Mercedes M-Klasse, nein – das muss nicht sein.

Mercedes ML W163

Mercedes M-Klasse, nein – das muss nicht sein.

Er war unser zweiter ML, unser Traumauto, lange erwartet (wegen der Lieferzeit), dann endlich da.

Aber etwas war faul mit diesem Auto, eigentlich hätten wir es schon eher merken müssen.

Irgendwo in den Alpen, nahe am Gardasee hatte meine Frau den Schalthebel unseres Autos plötzlich in der Hand, einfach so. Eine Notbremsung rettete uns vor Baum und Abgrund.
Zugegeben, der Mercedes Service (nach Anruf beim CSC) war schnell zur Stelle, der Fehler rasch behoben - ein Sprengring hatte sich gelöst.

Der rechte Außenspiegel ist ein Ding für sich: Ab und an, ohne dass eine Ursache erkennbar gewesen wäre, stellt er sich ins Off, ganz nach rechts außen. Ohne dass er ein Kommando dazu bekommen hätte. Lässt sich dann aber willig wieder in Position rücken.
Im Forum habe ich gelesen: das ist kein Einzelfall, auch andere haben diese Erfahrung schon gemacht. Aber im Endeffekt nur eine Kleinigkeit. Vergeben, vergessen, verziehn.

Vogelzwitschern. Ich steige in mein Auto, stelle den Schlüssel auf Zündung und höre Vogelzwitschern. Schon nach einem Jahr, aber nie, wenn das Auto in der Werkstatt ist.
An kühlen Tagen stärker, bei laufendem Motor nach einer bis fünf Minuten zu Ende. Nur einmal habe ich das Geräusch meiner Werkstatt vorführen können, leider konnten wir es nicht orten, bevor es wieder aufhörte.
Ich habe dies in einer anderen Mercedes-Werkstätte dem Meister erzählt, leider gerade nach Ablauf der Garantie. Er sagte sofort, dass es sich um den Lüftermotor der Fahrzeugelektronik hinter der Sicherungsbox handele, man habe dort einmal zwei Wochen lang einen M auseinander gepflückt um diesen Fehler zu finden. Meiner Meinung nach sind es nicht viele Aggregate, die schon auf Zündung arbeiten. Und warum muss jede Werkstatt den Fehler, der offensichtlich kein Einzelfall ist, für sich neu entdecken. Eine Knowledge-Base, aus der eine Werkstatt von der anderen lernen könnte? Nicht beim deutschen Premium-Hersteller. Und warum kostet ein Computerkühler im Computer 5 EUR, bei Mercedes aber 200 EUR – und geht dort kaputt?

Zwischenzeitlich marschiert unser M auf die 50.000 km Marke zu, bald wird die Garantie ablaufen. Plötzlich zeigen sich kleine Risse im Leder unserer Sitzbezüge (wir haben das Auto mit dem Teilleder der Basisausstattung geordert). Der Bezug des Fahrersitzes wird ausgetauscht. Risse im Rückenteil des Fahrersitzes. Austausch – mit einem Bezug, dessen Qualität und Farbhaltigkeit mehr als besch... ist. Erneuter Austausch. Jetzt Risse im Bezug des Beifahrersitzes. Auch dort ein Austausch. Bei genauerem Hinsehen stellt sich heraus, warum das Leder so anfällig ist: Es ist das Leder vom Plastikschwein, von der PE-Sau.

