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Rechtsfrage: Radfahrer gegen KfZ

Themenstarteram 16. April 2011 um 0:41

Hidiho.

Ich hatte heute ein "lustiges" Erlebnis, zu dem ich mal gerne wüsste, wie die Rechtslage wäre, wenn es zum Aufprall gekommen wäre.

Also folgende Verkehrssituation:

Eine Hauptstraße geht aus der Stadt raus, auf der ich fahre (mäßiger Verkehr). Nach ca. 3km kommt eine T-Kreuzung, an der ich nach links in Richtung unseres Dorfes abbiegen wollte. Dort musste ich anhalten, weil Verkehr von vorne kam. Als es dann kurzzeitig frei wurde, habe ich etwas kräftiger Gas gegeben (kein Burnout!) um die Lücke zu nutzen und abzubiegen. Auf der Straße, in die ich einbiegen wollte, stand schon eine lange Schlange an Fahrzeugen die auf die Hauptstraße raus wollten.

An der Hauptstraße geht auch ein Radweg lang, der die Straße Richtung Dorf überquert. An diesem Radweg stehen auf jeder Seite zur Kreuzung Vorfahrt-Achten-Schilder. Nun hat sich ein Mädel auf ihrem Fahrrad durch die Schlange an wartenden Autos geschlängelt und wollte gerade über die Kreuzung drüber (scheinbar ohne absteigen, weder vor dem Überqueren, noch dabei), wobei sie mir beinahe vor das Auto wäre. Allerdings konnte sie gerade noch bremsen, was ich definitiv nicht mehr geschafft hätte.

So, die Situation hatte ich dann zur Kenntnis genommen und abgehakt.

Und nun die Frage dazu:

Wie wäre meine rechtliche Lage gewesen, wenn ich das Mädel erwischt hätte?

Man sollte noch dazu sagen, dass die Autoschlange so dicht war, dass ich sie vorher nicht sehen konnte. Außerdem verläuft der Radweg durch Baum-bewachsenes Gebiet (sehr dicht) neben der Hauptstraße, in ca. 10m Entfernung zu dieser und der Wald geht bis direkt an die Straße zum Dorf heran (also keine Chance das Mädel früher zu sehen).

Im Anhang mal ein Bildchen dazu.

Unbenannt
Beste Antwort im Thema

Aufgrund der höheren Verkehrsgefährdung bekommt man auch bei scheinbar eindeutigen Fällen im allg. als Autofahrer immer eine Mitschuld, weil man als stärkerer Verkehrsteilnehmer eben eine besondere Obachtspflicht hat, andere weder zu behindern noch zu gefährden noch zu schädigen!

Insofern finde ich, als derzeit den ÖPNV nutzender Fußgänger, in HH immer das Verhalten der Fahrradfahrer besonders charmant.

a) Sie fahren wie gesengte Säue auf allen Rad-, Fuß- und sonstigen Wegen in alle Fahrtrichtungen und halten sich an keinerlei Verkehrsregeln, Ampeln etc.

b) Sie meinen, als ggü. Autofahrern schwächerer Verkehrsteilnehmer grundsätzlich immer im Recht zu sein und immer und überall Vorfahrt zu haben

c) Komischerweise begreifen sie aber nicht, dass die ggü. einem Fußgänger (wie beispielsweise mir) die höhere Verkehrsgefährdung besitzen. Stattdessen wird man im Nahbereich des Radweges aggressiv weggeklingelt (der Radweg liegt sehr eng und schmal im direkten Einstiegsbereich einer Bushaltestation!), sie fahren natürlich auch über die Fußwege und zwischen den Ein- oder Aussteigenden hindurch und sind der komischen und völlig irrigen Annahme, dass hier alle Fußgänger auf SIE Rücksicht nehmen müssten und nicht umgekehrt.

Ich bin selbst Radfahrer (und Fußgänger und Autofahrer), verhalte mich aber niemals so und kann daher einfach nur bestürzt den Kopf darüber schütteln.

Über kurz oder lang rechne ich angesichts der div. Beinahzusammenstöße mit einer Kollision. Habe mich jetzt schon mal vorab informiert, denn in so einem Fall werde ich diese Kamikaze-Radfahrer vor Gericht zerren, kann einfach nicht sein, dass man sich so rücksichtslos im Verkehr verhält und meint, alle anderen müssten sich einem anpassen etc.

z.B. kommt man hinter einer (durchgehend verglasten und also einsehbaren) Bushaltestelle hervor, achtet schon von selbst auf den Radweg und wird dann von Radfahrern mit weit überhöhter Geschwindigkeit aus beiden Richtungen !!! so gut wie über den Haufen gefahren, obwohl die ja genau gesehen haben, dass da Fußgänger aus dem Bus strömen und zwangsweise an dieser Stelle den Radweg queren müssen. Angepasste Geschwindigkeit, korrekte Fahrtrichtung, Bremsbereitschaft, Rücksichtnahme als stärkerer Verkehrsteilnehmer? Alles null-komma-null!

