Lederverarbeitung - Erfahrungen & Massnahmen usw.

Mercedes

so wie bereits erwähnt, eröffne ich hier das Thema Lederverarbeitung.
bereits viele haben sich über das Leder, die Qualität, die Nähte usw. beschwert.
ich gehöre auch dazu, werde nun schriftlich & offiziell MB diesbezüglich Druck machen.
Morgen gehts ab zum Händler vor Ort, Fotoaufnahmen usw. - dann warte ich mal ab, was MB hier dazu sagt.

bitte um Rückmeldung von bereits ausgelieferten GLE's usw....

Danke 🙂

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Was ist denn hier los? Ein offenkundiges Problem wird dokumentiert und einige blenden es vehement aus, um es dann auch noch schönzureden?! Als Empfehlung folgt dann, man solle doch lieber über die „tollen“ Dinge berichten. Ach ja, und diese Querulanten sind ohnehin nur Forum-Trolle - Ich schmeiß mich weg...

Als wirklicher Eigentümer (ne stimmt nicht, gehört ja der Bank) und „Markenbasher“, zeige ich gerne noch einmal die wunderbare Qualität die da an mich ausgeliefert wurde. Als Gipfel meiner Undankbarkeit reklamiere ich dieses Gestühl auch noch und lobpreise es nicht. Also wirklich, Kunden gibt es...

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DANKE!! @ Mirra
Ich dachte immer, ich wäre der einzige, der dieses Rough-Leder (eng. für Rau-Leder) einfach an sich als total billig aussehend empfindet. Ich saß auf der IAA in einem Rough-Verführer und wusste sofort: Das Billigleder kommt wir in die Kiste nicht rein (und der dort hatte Top-Nähte).

Aber ihr hat an sich natürlich Recht mit der schlechten Verarbeitungsqualität, vor allem bei dem Preis.

Was ich immer noch nicht verstehe, da hat DB Hoflieferanten wie z.B.Isringhaus und dann vergibt man Aufträge an eine Hinterhofklitsche aus dem orangenen Homeland. Wurde der Differenzbetrag für Dr. Z Alterversorgung gebraucht? Also ich werde da bei der JHV schon mal nachfragen.

zu Isringhaus- Hatte vor 35 Jahren in 10 Jahren 3x Range Rover. Die Ledersitze waren von Isringhaus, das war das Beste, was mir jemals unter den A... gekommen ist und die Sitze sahen nach je 250T Km noch aus wie NEU.

Zitat:

@Mirra schrieb am 22. Januar 2020 um 19:59:54 Uhr:


Leder Rough würde selbst gut verarbeitet billig aussehen.

so ist es, deshalb bringt doch die Nacharbeit auch nichts.....

Eine Anmerkung @tmaibaum und @mirra

Rough Leder ist im Sinne
von robustem, groben/ grobnarbigen Leder zu verstehen.
Rough Leder ist kein Rauhleder, sondern ein sog. Glattleder.

Eine ‚kleine‘ Lederkunde .. 😉 ... wer mag
😁
(.. hat dann ein paar Argumente, wenn mal wieder bei Pfusch von einem Naturprodukt gefaselt wird.)

Rauhleder hingegen ist ein offenporiges oder ein geschliffenes Glattleder und hat eine rauhe oder samtige Oberfläche.

Velourleder, Nubuk, Suede oder Wildleder habt ihr bestimmt auch schon gehört.
Das alles sind sog. Rauhleder.

Je nach dem wie es verarbeitet wurde,
ob aus dem Fleisch- bzw. Narbenspalt,
wird es als Velours- oder Nubukleder bezeichnet.

Dickere Leder/ Häute (Rind) werden oft in der Gerberei gespalten. Dadurch entstehen
- der Außenspalt / Narbenspalt,
- der untere Spalt / Fleischspalt, und
- je nach dem auch öfters der Zwischen- oder Mittelspalt / Kernspalt.
Die nach unten abgespaltenen Leder sind auf beiden Seiten rauh wie die Rückseite eines Leders.

