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Motorradfahren 2030

Themenstarteram 13. Dezember 2012 um 11:27

Vorab: 2030 liegt gefühlt in ewiger Zukunft. Es liegt so weit vor uns wie Monika Lewinski und "Independence Day" von Roland Emmerich rückwärts.

Nach dem Abstöpseln vom Dauerladegerät und dem Aufsitzen stecke ich mein Smartphone in die Cockpithalterung. Dieses ersetzt sowohl das klassische Cockpit wie auch den Zündschlüssel. "Guten Morgen oh mein Gebieter!" meldet sich lasziv die Uschi aus dem Bordlautsprecher, "welchen Motorsound hättest Du heute gerne?" - "Hmm, heute mal Yamaha MT-01 Stage 3" - "Diesen Sound muss ich erst downloaden - kostet 79 Cent - soll ich?" - "Ja bitte" - "Dein Konto wird mit 79 Cent belastet, Rechnung kommt per Email!".

In der Zwischenzeit hab ich den Helm aufgesetzt. "Helm mit Motorrad verbunden!" klärt mich die Uschi auf. "Möchtest du den Motorsound auch auf dem Helmlautsprecher hören?" - "Ja!" - "BMW-Bike-Mobil hat in der Nacht ein Update der Betriebssystemsoftware gesendet. Möchtest du dieses aktivieren? BMW-Bike-Mobil weißt darauf hin, dass das Fahren ohne Aktivierung den Garantieverlust nach sich ziehen kann." - "Ja, in Gottes Namen, können wir jetzt losfahren?"

"Möchtest Du ein Ziel eingeben? So kann ich Dir Verkehrs- Lademöglichkeits und Wetterinformationen über die Route geben."

"Nein, ich will einfach nur ein bischen durch die Gegend gondeln!" - "Beachte bitte die gültigen Verkehrsregeln! Soll ich Dich auf Tempolimits und Verkehrsbeschränkungen hinweisen?" - "Nein, sei einfach still!" - "Gute Fahrt!"

Plötzlich wummert der tiefe Bass eine grossen Twins in meinem Ohr. Durch eine eigentlich illegale Manipulation überzieht der Bordlautsprecher mit 100 statt der erlaubten 85db die Nachbarschaft. Extra ein topcase für den Subwoofer montiert. Hach, das klingt wie früher.

"Achtung!" meldet sich Uschi unaufgefordert, "wir befinden uns auf einer Strecke mit Verkehrsleitsteuerung. Fahrzeuge, die sich nicht in die zentrale Steuerung einklinken, dürfen nur den linken Fahrstreifen benutzen! Soll ich mich einklinken?" - "Nein, auf keinen Fall!".

Ich fahre also auf den linken Fahrstreifen, zwischen die letzten auschließlichen Benziner und H-Kennzeichen-Autos. Leider ist dort auch keine Induktionsschleife verlegt, so dass ich dort ohne Bordstrom fahren könnte. Dafür müsste ich aber auch ein Ziel zum ausklinken eingeben.

Voraus erkenne ich ein Polizeiauto am Strassenrand. Hastig befehle ich der Uschi, das Normsoundniveau zu aktivieren. Schlagartig wird es leiser um mich.

Beim Abbiegen auf die Autobahn klinke ich mich doch in die Verkehrsleitsteuerung ein. Nach Angabe der Abfahrt öffnet sich eine Lücke für mich auf der linken Spur am Ende der Auffahrt im engen Verkehrsstrom und ich schwimme mit den genormten 90km/h Richtung Sauerland. Gasgeben und Bremsen fällt weg, das übernimmt die zentrale Steuerung. Nur ein bischen Lenken noch, um das Gleichgewicht zu halten. Durch die Induktionsschleifen in der Fahrbahn benötige ich keinen Bordstrom und kann daher die 200km Reichweite allein für die kurvigen Nebenstrecken im Sauerland nutzen. Jeder Bikertreff und jede Gaststätte bieten inzwischen ausreichend Ladestationen an, die über das Smartphone automatisch abgerechnet werden.

