Rechtsfahrgebot heute noch zeitgemäß?

Ich wollte jetzt nicht im Aufreger thread darüber diskutieren.

Ich habe ein wenig das Gefühl, dass das Gesetz mit dem Rechtsfahrgebot aus einer Zeit stammt, als die Straßen noch wesentlich leerer waren. Da war es auch noch wesentlich leichter umsetzbar, schön rechts fahren, für schnellere mal kurz nach rechts gehen und dann gleich wieder nach links...

Mittlerweile habe ich eher das Gefühl man sollte ab einer gewissen Verkehrsdichte mehr auf die gleichmäßige Auslastung aller Fahrspuren achten anstatt die linke(n) Spuren nur für Überholvorgänge freizugeben.

Wäre es nicht besser den Verkehr auf zwei oder drei Spuren mit gleichmäßiger Geschwindigkeit durvhzubringen als das heute übliche immer mal wieder ein paar überholen weil man meint auf der anderen Spur, etwas schneller zu sein, was sich meistens eh nur als kurzes Glück herausstellt.

507 Antworten

Zitat:

@Blubber-AWD schrieb am 4. Mai 2021 um 15:30:12 Uhr:


Man kann sich auch nicht auf Urteile berufen 😉 man muss mit dem Sinn (oder Unsinn) solcher Regelungen argumentieren und mit dem angestrebten oder verfolgten Normzweck.

Genau so ist das. Deswegen ist der Zeit-Artikel ja Humbug. 😉

Zitat:

@Moers75 schrieb am 4. Mai 2021 um 15:13:03 Uhr:


Sch... recherchiert von der Zeit.
[...]
Das Urteil kann das "Hin und wieder" also noch gar nicht berücksichtigt haben.

Irrtum. DIE ZEIT hat sauber recherchiert, Du nicht. Es verhält sich nämlich so:

Zitat:

Die Vorschrift des § 42 Abs 6 Nr 1 Buchst d StVO, mit der sich die Entscheidung befaßt, findet sich heute in § 7 Absatz 3c StVO

Hier der Passus aus dem alten § 42, auf den sich das Düsseldorfer Urteil bezieht:

Zitat:

"sind außerhalb geschlossener Ortschaften für eine Richtung 3 Fahrstreifen so markiert, dann darf der mittlere Fahrstreifen dort durchgängig befahren werden, wo - auch nur hin und wieder - rechts davon ein Fahrzeug hält oder fährt."

(

Quelle

)

Es spielt IMNSHO keine Rolle, ob die Zeit sauber recherchiert hat oder nicht. Vorschriften sind weder ein Argument für noch gegen ihr eigenes Bestehen.

Zitat:

@Blubber-AWD schrieb am 4. Mai 2021 um 17:39:31 Uhr:


Es spielt IMNSHO keine Rolle, ob die Zeit sauber recherchiert hat oder nicht.

Zumindest sollte man keine Falschbehauptungen dazu aufstellen.

Zitat:

@Blubber-AWD schrieb am 4. Mai 2021 um 17:39:31 Uhr:


Vorschriften sind weder ein Argument für noch gegen ihr eigenes Bestehen.

Die Regelung besteht seit Jahrzehnten, ist durchdacht und hat sich bewährt. Insofern sind das Argumente für den Fortbestand einer Regelung, falls sich die Rahmenbedingungen (allg. Tempolimit) nicht ändern.

Die Petition "Reform und Kontrolle des Rechtsfahrgebots" fand 24 Unterstützer und wurde gar nicht erst eingereicht.

Der eingereichten Petition zur Aufhebung des Rechtüberholverbotes (454 Unterstützer) wurde nicht entsprochen.

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Das Rechtsfahrgebot macht dort Sinn, wo es andere Verkehrsteilnehmer hat; insbesondere außerorts macht es außerhalb der Sichtweite anderer Verkehrsteilnehmer aber dann und dort keinen Sinn, wo mit gelegentlichem Wildwechsel zu rechnen ist.

Schon bei nur mäßiger Geschwindigkeit läßt sich mittig einer Fahrbahn eher auf Wild, unbeleuchtete Radfahrer, im Dunkeln unmarkiert abgestellte Fahrzeuge, (wie letztens von der DB AG), und/oder dunkel gekleidete Fußgänger, die außerorts nicht entgegen der jeweiligen Fahrtrichtung laufen, reagieren, als nahe des Fahrbahnrandes.

