Nutzt ihr die Motorbremse?
Hi Leute,
ich habe mich immer mal gefragt ob ihr auch die Motorbremse nutzt oder was ihr davon haltet?
Für die, die jetzt nicht wissen was des ist:
Man schaltet bei höherer Geschwindigkeit einen Gang runter um ohne die Bremse zu betätigen den Wagen langsam ab zu bremsen.
Also ich bin da immer hin und her gerissen mal nutze ich es viel und häufig und an anderen tagen habe ich da einfach keinen Bock drauf ;-)
Manchmal tut es mir auch weh wenn ich merke wie der aufheult, wenn ich bei zB. 60km/h in den dritten schalte. Dann frage ich mich ist es gut für den Motor oder schadet es ihm eher? Klar so kann man den Verschleiß der Bremse etwas verringern aber immer zu welchem Preis?
Mich interessiert eure Meinung zu dem Thema speziell auf unser BMWs bezogen.
MfG Ray
Beste Antwort im Thema
Naja, ganz durchdrücken brauchst du das Pedal nicht.
Wenn du aber bei 2500rpm einen Gang runter schalten willst, dann wird die Drehzahl im nächst niedrigeren Gang bei (ich schätze jetzt mal) 3100rpm liegen.
Wenn du nun zum runterschalten auskuppelst würde die Drehzahl ja abfallen, dies gleichst du mit einem leichten Gasstoß aus und bestenfalls ist die Motordrehzahl beim einkuppeln des nächst niedrigeren Ganges dann schon erreicht.
Wenn du das richtig machst wird dein Auto beim einkuppeln nicht "nicken", sondern sich ruhig verhalten.
Mit diesem Zwischengas geben gleichst du das sog. Motorschleppmoment aus, was vor allem bei sportlicher Fahrweise wichtig ist, da du sonst Unruhe ins Fahrzeug bringst. Dies ist übrigens ein Grund warum unerfahrene Fahrer gerade mit Hecktrieblern häufig nen Abflug machen - herunterschalten in der Kurve ohne Zwischengas, Hinterachse wird durch das Motorschleppmoment entlastet und Tschüss. Moderne automatische Getriebe gleichen dies sowohl beim Hoch- als auch beim Runterschalten aus selbst aus (z.B. im DKG des BMW)
Übrigens sollte der Kupplungsverschleiß beim runterschalten auch ohne Zwischengas nur minimal sein, da die Kupplung ja nur die Kraft des Motorschleppmoments übertragen muss und nicht wie beim beschleunigen die Kraft, die benötigt wird um das Auto zu vorwärts zu bringen.
34 Antworten
Man muss bei der Schubabschaltung zwischen Diesel und Benziner unterscheiden - beim Diesel funktioniert das bis runter zur Leerlaufdrehzahl. Erst wenn der Wagen quasi von selbst Gas gibt, wird auch wieder Kraftstoff verbraucht. Beim Benziner geht es schon bei weit über 1000u/min wieder los mit dem Einspritzen. Kann man gut an der Momentanverbrauchsanzeige sehen.
Hallo allerseits.
Das wesentliche wurde ja schon geschrieben.
Um den Kupplunsverschleiß zu minimieren, kann man einen Gasstoss zwischen den Gängen geben und die Drehzahl so bei getretener Kupplung bereits an die neue Drehzahl, die kommen wird anpassen.
Erfordert etwas Übung, aber wenn es klappt, ist es superweich und die Kupplung hat kaum Verschleiß, da sie quasi 0 Drehzahl überbrücken bzw. hochschleifen muss. (verbraucht natürlich kurz zum Hochdrehen, aber lieber Kupplung schonen 😉 )
Übrigens macht das ganze dem Motor sicherlich so gut wie gar nichts aus. Schließlich ist das sogar eine Drehzahl ohne Last, da man ja danach gar kein Gas mehr gibt. Man muss es vielleicht nicht bis an den roten Bereich und auch nicht im ersten Gang machen. Aber bei 4000-5000 Umdrehungen bremst der Motor gut mit und bei einem geschickten "Zwischengasstoss" kommt man auch weich rein.
Bevor jemand kommt: Nicht verwechseln mit dem alten Zwischengas, was man ohne Synchronringe etc. brauchte. Dort wurde im Leerlauf eingekuppelt vor dem Gasstoss und nicht bei getretener Kupplung die Drehzahl angepasst.
Gruß
RIP
Zitat:
Original geschrieben von RIP
Hallo allerseits.Das wesentliche wurde ja schon geschrieben.
Um den Kupplunsverschleiß zu minimieren, kann man einen Gasstoss zwischen den Gängen geben und die Drehzahl so bei getretener Kupplung bereits an die neue Drehzahl, die kommen wird anpassen.