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Wenn dies ein Radweg war wird die Hauptschuld bei dir liegen, da hilft wenn du wenig bis nichts siehst nur die Geschwindigkeit anzupassen, auf einem Radweg kann es immer passieren das dort Radfahrer unterwegs sind, musst entsprechend langsam fahren.

Zitat:

Original geschrieben von OneGamer

(also keine Chance das Mädel früher zu sehen).

Und genau deswegen ist besondere Obacht geboten, oder fährst Du öfters irgendwo hin oder rein obwohl Du keine Chance hast irgendetwas 'wichtiges' zu sehen?

Ganz davon ab: Was bringt Dir die Frage nach der 'Schuld' in einem solchen Fall? Du hast 'ne Beule im Auto, das Mädchen ist (im Schlimmsten Fall) für den Rest ihres Lebens querschnittsgelähmt, Deine Versicherung kommt dafür auf auch wenn Du 100% Schuld hast.

Für Dich also kein Problem.

Daher sollte man ganz ab der Schuldfrage auf riskante Manöver verzichten und erst losrollen, wenn die Strecke zweifelsfrei frei ist.

Und man sollte immer mit VT rechnen, die die Verkehrsregeln in voller Absicht verletzten, oder es nicht wissen, abgelenkt, Kinder, Oberlehrer, eingeschlafen oder berauscht sind.

am 16. April 2011 um 1:28

Wenn die "Vorfahrt achten" Schilder so aufgestellt sind, dass diese für den Radweg gelten, dann wäre in diesem Fall die Radfahrerin schuld gewesen.

Ob es ihr im Falle eines Unfalles etwas bringt, wer nun Schuld hat, sei mal dahingestellt. Ich gehe jedoch davon aus, anhand der Zeichnung, dass die "Vorfahrt achten" Schilder nicht zum Spass für den Radweg gelten.

 

am 16. April 2011 um 1:41

Zitat:

Original geschrieben von bigLBA

Und genau deswegen ist besondere Obacht geboten, oder fährst Du öfters irgendwo hin oder rein obwohl Du keine Chance hast irgendetwas 'wichtiges' zu sehen?

Und genau deshalb stehen da sicher nicht umsonst die "Vorfahrt achten" Schilder für den Radweg !

 

 

 

Zitat:

Original geschrieben von bigLBA

 

Und man sollte immer mit VT rechnen, die die Verkehrsregeln in voller Absicht verletzten, oder es nicht wissen, abgelenkt, Kinder, Oberlehrer, eingeschlafen oder berauscht sind.

Sorry, aber ich stehe nicht für anderer Leute Fehler gerade. Als Radfahrer muss ich wissen, dass ich keine Knautschzone habe. Diese Fehler mache ich als Radler nur einmal.

 

Unter diesen Gesichtspunkten, die Du da aufgelistet hast würde ich auch auf mein Recht kämpfen, dass dort der Radfahrer die volle Schuld bekommt.

Jawohl Herr Richter Hold.

Zitat:

Original geschrieben von Roter-Baron

Sorry, aber ich stehe nicht für anderer Leute Fehler gerade. Als Radfahrer muss ich wissen, dass ich keine Knautschzone habe. Diese Fehler mache ich als Radler nur einmal.

Wer sagt denn, daß die Fahradfahrerin einen Fehler begangen hat? Du konntest sie ja irgendwie nicht sehen ... dann ist es nicht schwer vorstellbar, daß sie Dich ebenfalls nicht gesehen hat.

In Kreuzungsbereichen ist oberste Vorsicht geboten! Besonders beim Links-Abbiegen.

Bist du sicher das die Schilder so stehen wie du sie eingemalt hast? Wenn ja, dann hættest du warten muessen. Eigendlich ist der Radweg so wie er verlæuft gegenueber dir Vorfahrtsberechtigt. Oder stehen die Schilder in Richtung Radweg? Dann ist es die Schuld der Radlerin.

Aufgrund der höheren Verkehrsgefährdung bekommt man auch bei scheinbar eindeutigen Fällen im allg. als Autofahrer immer eine Mitschuld, weil man als stärkerer Verkehrsteilnehmer eben eine besondere Obachtspflicht hat, andere weder zu behindern noch zu gefährden noch zu schädigen!

