Powerdisc Bremsscheiben Erfahrungsbericht - oder etwas zum Gruseln

Mercedes E-Klasse W210

Hi,

dieser Thread dient nur der Information (und/oder Abschreckung 🙂 ).

Vor ca. 2,5 Jahren / 75 Tkm musste ich vorne meine Bremsscheiben erneuern lassen. Ich entschied mich damals für die ATE Powerdisc mit CERAMIC-Beläge.
Nachdem die ersten vorsichtigen Einbremsversuche erfolgreich abliefen, konnte ich mich für ein paar tausend Kilometer an der direkten Bremskraft der Scheiben freuen.
Bei einer zufälligen Inspektion der Scheiben (ca. 3000 km später) entdeckte ich auf einer der Scheiben / Aussenseite eine Vertiefung (2mm x 4mm x 0,6mm), als wenn einfach ein kleines Materialloch in die Scheibe eingearbeitet wurde. Die Werkstatt winkte ab - "das verbremst sich noch.....".

Nun...ab ca. 25 Tkm begannen die Scheiben ein lauteres Ruppeln von sich zu geben - je wärmer und stärker, umso lauter das Ruppeln.
Naja...sagt jetzt nicht, ihr hättet es gewusst - ich hatte auch schon von der "Lautstärke" dieser Scheiben gelesen aber es trotzdem versucht.
Die Lautstärke des Ruppelsn wurde schleichend immer mehr und die Vibrationen am Lenkrad verstärkten sich auch in den Bereich "lästig/nervig".
Die wachenden Blicke auf die Scheiben (von aussen) konnten nichts entdecken - alles im grünen Bereich.

Vor 3 Wochen habe ich dann final meinen Urlaub mit den Scheiben (zum Abschluss und Abschuss) über die Alpen in den Süden angetreten. Das Ruppeln war jetzt (73 Tkm) echt lästig und ich habe mir den ganzen Urlaub Vorwürfe gemacht, dass ich noch mit diesen Scheiben in den Süden gefahren bin.

Zuhause angekommen, kam das Auto als erstes zum Mechaniker meines Vertrauens und ohne weitere Diskussion wurden die Scheiben mit Beläge erneuert.

Was ich dann beim Abholen des Wagens gesehen habe, hat mir die Gänsehaut aufkommen lassen.
Die Scheiben hatten einen Grad/Form der Abnutzung, wie ich es noch NIE bei einen meiner Autos gesehen habe.
Ich habe auch ein paar Bilder davon gemacht......gruselig.

Die Bremsbeläge waren innen wie aussen noch auf ca. 50% und nicht verglast. Die Bremssättel waren absolut freigängig. Dies scheitet also als Fehlermöglichkeit aus.

Hat schon einmal jemand so etwas gesehen?
War das ein Materialfehler?
Aussen sieht die Scheibe super aus aber innen.... ohlala.....

Grüße

PS: jetzt sind wieder normale Scheiben drin.
und die Moral von der Geschicht: schaut euch auch ab und zu die Innenseiten der Scheiben an.

Beste Antwort im Thema

Brauchst dich nicht zu wundern. Die ATE Ceramik Bremsbeläge sind ein Ersatz für den Serienbelag, damit man eben weniger Felgen putzen muss. Der Hersteller schreibt ausdrücklich, dass die auf ner Powerdisc o.ä. nix zu suchen haben, weil es nicht funtkioniert ^^

Die Bremsen müssen nicht von MB kommen, es reicht aus wenn die von ATE o.ä. kommen, nur, man sollte eben gescheites Zeug kaufen und nicht zusammen mischen, was nicht zusammen gehört.

Darüber hinaus haben die Ceramikbeläge nicht die Temperaturstabilität eines Serienbremsbelages, bei sportlicher Fahrweise kommt die Bremse damit schnell an ihre Grenzen und überhitzt.

Ich habs selbst ausprobiert (wie vorgeschrieben) auf ner nagelneuen ATE Serienscheibe und ich brauchte keine Felgen mehr putzen, die Bremse hat aber auch nicht mehr funktioniert... Also gebremst hat die gut, aber nicht lange... Das Zeug ist nicht Autobahntauglich...

Wer also richtig bremsen will, sollte das Original draufbauen, bzw. Serienscheiben / Beläge aus dem normalen ATE Programm und fertig. Alles andere ist für Poser die sich toll finden und eh nicht bremsen...