Erfordert etwas Übung, aber wenn es klappt, ist es superweich und die Kupplung hat kaum Verschleiß, da sie quasi 0 Drehzahl überbrücken bzw. hochschleifen muss. (verbraucht natürlich kurz zum Hochdrehen, aber lieber Kupplung schonen 😉 )
Übrigens macht das ganze dem Motor sicherlich so gut wie gar nichts aus. Schließlich ist das sogar eine Drehzahl ohne Last, da man ja danach gar kein Gas mehr gibt. Man muss es vielleicht nicht bis an den roten Bereich und auch nicht im ersten Gang machen. Aber bei 4000-5000 Umdrehungen bremst der Motor gut mit und bei einem geschickten "Zwischengasstoss" kommt man auch weich rein.
Bevor jemand kommt: Nicht verwechseln mit dem alten Zwischengas, was man ohne Synchronringe etc. brauchte. Dort wurde im Leerlauf eingekuppelt vor dem Gasstoss und nicht bei getretener Kupplung die Drehzahl angepasst.
Das hier angesprochene "Zwischengas" entspricht eher dem, welches Rennfahrer auch geben um ein zu großes Schleppmoment an der Antriebsachse (vor allem wenn sie hinten ist) zu vermeiden, dient aber auch der Schonung der Kupplung im zivilen Fall 😉
Gruß
RIP
sehr interessanter beitrag rip 🙂
dein gasstoss einmal gaspedal durchdrücken oder wie kannst das mal genauer beschreiben ?
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Ja, nutze die Motorbremse. Seit Efficient Dynamics schon das auch die Umwelt und nicht nur die Bremsen. Außerdem habe ich so das Gefühl, daß ich den Bremsvorgang besser kontrollieren kann, d.h. wenn der Vordermann doch mal stärker als gedacht vor der Ampel abbremst, dann kann ich mit der der Unterstützung durch die Motorbremse entspannter reagieren als wenn ich die Bremse voll durchtreten muß.
Naja, ganz durchdrücken brauchst du das Pedal nicht.
Wenn du aber bei 2500rpm einen Gang runter schalten willst, dann wird die Drehzahl im nächst niedrigeren Gang bei (ich schätze jetzt mal) 3100rpm liegen.
Wenn du nun zum runterschalten auskuppelst würde die Drehzahl ja abfallen, dies gleichst du mit einem leichten Gasstoß aus und bestenfalls ist die Motordrehzahl beim einkuppeln des nächst niedrigeren Ganges dann schon erreicht.
Wenn du das richtig machst wird dein Auto beim einkuppeln nicht "nicken", sondern sich ruhig verhalten.
Mit diesem Zwischengas geben gleichst du das sog. Motorschleppmoment aus, was vor allem bei sportlicher Fahrweise wichtig ist, da du sonst Unruhe ins Fahrzeug bringst. Dies ist übrigens ein Grund warum unerfahrene Fahrer gerade mit Hecktrieblern häufig nen Abflug machen - herunterschalten in der Kurve ohne Zwischengas, Hinterachse wird durch das Motorschleppmoment entlastet und Tschüss. Moderne automatische Getriebe gleichen dies sowohl beim Hoch- als auch beim Runterschalten aus selbst aus (z.B. im DKG des BMW)
Übrigens sollte der Kupplungsverschleiß beim runterschalten auch ohne Zwischengas nur minimal sein, da die Kupplung ja nur die Kraft des Motorschleppmoments übertragen muss und nicht wie beim beschleunigen die Kraft, die benötigt wird um das Auto zu vorwärts zu bringen.
Zitat:
Original geschrieben von Stan73
Ja, nutze die Motorbremse. Seit Efficient Dynamics schon das auch die Umwelt und nicht nur die Bremsen. Außerdem habe ich so das Gefühl, daß ich den Bremsvorgang besser kontrollieren kann, d.h. wenn der Vordermann doch mal stärker als gedacht vor der Ampel abbremst, dann kann ich mit der der Unterstützung durch die Motorbremse entspannter reagieren als wenn ich die Bremse voll durchtreten muß.
Die Umwelt wurde auch schon vor dem Efficient Dynamics Konzept geschont. Einziger Unterschied: Seit neuestem wurde der LiMa ein "Gehirn" implantiert. Die Batterie wird möglichst nur noch in den Schubphasen geladen, wird ein bestimmter Ladestand unterschritten allerdings auch im normalen Betrieb. Es kommt also darauf an, wie die Schub- und Lastphasen verteilt sind. Je nach Fahrprofil kann es auch sein, dass die Batterie nur in den Schubphasen geladen wird.