 

Endlich im Sauerland angekommen, genieße ich das satte Drehmoment des 70kw starken E-Motors (mehr ist gesetzlich nicht erlaubt) und erfreue mich an den tiefen Bässen des MT-01-Motors.

Eigentlich wie früher. Nur ohne schalten...

;)

 

 

Beste Antwort im Thema
Themenstarteram 13. Dezember 2012 um 11:27

Vorab: 2030 liegt gefühlt in ewiger Zukunft. Es liegt so weit vor uns wie Monika Lewinski und "Independence Day" von Roland Emmerich rückwärts.

Nach dem Abstöpseln vom Dauerladegerät und dem Aufsitzen stecke ich mein Smartphone in die Cockpithalterung. Dieses ersetzt sowohl das klassische Cockpit wie auch den Zündschlüssel. "Guten Morgen oh mein Gebieter!" meldet sich lasziv die Uschi aus dem Bordlautsprecher, "welchen Motorsound hättest Du heute gerne?" - "Hmm, heute mal Yamaha MT-01 Stage 3" - "Diesen Sound muss ich erst downloaden - kostet 79 Cent - soll ich?" - "Ja bitte" - "Dein Konto wird mit 79 Cent belastet, Rechnung kommt per Email!".

In der Zwischenzeit hab ich den Helm aufgesetzt. "Helm mit Motorrad verbunden!" klärt mich die Uschi auf. "Möchtest du den Motorsound auch auf dem Helmlautsprecher hören?" - "Ja!" - "BMW-Bike-Mobil hat in der Nacht ein Update der Betriebssystemsoftware gesendet. Möchtest du dieses aktivieren? BMW-Bike-Mobil weißt darauf hin, dass das Fahren ohne Aktivierung den Garantieverlust nach sich ziehen kann." - "Ja, in Gottes Namen, können wir jetzt losfahren?"

"Möchtest Du ein Ziel eingeben? So kann ich Dir Verkehrs- Lademöglichkeits und Wetterinformationen über die Route geben."

"Nein, ich will einfach nur ein bischen durch die Gegend gondeln!" - "Beachte bitte die gültigen Verkehrsregeln! Soll ich Dich auf Tempolimits und Verkehrsbeschränkungen hinweisen?" - "Nein, sei einfach still!" - "Gute Fahrt!"

Plötzlich wummert der tiefe Bass eine grossen Twins in meinem Ohr. Durch eine eigentlich illegale Manipulation überzieht der Bordlautsprecher mit 100 statt der erlaubten 85db die Nachbarschaft. Extra ein topcase für den Subwoofer montiert. Hach, das klingt wie früher.

"Achtung!" meldet sich Uschi unaufgefordert, "wir befinden uns auf einer Strecke mit Verkehrsleitsteuerung. Fahrzeuge, die sich nicht in die zentrale Steuerung einklinken, dürfen nur den linken Fahrstreifen benutzen! Soll ich mich einklinken?" - "Nein, auf keinen Fall!".

Ich fahre also auf den linken Fahrstreifen, zwischen die letzten auschließlichen Benziner und H-Kennzeichen-Autos. Leider ist dort auch keine Induktionsschleife verlegt, so dass ich dort ohne Bordstrom fahren könnte. Dafür müsste ich aber auch ein Ziel zum ausklinken eingeben.

Voraus erkenne ich ein Polizeiauto am Strassenrand. Hastig befehle ich der Uschi, das Normsoundniveau zu aktivieren. Schlagartig wird es leiser um mich.

Beim Abbiegen auf die Autobahn klinke ich mich doch in die Verkehrsleitsteuerung ein. Nach Angabe der Abfahrt öffnet sich eine Lücke für mich auf der linken Spur am Ende der Auffahrt im engen Verkehrsstrom und ich schwimme mit den genormten 90km/h Richtung Sauerland. Gasgeben und Bremsen fällt weg, das übernimmt die zentrale Steuerung. Nur ein bischen Lenken noch, um das Gleichgewicht zu halten. Durch die Induktionsschleifen in der Fahrbahn benötige ich keinen Bordstrom und kann daher die 200km Reichweite allein für die kurvigen Nebenstrecken im Sauerland nutzen. Jeder Bikertreff und jede Gaststätte bieten inzwischen ausreichend Ladestationen an, die über das Smartphone automatisch abgerechnet werden.