Ich hab schon reichlich Keramikbeläge verkauft, vor allem für 124er und für die normalen Gebrauchtwagenfahrer die eh nicht so schnell fahren, sind die Super, muss man nämlich keine Felgen mehr putzen.
Dieses Jahr war mal wieder die Bremse an meinem eigenen 300TE fällig. Da ich das Auto schon lange habe und auf der Autobahn idr. auf der linken Spur unterwegs bin, muss die Bremse ordentlich laufen. Ich hab auch schon mehrere Male Bremsscheiben und Beläge erneuert, alle 60.000 Beläge, alle 120.000 die Scheiben... Zzgl. n Extrasatz auf der Nordschleife, den wir mal abgefackelt hatten...
Nun war es dieses Jahr mal wieder Zeit für 1x Bremse vorne, also habe ich neue ATE Scheiben drauf gemacht und n Satz Keramikbeläge, damit ich nicht mehr so viel Felgen putzen muss.
Nun, nach einigen hundert tausend KM weis man ja, wie son Auto brems.
Beim Bremsen hat sich auch nichts geändert, aber, schon bei Kurzen Strecken <30km war die Bremse vorne heiß und fing an, Geräusche zu machen. Das habe ich mir ein paar mal angehört und dann mal nachgesehen, an den Scheiben waren deutliche Spuren einer Überhitzung zu sehen.
Damit bin ich aber nur 3.000km, also gut 1,5 Monate gefahren und habe das alles ordentlich und penibel, wie schon hunderte Male zuvor an dem Modell, verbaut.

Ich habe mich darauf hin an ATE gewand, dort bat man mich um Produktnummern und Telefonnummer. An der Technikhotline hat man mir dann gesagt, dass die Beläge für "sportlichen" Einsatzzweck nicht geeignet wären. Ich habe das kurz ausdiskutiert, weil ich keinen sportlichen Einsatzzweck habe, sondern der Wagen ganz normal auf der linken Autobahnspur läuft und das ist nicht Nürburgring Nordschleife, sondern A43, 52, 1, 31, etc...
Lange Rede kurzer Sinn, ich habe getan was mir empfohlen wurde, n Satz Serienbeläge draufgemacht und die Bremse tut wieder wie sie soll. Da ich in den letzten Jahren zu immer gleichen Zeiten immer gleiche Strecken fahre, kann ich es sehr gut beurteilen, wann die Bremse heiß wird.

Die Erfahrungsberichte im Netz wie sportlich die Keramikbeläge sind und wie gut die mit Powerdiscs funktionieren, sind einfach totaler Blödsinn.

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Da muss ich Mark zustimmen!

Seit ich die Ceramik Beläge drin habe, bin ich selten mal schneller Autobahn gefahren oder musste mal außergewöhnlich heftig bremsen. Erst als ich vor so ca. 3 Wochen mal die A7 hoch und runter gebrettert bin (wobei dann auch meine anderen Elektrikprobleme anfingen) habe ich das Gefühl, dass die Bremse rubbelt. Ich war zügig unterwegs und musste auch das ein oder andere mal heftig von über 200 runterbremsen. Dabei war schon ein unangenehm lautes "Bremsdröhnen" zu vernehmen.
Seit diesem Trip rubbelt es auch bei etwas kräftigeren Bremsungen im Landstraßentempo und dieses seltsame Verschleißbild ist innen erkennbar.

Lange Rede - kurzer Sinn - beim Tausch kommen wieder Standardbeläge von MB ins Auto! Lieber alle paar Wochen mal die Felgen putzen und zuverlässig bremsen können als irgendwann mal mit sauberen Felgen 50 cm zu spät zum stehen kommen!

Vielen Dank an alle.

Nach ca. 30 Einträgen kommen wir der Sache doch näher (danke an Mark) 🙂

Die Hitzeentwicklung könnte tatsächlich auch mein Problem gewesen sein. Ich bin letzets Jahr (und auch das Jahr zuvor) schwer beladen über die Alpenpässe gefahren und musste auch mehrmals deftig runterbremsen.
Im Rückblick kann ich jetzt auch bestätigen, das ab diesen Tagen die Bremsen mehr gebrummelt / geruppelt haben......ich denk, das ist des Rätsels Lösung.

Ich habe jetzt MB-Scheiben mit Ceramic-Beläge drauf - wenn die Hitze das Problem ist, werde ich wie Higgi das Verschleißbild bei mir auch wieder bald sehen - spätestens nach dem nächsten Urlaub 😁

Viele Grüße und Danke an alle......

Zitat:

@eddibaer schrieb am 23. Juni 2016 um 21:24:48 Uhr:


Ich habe jetzt MB-Scheiben mit Ceramic-Beläge drauf - wenn die Hitze das Problem ist, werde ich wie Higgi das Verschleißbild bei mir auch wieder bald sehen - spätestens nach dem nächsten Urlaub 😁

Dann lass uns bitte am Ergebnis dieser Kombination teilhaben, wenn du aus dem Urlaub wieder da bist.

....ich werde auf jeden Fall, angelehnt an diesen Beitrag, wieder berichten.

🙁 ... leider fahre ich erst wieder im Oktober über die Berge....bis dahin müsst ihr euch gedulden 😁

Vielleicht hat der eine oder andere bis dahin diesbezüglich neue Erkenntnisse und teilt sie uns auch mit 😉

Grüße

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Zitat:

Lieber alle paar Wochen mal die Felgen putzen und zuverlässig bremsen können als irgendwann mal mit sauberen Felgen 50 cm zu spät zum stehen kommen!

Noe, die Bremsleistung selbst ist eigentlich identisch, im normalen Verkehrsbereich.
Nur die Temperaturstabilität eben nicht.

