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M100 M116 M117 M119 M113 M155 M273 M156 M278 M176 M177 M178 V8 Sound/Zündreihenfolge/Technik

Themenstarteram 9. August 2005 um 13:42

Hallo zusammen,

habe das halbe Internet durchsucht, aber wenig brauchbares und erst

Recht keine technischen Grafiken zu einem V8 gefunden.

Grund des ganzen ist eine Diskussion mit einem Bekannten, der sagt,

dass bei einem V8 immer 2 Zylinder gleichzeitig gezündet werden und

so das typische Bollern des V8 zustande kommt.

Also dazu habe ich zumindest genug bei Google gefunden, die Zylinder werden

alle einzeln gezündet.

Aber was bringt mir die Zündreihenfolge, wenn ich die Zylinderanordnung

nicht weiss.

Deshalb bin ich nun auf der Suche. Mich interessiert nicht nur die Anordnung,

sondern auch die Winkel an der Kurbelwelle für die einzelnen Pleuel.

Sollte jemand dazu Material haben, Mercedes bevorzugt, hätte ich

grosses Interesse.

Micha

Beste Antwort im Thema

Es gibt beim V8 zwei Techniken, die Kurbelwelle zu kröpfen.

Bei einer Variante sieht die Kurbelwelle aus wie bei einem Reihen-Vierzylinder, nur daß die Kurbelzapfen länger sind als beim Vierzylinder, so daß von je einer Zylinderbank ein Pleuel dort eingreifen kann.

Die Kröpfung der Kurbelwelle von Zapfen zu Zapfen (je zwei Zylinder pro Zapfen) ist dann also Zapf1-180°-Zapf2-0°-Zapf3-180°-Zapf4.

Beträgt dann der Zylinderwinkel noch die üblichen 90°, steht also der erste Zylinder in Drehrichtung im oberen Totpunkt während der in Drehrichtung nächste Zylinder auf dem gleichen Kurbelzapfen dann noch genau 90° vor dem OT steht.

Der Zündversatz zwischen diesen beiden Zylindern beträgt also genau 90°.

Für den ganzen Motor durchgespielt wäre also eine mögliche Zündfolge (nur als Beispiel, in der Praxis so garantiert nicht gebräuchlich)

0°: Zapf1, linker Zyl

90°: Zapf1, rechter Zyl

180°: Zapf2, linker Zyl

270°: Zapf2, rechter Zyl

360°: Zapf3, linker Zyl

450°: Zapf3, rechter Zyl

560°: Zapf4, linker Zyl

650°: Zapf4, rechter Zyl

Also alle 90° eine Zündung, was sehr ruhige Ansaug- und Auspuffgeräusche ergibt.

Allerdings gibt es hier prinzipiell die gleichen Probleme mit der Laufruhe wie beim Vierzylinder-Reihenmotor auch, da es sich prinzipiell um zwei 90° versetzt, parallel lauifende Vierzylinder-Reihenmaschinen handelt.

Kröpft man dagegen die Kurbelwelle von Zapfen zu Zapfen immer um 90°, so ergeben sich ausgeglichenere Massenverhältnisse. (Die "Restunruhe" des Vierzylinders halbiert sich, platt gesagt.)

Bei einem 90°-Zylinderwinkel sähe eine mögliche Zündfolge dann so aus:

0° Zapf1, linker Zyl und Zapf4, rechter Zyl

90° Zapf2, linker Zyl und Zapf1 rechter Zyl

180° Zapf3 linker Zyl und Zapf2 rechter Zyl

270° Zapf4 linker Zyl und Zapf3 rechter Zyl

In diesem simplen Beispiel würden dann also alle 90° zwei Zylinder gleichzeitig zünden und danach für eine Umdrehung keiner (Gaswechsel).

Davon ausgehend würde man also sinnvollerweise bei jedem zweiten Zylinder Gaswechselhub und Arbeitshub vertauschen (liegt nur an der Nockenwelle) um einen gleichmäßigen Lauf zu erhalten, wobei aber auch immer die Zündung eines Zylinders mit der eines anderen zusammenfällt.

Es ergibt sich also eine gleichzeitige Zündung von je zwei Zylindern bei 0°, 180°, 360° und 540°, genau wie die eine einzelne Zündung beim Reihen-Vierzylinder.

Der verbesserten Laufruhe steht hier dann das weniger gleichmäßig verteilte Ansaugen und Auspuffen gegenüber, das vom Klang her einem Vierzylinder-Reihenmotor entspricht.

Hier laufen also quasi auch zwei Vierzylinder parallel, die aber im Gegensatz zur ersten Technik nicht in der Zündfolge um 90° versetzt sind, sondern in ihren Vibrationen.

Bei Mercedes und den typischen "Blubber-Amis" kommt soweit ich weiß ausschließlich die erste Technik zum Einsatz.