 

Endlich im Sauerland angekommen, genieße ich das satte Drehmoment des 70kw starken E-Motors (mehr ist gesetzlich nicht erlaubt) und erfreue mich an den tiefen Bässen des MT-01-Motors.

Eigentlich wie früher. Nur ohne schalten...

;)

 

 

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Themenstarteram 15. Dezember 2012 um 20:16

Das ist ein Tippfehler. Es muss heißen: Das Ende des MAYO-Kalenders.

Nie wieder Pommes rot-weiß!

Die Welt geht unter...:eek:

Zitat:

Original geschrieben von Lewellyn

Das ist ein Tippfehler. Es muss heißen: Das Ende des MAYO-Kalenders.

Nie wieder Pommes rot-weiß!

Die Welt geht unter...:eek:

Oh,

ich wusste nicht, dass es soooo schlimm wird :eek:

Zitat:

Original geschrieben von Vulkanistor

Zitat:

Original geschrieben von Lewellyn

Das ist ein Tippfehler. Es muss heißen: Das Ende des MAYO-Kalenders.

Nie wieder Pommes rot-weiß!

Die Welt geht unter...:eek:

Oh,

ich wusste nicht, dass es soooo schlimm wird :eek:

Hallo Gemeinde,

meine Gedanken zu 2030:

ich hoffe für uns ALLE, dass es bis dahin noch Motorräder gibt, die mit dem jetzigen Sprit, falls es Diesen dann noch gibt, laufen. Der Glaube daran fällt mir allerdings schwer.

Wenn man sich unsere heutige Gesellschaftsform so betrachtet, werden im Jahre 2030 keine 30% unserer Bevölkerung mehr ein Auto ihr Eigen nennen können, von Motorrädern ganz zu schweigen.

Dieses ist nicht mein Wunsch, aber dieses wird, befürchte ich, die Realität sein. Es wird dann mehr Fahrradfahrer als Auto- und Motorradfahrer zusammen geben.

Aber ich hoffen, wir können unser Hobby noch recht lange ausüben.

LG

Heinz

Das glaube ich weniger. Es wird ja wohl immer noch auf hohem Niveau gejammert.

Ich glaube, dass auch 2030 noch reichlich motorisierter Individualverkehr möglich sein wird.

Möglicherweise nicht mehr (nur) mit fossilen Kraftstoffen, sondern mehr Elektromobilität aber geben wirds den nach wie vor. Ich finde es auch garnicht schlimm, umzusteigen, wenn die Technik das hergibt.

Die Fahrzeuge wie heute wird es vermutlich nicht mehr geben. Es wird nicht zu ändern sein, dass ressourcenschonendere Fahrzeuge her müssen. Da heisst dann eben auch, dass Fahrzeuge angeboten werden, die mit den heutigen Autos nicht mehr viel zu tun haben. Zukünftige Fahrzeuge werden leichter sein, weniger Leistung haben, weniger Sitzplätze haben, dafür aber auch weniger Kraftstoff verbrauchen. Renault liegt da beispielsweise mit dem Twizy in meinen Augen weit vorne. Ich glaube, dass es in Zukunft mehr solcher Autos geben wird.

Das mag von der Industrie derzeit noch nicht so gewollt sein, der Kunde wird es aber auf kurz oder lang fordern (müssen).

Ein Touareg mit V10 TDI ist nunmal vollkommener Blödsinn, wenn man nicht gerade ne 747 (oder was das damals in dem Werbespot war) durch die Gegend schleppen will. Wenn man sich jetzt mal morgens im Berufsverkehr umguckt, sieht man doch schon, dass ein Großteil der Neufahrzeuge Klein(st)wagen sind. Mehr ist meistens auch nicht nötig.

