Lederverarbeitung - Erfahrungen & Massnahmen usw.

Mercedes

so wie bereits erwähnt, eröffne ich hier das Thema Lederverarbeitung.
bereits viele haben sich über das Leder, die Qualität, die Nähte usw. beschwert.
ich gehöre auch dazu, werde nun schriftlich & offiziell MB diesbezüglich Druck machen.
Morgen gehts ab zum Händler vor Ort, Fotoaufnahmen usw. - dann warte ich mal ab, was MB hier dazu sagt.

bitte um Rückmeldung von bereits ausgelieferten GLE's usw....

Danke 🙂

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Was ist denn hier los? Ein offenkundiges Problem wird dokumentiert und einige blenden es vehement aus, um es dann auch noch schönzureden?! Als Empfehlung folgt dann, man solle doch lieber über die „tollen“ Dinge berichten. Ach ja, und diese Querulanten sind ohnehin nur Forum-Trolle - Ich schmeiß mich weg...

Als wirklicher Eigentümer (ne stimmt nicht, gehört ja der Bank) und „Markenbasher“, zeige ich gerne noch einmal die wunderbare Qualität die da an mich ausgeliefert wurde. Als Gipfel meiner Undankbarkeit reklamiere ich dieses Gestühl auch noch und lobpreise es nicht. Also wirklich, Kunden gibt es...

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kommt sicher auch drauf an wie daimler die zulieferer bezahlt. wird da zuviel auf die kostenbremse gedrueckt bekommt man halt nur drittklassige qualitaet wie diese ledersitze.
sieht fuer mich aehnlich billig aus wie im grand cherokee, der die haelfte kostet. dort ist das ja dann in ordnung. aber wer premium sagt und premium preise aufruft sollte auch premium liefern.

Zitat:

@NixVerstehen schrieb am 23. Januar 2020 um 14:44:25 Uhr:


Erstaunlich finde ich an der ganzen Geschichte, das die Qualität der Sitze zwischen den Baureihen so unterschiedlich ist.

Die Sitze für den GLE / GLS werden bekanntermaßen von der Lear Corporation in Tuscaloosa gebaut. Lear ist ja jetzt auch keine Klitsche, sondern u.a. einer der führenden Produzenten für Flugzeugsitze. Die Verarbeitung dort ist jedoch teilweise unterirdisch und für das Premium-Segment eigentlich inakzeptabel.

Die Sitze der C-Klasse und des GLC werden ebenfalls bei Lear im Werk Bremen gefertigt. Allerdings ist hier die Qualität einwandfrei. Hab mir gerade mal den GLC 63 von meinem Chef angeschaut, da ist alles sehr gut verarbeitet.

Die Sitze der E-Klasse und S-Klasse werden von Mercedes selbst im Werk Sindelfingen gefertigt. Da ist ebenfalls alles in Ordnung. Hiervon konnte ich mich beim neuen E 350 d meines Nachbarn überzeugen.

Auch bei meiner 5 Jahre alten V-Klasse ist das Leder an allen 7 Sitzen sehr ordentlich verarbeitet.

Wenn man das also so auf einen Standort eines Zulieferers eingrenzen kann, dann stimmt dort die lokale Fertigungsqualität bei Lear nicht und/oder das Ausgangsprodukt Leder, mit dem Lear fertigt, ist nicht von akzeptabler Qualität.

Warum man das aber binnen einer Frist von nunmehr über einem Jahr seit Verkaufsfreigabe nicht in den Griff bekommt, will sich mir nicht erschließen.

@dges & @CyberMousy

Extrem gute Beiträge! Auch wenn das eigentliche Thema traurig ist, macht es Spaß solche Beiträge zu lesen!

Danke, dass Ihr Euch die Mühe macht und so ausführlich und detailliert berichtet!

Dem schließe ich mich an. Super Infos zu einem sehr, sehr traurigen Thema.

Vielleicht doch ARTICO bestellen... (duck und weg...)

Viele Grüße, Christian

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Hat jemand Bilder von dem Macchiatobeige Leder? Das ist weder Rough, noch Nappa. Wie sieht es dort mit der Qualität und Verarbeitung aus?

Mich würde mal interessieren, ob es überhaupt sehr gut verarbeiteten Sitze gibt... Ich wage mal zu behaupten - Nein. Ich lasse mich aber gerne durch Fotos überzeugen 🙂

Auch ich möchte mich bedanken für die aufschlussreichen Erklärungen zum Lederthema.
Als Laie ist man eher blind und lässt sich schnell hinters Licht führen.

