Ölpeilstab

BMW 5er E39

Bei meinem 523i gibt es genau seit dem letzten Ölwechsel (immer 5W-40 gleicher Marke) eine sehr merkwürdige Auffälligkeit am Peilstab, die mich ratlos macht:

Beim ersten rausziehen, z.B. nach Stehen über Nacht, ist immer der komplette Kunststoffbereich des Stabs ölnass, quasi als wäre er weit überfüllt. Nach abwischen und 1-2mal neu einführen wird dann der korrekte Ölstand (knapp am Max.-Strich) angezeigt und der obere Bereich bleibt trocken... Was kann das sein? KGE? Zufall, dass es ganz genau seit dem Wechsel ist? (Tag vorher noch alles normal). Aussen ist alles trocken.

Selbst wenn irgendwie ein Überdruck herrscht, müsste das Öl doch über Nacht aus dem Bereich zurücklaufen? 

17 Antworten

Oder die sich abkühlende Luft saugt sich bissl Öl ins Röhrchen hoch, und zack hast deine Fehlmessung ;-)
Aber normalerweise haben die Röhrchen über'm Ölniveau im Motor auch schon ein Belüftungsloch drin . . . evtl. das vestopft ?

Hab schon Röhrchen gesehen (730d E38), die hatten oben ein ganz kleines Loch drin (zur Belüftung wahrscheinlich, war dann zwar immer leicht ölfeucht, aber die hatten diesen Effekt dann wahrscheinlich nicht).
Aber VORSICHT bevor du da jetzt ein Loch reinbohrst :
Falls der Druck im Kurbelgehäuse mal bissl höher wird als normal (gibt's ja gern mal bei den M52/M54 KGE und Kolbenringe bzw. beides), drückt's dann genau an dieser Stelle Öl raus !

Also lieber den Meßstab einmal rausziehen, gar nicht lang ablesen, abwischen und erst dann messen.
Könnt aber auch sein, daß du mit Reinschieben des Meßstabs die Luftsäule im Röhrchen bissl nach unten schiebst und Öl verdrängst . . . auch wieder (leichte) Fehlmessung, aber wahrscheinlich macht das nur ganz wenig aus.

Kannst ja nach'm Abstellen den Meßstab schonmal bissl rausziehen zur Röhrchenbelüftung über Nacht, wie's dann aussieht.
Dann brauchst auch nicht abwischen, is dann schon sauben abgetropft.
Darfst nur nicht vergessen vor Abfahrt ! Falschluft und/oder Sauerei dann !

Zitat:

@OO--II--OO schrieb am 11. Mai 2017 um 08:40:42 Uhr:


Oder die sich abkühlende Luft saugt sich bissl Öl ins Röhrchen hoch, und zack hast deine Fehlmessung ;-)
Aber normalerweise haben die Röhrchen über'm Ölniveau im Motor auch schon ein Belüftungsloch drin . . . evtl. das vestopft ?

Hab schon Röhrchen gesehen (730d E38), die hatten oben ein ganz kleines Loch drin (zur Belüftung wahrscheinlich, war dann zwar immer leicht ölfeucht, aber die hatten diesen Effekt dann wahrscheinlich nicht).
Aber VORSICHT bevor du da jetzt ein Loch reinbohrst :
Falls der Druck im Kurbelgehäuse mal bissl höher wird als normal (gibt's ja gern mal bei den M52/M54 KGE und Kolbenringe bzw. beides), drückt's dann genau an dieser Stelle Öl raus !

Also lieber den Meßstab einmal rausziehen, gar nicht lang ablesen, abwischen und erst dann messen.
Könnt aber auch sein, daß du mit Reinschieben des Meßstabs die Luftsäule im Röhrchen bissl nach unten schiebst und Öl verdrängst . . . auch wieder (leichte) Fehlmessung, aber wahrscheinlich macht das nur ganz wenig aus.

Kannst ja nach'm Abstellen den Meßstab schonmal bissl rausziehen zur Röhrchenbelüftung über Nacht, wie's dann aussieht.
Dann brauchst auch nicht abwischen, is dann schon sauben abgetropft.
Darfst nur nicht vergessen vor Abfahrt ! Falschluft und/oder Sauerei dann !

Deine Theorien ob Kapillarkräfte und Unter-/Überdruckszenarien im Rohr vom Ölmeßstab in Ehren, aber ich glaube dass du da auf dem Holzweg bist schon alleine weil der Peilstab länger ist als das Rohr und das Rohr zu dick für einen Kapillareffekt.