Es steht ja ausdrücklich dabei, dass es KEIN Sportbremsbelag ist. Wenn man auch verschweigt, dass die Temperaturstabilität bei hoher Beanspruchung nicht der Bringer ist.
Das Theater in den Bereichen kenne ich aber auch von anderen Autos, die Leistung haben und nicht nur son kleinen 3 Liter 6 Zylinder mit div. Sportbremsgelumpe namhafter Hersteller die überall in allen Hobbytunerforen empfohlen werden... Abrauchende Beläge, Quietschen, Rubbeln, Flattern, reißende gelochte Scheiben, etc.
Die beste Bremse die man auf son Mercedes drauf machen kann, ist ne originale.

Die Hobbytuner schreiben ja auch immer nur so Scheisserfahrungsberichte ins Internet, weil die nicht nur die Bremse tunen, sondern das Auto noch tiefer legen, dicke Räder drauf machen und dann eh nicht mehr richtig schnell fahren können, vom Kraftstoffverbrauch den sich die meisten in den Bereichen dann auch nicht mehr leisten können, ganz abgesehen und dann bremse auch ne Kack Sportbremse. Spätestens mit der richtigen Portion Einbildung.

Also Mark, ich finde deine Beiträge doch recht abwertend.
Ich fahre eine AMG-Abgasanlage (E55), ein H&R Cupkit und Brabus Schmiederäder in 19" mehrteilig auf meinem E430.
Ich empfinde mich nicht als Poser, da es kein Rennwagen ist und auch nie sein wird, kann man doch entsprechende Anpassungen vornehmen.

Ich glaube zu wissen welche Art von Menschen und Fahrzeugen du meinst, aber mit deinen Aussagen beziehst du Leute mit Brabus- und AMG-Teilen, die deutlich mehr leisten können als die Serienbauteile, mit ein.
Hab mich echt angesprochen gefühlt 🙁

Aber egal.

Im Winter werde ich wahrscheinlich auf C43 oder e55 Bremse umbauen....
Und dann trotzdem die Greenstuff-Beläge montieren, da dieser auf der Originalscheibe, sogar auf der Bahn was taugen 😉

Ich hab die gleiche Erfahrung gemacht

Hallo,

es war ja in den letzten Monaten für viele bestimmt sehr verlockend, mit einer erneuten Abwrackprämie, sich von seinem alten 210-er zu verabschieden. Ich konnte bis jetzt noch widerstehen, da es noch nichts wirklich interessantes als Nachfolger gibt.

Für alle, die noch da sind und am 210-er kleben - hier mein kurzes Update zu meinem Eingangs-Thread:

    nun fast 2 Jahre mit MB-Bremsscheibe und Ceramic-Beläge
    5 x Urlaubs - und Gebirgsfahrten mit Brems-Extrem-Belastung
    60 Tkm zurückgelegt
Ergebnis:
  • Scheiben max. 0,8 mm eingelaufen
  • immer noch die gleichen Bremsbeläge
  • KEIN rubbeln oder andere, schräge Abnutzungen an der Bremsscheibe

DAS ist wohl die passende Kombination von Bremsscheibe und Beläge, denn die Bremswirkung der Ceramik-Beläge ist nach wie vor fantastisch - direkt, schnell und "Anker-gleich".
Ich musste inzwischen auch gelegentlich echte Notbremsungen vollziehen und ich bin dankbar für diese außerordentliche Bremswirkung.

[EDIT] An der Hitzeentwicklung bezüglich Ceramik-Bremsbeläge kann es wohl dann nicht liegen, da es jetzt ja jetzt perfekt funktioniert. Es musste also ausschließlich an der Power-Disk und/oder der Kombination liegen.

Viele Grüße

Gibt den Daumen dafür....ich habe ja auch Ceramic Beläge drauf....allerdings mit ATE Scheiben und bin auch sehr zufrieden. Powerdisc hatte ich auch mal in Verbindung mit Ceramic, aber das geht gar nicht.

Warum ging das garnicht?

Hallo,

Zitat:

@bks7605 schrieb am 7. April 2018 um 13:21:40 Uhr:


Warum ging das garnicht?

..... na, genau wegen dem Problem, das ich Eingangs in diesem Thread beschrieben habe.

Irgendwie vertragen sich die Beläge hitze-technisch wohl nicht mit den Power-Disk und verursachen eine "Verglasung" (so will ich das jetzt mal nennen) der Bremsscheiben.

Es ist aber mit Sicherheit auch Fahrzeug - und Fahrstil-abhängig.
Ich fahre den 320 CDI, der von Natur aus schon richtig schwer ist. Zudem habe ich mit Maximal-Zuladung (kpl. Familie und Gepäck) die Bremsscheiben in Bergfahrten ordentlich belasten müssen. Und genau DAS "geht" wohl "gar nicht" 😉

Viele Grüße

Wen das Thema auch interessiert:
https://www.motor-talk.de/.../...remskloetze-von-wem-t6551448.html?...

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