Der (aktuelle) Verkaufsprospekt wird konsultiert: Fußnote 1 sagt – ganz verschämt und klein: Leder ist Ledernachbildung (steht nur im Prospekt, nicht in der Preisliste). Aber das war doch bei der Bestellung ganz anders dargestellt. Dem Herrn sei mein Sammeltrieb gedankt, ich hatte den zum Zeitpunkt der Bestellung gültigen Prospekt archiviert. Der stammt aus der Zeit, in der noch kein Fahrzeug in Deutschland lief, wir hatten nur auf Papier hin bestellt. Und da stand schwarz auf weiß: Leder Twin Stoff. Ohne Fußnote, ohne kleine, verschämte 1, die auf Plastikschweine hinwies, ohne Wenn und Aber. Leder! Keine Plastiksau.
Man hat uns betrogen, Mercedes hat uns betrogen, für eine Handvoll Dollar. Bei einem 45000 EUR teuren Auto.
Es folgt eine dreimonatige schriftliche Wanderung durch die verwundenen Darmgänge einer Gesellschaft, in der niemand für Fehler zuständig ist, in der keiner sich für den Betrug rechtfertigen mag, der uns – und mit uns allen anderen Käufern der frühen Stunde – wiederfahren ist.
Das CSC erklärt sich für unzuständig, die Rechtsabteilung sei befasst. Die Rechtsabteilung lässt durch subalterne Bedienstete erst nach mehrmaliger Nachfrage telefonisch ausrichten, ich hätte mein Auto nicht bei Mercedes Stuttgart geordert sondern in einer Niederlassung gekauft. Die solle sich kümmern. Die Niederlassung versucht es zunächst über unseren Verkäufer. Nein, zurückkaufen wolle man das Auto trotz des Betruges nicht so recht. Eintauschen zu solventer Kondition sei ok. Leider war die Kondition ausschließlich für die Niederlassung solvent, nicht für uns, die Betrogenen.
Eine Etage höher gestiegen in der Hierarchie bietet man uns Nachbesserung an. Man werde das Auto so ausstatten lassen, wie es bestellt sei. Leider habe man dafür keine homologisierten Teile, nein, unser Mercedes werde auf dem Hofe irgendeiner Polsterwerkstatt auf den Stand der Dinge gebracht. Garantie auf die Ausführung: Sorry, no. Hätten Sie eingewilligt?
Erneut eine Etage höher angelangt, fragt der Leiter der Niederlassung mit blasiert-enervierter Stimme nach, welche Vorstellung wir denn hätten. Telefonisch, auf Handy, in unserem Urlaub. Er bietet mir eine Werkstatt-Gutschrift von 1700 EUR zur Abgeltung unseres Weltschmerzes an, abzufeiern natürlich in seiner Niederlassung. Sorry, hätten Sie eingewilligt?
Von dem Burschen habe ich in der Folge nichts mehr gehört. Arrogant sein kann ich nämlich auch.
Es geht auf unseren Urlaub zu, ich habe die Faxen dicke von der Hin- und Her-Winderei bei Daimler. Ich biete einen Vergleich an, nach dem mir Mercedes 2500 EUR erstatten soll. Viel zu wenig, aber ich habe einfach die Schnauze voll von diesem Verein, ich will in Ruhe in den Urlaub, danach verkaufe ich den immerhin schon zwei Jahre und vier Monate alten Karren. Ich will kein Plastikschwein für 45000 EUR unter dem Allerwertesten haben.
Die Niederlassung akzeptiert mit kleinen Änderungen zur Gesichtswahrung meinen Vorschlag.
Nach drei Monaten recht einseitige Schriftwechsels erhalte ich kurz vor Reiseantritt einen Betrag von 2500 EUR für den an uns begangenen Beschiss. Eine Schweigepflicht versucht man mir zum Glück nicht abzukaufen.

Wir können das Thema als erledigt abhaken, als wir im Juni in unser Auto steigen, um den Urlaub anzutreten.
Los geht die Reise, Richtung Frankreich.
Vor Paris werden die Autobahnen breiter, unübersichtlicher, erheblicher Verkehr steigert den Adrenalinspiegel im Blut. Dazu zeigt das Außenthermometer 33,5 Grad. Leider nicht nur außen, denn wie wir (und besonders unser Hund im Heck) feststellen müssen, bleibt es auch trotz hochtourig laufender Klimaanlage erschreckend heiß im Auto.
Da dies sich auch nach mehrmaligem Abschalten des Wagens (empfohlen als Reset der Elektronik bei gelegentlichen Fehlsteuerungen) nicht ändert, rufe ich nach dem Erreichen des Zielortes das CSC Maastricht an. Man empfiehlt mir, nach dem Wochenende die Werkstatt in Perigeux aufzusuchen.
Diese erklärt mir nach Diagnose-Check (25 EUR) dass der Kompressor der Klimaanlage defekt sei, ein passendes Ersatzteil stehe in ca. zwei Wochen zur Verfügung, die Reparaturkosten werden, mit 600 EUR für das Teil und 650 EUR für die Arbeit veranschlagt. Da unser Urlaub nicht so lange dauert, lehne ich ab.

