Motorschaden ML320 Bj. 2008 Kurbelwellenschaden

Mercedes ML W164

Hallo,

ich habe mit meinem ML320CDI, 01-2008, 46000 km folgendes Problem:
Nach kurzem Abstellen des ML vor meiner Garage, konnte ich den ML wieder starten. Der Motor ging jedoch nach 1-2 sec. wieder aus. Ein erneuerter Startversuch, hatte den gleichen Ablauf. Beim dritten Startversuch, drehte der Anlasser nicht mehr durch. Der Motor lief vor diesem Ausfall, wie auch bei früheren Fahrten ruhig ohne seltsame Geräusche.

Mein ML wurde dann von meiner NL abgeholt und am 2.Nov. untersucht.

Nach Rücksprache mit einem Meister der NL, konnte der Motor auch mit großem Kraftaufwand
nicht mehr gedreht werden. Bei einem erneuten Startversuch, verabschiedete sich der Anlasser.
Nach kpl. Ausbau des Motors stellte die NL fest, dass sich die Kurbelwelle im Kurbelwellenlager festgefressen hat und die Welle das kpl. Lager trotz Sicherungsnuten gedreht hat.

Ein Schaden von diesem Ausmaß, ist meiner NL bei dem ausgereiften 320er Diesel-Motor nicht bekannt.
Am gleichen Abend hat meine NL die Beschädigung an das Werk mit Fotos weitergegeben.

Die Stellungnahme vom Werk kam erst am heutigen Freitag und lt. wie folgt:
Kostenlose Reparatur des ML mit neuer Kurbelwelle und Lager.

Ich habe alle KD bei Mercedes lückenlos durchführen lassen und habe die Mercedes-Anschlußgarantie bis 01-2012 abgeschlossen.
Da das Kurbelwellenlager bereits in 11-2009 auf Garantie erneuert wurde (ticken im Leerlauf nach dem Kundendienst), das Fzg. erst 46000 km hat und die Reparatur sicher nicht ganz einfach ist, würde ich in diesem Fall einem neuen Motor den Vorzug geben.
Ich habe hier leider kein gutes Gefühl bzgl. einer fehlerfreien Behebung des Defektes.

Nach Rücksprache mit dem Meister der NL, teilte mir dieser mit, dass er die Entscheidung des Werkes nicht ändern könne und dieser Reparaturweg vorgegeben wurde. Die Reparatur soll am 8./9.11. in der NL beginnen.

Da ich mit dem ML eigentlich sehr zufrieden bin, ich das Fzg. allerdings noch einige Jahre fahren möchte, bitte ich um folgende Info an die Fachleute des Forums:

- Fachkundigen Rat zur geplanten Reparatur
- Empfehlung für das weitere Vorgehen
- evtl. Adresse bei Mercedes für eine Beschwerde (mit Erfolg)
- andere bekannte Fälle

Für alle Meldungen, die mir bei diesem Problem weiterhelfen können, wäre ich dankbar.
chargo00

Beste Antwort im Thema

Ich würde sagen Pfusch bei der ersten Reparatur und zwar insoweit, dass man nicht einfach ein paar Lager oder 'ne Kurbelwelle tauschen kann, ohne zumindest eine Vermessung der Lagerböcke/bohrungen des Motorgehäuses durch zu führen. Die Ermittlung der Ursache ist hier oberste Bürgerpflicht. Ich bezweifel, dass das von allzu vielen MB-Mechanikern gemacht werden kann. Dann muss geprüft werden, ob die Lagerbohrungen in Längsachse noch fluchten. Einen ähnlichen Schaden hatte ich vor ein paar Wochen auf dem OP-Tisch. Ein 110er Motor (Doppelnocken) aus einem /8 hatte den gleichen Schaden. Die Ursache war ein zu strammer Burgmanring (Vorläufer vom Radialwellendichtring). KW lief heiß, Lagerzapfen dehnte sich aus (zu kleines Lagerspiel) und das KW-Lager hat gefressen. Die Vermessung der KW-Bohrung hat ergeben, dass sie kpl. unrund war mit Untermaß, d. h. Lager und Zapfen berühren sich und würden die KW festklemmen. Das Gleiche vermute ich bei deinem Motor auch. Bei dem zu erwartenden Rep-Aufwand wäre ein Tauschblock eh sinnvoller.