Klar, man hat einen gewissen Luxus. Ich bewältige meinen 25km-Arbeitsweg auf dem die höchstzulässige Geschwindigkeit 70km/h beträgt, mit nem 131PS-TDI und verfluche immer die lahme Fabia-Krücke meiner Frau aber wenn man es genau betrachtet, würde mir ein Smart, Twizy oder etwas noch kleineres reichen.

Gerade beim Thema Elektromobilität wundere ich mich doch, dass die Geräuschkulisse der Fahrzeuge für manche fast ein Ausschlußkriterium für die gesamte Technik ist.

Der Motorsound meiner Fahrzeuge ist mir völlig latte. Um ehrlich zu sein, dürften sowohl unsere beiden Autos als auch meine Fazer gerne leiser sein. Von mir aus auch geräuschlos.

Wenn der Vorbesitzer meiner Fazer den BOS-Topf nicht unnötigerweise hätte eintragen lassen, wär da auch schon längst wieder ein Serien-Topf dran. Hab nur keine Lust auf TÜV, neue Papiere und den ganzen Kram.

Aber mit er Einstellung bin ich hier glaub ich allein auf weiter Flur... ;)

Ich denke, dass die Ballungsräume für den Individualverkehr immer unattraktiver werden, wie es ja jetzt schon beispielsweise in London mit Citymaut u.ä. extrem passiert. Und wie die meisten Großstädte auch ohne drakonische Maßnahmen aufgrund von Staus und teuren bzw. nicht vorhandenen Parkmöglichkeiten ohnehin schon sind.

Diese Entwicklung finde ich an und für sich garnicht schlecht, wenn dafür ein brauchbarer ÖPNV in welcher Form auch immer geschaffen wird. Nur passiert dies derzeit noch viel zu wenig oder völlig unsinnig.

Meiner Meinung nach liegt das Jahr 2030 viel zu nahe in der Zukunft, um über einen vollkommen elektromobilisierten Verkehr etc. nachzudenken. Wenn man mal 18 Jahre zurück denkt, und die technischen Automobilstandards von Damals mit den Heutigen vergleicht, hat man sich für das Jahr 2012 wahrscheinlich auch übertriebene Zukunftsvisionen von schwebenden Autos etc. gemacht. Letztendlich hat sich Antriebstechnisch gar nicht so viel verändert. Hier und Da ein bisschen mehr Hybrid (keine Revolution), einen nicht mal nennenswerten Anteil an 100% Elektroautos und ein paar möchtegern Helfer wie Start/Stopp, Bremsenergierückgewinnung und wie die der ganze Schrott alles heißt, um den (eigentlich viel zu hohen) Verbrauch heutiger Autos schön zu reden. Da ist es nämlich verglichen mit 1994 - als ein Seat Toledo 1L mit 1,9 TDI Verteilereinspritzpumpe und 90 PS mit 3,5 l/100km zu fahren war - schon eher ein ziemlicher Rückschritt. Sicher die Autos sind schwerer, haben mehr Elektronik und sind natürlich viel sicherer, aber es liegen da !!!18 Jahre!!! Motorenentwicklung und Forschung dazwischen. Und diese aufgeblasenen Minibenziner können es doch auch nicht besser: VW´s 1,2TSI mit 85 PS verbraucht genauso viel wie deren robuster 1,4 Sauger mit 60PS aus anno mitte 90.

Und überhaupt: Ich denke wenn man unbedingt elektrisch fahren wollte, würde man das mit den heutigen technischen Gegebenheiten schon längst schaffen (auch mit hoher Reichweite). Blos wer will das von den großen Bossen? Da würde dem Staat und der Mineralölindustrie dermaßen viel Geld flöten gehen, dass das ja auch keinen Sinn machen würde (aus finanzieller Sicht).