Insofern finde ich, als derzeit den ÖPNV nutzender Fußgänger, in HH immer das Verhalten der Fahrradfahrer besonders charmant.

a) Sie fahren wie gesengte Säue auf allen Rad-, Fuß- und sonstigen Wegen in alle Fahrtrichtungen und halten sich an keinerlei Verkehrsregeln, Ampeln etc.

b) Sie meinen, als ggü. Autofahrern schwächerer Verkehrsteilnehmer grundsätzlich immer im Recht zu sein und immer und überall Vorfahrt zu haben

c) Komischerweise begreifen sie aber nicht, dass die ggü. einem Fußgänger (wie beispielsweise mir) die höhere Verkehrsgefährdung besitzen. Stattdessen wird man im Nahbereich des Radweges aggressiv weggeklingelt (der Radweg liegt sehr eng und schmal im direkten Einstiegsbereich einer Bushaltestation!), sie fahren natürlich auch über die Fußwege und zwischen den Ein- oder Aussteigenden hindurch und sind der komischen und völlig irrigen Annahme, dass hier alle Fußgänger auf SIE Rücksicht nehmen müssten und nicht umgekehrt.

Ich bin selbst Radfahrer (und Fußgänger und Autofahrer), verhalte mich aber niemals so und kann daher einfach nur bestürzt den Kopf darüber schütteln.

Über kurz oder lang rechne ich angesichts der div. Beinahzusammenstöße mit einer Kollision. Habe mich jetzt schon mal vorab informiert, denn in so einem Fall werde ich diese Kamikaze-Radfahrer vor Gericht zerren, kann einfach nicht sein, dass man sich so rücksichtslos im Verkehr verhält und meint, alle anderen müssten sich einem anpassen etc.

z.B. kommt man hinter einer (durchgehend verglasten und also einsehbaren) Bushaltestelle hervor, achtet schon von selbst auf den Radweg und wird dann von Radfahrern mit weit überhöhter Geschwindigkeit aus beiden Richtungen !!! so gut wie über den Haufen gefahren, obwohl die ja genau gesehen haben, dass da Fußgänger aus dem Bus strömen und zwangsweise an dieser Stelle den Radweg queren müssen. Angepasste Geschwindigkeit, korrekte Fahrtrichtung, Bremsbereitschaft, Rücksichtnahme als stärkerer Verkehrsteilnehmer? Alles null-komma-null!

Themenstarteram 16. April 2011 um 13:49

Ok, also Schuld bin ich auf jeden Fall, das ist mir klar, auch wenn nur zum Teil.

Gerade an so einer Stelle sollte man aber (auch wegen der Schilder und der herrschenden Verkehrslage) vom Rad absteigen, beim Seitenwechsel. Das ist in meinen Augen die gleiche Situation wie in einer Straße, wenn jemand ohne Querungshilfe über die Straße möchte und dabei zwischen den Autos durch läuft, die eng hintereinander geparkt am Straßenrand stehen (typische Frage in der Führerscheinprüfung, wie verhält man sich da). Normal bleibt man auch stehen und guckt. Aber die ist ja direkt raus gefahren mit dem Radel.

Auch wenn ich zügig angefahren bin, schnell war ich bei Leibe nicht (6 Meter zurück gelegt, also grade über die Fahrbahn drüber), mit 70PS und einem uralten Auto kommt man eben nicht so schnell von der Stelle.

 

Damit wäre der Fall abgeschlossen, in Zukunft denke ich mehr für andere (dumme) Verkehrsteilnehmer mit. Normal tu ich das auch schon, aber da beschränke ich mich auch eher auf die Autofahrer.

 

P.S.: Ähnliche Situation hatte ich in der Fahrschule während der ersten Fahrprüfung. Ich wollte links abbiegen und im Kreuzungsbereich stand direkt bis zur Straße hin ein weißer Transporter ohne Fenster. Und beim Abbiegen kam plötzlich ein Fußgänger von dahinter an gerannt und wollte über die Straße, in die ich einbiegen wollte. Hat der Prüfer mich natürlich durchfallen lassen, aber da war auch keine Chance, den rechtzeitig zu sehen. Aber gut, im zweiten Anlauf hats dann geklappt :p

Wichtig ist natürlich auch das Alter der Radfahrerin, zum einen formal, zum anderen im eventuellen Falle eines Prozesses auch unter dem Gesichtspunkt "Persönliche Reife".

