder nicht ausreichend erprobt, bzw. es keine auditierten Fertigungsstätten gibt.

Zitat:

Original geschrieben von Ferrocen


selbstverständlich darf man den Professor kritisieren, da gibt es an meinem Lehrstuhl keine Hierarchie. Allerdings erwarte ich stets harte und unwiderlegbare Fakten. Wenn dann feststeht, dass sich der Professor geirrt hat, gibt es eine Runde Bier und Pizza - es ist bis heute noch nicht vorgekommen. 😉

Ich denke hier im Forum darf jeder, unabhängig von seinem Hintergrund, kritisiert werden.

Als harte und unwiderlegbare Fakten würde ich ein Schreiben der Audi Kundenbetreuung nun nicht gerade bezeichnen (aber das habe ich ja schon mehrmals geäussert ).

Zitat:

Original geschrieben von Ferrocen


Daher gilt nun folgendes Angebot:

wenn Du - hieb- und stichfest - die Aussagen der AUDI-Kundenbetreuung widerlegst, gibt es eine Einladung an den Lehrstuhl nebst Mittagessen im besten Restaurant vor Ort.

Das ist dochmal ein Angebot. Da kann sich dann nicht nur der Leib sondern auch der Geist laben 😁 .

Selbstverständlich gilt das Angebot umgekehrt (habe allerdings keinen Lehrstuhl, aber ein gutes Restaurant kenne ich schon) wenn ich Dich nicht widerlegen kann.

Zitat:

Original geschrieben von Ferrocen


Ich erwarte nun Deine Beweise. Vorher werde ich auf Deine diesbezüglichen Bedenken und Behauptunge nicht mehr antworten.

Ich werde mich kümmern. Bitte aber um Verständnis, dass das etwas dauern kann. Hin und wieder muss ich nämlich auch mal Geld verdienen.

Zitat:

Original geschrieben von Ferrocen


Ich halte es daher wie folgt: "Wenn der Klügere nachgibt, hat der Dumme das sagen". Zumindest ich ziehe mich bis zu den handfesten Beweisen von Deiner Seite zurück.

Na, na, das ist aber jetzt grenzwertig. Hoffentlich verstehen das die Moderatoren nicht. 😁

Zitat:

Original geschrieben von Ferrocen


Im übrigen würde mich noch immer brennendst interessieren, was Mercedes zum Karosseriebau des W211 und zur Verzinkung zu sagen hat.

Ja mal schauen, ob ich da was machen kann.

Grüße
Peter

Zitat:

Original geschrieben von Ferrocen


Vorab folgend Info:

ich habe soeben einen Kollegen aus der Stahlindustrie konsultiert: es gibt nur ganz wenige Stähle, die man noch nicht via hot dipping verzinken kann. Das hängt aber eher mit dem Fertigungsprozess zusammen als einen prinzipiellen Grund zu haben.

Nur bei sicherheitsrelevanten Bauteilen im Auto darf im wässrigen Medium galvanisch nicht verzinkt werden. Ein Beispiel wären die Radnaben.

Die Automobilindustrie will Strukturbauteile (sicherheitsrelevant) wie z.B. B-Säulen, Steitenaufprallschutz in den Türen, Stossfängerhalter und ähnliches aus Festigkeits- und Gewichtsgründen aus hochfesten, pressgehärteten Bauteilen herstellen.

Diese fertigen Bauteile sind anfällig für Wasserstoffversprödung und verlieren signifikant an Festigkeit wenn Sie in flüssiges Zink getaucht werden. Aufgrund des Fertigungsprozesses ist es nicht möglich die Bauteile aus bandverzinktem Material herzustellen.

Da es zur Zeit keine Zinkbeschichtung in der Grossserie für diese Bauteile gibt, werden diese Bauteile heute teilweise ohne Zinkbeschichtung in Serie in den Fahrzeugen (z.B. Passat 3C, diverse Mercedes Modelle, diverse Volvo Modelle) verbaut.

Für Bauteile aus pressgehärtetem Material wird für die Zukunft eine sehr viel größere Verwendung in den Fahrzeugen prognostiziert. Nur muss das Beschichtungsproblem gelöst werden.

Da können dann keine Rohkarosserien in Bäder für die galvanische Verzinkung getaucht werden.

Grüße
Peter

Beweise bitte, keine Behauptungen !

Grüße

Frank

Zitat:

Original geschrieben von Perly


Die Automobilindustrie will Strukturbauteile (sicherheitsrelevant) wie z.B. B-Säulen, Steitenaufprallschutz in den Türen, Stossfängerhalter und ähnliches aus Festigkeits- und Gewichtsgründen aus hochfesten, pressgehärteten Bauteilen herstellen.

Diese fertigen Bauteile sind anfällig für Wasserstoffversprödung und verlieren signifikant an Festigkeit wenn Sie in flüssiges Zink getaucht werden. Aufgrund des Fertigungsprozesses ist es nicht möglich die Bauteile aus bandverzinktem Material herzustellen.

Da es zur Zeit keine Zinkbeschichtung in der Grossserie für diese Bauteile gibt, werden diese Bauteile heute teilweise ohne Zinkbeschichtung in Serie in den Fahrzeugen (z.B. Passat 3C, diverse Mercedes Modelle, diverse Volvo Modelle) verbaut.

Für Bauteile aus pressgehärtetem Material wird für die Zukunft eine sehr viel größere Verwendung in den Fahrzeugen prognostiziert. Nur muss das Beschichtungsproblem gelöst werden.

Da können dann keine Rohkarosserien in Bäder für die galvanische Verzinkung getaucht werden.

Grüße
Peter

Zitat:

Original geschrieben von Ferrocen


Beweise bitte, keine Behauptungen !

Grüße

Frank

 

Hallo Frank,

also ich will mich ja nicht drücken, aber das sprengt nun sicher den Rahmen dieses Threads. Vorallem weil bei den pressgehärteten Bauteilen die Beschichtung ja auch nur ein, wenn auch wichtiger, Aspekt ist.

Zudem geht hier auch um interen Informationen aus den einzelnen Firmen (Zulieferer und Automobilhersteller). Die werde ich sicher nicht öffentlich in ein Forum stellen (sonst ist es mit dem Geld verdienen bald vorbei 😁) . Auch wenn Du vielleicht meinst ich würde Vertraulichkeit nicht achten.

Wenn wir uns denn früher oder später einmal kennen lernen und gut essen gehen, können wir das gerne im Detail behandeln.

Mich interessiert auch wirklich Deine Arbeit (Deine Links haben meine Neugier geweckt).

Sei versichert, dass ich bei den pressgehärteten Bauteilen wirklich im Thema bin 😁 .

Grüße
Peter

Mit der Vertagung bin ich einverstanden ... 🙂. Es sollte nicht zu schwer für Dich sein, mich zu lokalisieren. Ganz verstecken tue ich mich ja bewusst nicht.

Viele Grüße

Frank

Zitat:

Original geschrieben von Perly


Hallo Frank,

also ich will mich ja nicht drücken, aber das sprengt nun sicher den Rahmen dieses Threads. Vorallem weil bei den pressgehärteten Bauteilen die Beschichtung ja auch nur ein, wenn auch wichtiger, Aspekt ist.

Mich interessiert auch wirklich Deine Arbeit (Deine Links haben meine Neugier geweckt).

Sei versichert, dass ich bei den pressgehärteten Bauteilen wirklich im Thema bin 😁 .

Grüße
Peter

Zitat:

Original geschrieben von Ferrocen


Ganz verstecken tue ich mich ja bewusst nicht.

Und warum hast Du dann Deinen Wagen umgemeldet? 😁

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