Heute hatte ich den ersten Termin zur Aufnahme der Reklamation. Der Mitarbeiter war selber erschrocken über due Qualität, wobei ich nicht sagen kann, ob das echt war oder gekonntes Schauspiel.
Den Fall würde er jetzt inkl. Bildern nach MB - Zentrale Berlin geben und von dort würde entschieden, wie es weiter geht.
Ich werde berichten, wie es weiter verläuft....

Ich warte immer noch auf den Anruf meiner Werkstatt, dass die Teile der Bezüge da sind. Dann kommt ein Sattler und macht da was. Was genau weiß ich nicht, die Werkstatt sprach von Unterpolsterung auffüllen an einer Stelle und so.

Zitat:

@GLE1955 schrieb am 23. Januar 2020 um 20:33:11 Uhr:



Heute hatte ich den ersten Termin zur Aufnahme der Reklamation. Der Mitarbeiter war selber erschrocken über due Qualität, wobei ich nicht sagen kann, ob das echt war oder gekonntes Schauspiel.
Den Fall würde er jetzt inkl. Bildern nach MB - Zentrale Berlin geben und von dort würde entschieden, wie es weiter geht.
Ich werde berichten, wie es weiter verläuft....

Dann dürfte dort ja langsam aber sicher ein Berg von Reklamationen wachsen 😉

Zitat:

Dann dürfte dort ja langsam aber sicher ein Berg von Reklamationen wachsen 😉

Das denke ich auch und das macht es für Mercedes nicht einfacher. Das teuerste dabei sehe ich im Imageverlust, denn solch eine Kundenverars...e vergisst man nicht so schnell.

Ich darf dann heute endlich einen GLE über's Wochenende probefahren, Bilder der Ledersitze folgen! 🙂

Zitat:

@jon.west schrieb am 24. Januar 2020 um 08:02:27 Uhr:


Ich darf dann heute endlich einen GLE über's Wochenende probefahren, Bilder der Ledersitze folgen! 🙂

Habe da wenig Hoffnung, dass die besser aussehen werden

Zitat:

@CyberMousy schrieb am 23. Januar 2020 um 12:25:37 Uhr:


Eine Anmerkung @tmaibaum und @mirra

Rough Leder ist im Sinne
von robustem, groben/ grobnarbigen Leder zu verstehen.
Rough Leder ist kein Rauhleder, sondern ein sog. Glattleder.

Eine ‚kleine‘ Lederkunde .. 😉 ... wer mag
😁
(.. hat dann ein paar Argumente, wenn mal wieder bei Pfusch von einem Naturprodukt gefaselt wird.)

Rauhleder hingegen ist ein offenporiges oder ein geschliffenes Glattleder und hat eine rauhe oder samtige Oberfläche.

Velourleder, Nubuk, Suede oder Wildleder habt ihr bestimmt auch schon gehört.
Das alles sind sog. Rauhleder.

Je nach dem wie es verarbeitet wurde,
ob aus dem Fleisch- bzw. Narbenspalt,
wird es als Velours- oder Nubukleder bezeichnet.

Dickere Leder/ Häute (Rind) werden oft in der Gerberei gespalten. Dadurch entstehen
- der Außenspalt / Narbenspalt,
- der untere Spalt / Fleischspalt, und
- je nach dem auch öfters der Zwischen- oder Mittelspalt / Kernspalt.
Die nach unten abgespaltenen Leder sind auf beiden Seiten rauh wie die Rückseite eines Leders.

Im Narbenbereich / obere Schicht ist das Fasergefüge dicht und auch reißfest.
Dazu ist die narbige Oberfläche auch glatt (genarbt) und kann deswegen besser zum (pigmentierten) Glattleder weiterverarbeitet werden.
Der Narbenspalt ist somit höherwertig.

Der untere Spalt (Fleischspalt) mit den beiden rauhen Seiten wird dann als Spaltleder, Spaltvelour oder Velourleder - oder umgangssprachlich allgemein Rauhleder genannt.

Die rauhe Oberfläche des Velourleders entsteht durch die grobfaserige Fleischseite, der Retikularschicht, der Tierhaut.

Beim Nubukleder - einem sehr feinen Rauhleder -
wird hingegen die oberste Narbenseite (Hautschicht) etwas angeschliffen, so daß die samtartige, weiche Lederoberseite entsteht.

Im Gegensatz zum samtigen Nubukleder ist Velourleder also grobfaseriger und fühlt sich damit auch rauher an.
Velourleder ist jedoch dadurch auch - weil offenporig - recht atmungsaktiv (Arbeitshandschuhe, Sportschuhe).