 

Was mich aber schon interessiert, sind diese "Vorfahrt achten" Schilder am Radweg. Wenn der TE dann trotzdem 100 % Schuld hätte, wären die ja nun völlig sinnlos und im Endeffekt sogar rechtswidrig, da überflüssig und bedeutungslos :rolleyes:. Oder sehe ich da etwas verkehrt ?

am 16. April 2011 um 17:49

Zitat:

Original geschrieben von Manitoba Star

Was mich aber schon interessiert, sind diese "Vorfahrt achten" Schilder am Radweg. Wenn der TE dann trotzdem 100 % Schuld hätte, wären die ja nun völlig sinnlos und im Endeffekt sogar rechtswidrig, da überflüssig und bedeutungslos :rolleyes:. Oder sehe ich da etwas verkehrt ?

Auf Grund der großen Entfernung (ca. 10 m laut TE) würde ich den Radweg nicht mehr zu der parallel verlaufenden Straße gehörig betrachten, die Kreuzung des Radweges mit der Straße zum Dorf ist somit unabhängig von der Abzweigung. Das sehen offensichtlich auch die zuständigen Behörden so, die für die Radfahrer auf dem Radweg 'Vorfahrt achten' beim Überqueren der Straße zum Dorf angeordnet haben.

Das Schild 'Vorfahrt achten' erfordert jedoch nicht, anzuhalten oder gar abzusteigen; die Radfahrer müssen lediglich dem Querverkehr Vorfahrt gewähren. Da der Radfahrerin durch die wartenden Fahrzeuge vermutlich die Sicht behindert war, hätte sie sich etwas vorsichtiger an die Gegenfahrbahn herantasten müssen. Der TE musste allerdings auch damit rechnen, dass Radfahrer an dieser Stelle die Fahrbahn überqueren wollen und zwischen den warten Fahrzeugen auftauchen können.

Ich sehe allerdings in der Anlage dieser Einmündung und des Radweges wieder ein gutes Beispiel dafür, dass Radwege keineswegs die Sicherheit für Radfahrer erhöhen, was sie eigentlich sollten. Durch die Nähe dieser Radwegekreuzung zu einer Einmündung ist eigentlich vorprogrammiert, dass die Radwegekreuzung durch an der Einmündung wartende Fahrzeuge blockiert wird. Die zweite Gefahrenquelle hat der TE geschildert. Wenn der Radweg weiter von der Straße entfernt wäre (vielleicht 50 bis 100 m), dann wäre die Wahrscheinlichkeit, dass die Radwegekreuzung durch wartende Fahrzeuge blockiert wird sicherlich deutlich geringer und für von der Hauptstraße abbiegende Fahrer wäre die Wahrnehmbarkeit der kreuzenden Radfahrer besser, insbesondere in einer solchen Situation, wie sie der TE geschildert hat.

Viele Grüße

Verdinand.

Der TE ist doch ein Einheimischer und mit den Örtlichkeiten vertraut. Somit wusste er doch von der Existenz dieses Radwegs. Da man weiß, dass der Verlauf von Radwegen dem Autofahrer hin und wieder Probleme bereiten können, muss man eben an diesen Stellen größte Sorgfalt walten lassen, um solche Situationen gar nicht erst entstehen zu lassen.

Zitat:

Original geschrieben von Verdinand

Ich sehe allerdings in der Anlage dieser Einmündung und des Radweges wieder ein gutes Beispiel dafür, dass Radwege keineswegs die Sicherheit für Radfahrer erhöhen, was sie eigentlich sollten

Das Gegenteil ist leider der Fall. Statistisch kommt es an Kreuzungen mit dazu kreuzendem Radwegen öfters zu Unfällen Auto<->Radfahrer als an 'normalen' Kreuzungen ohne Radweg.

am 16. April 2011 um 18:39

Zitat:

Original geschrieben von freddi2010

Da man weiß, dass der Verlauf von Radwegen dem Autofahrer hin und wieder Probleme bereiten können, muss man eben an diesen Stellen größte Sorgfalt walten lassen, um solche Situationen gar nicht erst entstehen zu lassen.

Man weiß es - leider. Genau das ist aber der Vorwurf, den ich hier den Straßen- und Verkehrsplanern mache: der Radweg hätte auch so angelegt werden können, dass sein Verlauf für Autofahrer problemlos(er) zu erkennen wäre; dies wäre entweder durch eine Führung direkt neben der Straße oder in größerem Abstand zu der Einmündung, evtl. mit Warnschild 'Radfahrer kreuzen', zu erreichen gewesen.

Ortsfremden bereitet es aber noch größere Probleme, 'diese Stellen' zu erkennen und dementsprechend die größte Sorgfalt walten zu lassen - aber eigentlich muss man das ja immer im Straßenverkehr.

Viele Grüße

Verdinand.

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