Zehn schwitzige Tage weiter, die Weiterfahrt in Richtung Bad Dürkheim steht an, wir wollen dort, von Frankreich aus kommend noch einige Tage in unserem Ferienhaus verbringen.
Auf der Autobahn, noch in Frankreich, wird das Kupplungspedal immer länger, um schließlich an der letzten Autobahnmautstelle auf dem Bodenblech liegen zu bleiben. Nur eine Notbremsung verhindert, dass ich in die Schranke rausche. Ich verliere die Kupplung vollständig.
Da ich es noch gelernt habe, beschließe ich, den Wagen auch ohne Kupplung noch die 200 km bis zur Mercedes-Werkstatt nach Bad Dürkheim zu bringen.
Dort diagnostiziert man den mutmaßlichen Defekt des Gebers der Kupplungshydraulik, er wird ausgetauscht. Da ich nicht eingeschleppt werden musste, liegt kein Fall der Mobilo-Life-Garantie vor. Reparatur des Gebers incl. Leihwagen: 210 EUR

Nur einen Tag später wird das Pedal wieder lang. Die Werkstatt vermutet Luft in der Hydraulik, entlüftet. Das Pedal geht wieder.

Erneut einen Tag später, Freitag, unser Urlaub neigt sich dem Ende. Das Pedal wird wieder lang. Die Werkstatt vermutet erneut Luft in der Hydraulik, entlüftet. Das Pedal geht wieder. Man bedeutet mir, dass möglicherweise nicht der getauschte Geber sondern der Nehmer defekt sein könne, den tausche man aber nur im Notfall, da hierfür der teure Ausbau der Getriebes mit Zwischendifferential nötig ist und eine Funktionskontrolle der Teile nicht möglich sei. Denkbar sei auch ein Verschleiß der Kupplung oder ermüdete Kupplungsfedern (Laufleistung bisher: 65.000 km). Zum Troste gibt mir den bereits erwähnten Tipp hinsichtlich des Vogelzwitscherns.
Da die Zeit für eine Reparatur nicht reicht, hoffe ich auf eine schadensfreie Heimfahrt am Sonntag. Die Hoffnung zerplatzt durch ein reglos am Wagenboden liegendes Kupplungspedal am ersten Autobahnkreuz. Die restliche 230 km unseres Urlaubrestes fahre ich erneut ohne Kupplung, parke das vollgepackte Auto direkt vor der Werkstatt und lasse mich von einem Taxi heimfahren. Es ist ein VW Passat.

Meine Mercedes-Werkstatt stellt uns auf ein potentielles Gesamt-Reparaturkosten-Volumen von 4000 EUR für Kupplung, Klima-Kompressor und Lüftermotor ein.
Ganz so viel ist es glücklicherweise denn dann doch nicht geworden, Mercedes hat sich bei den Reparaturkosten von insgesamt ca. 2500 EUR mit der Hälfte beteiligt (natürlich nicht bei den Kosten für den Geber, der musste ja nicht ausgetauscht werden, er war ja nicht kaputt).
Jetzt habe ich endlich wieder ein intaktes Auto. Schaltbar, kühlbar, ohne Vogelzwitschern.
Für eine Woche, dann war das Teil verkauft. Zu einem Kurs über den sich der Käufer freuen darf. Unser siebter Mercedes ist unser letzter. Jetzt steht ein LandCruiser in der Garage, mit drei Jahren Garantie. Toy, Toy Toyota, die haben angeblich Ihre Hausaufgaben gemacht. Schau’n wir mal.

32 Antworten

Re: Re: Re: Mercedes M-Klasse, nein – das muss nicht sein.