Motorbremse? Auf jeden Fall! Zwar nicht immer, aber wenn ich mal entspannt im Verkehr mitschwimme und spritsparend Fahre (was ja mit dem DI durchaus möglich ist) nutze ich die Motorbremse sehr oft. Fährt sich dann auch irgendwie viel gelassener...
erstmal danke für deine erklärung!
bei mir läuft das so ab wenn ich die motorbremse nutze :
auskuppeln - langsam einkuppeln - gleichzeitig leicht Gas geben sonst wirds ungemütlich wohl das "Nicken"
wenn ichs richtig verstanden habe bei dir so:
auskuppeln - gasstoss geben (sag mal einfach so 1 sek gasstoss) und langsam oder schnell einkuppeln ?
@stylee :
Einfach ein klein wenig mehr Gas geben, während du noch die Kupplung getreten hast. Die Drehzahl sollte halt ungefähr dahin, wo sie beim einkuppeln im niedrigeren Gang sowieso landen würde.
Wenn du sie nicht ganz so hoch triffst, hilft es trotzdem, da der Drehzahlunterschied dann ja schon geringer ist. Unangenehmer ist am Anfang, wenn man mal ein wenig zuviel gibt. Dann ruckt das Auto nach vorne 😉 Aber mit genügend Übung passiert das kaum noch.
Letztendlich hat evrtobi wohl recht. Der Verschleiß sollte ohnehin nicht so drastisch sein. Aber es macht auch Spaß, wenn man es beherrscht und gestaltet den Übergang auf alle Fälle weicher.
Wenn du die Drehzahl triffst, kannst du wirklich flott einkuppeln, ohne daß irgendwas bockt.
Gruß
RIP
Zitat:
Original geschrieben von stylee90
auskuppeln - gasstoss geben (sag mal einfach so 1 sek gasstoss) und langsam oder schnell einkuppeln ?
Wie lange und fest der Gaßstoß sein muss hängt vom Motor ab.
Der BMW Reihen 6-Zylinder wird hier einen etwas wehementeren Gasstoß brauchen, als z.B. ein 4-Zylinder. Das Bedarf wie RIP schreibt etwas Übung, aber wenns klappt ists echt angenehmer zu fahren und verbessert zudem auch noch die Fahrsicherheit. Vor allem ist das einkuppeln verbunden mit einem hohen Motorschleppmoment ein Zustand den das DSC nur schwer bis gar nicht ausregeln kann, das kann vor allem in Winter bei glatten Straßen zu unangenehmen Überraschungen ala Dreher auf gerader Fahrbahn führen, ohne das auch nur der geringste Lenkeinschlag statt findet. Das findet man dann wieder hier bei MT und BMW muss das halbe Auto zerlegen um den "Fehler" zu finden.
Ich nutze die Motorbremse vor allem auf meinen täglichen Weg zur Arbeit, weil ich hier jede Ampelschaltung kenne und eben genau weiß, wann ich wo schon und in welchem Gang vom Gas gehen kann. Somit lässt sich dann der Sprit einsparen, denn man dann braucht wenn die Autobahn mal frei und unbeschränkt ist 😎
Das mit dem Gasstoß hört sich sehr interessant an und ich werde es mal ausprobieren, denn das "nicken" kenne ich ja auch und ist auch nicht so schön.
Denke auch, dass man es nach etwas Übung ganz gut hin bekommen kann, dass es sehr ruhig abläuft.
Habt Dank für den Tipp!
MfG Ray
Zitat:
Original geschrieben von TheRealRaffnix
Beim Benziner geht es schon bei weit über 1000u/min wieder los mit dem Einspritzen. Kann man gut an der Momentanverbrauchsanzeige sehen.
War im E46 so, im E90(318i) hatte ich gestern beim bergab rollen sogar bei knapp über 1000u/min noch die SA aktiv.
Ich denke, man merkt den Übergang auch an einem Rucken, als ob sich der Motor gegen die fallende Drehzahl "wehrt". Ist bei mir (eben 318i E90) so, bei ca. 1000 Touren...
Hatte mal gelesen, dass es mehr bringt den wagen im höchsten gang auf eine ampel zurollen zu lassen, als zurückzuschalten. Denn beim Zurückschalten tritt man ja die kupplung und kann dann schön beobbachten wie der spritverbrauch kurz auf 10liter hochgeht ( in der anzeige bei 4zylindern wo normal die öltemperatur ist ). Ausrollen und dann bei ca 1300umdrehungen kupplung treten is sinnvoller glaube ich zu wissen. Dann halt start stopp 😁
LG