Wildleder wird aus der Haut nicht domestizierter Tiere hergestellt (Büffel, Elch, Hirsch, Gams, Antilope) und zeichnet sich ebenso durch eine aufgeraute, samtartige Oberfläche aus.
Dieses Leder ist aber selten und deswegen teuer - auch weil die Haut der wild lebenden Tiere durch Verletzungen oftmals beschädigt ist und somit nur eingeschränkt zur Verfügung steht.

Umgangssprachlich wird Wildleder leider auch synonym
für die Bezeichnung für jede Art von Rauhledern (Taschen, Schuhe,...) verwendet – unabhängig davon, ob das Leder tatsächlich von Wildtieren kommt, oder eben von einem Schwein, Rind, Lamm oder Schaf.
Für Polsterleder wird meist Velourleder und Nubuk vorgezogen.

Glattes Leder, das z.B. nun aber von Wildtieren stammt (Motorradanzüge - Känguruleder) wird erstaunlicherweise nicht als Wildleder bezeichnet.

Und dann gibt es noch ein
sog. Rough Out Leather ... das kennen die meisten von den sog. Boots ... zb Timberlands oder den Muleskinner- Stiefeln.

RoughOut leather ist ein feines Velourleder - ‚gewendetes Leder‘ / raue Seite außen.
Somit ist das RoughOutLeder als Velourleder ein Rauhleder.

Aber hier geht es um:
das Rough Leder. 😛

Und das ist ein vollnarbiges, ‚grobes‘ Leder aus der obersten Hautschicht - unter den Haaren des Tieres, und dieses full-grain leather ist der härteste und langlebigste Teil des Leders.
😉

Aber: Voll-narbig und Voll-leder sind also nicht identisch.

Ein vollnarbiges Leder ist also ein Glattleder aus dem Narbenspalt mit einer unveränderten, erkennbar natürlichen Narbung,
und deshalb auch hochwertiger,
weil eben die Oberfläche natürlicher ist und
die Schicht der Färbung (Pigmentierung) somit auch dünner ist.

Im Gegensatz dazu sind aber geprägte Leder (s.u.) vor der Prägung angeschliffen und
deshalb haben sie eine dickere Schicht der Färbung - um es wieder zu glätten.
Das beeinflußt aber die Weichheit und Natürlichkeit eines Leders negativ.

Und dann gibt es noch das Nappaleder - eigentlich nur als Handschuh- und Bekleidungsleder wegen der besonderen Lederweichheit.
Der Einsatz von Nappaleder ist vor allem dort zu empfehlen, wo es nicht so sehr auf die Festigkeit oder Stabilität vom Leder ankommt.
Oftmals wird es jedoch ganz allgemein so ‚benannt’, um eine ungewöhnlich gute Lederqualität zu suggerieren.

Nappaleder gibt es in verschiedenen Varianten mit einer:
- ungeschliffenen Oberfläche(vollnarbig) und
- Veränderung des natürlichen Narbenbildes zB. durch Aufpressen oder Aufwalzen eines neuen Narbenbildes (narben-korrigiert bzw. geprägt).

Teilweise werden auch festere Lederarten wie zB Krokodil und auch vom Rind oftmals als Nappaleder bezeichnet,
obwohl die Bezeichnung Nappa ja eigentlich nur für besonders weiche und hochwertige Glattleder (Kalbsleder, Ziegenleder) zu verwenden ist.
 

Oftmals werden aber Spaltleder aus dem unteren Spalt (und/ oder Zwischenschalt sogar) beschichtet, so dass diese wie ein Narbenspalt aussehen.
Man nennt diese Leder dann geprägtes Spaltleder oder PU-Leder (Polyurethan-Beschichtung).
Im Alltag (Sofas, Autositze) werden aber die wenigsten dieser Art von Spaltledern richtig deklariert.

Meist werden solche Leder nur mit Echtleder, Leder und ähnlichen Begriffen deklariert.

Es ist nicht bekannt, ob diese Nichtdeklaration oder nicht vollständig korrekte Deklaration juristisch relevant ist.
Zumindest aber bei den beschichteten Spaltledern ist es alles andere als kundenfreundlich, weil hier ein nicht so festes (da grobfaseriges) minderwertigeres Leder als hochwertiges Glattleder suggeriert wird.

Bei der - bei den bisher ausgelieferten (gezeigten) Roughleder-Autositzen - derzeit gezeigten Lederqualität liegt zumindest der Verdacht äußerst nahe,
daß durchaus ( auch) beschichtetes Spaltleder - von den Zulieferern - verarbeitet wurde.
Nur somit wären auch so von Zeit zu Zeit deutliche Qualitätsschwankungen erklärbar.