Gruß
Ollisal

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Zitat:

Original geschrieben von henryenzo



Da ich gute Kontakte habe, hat man das Geräusch gehört!!!!!
- Aufwand war groß - Motor wurde ausgebaut -

Lach.....wow, coole Aktion, Henry......erinnert mich an meinen ersten KW-Sensor, der schon kaputt war, obwohl der Motor noch lief*gg*

Das der Block raus muß, wäre mir neu. Man kommt ja von der Ölwanne her gut an die KW-Lager ran.

Aber das windige Lagerbänklein auf dem Foto hat ganz schön zu tun mit dem Brocken von Motor.....Glück gehabt, das die ganze Schose nicht zusammengekracht ist.

:-)

Hallo Bertus,

ich konnte meien ML am letzten Freitag bei meiner NL wieder abholen.
Die Reparatur wurde von einem pers. bekannten sehr guten Mechaniker und einem
Meister der Werkstatt, die beide auf Motorreparaturen spezialisiert sind durchgeführt.
Es wurde die Kurbelwelle mit allen Lagern, den Pleuellagern erneuert. Die Pleuel
mußten gem. Vorgabe vom Werk ebenfalls erneuert werden. Der defekte Anlasser
wurde auch ausgetauscht. Die Reparatur mit den neuen Teilen dauerte 4 Tage.
Die defekten Teile gingen lt. dem Meister an das Werk zur Untersuchung.
Der erste Eindruck ist sehr gut. Läuft wieder ruhig wie ein Uhrwerk.
Der Motor hat jetzt ein anderes Startverhalten. Nach dem Vorglühen, springt er sehr schnell
und präzise an. Vor der Reparatur sprang der Motor nach der Vorglühphase erst nach 2-3 Sec.
an und hatte ein eher etwas zähes Startverhalten.
Aufgrund dieser Änderung, vermute ich, dass der aufgetretene Fehrler mit der Kurbelwelle schon länger vorhanden war und sich dieser Defekt vielleicht durch diese Änderung beim Startverhalten
ankündigte.
Wegen der Fehlerursache, konnte mir meine NL noch keine Info geben. Ich werde jedoch nach
Untersuchung der defekten Teile im Werk, über das Ergebnis informiert und werde dann hier im
Forum weiter berichten.

Vielen Dank für die Info aus dem Forum !
chargo00

Zitat:

Original geschrieben von BertusCDI


noch ein Nachsatz:
Wenn es Dir nicht gelingt einen neuen Motor (Rumpfmotor) zu bekommen würde ich wie folgt verfahren, einem "Mechaniker des Vertrauens" suchen, eine neue Kurbelwelle mit neuen Hauptlagern und neuen Pleuellagern montieren lassen ohne die Zylinder ziehen zu lassen und ohne Demontage der Zylinderköpfe.
Gruß Bertus

Zitat:

Original geschrieben von Nik999



Zitat:

Original geschrieben von henryenzo



Da ich gute Kontakte habe, hat man das Geräusch gehört!!!!!
- Aufwand war groß - Motor wurde ausgebaut -
Das der Block raus muß, wäre mir neu. Man kommt ja von der Ölwanne her gut an die KW-Lager ran.

Der Motor muss nicht raus, aber das Getriebe weil sich hinter dem Mitnehmer vom Wandler noch Ölwannenschrauben befinden. Bei der Erneuerung des 1 Hauptlagers muss nur dieser eine Lagerbock gelöst werden, die obere Schale lässt sich dann rausschieben.

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