Zitat:

Original geschrieben von SL Teufel


Kann es vielleicht sein, dass das Teil (trotz gleicher Teilenummer) mittlerweile irgendwie erneuert, bzw. ausgetauscht wurde? Vielleicht ist es nur noch passgenau im SL, aber von der Technik her anders?

Dieses Teil wurde ausser im R129 und W163 auch noch in anderen zur E-box Belüftung eingesetzt. Im W163 führt der Schacht ziemlich direkt in den Innenraum, deshalb fiept es lauter als in anderen Baureihen. Aber zumindest läuft der Ventilator noch wenn er fiept. Oft fällt er ganz aus ohne das der Kunde es merkt und kann dadurch eventuell die Zuverlässigkeit der Controller in der E-box negativ beeinflussen.

Plastiksitze

Also, ich beobachte diesen Thread natürlich jetzt schon eine ganze Weile, weil ich ihn ja aufgeschlagen habe.
Eins wundert mich: Der Betrug mit dem Teilleder - ääähhh Plastik findet mE viel weniger Resonanz als ich erwartet habe.
Mich Interessiert doch mal, ob außer mir keiner Mercedes deswegen angemeckert hat. Oder habt ihr alle den alten Prospekt nicht mehr, mit dem man euch in die Falle gelockt hat. Ich finde die technischen Mängel bei einem Fahrzeug dieser Kategorie schlimm, viel schlimmer finde ich aber, dass man Kunden auf diese Weise übers Ohr haut. Wie ist das eigentlich bei den anderen Mercedes-Modellen. Wird da auch gelümmelt?
Mein Schwager fährt E-Klasse, da scheint es wohl bekannt zu sein (und wohl auch von Anfang an richtig im Prospekt ausgewiesen), dass Gammelplastik eingebaut wird.

Plastik-Bezug gerissen

Auch ich habe den Plastik-Schweine Bezug des Fahrersitzes schon bei 2 ML eingerissen gehabt.
Wurde bisher immer auf Garantie getauscht.
Habe mir allerdings deswgen keine Gedanken gemacht.das es Betrug wäre.
Aber wenn im Prospekt Leder steht, muß auch Leder eingebaut werden.
Woher hast Du den Fehler entdeckt ???
Bist Du Fachmann ???

Re: Plastik-Bezug gerissen

Zitat:

Original geschrieben von Franky ML Duke


Auch ich habe den Plastik-Schweine Bezug des Fahrersitzes schon bei 2 ML eingerissen gehabt.
Wurde bisher immer auf Garantie getauscht.
Habe mir allerdings deswgen keine Gedanken gemacht.das es Betrug wäre.
Aber wenn im Prospekt Leder steht, muß auch Leder eingebaut werden.
Woher hast Du den Fehler entdeckt ???
Bist Du Fachmann ???

Ich bin kein Fachmann für Leder, der Verdacht kam mir, als ich mir die Rissstelle genauer angesehen habe. Die "Haut" war ultradünn und hatte einen Schaumrücken. Daraufhin habe ich einen Fachmann gefragt. Der hat sich halb totgelacht, als ich sagte, dies solle Leder sein.

Ich habe dies Mercedes schriftlich vorgehalten und letztlich haben die zugestanden, dass es Plastik ist.

Schließlich haben wir uns dann auf den Schadenersatz geeinigt.

Aber es gibt keinen Mercedes ML FaceLift, bei dem dies anders wäre.

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Also "Betrug" ist vielleicht etwas hochgegriffen. MB nennt das Kunstleder schon lange "Leder Twin"... frueher hiess das Zeug MB-Tex oder so aehnlich.

Nun kann man sich natuerlich fragen, ob es rechtens ist, Kunstleder einfach so als "Leder Twin" zu bezeichnen. Aber das waere ein Rechtsstreit von wahrhaft epischen Ausmassen.

