Nach langen, schnellen Fahrten "kaltlaufen" lassen?!
hi,
mir hat vor einiger zeit ein mitarbeiter vom bmw mobilen service mal empfohlen, dass ich den wagen sozusagen kaltlaufen lasse, wenn ich schnell gefahren bin.
grund sei, dass die nockenwelle stark erhitzt sei und diese sich beim einfachen abstellen verformen könne.
ich solle also den motor 2-3 minuten im stand runterkommen lassen und dann erst abschalten, um die langlebigkeit zu erhöhen.
was sagt ihr dazu?
fiel mir gestern abend ein, als ich nach einer 200 km autobahnfahrt mit teilweise höchstgeschwindigkeit den wagen einfach in der garage abgestellt habe.
Beste Antwort im Thema
Hallo!
Das Problem sind die Turbos, nicht die Nockenwelle. Es ist aber nicht das Nachlaufen der Turbine, sondern der stockende Ölkreislauf. Nach längerer Jagd über die Bahn bei Volllast werden die Turbos sehr heiß. Stellt man nun den Motor ab, ohne dass sich die Turbos aufgrund einer normalen Fahrweise wieder abkühlen können, so bleibt der Ölkreislauf stehen, das Öl im Turbo brennt auf der Welle fest aufgrund der hohen Temperaturen.
Schnelle AB-Fahrt, ab auf die Raststätte, Motor sofort aus. Wie imyselfandme schon schrieb, das ist der frühe Tod des Turbos (der Turbos). Man muss nun nicht gleich 30 Minuten mit 80 km/h über die Bahn schleichen, es reichen 2-3 Minuten einfacher Fahrt, dann ist der Turbo wieder auf Normaltemperatur. Für normal reicht da die Strecker von der Autobahn nach Hause (zum Kunden, zur Freundin, zur Geliebten oder was-weiß-ich-wohin).
CU Oliver
33 Antworten
Zitat:
Original geschrieben von yreiser
Was hast du denn gedacht stellt ein Symbol mit Ölkännchen und Thermometer dar?Zitat:
Original geschrieben von promexx
ach, das heisst die anzeige im kombiinstrument ist für das öl, nicht für das wasser?
wusste ich gar nicht!
Noch nie genau hingeguckt 🙂
Zitat:
Original geschrieben von Skotty660815
Moin,erstmal danke für die Ausführungen.
Bliebe noch zu klären, wann ein effektives Kaltfahren nötig ist.
Zählen da längere 140 KM/H-Strecken auch mit oder nur
wirkliche V-Max-Fahrten über 200.
Wie sieht es mit kurzen Landstrassen-Sprints aus, wo ja im
Sport-Modus auch beachtliche Drehzahlen erreicht werden können?
Wird da der Turbo auch stark belastet?munter bleiben
Skotty
Bei Landstraßen-Sprints wird der Turbo werksseitig automatisch deaktiviert und somit auch nicht beansprucht. ;-)
Natürlich kommt das immer darauf an, wie sehr und wie lange der Turbolader belastet wird...
VG,
Ivan
Zitat:
Original geschrieben von Ivan78
Bei Landstraßen-Sprints wird der Turbo werksseitig automatisch deaktiviert und somit auch nicht beansprucht. ;-)
Lustig und wie komme ich dann beim Sprinten zur Leistung, wenn der Turbo nicht arbeitet?
lg
Tobias
@skotty:
Bei kurzen Landstrassensprints gibst Du zwar dem Turbo mächtig Zunder, aber nur kurz.
Vergleich mal das Drezahlniveau bei einer Landstrassenfahrt. Im Normalmodus geht die Drehzahl ständig wieder in den Keller.
Da hat der Turbolader wieder Zeit sich zu erholen.
Nur wenn Du auf der Landstrasse richtig rumglühst, erreichst die eine höhere Turbobelastung.
Aber wo heizt man auf der Landstrasse richtig? In Kurven. Du fährst ja wohl kaum die letzten Kilometer bis nach Hause mit konstant 100 Km/H und 5.000 U/min.
Bleiben Kurven. Also ständig Beschleunigen (Belastung) und Bremsen.
Wenn Du sportlich bremst, jagst du zwar die Drezahl hoch, aber ohne Verbrennung ( du verzögerst ja ). Du führst also keine neue Hitze zu.
Freilich ist hier aber der Motor und Turbo schon gefordert.
Ich lass es hier die letzten 2 -3 Kilometer auch ein wenig ruhig angehen.
Jetzt vergleich mal eine - meinetwegen auch konstante Fahrt auf der Autobahn mit 170/180 KmH.
Mein Diesel hat hier - ich weiss das jetzt auch ned so genau - ca. 2.500 - 2800 Umin drauf.
Aber du hast hier Dauerfeuer! Zwar konstant und nicht soooo hoch, aber eben Feuer. Ohne Punkt und Pause. Du musst auch mehr Gas geben, als auf der Landstrasse, wegen der hohen Fahrtwiderstände. Du bremst wie ein blöder wegen irgendeinem LKW, der rauszieht und beschleunigst wieder zügig.
Da bleibt dem Turbo keine Chance zum abkühlen.