Ich könnte mir eher vorstellen, dass das neue Öl vielleicht irgendein Additiv hat, das das Öl besser am Kunststoff haften bleibt durch Adhäsion. Ob das so beabsichtigt ist (aus welchem Grund auch immer) oder nur ein Nebeneffekt wüsste ich aber auch nicht.

Jedenfalls eine interessante Beobachtung und sicher nicht tragisch, denn es gibt ja eine einfache Lösung. Peilstab abwischen und nochmal stecken 😉

ghm

Erst in der Praxis ausprobieren ausprobieren und dann an meinen Theorien rummäkeln bitte ! ;-)
Und vom Kapillareffekt hab ich üüberhaupt nix geschrieben, den bildest dir jetzt nur ein (und kommt ja eh nicht in Frage).

Der Peilstab ist nicht unbedingt länger als das Rohr, das geht nämlich ganz schön tief runter !
Manche saugen da sogar das komplette Öl beim Ölwechsel ab !
Selbst wenn der Peilstab nix mehr anzeigt, heißt das noch lang nicht, daß da nicht noch 1-2 Liter drin sein können !

Und unterschätz mal den Unterdruck nicht ! Funktioniert auch mit noch dickeren Durchmessern, Brunnenpumpen können das z.B. mehrere Meter ! Das oben beschriebene absaugen funktioniert dann schon erst recht !

Zitat:

@OO--II--OO schrieb am 11. Mai 2017 um 12:51:38 Uhr:


Erst in der Praxis ausprobieren ausprobieren und dann an meinen Theorien rummäkeln bitte ! ;-)
Und vom Kapillareffekt hab ich üüberhaupt nix geschrieben, den bildest dir jetzt nur ein (und kommt ja eh nicht in Frage).

Der Peilstab ist nicht unbedingt länger als das Rohr, das geht nämlich ganz schön tief runter !
Manche saugen da sogar das komplette Öl beim Ölwechsel ab !
Selbst wenn der Peilstab nix mehr anzeigt, heißt das noch lang nicht, daß da nicht noch 1-2 Liter drin sein können !

Und unterschätz mal den Unterdruck nicht ! Funktioniert auch mit noch dickeren Durchmessern, Brunnenpumpen können das z.B. mehrere Meter ! Das oben beschriebene absaugen funktioniert dann schon erst recht !

Kollege, du musst nicht gleich das Brotmesser auspacken - ich hab nix böse gemeint 🙂

Stimmt, den Kapillareffekt habe ich mir eingebildet weil du geschrieben hast "Oder die sich abkühlende Luft saugt sich bissl Öl ins Röhrchen hoch, ". Ich habe nur hochsaugen registriert und gemeint, du spielst auf Kapillareffekt an.

Ölabsaugen zum Zwecke des Ölwechsels wird gemeinhin mit einer Sonde gemacht die ins Peilstabrohr eingeführt wird. Ich könnte jetzt nicht sagen welche Fahrzeuge nach Herstellervorschrift direkt über das Peilstabrohr selbst abgesaugt werden. In der Tat müsste dann das Rohr bis an den tiefsten Punkt der Ölwanne geführt sein und Universalabsauggeräte wären nicht zu verwenden, denn die haben ja keinen luftdichten Anschluss an das Peilstarohr.
Dass man mit Unterdruck bis zu maximal die Höhe, der dem Umgebungsdruck entsprechenden Flüssigkeitssäule ansaugen kann ist mir schon klar (bei Wasser und 1 bar Luftdruck funktioniert deine Brunnenpumpe dann bis max ca 10 m Höhenunterschied auf der Saugseite - jedenfalls theoretisch, praktisch wird es deutlich weniger sein). Aber wir sprechen hier von Unterdruck, der sich von selbst bildet durch Abkühlung einer sehr kleinen Luftvolumens im Peilstabrohr und auch nur dann wenn der Peilstab oben perfekt luftdicht abdichtet

Anyway.. ich will hier keinen Streit vom Zaun brechen. Ich denke unterm Strich diskutieren wir hier eh ein Trivialproblem, das sich mit einem alten Lappen und 20 Sekunden zusätzlichem Zeitaufwand lösen lässt 😁

ghm

Brotmesser nur für's Brot, Mahlzeit ;-)

Bei manchen geht das mit'm absaugen rein über's Rohr :
http://www.autotestgeraete.de/.../vba-011-vba-012-vba-013.html?...

