OM601 Problemmotor: Geräuscheraten (ZK/Steuerzeiten/Düsen/Pleullager?)

Mercedes E-Klasse W124

Moin zusammen.

Bei meinem 200D habe ich gestern und heute den Zylinderkopf getauscht, da mein alter (Geradeinspritzer) am Einlasskanal 1. Zyl. gerissen ist und dort immer etwas Kühlwasser über das Ventil in den Brennraum lief (noch nicht viel). Also Tauschkopf vom Schrägeinspritzer drauf, der Spendermotor lief vorher im Stand unauffällig.

Motor durchgedreht, alles i.O., Steuerzeit passte.
Kompression gemessen, Zylinder 2: 2 Bar, alle anderen 25 Bar. Nochmal Zyl. 2 gemessen, dumpfes Geräusch im Motortakt gehört, zack ging die Kompression hoch bis auf 20 bar, habe aber auch recht früh abgebrochen wegen des Geräusches. Nachgedacht. Hm, wäre möglich, dass ich ein Zewa im Brennraum habe liegen lassen. Also neue Düsen reingeschraubt, wird sich schon wegbrennen.

Dann lief er erstmal extrem unrund und extrem laut. Nach ein paar Gasstößen lief er wieder rund, aber das helle metallische Klopfen/Nageln blieb.

Video

Im Leerlauf und bis 1500 U/Min zu hören etwa. Darüber ist es weg. Unter Last verschwindet es immer, egal welche Drehzahl. Im Schubbetrieb ist es ebenfalls weg.

Quizfrage, was ist das?
Dachte zuerst an Luft im System, aber auch nach Vollgasfahrt (40km) bleibt das Geräusch bestehen. Löst man die Leitungen, läuft er auf jedem Zylinder dann langsamer und das Geräusch wird leiser, bleibt aber weiterhin hörbar.
Vielleicht doch ein Lagerschaden? Vorher mit altem Kopf lief er eigentlich recht leise. Die Kompression auf dem 2. Zyl. war aber immer schon etwas schlechter.

Was tun? Nochmal Kompression messen? Zweitaktöl in den Tank? Förderbeginn prüfen? Ventildeckel runter und schauen? Motor tauschen?
Sonst ist alles unauffällig. Leistung ist da. Habe noch ein Öl-Leck am Kettenspanner, muss ich schauen ob ich noch einen neuen O-Ring habe. Den evtl. nochmal voll Öl füllen?

Die Zylinderwand vom 2. Zyl hatte ich mir leider nicht angesehen...

Gruß,
Lasse

53 Antworten

hmmm - na dann - wird es wohl so sein -
aber wieso läuft der dann nicht vernünftig?

laut wis gibt es ja verschiedene einspritzpumpentypen - auch die nummern sind unterschiedlich - ich weis nicht wo die sich unterscheiden - nur die höhenkorrektur (usw) oder ist da noch mehr entscheidendes..

das sind so meine gedanken dazu - von wegen neu einstellen..

vielleicht ist die nummer auf der pumpe einfach nur schwer zu durchschauen - ich hab versucht eine identische zu bekommen wie in meinem fahrzeug verbaut - fast unmöglich eine mit der selben type zu bekommen ... dokumentiert ist das aber eher undurchsichtig .

zb wis 07.1.001

Zitat:

Eher würde ich die Düsen mal abdrücken, um mir Druck und Spritzbild anzuschauen. Eine einzelne kann jedoch IMHO nicht der Fehler sein, wenn dann direkt mehrere

sollen ja überholte düsen sein - die könnten aber auch einfach mist sein - ich würd mir da mal eine nach der anderen vornehmen - was anderes wurde ja nicht getauscht ausser der zk-dichtung ...

Ja mal den förderbeginn zu verstellen is ja bedeutend aufwändiger.... Ou mann

Hi, petz6 hat natürlich mit der Aussage recht, das neue, bzw überholte Düsen auch einfach murx sein können. Hatte ich auch mal, wurden dann abermals überarbeitet, es kamen dann keine Bosch mehr rein.

Und ja, mein Vorredner würde genau wie ich auch, die RESP schwenken, Dieses Risiko würde ich eingehen, wenn ich damit ein Problem ausschließen kann.
Wie gesagt, wenn man sauber arbeitet, ist es meist kein Problem. Und selbst wenn, der Dichtring kostet nen paar Euro.
Ist auch schneller gemacht, als alle Düsenhalter auszubauen und zu testen oder testen zu lassen.