Davon ab wünsche ich mir für 2030 natürlich auch noch echte bollernde V2´s und kreischende R4´s in Zweiräder. :)

Grüße

Zitat:

Original geschrieben von muhmann

 

Wenn der Vorbesitzer meiner Fazer den BOS-Topf nicht unnötigerweise hätte eintragen lassen, wär da auch schon längst wieder ein Serien-Topf dran. Hab nur keine Lust auf TÜV, neue Papiere und den ganzen Kram.

Ahhmmm!!!, korrektur,

zurückrüsten muss nicht ein,-bzw ausgetragen werden.

Das heißt für Dich wenn Du möchtest:

"Serientopf drann und gut ist es"

War bei meiner XS mit einem AME Lenker und einem Windschild ähnlich, wollte ich austragen lassen, TÜV meinte ist nicht nötig.

Leise Grüße

0016

 

Ich bezweifle auch das es in den kommenden 18 Jahren so gravierende Umbrüche geben wird.

Ich kann mich noch gut erinnern als Ende der 70er im TV ständig propagiert wurde das es in max. 20-25 Jahren kein Erdöl mehr geben würde und somit Verbrennungsmotoren verschwinden würden. War nicht so wie man sieht.

Es wird in den kommenden Jahren etliche Verbesserungen geben was den Verbrauch und den Schadstoffausstoß angeht. Auch wird bestimmt im E-Bereich weiter geforscht.

Ich brauche mir nur die Entwicklung der vergangenen 10 Jahre im Nutzfahrzeugsektor anschauen.

Heutzutage erfüllen die Lkw locker die Euro 6 Norm, was man vor 10 Jahren noch für unmöglich hielt (damals Euro 0-1) und der Verbrauch wurde um gute 8-10 Liter im Durchschnitt gesenkt. Das wurde erreicht durch konsequente Weiterentwicklung im Bereich der Motoren, Verbesserung der Reifen und Optimierung des CW-Wertes. Da wird auch in den kommenden Jahren noch einiges folgen.

Auch im Pkw und Motorradbereich wird ja ständig weiterentwickelt.

Ab 2029 bin ich Rentner und habe dann endlich richtig Zeit um mit dem Bike schöne Touren zu fahren (wenn die Gesundheit mitspielt). Also soll die Industrie sich Mühe geben das ich das auch noch kann:D;).

Gruß Michi

 

Erdöl und Erdgas wird es noch lange geben, allerdings nicht mehr zu den billigen Konditionen wie heute. Sobald der Preis für Rohöl steigt, werden neue Lagerstätten interessant, die heute noch nicht rentabel sind.

Das heist aber dann auch, dass Autos und Motorräder mit Verbrennungsmotoren nur noch bezahlbar sind, wenn sie drastisch weniger verbrauchen.

Ich sehe das ähnlich wie ein Vorredner vor mir. SUVs werden als Massenfahrzeuge verschwinden und eher Smarts oder gar Twizzys werden verstärkt kommen.

Unser Urlaubsverhalten wird sich allerdings stark ändern. Das billige Fliegen mit Düsenflugzeugen dürfte in 20 Jahren aufgrund der Spritpreise wohl der Vergangenheit angehören. Wenn dann noch die grossen Familienlimousinen nicht mehr drin sind, dann geht es wohl wieder mit der Eisenbahn in den Urlaub.

Themenstarteram 16. Dezember 2012 um 11:44

Man darf nicht die gewisse Exponentialität des Fortschritts vergessen.

Die Elektomobilität steht immer noch am Anfang. Aber sie nimmt Fahrt auf.

Die Anzahl der Ingenieure und der Geldmittel, die in die Entwicklung fließen, steigt exponentiell. Und deshalb wird auch der Fortschritt exponentiell sein.

Sicher wird es 2030 auch noch Erdöl geben. Aber es ist zu wertvoll, um es in Verbrennungsmotoren zu verfeuern.