Auf der anderen Seite wuerde ein DC-Anwalt wohl argumentieren, dass der Kauefer ja haette nachfragen koennen, von welchem Tier das Leder ist... oder ob es synthetisch hergestellt wurde. Schliesslich wuerde die Bezeichnung "Leder Twin" doch eindeutig anzeigen, dass es sich um ein "bestimmtes" Leder handeln koennte.

usw. bla, bla... Man weiss ja wie Rechtsanwaelte drauf sind. 😉

Leder Twin

Also, Rechtsanwälte sind ganz simpel: wie bei Schuhen - so auch bei autositzen:
Wo Leder draufsteht, muß auch Leder drin sein!
Ob das "Leder Twin" oder "Leder Tex" heißt ist unerheblich!!
Leder ist ein klarer, nicht noch näher zu spezifizierender Materialbegriff, der eindeutig ein Material bezeichnet. Zu spezifizieren wäre allenfalls, von welchem Tier, welche Gerbart und ggf. mit welchen Anteilen an der bezeichneten Gesamtfläche das Leder verarbeitet wurde.
In keinem Falle aber darf der Begriff Leder für ein "lederähnliches", jedoch syntentisch hergestelltes Material verwendet werden.
Dies kann also in betrügerischer Absicht oder zur Irreführung geschehen sein.

Re: Leder Twin

[Also, Rechtsanwälte sind da ganz simpel...
Ob das "Leder Twin" oder "Leder Tex" heißt ist unerheblich!!
Man versteht sich: Leder Twin Stoff oder Leder Tex heißt: der Sitz ist mit Leder und einem anderen, textilen Material (Twin = zweierlei) bezogen. Jede Auslegung des Begriffes Leder verbietet sich, Leder ist die Haut von toten Tieren.
Falls das nur im Geringsten auslegungsfähig wäre, hätte Mercedes mir sicher nicht 2,5 Mille erstattet.
Die haben da einen saaaagenhaften Bock geschossen.
Und keiner klopft denen auf die Pfoten.

Ein schuldmindernde Variante hab ich noch: Sehr wahrscheinlich haben die Amis den Bock geschossen: in Ihrer infantilen Dämlichkeit haben sie den dort üblichen Begriff "leather trim" einfach übersetzt, dies in einer Zeit, als die DC- Manager noch nicht so zahlreich in den USA zum Missionieren waren.Als leather trim kann alles oberhalb der Sackleinen-Qualität bezeichnet werden, amerikaner lieben das Imitat - wie man auch am Präsidenten sehen kann - es muß nicht echt sein - aber pflegeleicht!

Nichts destotrotz - haften müssen sie!

Man koennte aber auch argumentieren, dass der Begriff Leder nur die Anmutung beschreiben soll und der Begriff "Twin" bedeutet, dass es eben quasi "wie Leder" ist... So wie "ein Zwilling" vom "Original" nicht zu unterscheiden ist.

Der verbaute Billigkram soll also quasi der "Twin" von echtem Leder sein... ohne dabei Leder zu sein. Es waere schon sehr interessant, was sich die PR-Strategen wirklich mit der Bezeichnung "Twin" gedacht haben.

Dass der Begriff "Twin" den Begriff "Mix", "Mischung" oder einfach nur "und" ersetzen soll ergibt fuer mich keinen Sinn. (also Leder "und" Stoff, statt Leder Twin Stoff). Ich schaetze es heisst "Leder Twin" und "Stoff". Der Begriff "Stoff" ist ja nicht naeher erklaerungsbeduerftig.

Naja... egal wie man es auslegen wuerde... irrefuehrend und reichlich beunruhigend fuer die Qualitaetsmassstaebe bei DC ist es allemal.

Zitat:

Original geschrieben von rolfsturm


Ein schuldmindernde Variante hab ich noch: Sehr wahrscheinlich haben die Amis den Bock geschossen: in Ihrer infantilen Dämlichkeit haben sie den dort üblichen Begriff "leather trim" einfach übersetzt, ...Nichts destotrotz - haften müssen sie!

Dazu so viel: Weder auf den englischsprachigen noch auf den französischen WWWerbeseiten findet das Wort "Leder" Benutzung.

Nur die dämliche deutsche Klientel wird von DC über den Löffel barbiert.

Und: was die Benutzung des dem Strafrecht entspringenden Begriffes "Betrug" angeht: Ohne einen Beschuldigten zu nennen (eine Firma ist im strafrechtlichen Sinne nicht zur Verantwortung zu ziehen, nur die dahinter stehenden natürlichen Personen) ist dennoch die Legaldefinition, der Tatbestand objektiv durch die Vorgehensweise erfüllt.