Du hast schon so viel an dem Wagen gemacht, da wirst du das schon hinbekommen!
Übrigens: der 601 ist kein Problemmotor^^
Bis dann, viel Erfolg und beste Grüße
-Mario

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> fast unmöglich eine mit der selben type zu bekommen

PLR haben ESP für OM 601 alle, Höhendose ADA ja oder nein, ist aber egal, dann noch ARA.

Die für Code 620 AGR haben den Nocken für FB 19° vor OT eingebaut, die ohne AGR haben den bei 24° vor OT.

Kann man beide einbauen, man muss nur wissen wie.

Das wars.

> dokumentiert ist das aber eher undurchsichtig .

WIS > Motor > Verbrennung steht das alles.

Zuerst das Wichtigste:
Ich habe die Einspritzleitung 1. Zyl. an der Pumpe abgeschraubt, Dieselniveau so eingestellt, dass es minimal da steht, wo der Dichtkegel aufhört. Gaspedal auf Vollgas gestellt, Stopphebel nach oben = Sprit fördern. Dann durchgedreht, beim 1. Mal OT passierte nichts (war dann wohl nicht Zünd OT 1. Zyl. sondern der andere), beim 2. Mal drehte ich immer 1-2° weiter und erst bei ca. 6° v. OT. konnte ich einen Anstieg bemerken. Weiter Richtung OT gedreht steigt der Spiegel weiter (kann man aber schlecht sehen).
Für mich bedeutet dies, dass er etwa 18° zu spät fördert. Immer etwa 10-15° n.OT. konnte ich außerdem ein Geräusch vernehmen, was wie eine sich öffnende Düse anhörte, was auch dafür spricht, dass er viel zu spät einspritzt. Kette scheint also doch über den Spritzversteller gelaufen zu sein.
EDIT: Das ist aber doch gar nicht möglich, da an der Stelle ein Sicherungsbolzen sitzt der genau dies verhindert? Wie kann sich der Förderbeginn so verstellen? Wobei bei blockierender U-Pumpe die Ketten ja auch gerne mal überspringen...

Wie behebe ich das jetzt? Vermutlich am besten mit Blockierschraube und Positionsgeber?

Kettenspanner (Meyle, ca. 6 Jahre alt) nochmal geprüft und mit einem anderen, originalen verglichen. Der Originale wurde im Öl viel strammer, also den eingebaut. Ob die Kette deswegen übergesprungen ist (wovon ich mal ausgehe, wenn ich keinen Mist gemessen habe) oder wegen dem Gefummel an der Führungsschiene weiß ich nicht.

Natürlich ist der OM 601 kein Problemmotor, aber ich wollte bewusst etwas übertreiben, da wir ja gerade einen weiteren Patienten hier im Forum haben (wofür der Motor im Grunde auch recht wenig kann).

Ansonsten danke auch an Petz6, muss ja nicht immer alles richtig sein, manchmal liefert es trotzdem Denkanstöße. Die Düsen habe ich etwa in der gleichen Zeit getauscht, wie ich den FB kontrolliert habe (gute 20 Minuten), das nimmt sich groß nichts.

Dann wohl doch keine 400 km fahren? Was mich wundert, dass ich keinen Leistungsverlust feststelle, bin natürlich jetzt auch nicht Top-Speed gefahren. Auf abbrennende Auslassventile würde ich gern verzichten.

Gruß,
Lasse

Beim Patient gibts Neuigkeiten!

>Immer etwa 10-15° n.OT. konnte ich außerdem ein Geräusch vernehmen, was wie eine sich öffnende Düse anhörte, was auch dafür spricht, dass er viel zu spät einspritzt.

Das ist der FB gemessen nach der RIV Methode und hat mit dem tatsächlichen FB nichts zu tun.

FB einstellen ohne Blockierschraube, aber mit Positionsgeber !

Bei solchen Fragen vllt doch mal nen Profi aufsuchen !!

Fb-tester-4
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+1

Hi Mirko,

der Unterschied zwischen RIV und tatsächlichem FB ist mir schon klar...
Förderbeginn liegt scheinbar bei 6° v.OT., Spritzbeginn könnte so bei knappen 15° n. OT. liegen wenn ich das Geräusch richtig als Düsenöffnung deute.

Werde heute nochmal mit 2. Mann nachmessen, das wird sicherer sein. Weil der Nocken an der Pumpe sah eigentlich nicht um 18° verdreht aus bei KW auf 15° n.OT.? GGF. mal U-Pumpe abschrauben und schauen ob die Spritzverstellerschraube fest ist, ob der Bolzen eine Schleifspur hat? GGf. Spanner ausbauen, Bolzen ausbauen, Pumpenrad probehalber einen Zahn versetzen nach früh?