Grundsätzlich paßt ein vollnarbiges, grobes Glattleder
das Rough-Leder - so finde ich - sehr gut,
wenn nicht so gar besser,
in einen Off-Roader (eben mal nicht so ein ‚CHI-Chi‘ 😛 )

- A B E R !
... bei einem Off-Roader im Premium-Segment iVm einem Werbeversprechen (Zugesicherte Eigenschaft) zum Interieur mit:
- ‚...maximale Eleganz und erstklassige Qualität bis ins kleinste Detail‘ ...
- ‚luxuriöse Akzente‘ ...
- ‚hochwertige Materialien‘ ...
- ‚exclusives oder luxuriöses Ambiente‘ ...
darf man auch ohne besondere Nachfrage ebenso erstklassige Qualität beim Material, der Verarbeitung und auch der Qualitätskontrolle erwarten.

Voraussetzung dafür ist aber:
- eine entsprechende, grundlegende Qualität des Leders,
- ein korrekterZuschnitt
- aus für den Verwendungszweck bestimmten Teilen der Rinderhaut (-Leder)
- dessen hochwertiger Zurichtung und
- spätere völlig korrekte, fehlerfreie Verarbeitung.

Dazu schrieb ich aber schon:
https://www.motor-talk.de/.../...ngen-massnahmen-usw-t6706687.html?...
und ff.

So. 😁
Gab es eigentlich schon hier Foto‘s vom ausgelieferten ‚Nappa’leder ? 😛
... na, wer bis hier durchgehalten hat, weiß‘ schon,
warum da nicht Nappaleder steht, sondern ‚Nappa‘leder 😉

Habe ich etwa die Fotos von diesen ausgelieferten ‚Nappa’leder-Sitzen übersehen ?

😎

.

Das hast Du so hervorragend erklärt, das ich Dein Post unseren Azubis glatt zur Prüfungsvorbereitung geben könnte...😉

Zitat:

@der-nordmann schrieb am 23. Januar 2020 um 19:44:33 Uhr:


Dem schließe ich mich an. Super Infos zu einem sehr, sehr traurigen Thema.

Vielleicht doch ARTICO bestellen... (duck und weg...)

Viele Grüße, Christian

Meine Erfahrung mit den diversen Kunstledern ist leider, das sie nach 5 Jahren langsam anfangen aufzulösen, weil die Weichmacher aus der Kunststoffdeckschicht aushärten und die Oberfläche dann rissig wird. Ob das bei Artico anders ist....?

Zitat:

@commanderi schrieb am 23. Januar 2020 um 20:36:14 Uhr:


Ich warte immer noch auf den Anruf meiner Werkstatt, dass die Teile der Bezüge da sind. Dann kommt ein Sattler und macht da was. Was genau weiß ich nicht, die Werkstatt sprach von Unterpolsterung auffüllen an einer Stelle und so.

Hi,
im Grunde will man durch das Unterpolstern versuchen die Wellen aus dem Leder zu bringen. Das kann klappen. Ich weiß nur nicht ob ich bei einem neuen Auto im 100t€ Bereich so eine Bastellösung wollte.
Es wird ja nichts anderes gemacht als daß man da angepasste Schaumstoffstücke zwischen Bezug und Polster setzt und dann durch das mehr Volumen drunter eine Spannung im Leder erzeugt die dann die Wellen rausnimmt. Die krummen Nähte bringt man so nicht hin, das ist fast ein Ding der Unmöglichkeit die nachträglich hin zu bringen.
Übrigens noch eine kleine Anmerkung, das 08/15 Leder der Autohersteller kommt ziemlich sicher aus Indien, nicht umsonst haben Lear und Adient (Johnson Controls) beide mehrere Werke in Indien. Dabei ist auch vorstellbar daß auch gleich die Bezüge in Indien genäht werden.
Wobei es in Indien genau wie überall ist, man bekommt auch da Top Qualität hin, nur ist die in Indien auch teurer wie der Ramsch.

Kurz mal zum Kunstleder. Ein gutes Kunstleder ist einem billigen Leder die ersten Jahre überlegen, nur, wie schon gesagt, früher oder später ( je nach Qualität) gehen die Weichmacher raus und es löst sich und wird brüchig. Wobei die klassische Leasingdauer überdauert es dann schon und mehr muss ja heutzutage ein Auto egal welcher Preisklasse nicht mehr können, hat man den Eindruck.
Wobei wenn ich mir das oben gepostete "Nappa" ansehe, ob das in 5 Jahren noch vernünftig aussieht, da hab ich große Zweifel...

Viele Grüße
CB

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