Ruhigerer Klang und die Vibrationen werden extern bedämpft.

Die zweite Variante wird wohl gerne im Rennbereich verwendet.

Vielleicht hängt das mit günstigeren Resonanzen in den Krümmern zusammen ?

 

MfG ZBb5e8

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Hallo, kann dir leider nicht zu allem Auskunft geben.

Wenn du vor deinem Motor stehst ist vorne rechts der erste Zylinder. Ab da wird nach hinten gezählt.

Also 1-4 rechts und 5-8 links und immer von vorn nach hinten.

Der Winkel der V-Motoren ist meistens um die 90 Grad und 2 Kolben teilen sich einen Hubzapfen an der KW.

Also Kolben 1 und 5 am 1. Zapfen,2 und 6 am 2. Zapfen usw.

Um die Kolben bzw. Pleuel so an der KW anordnen zu können muss eine Bank (zb. 1-4) etwas nach hinten versetzt sein.

Ist schwierig zum beschreiben, am besten sieht man sowas wenn alles offen ist :D

Achso, wraum die so schön brummeln weiss ich allerdings auch nicht :D

Nein, es werden nicht alle 2 Zylinder gleichzeitig gezündet.

Wie schon richtig geschrieben, sitzen immer 2 Zylinder an einem Hubzapfen, wenn davon der 1. Zündet (1. Takt), ist der zweite im 3. Takt.

Takt 1: Zünden

Takt 2: Ausblasen

Takt 3: Reinziehen

Takt 4: Verdichten

Hoffe, war so alles richtig.

Das mit dem Bollern weis ich aber auchnicht, weis nur dass die Reihen 6-Zylinder ruhiger laufen, weil sich die Kurbelwellenkräfte dort gegenseitig aufheben.

Die Reihen 8-Zylinder laufen noch ruhiger, weil dort noch niedrigere Drehzahlen nötig sind und meistens mehr masse da ist (Grauguss statt Alu)

mfg, Mark

die alten mercedes V8 haben folgende zündfolge:

1-5-4-8-6-3-7-2

mer mercedes V8 läuft ja sehr kultiviert und gleichmäßig.

das "typische" V8 brummeln von den amerikanischen V8 kommt durch eine "falsche" zündfolge zustande.

http://www.autozine.org/technical_school/engine/smooth4.htm#V8

Ein klassischer V8 bollert normal nicht, er blubbert im Leerlauf, weil abwechselnd ein Zylinder der linken / rechten Zylinderbank gezündet wird.

 

Die R8 sind im PKW Bereich schon lange ausgestorben. Reihenmotoren mit >6 Zylindern sind heute fast ausschließlich langsamlaufende Großdiesel, zB hier ein R 12

Es gibt beim V8 zwei Techniken, die Kurbelwelle zu kröpfen.

Bei einer Variante sieht die Kurbelwelle aus wie bei einem Reihen-Vierzylinder, nur daß die Kurbelzapfen länger sind als beim Vierzylinder, so daß von je einer Zylinderbank ein Pleuel dort eingreifen kann.

Die Kröpfung der Kurbelwelle von Zapfen zu Zapfen (je zwei Zylinder pro Zapfen) ist dann also Zapf1-180°-Zapf2-0°-Zapf3-180°-Zapf4.

Beträgt dann der Zylinderwinkel noch die üblichen 90°, steht also der erste Zylinder in Drehrichtung im oberen Totpunkt während der in Drehrichtung nächste Zylinder auf dem gleichen Kurbelzapfen dann noch genau 90° vor dem OT steht.

Der Zündversatz zwischen diesen beiden Zylindern beträgt also genau 90°.

Für den ganzen Motor durchgespielt wäre also eine mögliche Zündfolge (nur als Beispiel, in der Praxis so garantiert nicht gebräuchlich)

0°: Zapf1, linker Zyl

90°: Zapf1, rechter Zyl

180°: Zapf2, linker Zyl

270°: Zapf2, rechter Zyl

360°: Zapf3, linker Zyl

450°: Zapf3, rechter Zyl

560°: Zapf4, linker Zyl

650°: Zapf4, rechter Zyl

Also alle 90° eine Zündung, was sehr ruhige Ansaug- und Auspuffgeräusche ergibt.

Allerdings gibt es hier prinzipiell die gleichen Probleme mit der Laufruhe wie beim Vierzylinder-Reihenmotor auch, da es sich prinzipiell um zwei 90° versetzt, parallel lauifende Vierzylinder-Reihenmaschinen handelt.

Kröpft man dagegen die Kurbelwelle von Zapfen zu Zapfen immer um 90°, so ergeben sich ausgeglichenere Massenverhältnisse. (Die "Restunruhe" des Vierzylinders halbiert sich, platt gesagt.)