Als vor einem Jahr mein Auto "das Zeitliche gesegnet" hat, habe ich mir kurz überlegt, ein E-Auto anzuschaffen. Ich fahre wenig Auto, da keine Familie und nicht berufstätig. Meine üblichen Strecken wären mit dem E-Auto kein Problem, und für Notfälle könnte ich auf die Benziner meiner Geschwister zurückgreifen.

Nach langem Suchen stellte ich fest, daß eigentlich (momentan) nur entweder vieeel zu teure Exoten oder der E-Smart in Frage kämen. Das Problem: Beim E-Smart bezahlt man z.Zt. pro Monat 80 Euro für die Miete der Batterie. Rechnen wir noch 20€ für die eigentlichen Stromkosten dazu.... Ich hab momentan im Monat keine 80 € Spritkosten.

E-Auto mag sich "lohnen" für einen, der tagtäglich seine 60 bis 80 km zum Arbeiten fährt (hin und zurück). Aber nicht für mich.

Beim Motorrad denk ich anders: Da mach ich lange Strecken, und davon (sprich: Batterien zum Tausch oder mit problemloser Schnellladung) sind die Entwickler noch meilenweit entfernt. Mag 2030 anders aussehen, aber da hab ich meine Zweifel. Die Naturgesetze lassen sich nicht so einfach überlisten. Das E-Fahrzeug wird ein Kurz- und Mittelstreckefahrzeug bleiben. Für lange Strecken gibts dann den Zug.

Genau, Erdöl wird hauptsächlich in der Industrie eingesetzt werden. Zum Verfeuern wird das zu wertvoll sein.

Dass es kein Erdöl mehr gibt, wird von uns niemand erleben. Zumindest nicht, weil keins mehr da ist. Höchstens weil einer ne Atombombe nach Saudi-Arabien geschmissen hat.

Wenn es eine ausreichende Lobby gibt, dann wird auch die Infrastruktur für E-Mobilität geschaffen. Dann kommen auch erneuerbare Energien usw. Bisher wird das alles blockiert, weil konventionelle Technologie höhere Gewinne einbringt.

Wenn einmal der wirtschaftliche Anreiz gegeben ist, dann wird auch die technische Entwicklung extrem beschleunigt werden.

Zitat:

Original geschrieben von Lewellyn

Man darf nicht die gewisse Exponentialität des Fortschritts vergessen.

Die Elektomobilität steht immer noch am Anfang. Aber sie nimmt Fahrt auf.

Die Anzahl der Ingenieure und der Geldmittel, die in die Entwicklung fließen, steigt exponentiell. Und deshalb wird auch der Fortschritt exponentiell sein.

Sicher wird es 2030 auch noch Erdöl geben. Aber es ist zu wertvoll, um es in Verbrennungsmotoren zu verfeuern.

Mit dem Erdöl wirst Du Recht haben, auch sehe ich das mit dem Elektorantrieb positiv. Immerhin fing das Benzinauto mit Sprit aus der Apotheke an. War auch total praxisfremd, hat sich aber letztendlich auch durchgesetzt. Da sind wir heute mit den Elektroautos schon viel weiter.

Die "Exponentialität des Fortschritts" gibt es nur im Bereich der Elektronik-/Computerwissenschaften und im Bereich Grundlagenforschung.

Das Einzige was dem Elektroantrieb heute fehlt, ist eine Batterie mit kurzen Ladezeiten und extrem hohen Kapazitäten. Leider ist hier überhaupt keine Exponentialität zu erkennen. Entweder werden viel zu teure Brennstoffzellen verbaut oder es werden mehrere hundert Kilo an Li-Sowieso Zellen zusammengeschaltet.

Es ist Augenwischerei solche Sachen immer wieder in ein "Serienauto" einzubauen, um zu zeigen dass es geht. Das kostet nur viel Geld.

Jetzt muss viel Geld investiert werden, um eine leichte Batterie mit mind. 10 facher Kapazität, grosser Robustheit und kurzer Ladezeit zu entwickeln. Wenn diese vorhanden ist, ist es nur noch ein relativ kleiner Schritt, diese in ein Auto/Motorrad einzubauen.