Peilstab hat 'nen Dichtring, und wenn 100° warme Luft auf sagen wir mal 0° abkühlt (rechnet sich dann leichter) = Volumenänderung von etwa 37 %
Länge des Meßstabs/-rohrs mal mit 50 cm angesetzt x 0,37 = etwa 1,8 cm heiß/kalt-Differenz
. . . also ich find meine Theorie daher gar nicht so übel ;-)

Ok - ich geb dir recht, dass das was du schreibst im Prinzip so funktioniert und muss natürlich nun rein um des Spaßes der Diskussion willen nochmal "klugschei..." 😁

Denn ich komme nur auf 27% wenn ich 273K/373K rechne.
Das was du dann weiter rechnest ist mir allerdings unklar.
37% von 50 cm sind bei mir 18,5 cm... bei den korrekten 27% kommen immerhin noch 13,5 cm raus.

Der Stab müsste also gute 10-15 cm über max mit Öl benetzt sein. Jetzt hast mich so neugierig gemacht, dass ich da selbst mal drauf achten werde demnächst.

ghm

Luftausdehnung bei Gasen paßt schon so (0,366 bei Änderung um 100° bzw Kelvin) :
http://www.chemgapedia.de/.../ausdehnung_von_gasen.vscml.html
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/c/cd/Ausdehnung.png
. . . aber hast auch wieder recht, hab ich mich wohl um eine Kommastelle vertan (so wie der "Spinat-hat-viel-Eisen"-Mann damals) . . . ansererseits :
Wenn's die Luft dann unten zum Meßrohr rausdrückt, im Rohr nur noch Luft drin, müßt' dann das Öl nach Abkühlung auf 0° um 18,5 cm angestiegen sein im Rohr . . . naja, alles Theorie, genaue Berechnung wahrscheinlich doch eher schwierig.
Aber zumindest die Richtung könnt schon stimmen ;-)

Neee, das passt leider nicht so - denn du rechnest Ausdehnung musst aber Kontraktion rechnen:
V1(373 K) / T1(373 K) = Vx (273 K) / T2 (273K) (wir reden hier ja von einem isobaren Vorgang bei dem der Druck konstant leiben soll).
Gleichung umstellen:
Vx = V1 * T2/T1

T2/T1= 273 K / 373 K = 0,73

Das neue Volumen ist also Faktor 0,27 kleiner (entspricht 27%) und muß entsprechend durch nachströmendes Öl ersetzt werden. 😉

ghm
PS: du hast den gleichen Fehler gemacht, wie viele beim Einkaufen. Ein Teil das netto 100.- Euro kostet kommt nachdem 19% MWSt drauf sind auf 119.-
So und jetzt gibt dir der Verkäufer 19% Rabatt... was kostets jetzt? 😰

Ist bei mir genauso. Ganzer Stab immer randvoll!

Wenn ich den Ölstand messe, wie es in der Bordanleitung steht, passt alles:

Warmen Motor abstellen, 5min warten, messen!

Ja zefix, ich taug glaub ich doch nix als Wissenschaftler oder Mathematiker.
Aber dafür, daß die Experten das mit der Autobahnmaut-Berechnung auch nicht genauer hinbekommen, war das doch schon fast ok ;-)

13,5 cm also . . . könnt dann schon hinhauen.
Muß der Fragesteller jetzt einfach mal den Praxistest machen.

Mein Praxistest (M40 allerdings) :
Ölstand bei max : 10,5 cm
Original Ölmeßstab 3 cm "über Grund" zu Ende.
Aber den "über-Nacht-Effekt" hab ich bei meinem M40 jedenfalls nicht. Aber da war glaub ich auch innerhalb der Ölwanne ein Löchlein im Röhrchen . . . wieder nicht genau gemerkt, hatte das Röhrchen beim Lagerschalenwechsel nämlich raus . . .

Nachtrag/Antwort zu unten :
ok, 1:1 Ausgleich für den Physiker (nach dem Kapillar-Eigentor) ;-)

Macht ja nix - nur bei mir geht's da eben um die Ehre 😁
... denn ganz im Vertrauen: ich bin Dr. der Physik 😎

Wie gesagt, ich werde mich aus Neugier dem Thema auch mal widmen. Mal sehen ob ich dieses Wochenende dazu komme.

Hallo,

vielen Dank für die Anregungen und die heisse Diskussion 😁.

Citrate, gute Idee, werde ich auch zum Vergleich noch mal testen...
Hatte es bisher aus Gewohnheit immer morgens in der Garage bei kaltem Motor gemacht. Du fährst nicht zufällig auch Shell Helix?

Hallo,
Habe das selbe "Problem" wie du helldriver, fahre auch das Shell Helix Ultra 5w40

Mit freundlichen Grüßen

Na an der Ölsorte wird das wohl eher nicht nicht liegen !

Aber ich kann da nicht mitreden, da M40 und kommt immer nur das günstigste rein, meist gebrauchtes aus anderen Motoren ;-)

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