Gruß,
Lasse

Nochmal zu 2. geschaut nach dem FB. Bei ca. 14° n.OT. sieht man den Steg für den Positionsgeber/Blockierschraube mittig in der Öffnung der Pumpe stehen. Also Alles ok.
Nach Schrauber Methode würde er weiterhin viel zu spät einspritzen (bei frühestens 10° v.OT. steigt der Spiegel im Druckventilhalterkonus minimal an - Soll 24°).
Ich habe keine Ahnung warum das so ist. Habe beschlossen mal noch einen Dieselkenner live horchen zu lassen, ob eher Düse oder eher FB. Als nächstes werde ich die Düsen prüfen/tauschen. Die 400km werde ich fahren, wird schon klappen. Wenn nicht dann halt nicht 😁

Gruß,
Lasse

Du gehst jetzt bitte in die garage und schnappst dir einen gekröpften 13 er ringschlüssel und n kleine knarre mit zwei verlängerungen acht er nuss und drehst ab anschlag die einstellschraube mal 180 grad nach links. Ich raste gleich aus 🙂

Zitat:

@Saftotter schrieb am 5. Juni 2018 um 23:30:23 Uhr:


Du gehst jetzt bitte in die garage und schnappst dir einen gekröpften 13 er ringschlüssel und n kleine knarre mit zwei verlängerungen acht er nuss und drehst ab anschlag die einstellschraube mal 180 grad nach links. Ich raste gleich aus 🙂

Was bringt es eine vielleicht gut eingestellte Pumpe zu verstellen?
Den Förderbeginn kann man messen. Wahllos daran gerumkurbeln ist doch sch***.

Solange die Druckhalteventile an der Pumpe verbaut sind kann der Förderbeginn imho sowieso nicht mit der Methode "Diesel kommt=Förderbeginn" ermittelt werden. Durch die Ventile ist es klar dass der FB viel später zu sehen ist. Die "richtige" Überlaufmethode findet mit ausgebauten DHV statt.
Ich würde mir die Blockierschraube (paar Euro bei ebay) oder die "Ampel" organisieren. Alles andere ist doch jetzt reine Spekulation und führt nur zu unnötigen Aktionen.

I.wie habe ich den Eindruck die OM-Motoren im Forum sind gerade Spielplatz für div. Selbstversuche.
Nicht dass ich nicht auch mal mit rel. wenig Ahnung angefangen habe, aber ich habe mir wenigstens die WIS zugelegt (und auch gelesen!!!) und das passende Werkzeug organisiert.
Ich kann euch die betreffenden Seiten gerne zukommen lassen. Aber bitte, bitte...schraubt doch eure Motoren nicht so willkürlich kaputt!

180 grad zurück ab anschlag kann man sich wohl merken oder? Man hat ja immerhin 1 grad toleranz. Und wenn hier jemand nen schrägeinspritzer kopf aufbaut und der nach audio definitiv ein dieselnageln hat, kann es jawohl nicht so schwierig sein mit diesem zeiteinsatz mal in die richtung zu forschen. Das hab ich auffem autbahnrastplatz gemacht mit besagtem werkzeug und auf einmal kam er auch den berg hoch.

Zitat:

@Saftotter schrieb am 6. Juni 2018 um 00:14:13 Uhr:


180 grad zurück ab anschlag kann man sich wohl merken oder? Man hat ja immerhin 1 grad toleranz. Und wenn hier jemand nen schrägeinspritzer kopf aufbaut und der nach audio definitiv ein dieselnageln hat, kann es jawohl nicht so schwierig sein mit diesem zeiteinsatz mal in die richtung zu forschen. Das hab ich auffem autbahnrastplatz gemacht mit besagtem werkzeug und auf einmal kam er auch den berg hoch.

Der Kopf ist doch wurscht, wieso soll das einen Einfluss auf den FB haben? Wieso soll er sich überhaupt verstellt haben?
Kette übersprungen ist zwar theoretisch möglich aber praktisch sehr selten, wenn dann auch eher im Leertrum an der Nockenwelle. Sollte die Kette wirklich übersprungen sein dann merkt man 180° an der Stellschraube sowieso auch nicht.
Klar kann man "forschen" und ewig dran rumspielen. Dann macht man sich halt noch den O-Ring zwischen Block/Pumpe kaputt und darf dann die ganze Pumpe ausbauen.
Der FB ist mit dem richtigen Werkzeug in kürzester Zeit sicher bestimmt. Wozu also irgendwelche unsicheren Experimente?
Wohin euer ganzes "geforsche" führt sieht man ja an euren Threads.

Die Ampel hätte ich auch gerne, bzw das Gerät aus auf dem Foto von Mirko. Nur, das Ding finden ist schwierig!

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