Themenstarteram 16. Dezember 2012 um 12:26

Letztens noch in einem Wissenschaftspodcast gehört, dass mittels Graphen statt normalen Kohlenstoff an der Anode sowohl die Kapazität als auch vor allem die Ladegeschwindigkeit gleich um mehrere Größenordungen gesteigert werden kann. Das ist aktuell zwar noch im Labor und wird noch ~5 Jahre bis zur Serienreife dauern, aber es funktioniert schon halbwegs. Problem ist da eher die Massenproduktion von Graphen.

Aber so wird an allen Ansatzpunkten gearbeitet und in 10 Jahren haben wir Akkus, die den heutigen um in allen Belangen um ein vielfaches überlegen sind. Und in 15 Jahren ist deren Produktion so preiswert, dass sie Massenweise eingesetzt werden.

Und der Tausch der Akkus gegen leistungsfähigere in einem vorhandenen Elektroauto ist technisch ja eher pillepalle. Ob es der Industrie gefallen wird, das man Autos nahezu unbegrenzt technisch upgraden kann, ist eine andere Sache.

 

Über ein E-Mobil habe ich auch schon nachgedacht. Scheitert bei mir aber schon allein an einem simplen Problem: Ich habe keine Steckdose zum laden.

Wir wohnen in einem Mehrfamilienhaus mit großer Tiefgarage. Die Vermietungsgesellschaft hat kein Interesse daran, in selbiger eine entsprechende Steckdose zu installieren. Auch nicht auf eigene Kosten (die nicht mal sonderlich hoch wären). Grund: Sonderwünsche von Mietern werden prinzipiell ablehnend behandelt, damit nicht plötzlich alle welche haben. Verständlich, aber nicht zielführend.

Hinzu kommen auch bei Elektromobilität Probleme mit der notwendigen Infrastruktur. Wenn ich mir unsere Tiefgarage ansehe, die 100 Stellplätze hat, dann ist das technisch schon nicht ganz ohne, auch nur die Hälfte davon mit Anschlüssen zum Laden auszurüsten. Wenn die Hälfte der Stellplätze mit 16A-Drehstromsteckdosen ausgerüstet würde, wäre das eine zusätzliche Anschlußleitung von ~550kW. Das ist einiges.

Ich wüsste nicht, dass derzeit in Neubauten wie Tiefgaragen, Parkhäusern oder ähnlichem für einen solchen Fall Vorkehrungen getroffen würden.

Ein Eigenheimbesitzer kann sich relativ problemlos ne Drehstromsteckdose in die Garage dübeln lassen. Wenn das aber ne ganze Siedlung macht, bekommt das EVU Spaß. Der darf dann nämlich wenn er Pech hat, sein Netz und seine Trafostationen ausbauen.

Von daher wirds mit flächendeckender Elektromobilität bis 2030 eher eng und wenn dann sehr teuer.

Möglich würde der ganze Spaß ohnehin nur mit einem intelligentem Lastmanagement.

Sinniger wäre mittelfristig wohl der Einsatz von Erdgas. Das ist billiger als Strom. Kompressorstationen könnten in den meisten Gebäuden mit Gasanschluß installiert werden. Der Transport von Brennstoff auf der Straße entfällt. Die Gasnetze sind aufgrund sinkender Verbräuche ohnehin immer weniger ausgelastet so dass Reserven vorhanden sind. Weiterhin würde die miserable Wirkungsgradkette Erdgas->Strom->Batterie->Motor umgangen werden.

Der Schadstoffausstoß gegenüber Benzin wäre auch geringer.

Durch Biomassevergasung, Power-to-Gas etc. ist es auch heute schon möglich, aus verschiedenen nichtfossilen Quellen Methan (=Erdgas) zu gewinnen.

Verbrennungsmotoren sind vorhanden und laufen mit Erdgas problemlos. Für Erdgas optimierte Motoren sogar mit einem ganz guten Wirkungsgrad.

Motorsound bekommt man damit sogar auch noch hin. ;)

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