Zitat:

@Wauhoo schrieb am 4. Mai 2021 um 18:54:47 Uhr:


unbeleuchtete Radfahrer

Aber die hätten als gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer dann doch auch kein Rechtsfahrgebot mehr und könnten mittig fahren? 😕

Und die Scheinwerfer leuchten, wenn man in der Straßenmitte fährt, oh welch ein Wunder, viel breiter. 😁

Also auf meiner Pendelstrecke sehe ich in letzter Zeit auch hin und wieder mal den ein oder anderen, auf einen bestimmten Streckenabschnitt, fast mittig fahren, sofern kein Gegenverkehr kommt. Sicherlich wegen Wildwechsel, der auf Grund der Schweinegrippe-Sperrzäune, zugenommen hat. War allerdings nur die ersten drei Monate so. Seit dem habe ich selber keinen Wildwechsel mehr gesehen.

Das Kuriose. Früh, auf dem Weg zur Arbeit, stehen dann links die Bäume fast am Straßenrand und rechts etwa 5m weg vom Straßenrand.
Sprich, in diese Richtung fahrend, hat man, rechts fahrend, nach beiten Seiten ein ziehmlich identisches freies Sichtfeld. Wer da also straßenmittig fährt, verkleinert sich den Sichtbereich nach links. 😉

Zitat:

@Eagleseven schrieb am 4. Mai 2021 um 18:57:22 Uhr:


Aber die hätten als gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer dann doch auch kein Rechtsfahrgebot mehr und könnten mittig fahren? 😕

Das ist weniger kritisch, weil sie sich dann direkt im Scheinwerferkegel eines bspw. nur mäßigen Rollerscheinwerfers befinden und nicht seitlich davon, wo auch die obligatorischen roten Reflektoren eines vorausfahrenden unbeleuchteten Fahrrades nur mäßig reflektieren.

Autofrontlicht via 2 Frontscheinwerfer mit insgesamt 110 W ist was ganz anderes, als nur 1 Frontscheinwerfer mit 35W oder noch weniger. Bitte nicht immer nur von Autofahrersicht ausgehen.

@Rainer_EHST
Das größere Wild, welches bislang vor mir die Straße querte, wollte immer nach links; egal, ob Reh oder Wildschwein. Bei Hasen bedarf es höherer Obacht, deren Wege scheinen unergründlich, wohingegen Füchse schon auch mal warten, bis man vorbeigefahren ist.

Zitat:

@Wauhoo schrieb am 4. Mai 2021 um 18:54:47 Uhr:


Das Rechtsfahrgebot macht dort Sinn, wo es andere Verkehrsteilnehmer hat; insbesondere außerorts macht es außerhalb der Sichtweite anderer Verkehrsteilnehmer aber dann und dort keinen Sinn, wo mit gelegentlichem Wildwechsel zu rechnen ist.

Schon bei nur mäßiger Geschwindigkeit läßt sich mittig einer Fahrbahn eher auf Wild, unbeleuchtete Radfahrer, im Dunkeln unmarkiert abgestellte Fahrzeuge, (wie letztens von der DB AG), und/oder dunkel gekleidete Fußgänger, die außerorts nicht entgegen der jeweiligen Fahrtrichtung laufen, reagieren, als nahe des Fahrbahnrandes.

Absolut richtig und das gilt natürlich insbesondere für eine Landstraße mit einem Fahrstreifen je Richtung. Daher fahre ich auf solchen Landstraßen auch immer in der Mitte. Wenn dann ein Fahrzeug entgegenkommt, dann gehe ich ca. 100 m vor der Begegnung nach rechts. Es ist mir einfach völlig unerklärlich, dass viele Fahrer der entgegenkommenden Fahrzeuge ausflippen und mir die Lichthupe geben. Was soll das? 😉

Gruß

Uwe

Zitat:

Daher fahre ich auf solchen Landstraßen auch immer in der Mitte. Wenn dann ein Fahrzeug entgegenkommt, dann gehe ich ca. 100 m vor der Begegnung nach rechts.

Nach nem richtigen Veerkehrssicherheitstraining reichen doch 20m. 😉

Zitat:

@Rainer_EHST schrieb am 4. Mai 2021 um 22:13:36 Uhr:



Zitat:

Daher fahre ich auf solchen Landstraßen auch immer in der Mitte. Wenn dann ein Fahrzeug entgegenkommt, dann gehe ich ca. 100 m vor der Begegnung nach rechts.