Bei einem 90°-Zylinderwinkel sähe eine mögliche Zündfolge dann so aus:

0° Zapf1, linker Zyl und Zapf4, rechter Zyl

90° Zapf2, linker Zyl und Zapf1 rechter Zyl

180° Zapf3 linker Zyl und Zapf2 rechter Zyl

270° Zapf4 linker Zyl und Zapf3 rechter Zyl

In diesem simplen Beispiel würden dann also alle 90° zwei Zylinder gleichzeitig zünden und danach für eine Umdrehung keiner (Gaswechsel).

Davon ausgehend würde man also sinnvollerweise bei jedem zweiten Zylinder Gaswechselhub und Arbeitshub vertauschen (liegt nur an der Nockenwelle) um einen gleichmäßigen Lauf zu erhalten, wobei aber auch immer die Zündung eines Zylinders mit der eines anderen zusammenfällt.

Es ergibt sich also eine gleichzeitige Zündung von je zwei Zylindern bei 0°, 180°, 360° und 540°, genau wie die eine einzelne Zündung beim Reihen-Vierzylinder.

Der verbesserten Laufruhe steht hier dann das weniger gleichmäßig verteilte Ansaugen und Auspuffen gegenüber, das vom Klang her einem Vierzylinder-Reihenmotor entspricht.

Hier laufen also quasi auch zwei Vierzylinder parallel, die aber im Gegensatz zur ersten Technik nicht in der Zündfolge um 90° versetzt sind, sondern in ihren Vibrationen.

Bei Mercedes und den typischen "Blubber-Amis" kommt soweit ich weiß ausschließlich die erste Technik zum Einsatz.

Ruhigerer Klang und die Vibrationen werden extern bedämpft.

Die zweite Variante wird wohl gerne im Rennbereich verwendet.

Vielleicht hängt das mit günstigeren Resonanzen in den Krümmern zusammen ?

 

MfG ZBb5e8

Themenstarteram 10. August 2005 um 16:53

Danke mal allen zusammen,

damit lässt sich doch schon was anfangen.

Micha

Zitat:

Original geschrieben von ZBb5e8

... Für den ganzen Motor durchgespielt wäre also eine mögliche Zündfolge (nur als Beispiel, in der Praxis so garantiert nicht gebräuchlich)

0°: Zapf1, linker Zyl

90°: Zapf1, rechter Zyl

180°: Zapf2, linker Zyl

270°: Zapf2, rechter Zyl

360°: Zapf3, linker Zyl

450°: Zapf3, rechter Zyl

560°: Zapf4, linker Zyl

650°: Zapf4, rechter Zyl

...

Und ich dachte 2 KW-Umdrehungen würden 720° ergeben ;)

Ausserdem dachte ich dass von der Kraftabgabe gegenüberliegende Seite von links ab zuerst durchgezählt wird. Sprich wenn man vor dem fahrzeug steht müsste links vorne Zyl. 1 sein, dann wird zunächst die linke Bank bis 4 durchgezählt und dann geht’s vorne rechts mit Zyl. 5 weiter.

Mögliche Zündfolgen:

1 6 3 5 4 7 2 8

1 5 4 8 6 3 7 2

1 8 3 6 4 5 2 7

Hallo,

Beim V-Motor ist die Zylinderanordnung so:

Gegenüber der Kraftabgebenden Seite rechts ist der 1. Zylinder!

Also auf der rechten Seite ist dann Zylinder 1-4 und links 5-8!

In "meiner" Lektüre ist es gerade anders herum angegeben ;)

So wie es aussieht gibts da wohl per Definition keine vorgeschriebene Zählweise.

Zitat:

Original geschrieben von mida

So wie es aussieht gibts da wohl per Definition keine vorgeschriebene Zählweise.

Doch. DIN 73 021 (nein ich weiß das nicht auswendig sondern hab nachgesehen ;) )

Nur halten sich nicht alle dran, vor allem ausländische aber auch zB VW & Porsche

Kurz formuliert (bei verdreht eingebauten W Motoren, Sternmotoren u.ä. seltenen Fällen nicht uneingeschränkt anwendbar)

Man macht die Motorhaube auf und schaut auf den Motor (d.h. man sieht die nicht kraftabgebende Seite) und beginnt bei der Zylinderbank die am weitesten links ist zu zählen, wobei der erste der ist, der ganz beim Betrachter liegt. Ist man mit der Zylinderbank fertig dann zählt man bei der nächsten analog weiter.

Also so wie ich gesagt habe? ;)

Zitat:

 

Takt 1: Zünden

Takt 2: Ausblasen

Takt 3: Reinziehen

Takt 4: Verdichten

mfg, Mark

Takt 1: Ansaugen

Takt 2: Verdichten

Takt 3 :Arbeiten

Takt 4: Austoßen

So ist es Richtig laut der DIN Norm

Variante 1 hört sich aber lustiger an... :D:D:D

Wenn man den ganzen Leim von Anfangan überfliegt, kommt nur Takt 4: Stuß raus !

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