Ich hätte für Plastik kein Geld ausgegeben.

Schlussbericht

Und weil es gefragt wurde, noch einen für die Allgemeinheit hinterher:

Nach jetzt fast 3 Monaten und etwa 7000 km glaube ich, den Toyota mit dem ML vergleichen zu können.
Was ich vermisse sind einige elektronische Gimmicks: Regensensor, Fahrlichtassistent, Spurwechselblinker. Auch war der M im Verbrauch einen Liter auf 100 km zurückhaltender (10,5 zu 11,5 Liter). Der M war etwas agiler und
schneller, sein Diesel verhaltener.
Dies habe ich getauscht gegen ein voluminöses Dickschiff, welches sich durch nichts aus der Ruhe bringen lässt. Eine exakte Lenkung hält den Dampfer auf Kurs, die verbauten Materialien vermitteln einfach nur Seriosität und
Stabilität.
Nichts klappert oder rappelt an dem Fahrzeug. Die Türen schließen mit satten Ton. Metallträger in der Stärke eines ordentlichen Männerbeines kann man entdecken, wenn man den LandCruiser von unten sieht, dazu Schutzbleche, denen man ansieht, dass sie ihren Namen ernst nehmen.
Die Rücksitze sind fix weggeklappt und geben ein ebenes, riesiges Ladeabteil frei, in dem nicht etwa überflüssig gewordene Kopfstützen durchs Gepäck segeln oder erst Holzbrücken verbaut werden müssen.
Die elektrische Lordosenstütze möchte ich nicht mehr missen, überhaupt sind die Sitze auf der Strecke komfortabel. Stauraum und Ablagen gibt es in Fülle, die Anmutung der Innenausstattung ist hochwertig. Die Spaltmaße stimmen.
Zum Waldrand fahren Waldi und ich auch lieber als früher. Nicht dass ich mit dem M das Gefühl gehabt hätte, irgendwo nicht durchzukommen. Aber der LandCruiser ist in dieser Disziplin einfach souveräner. Es ist schon nachvollziehbar, dass dieses Fahrzeug im vergangenen Jahr gegen die G-Klasse zum Geländewagen des
Jahres gekürt wurde. Er siedelt sich zwischen G und M an und leistet in jeder der Paradedisziplinen dieser beiden Fahrzeuge eine Menge mehr als nur das Mittelmaß.
Ich befürchte, dass Mercedes mit seiner Politik auf dem falschen Weg ist. Liest man einmal aufmerksam die Artikel über die Baureihen des Unternehmens, so geraten diese um so mehr in die Kritik, je jünger sie sind. Selbst die
Werkstattleute geben unverhohlen zu, mit der Qualität der E- und M-Klasse nicht glücklich zu sein. Das, was Mercedes einst groß gemacht hat wird heute der Profitgier und Einsparungswut der Konzernspitze geopfert. Die Manager sind dabei, das Ding an die Wand zu setzen, denn die Kunden werden nicht auf Dauer
mit dem Gefühl umgehen wollen, nur noch Zahlmeister zu sein für ein Unternehmen, welches sie mit minderwertiger Qualität bedient. Die Leute von Opel werden dies gerne bestätigen, ebenso aber auch einmal erklären können, wie schwierig es ist, ein einmal verbaseltes Image wieder aufzupolieren.
Ich bin sicher kein Fan von Werbesprüchen. Toyota bewirbt seine Fahrzeuge damit, dass man aufbauend auf Bewährtem das Gute verbessern wolle (japanisch: Kaizen). Dem LandCruiser merkt man an, dass die Baureihe seit über 50 Jahren gebaut und gepflegt wird. Und dass dieses Auto weltweit ein Dauererfolg sein muss, weil es
solide, robust und qualitätsvoll ist. Unter diesem Gesichtspunkt beginnt man auch zu begreifen, warum dem Auto die oben beschriebenen elektronischen Gimmicks fehlen: Sie sollen praxissicher sein, bevor sie zur Verwendung kommen. Damit kann ich leben.
Ich bin gespannt, ob ich irgendwann einmal meinen achten Mercedes fahren werde. Vorläufig ist dies für mich nicht vorstellbar.