Nach nem richtigen Veerkehrssicherheitstraining reichen doch 20m. 😉

Auch 10 m reichen. Du weißt doch aber, dass ich sehr partnerschaftlich fahre, also richte ich mich doch selbstverständlich auch nach dem Fahrer des entgegenkommenden Fahrzeugs, der vielleicht kein Fahrsicherheitstraining gemacht hat. An so etwas muss man doch wohl denken und ist für mich eine Selbstverständlichkeit. 😉

Gruß

Uwe

Zitat:

@Uwe Mettmann schrieb am 4. Mai 2021 um 21:32:51 Uhr:



Absolut richtig und das gilt natürlich insbesondere für eine Landstraße mit einem Fahrstreifen je Richtung. Daher fahre ich auf solchen Landstraßen auch immer in der Mitte. Wenn dann ein Fahrzeug entgegenkommt, dann gehe ich ca. 100 m vor der Begegnung nach rechts. Es ist mir einfach völlig unerklärlich, dass viele Fahrer der entgegenkommenden Fahrzeuge ausflippen und mir die Lichthupe geben. Was soll das? 😉

Gruß

Uwe

Das scheinen so einige Fahrer zu beherzigen. Bei 100 km/h auf der Landstraße sind das auch noch satte 1,5 Sekunden. In der Zeit lässt sich doch locker noch nebenbei das Navi neu programmieren.

Zitat:

@Uwe Mettmann schrieb am 4. Mai 2021 um 21:32:51 Uhr:



....Es ist mir einfach völlig unerklärlich, dass viele Fahrer der entgegenkommenden Fahrzeuge ausflippen und mir die Lichthupe geben. Was soll das? 😉
Gruß
Uwe

Das sind die die bei solch Verhalten einen Schlaganfall, Sekundenschlaf, Whatsapptipperei o.ä. vermuten und nur sehr ungern wollen das man bei Ihnen mit einer Vdiff von 200km/h einschlägt. Trotz Gegenverkehr auf der Gegenfahrbahn zu fahren ist ja eine Gefahrenquelle auf die man völlig regelkonform mit Lichthupe o.ä. aufmerksam machen darf.

Also ich find das auch komisch und habe es so noch nicht gesehen soweit ich mich erinnern kann. Also auf der Landstraße wird rechts gefahren und gut is. Das mit der Mitte höre ich zum ersten Mal. Lichthupe würde ich zwar nicht geben aber zumindest den Fuss vom Gas nehmen und über der Bremse platzieren. Jedenfalls käme ich nie auf so eine Idee. 😕

Edit: Nach dem Lesen von DieDickes Beitrag, war das jetzt ein Joke oder wie? Bitte um Aufklärung. 😁

Zitat:

@onzlaught schrieb am 5. Mai 2021 um 08:31:11 Uhr:



Zitat:

@Uwe Mettmann schrieb am 4. Mai 2021 um 21:32:51 Uhr:



....Es ist mir einfach völlig unerklärlich, dass viele Fahrer der entgegenkommenden Fahrzeuge ausflippen und mir die Lichthupe geben. Was soll das? 😉
Gruß
Uwe

Das sind die die bei solch Verhalten einen Schlaganfall, Sekundenschlaf, Whatsapptipperei o.ä. vermuten und nur sehr ungern wollen das man bei Ihnen mit einer Vdiff von 200km/h einschlägt. Trotz Gegenverkehr auf der Gegenfahrbahn zu fahren ist ja eine Gefahrenquelle auf die man völlig regelkonform mit Lichthupe o.ä. aufmerksam machen darf.

Ich kann mir nicht vorstellen das er diesen Unsinn ernst gemeint hat, verstehe aber auch den Spaß nicht, falls es einer gewesen sein soll.

Wenn mir jemand mittig bei der besagten Geschwindigkeit entgegen kommt mache ich bestimmt etwas anderes, wenn er nur noch 100 Meter entfernt ist, als eine Lichthupe, denn 2 Sekunden wäre ich vermutlich auch schon tot, ich werde vermutlich versuchen, alleine schon aus Reflex, meine Geschwindigkeit stark zu verringern und dann auszuweichen.

Eine Lichthupe alleine wäre einfach nur Rechthaberei, „Ey weg da, du hast da nicht zu fahren !“ Dann wäre aber auch schon „Game over“ !

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