Kaizen - Die Japaner haben es begriffen und die geldgeilen deutschen Automanager glauebn immer noch, den Kunden mit billigen Technickgimmiks viel Geld aus der Nase ziehen zu können. Noch geht das, aber bald haben auch noch die letzten Idioten die sich noch freuen, wenn ihr Auto wie ein Hündchen kleine Kunstsückchen vorführt, geschnallt wie sie mit unausgereiftem, überteuertem Krempel zu Dauerbesuchern ihrer überforderten Werkstätten werden.

ML - Nein Danke

Es ist ja bereits alles gesagt worden - Ergänzung vom ML 400 CDI Limited AMG NP € 75.000,-
- nach 50.000 Kilometer neuer Motor
- 3x neue Abgaskrümmer
- 2x neuen Turbolader
- 1x neuen Wischermotor
- 1x neues Command System

sowie viele kleinere Dinge die fast alle auf Kulanz liefen - nun zu Dingen die nicht auf Kulanz gehen und das nach einer Gesamtleistung von 76.000,-

- Wandler defekt / 50% Kulanz
- Lenkgetriebe ausgeschlagen / 0 Kulanz
- Motor / Turbo quitscht schon wieder - kein Fehler feststellbar

Meine Arbeitszeit / 0% Kulanz ich fragte schon nach einem Schreibtisch in der Berliner Niederlassung weil das FZG alle drei Woche was hat und ich mir den weg in die Werkstatt sparen würde - es war keiner frei - nunmehr wird der ML immer abgeholt und ein Ersatzauto hingestellt - Nein nicht immer aber immer öfter

Leasing endet im Januar 2005 - braucht jemand einen generalüberholten ML 400 CDI Limited mit der Nummer 007/400?

In diesem Sinne

Hallo

Mein Vater arbeitet bei Daimler Chrysler und ich kenne die Probleme sehr gut. Da seine Position in der Ebene 2 liegt kann ich nur bestätigen das der ML viele Probleme hat und auch für
Mecedes die erst hürde war ein Mercdes in den statten zu bauen. Hier treten Synergie Effekte, Controlling, Logistik und Qualitäten im Vordergrund.
Mein Vater fährt den V8 Grand Cherokee er selber sagt ML ist ein scheiss. kein jeep und auch kein Van.
Ich werde jedoch den neuen NL ab Mai bestellen.

Hier sollte man von de Fehlern gelernt haben.

M-Klasse

Hallo,
nachdem ich all diese negativen Beiträge über die amerikanische M-Klasse gelesen hatte, traute ich mich schon fast nicht mehr, den Wagen zu bestellen - und das, obowhl wir selbst MB-Händler sind!
Am 1. Mai bekamm ich trotzdem einen, 6 Monate alt, 18TKM, Automatik, Vollausstattung.
Bilanz bis heute (44.000 km):
1. Regensensor funktionierte nicht richtig, weil die Verbundglasscheibe einen Fehler hatte. Die Scheibe wurde sofort auf Garantie gewechselt
2. Bremsen quietschten nach einiger Zeit, wurde anstandslos behoben
3. Ein Schweinwerfer wurde wegen Feuchtigkeitseinbruch auf Garantie gewechselt

Sonst: kein Defekt. Der Wagen macht keinerlei unerwünschte Geräusche, verbraucht (wenn man auf der Autobahn nicht schlechter als 160 fährt) ca. 10,5 l und mahct auch sonst viel Spass. An die gegenüber PKW etwas indirektere Lenkung gewöhnt man sich schnell. Ansonsten ist der Wagen ideal für meine Familie miz zwei kleinen Kindern (ZB Isofix-Kindersitz-Halzterung). Selbst mit zwei zusammengeklappten Kinderwagen und Gepäck für drei Erwachsene war der Urlaub kein Problem - und zwar ohne Dachbox!

Also ich bin zufrieden ...

Alexis

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