Im Narbenbereich / obere Schicht ist das Fasergefüge dicht und auch reißfest.
Dazu ist die narbige Oberfläche auch glatt (genarbt) und kann deswegen besser zum (pigmentierten) Glattleder weiterverarbeitet werden.
Der Narbenspalt ist somit höherwertig.

Der untere Spalt (Fleischspalt) mit den beiden rauhen Seiten wird dann als Spaltleder, Spaltvelour oder Velourleder - oder umgangssprachlich allgemein Rauhleder genannt.

Die rauhe Oberfläche des Velourleders entsteht durch die grobfaserige Fleischseite, der Retikularschicht, der Tierhaut.

Beim Nubukleder - einem sehr feinen Rauhleder -
wird hingegen die oberste Narbenseite (Hautschicht) etwas angeschliffen, so daß die samtartige, weiche Lederoberseite entsteht.

Im Gegensatz zum samtigen Nubukleder ist Velourleder also grobfaseriger und fühlt sich damit auch rauher an.
Velourleder ist jedoch dadurch auch - weil offenporig - recht atmungsaktiv (Arbeitshandschuhe, Sportschuhe).

Wildleder wird aus der Haut nicht domestizierter Tiere hergestellt (Büffel, Elch, Hirsch, Gams, Antilope) und zeichnet sich ebenso durch eine aufgeraute, samtartige Oberfläche aus.
Dieses Leder ist aber selten und deswegen teuer - auch weil die Haut der wild lebenden Tiere durch Verletzungen oftmals beschädigt ist und somit nur eingeschränkt zur Verfügung steht.

Umgangssprachlich wird Wildleder leider auch synonym
für die Bezeichnung für jede Art von Rauhledern (Taschen, Schuhe,...) verwendet – unabhängig davon, ob das Leder tatsächlich von Wildtieren kommt, oder eben von einem Schwein, Rind, Lamm oder Schaf.
Für Polsterleder wird meist Velourleder und Nubuk vorgezogen.

Glattes Leder, das z.B. nun aber von Wildtieren stammt (Motorradanzüge - Känguruleder) wird erstaunlicherweise nicht als Wildleder bezeichnet.

Und dann gibt es noch ein
sog. Rough Out Leather ... das kennen die meisten von den sog. Boots ... zb Timberlands oder den Muleskinner- Stiefeln.

RoughOut leather ist ein feines Velourleder - ‚gewendetes Leder‘ / raue Seite außen.
Somit ist das RoughOutLeder als Velourleder ein Rauhleder.

Aber hier geht es um:
das Rough Leder. 😛

Und das ist ein vollnarbiges, ‚grobes‘ Leder aus der obersten Hautschicht - unter den Haaren des Tieres, und dieses full-grain leather ist der härteste und langlebigste Teil des Leders.
😉

Aber: Voll-narbig und Voll-leder sind also nicht identisch.

Ein vollnarbiges Leder ist also ein Glattleder aus dem Narbenspalt mit einer unveränderten, erkennbar natürlichen Narbung,
und deshalb auch hochwertiger,
weil eben die Oberfläche natürlicher ist und
die Schicht der Färbung (Pigmentierung) somit auch dünner ist.

Im Gegensatz dazu sind aber geprägte Leder (s.u.) vor der Prägung angeschliffen und
deshalb haben sie eine dickere Schicht der Färbung - um es wieder zu glätten.
Das beeinflußt aber die Weichheit und Natürlichkeit eines Leders negativ.

Und dann gibt es noch das Nappaleder - eigentlich nur als Handschuh- und Bekleidungsleder wegen der besonderen Lederweichheit.
Der Einsatz von Nappaleder ist vor allem dort zu empfehlen, wo es nicht so sehr auf die Festigkeit oder Stabilität vom Leder ankommt.
Oftmals wird es jedoch ganz allgemein so ‚benannt’, um eine ungewöhnlich gute Lederqualität zu suggerieren.

Nappaleder gibt es in verschiedenen Varianten mit einer:
- ungeschliffenen Oberfläche(vollnarbig) und
- Veränderung des natürlichen Narbenbildes zB. durch Aufpressen oder Aufwalzen eines neuen Narbenbildes (narben-korrigiert bzw. geprägt).

Teilweise werden auch festere Lederarten wie zB Krokodil und auch vom Rind oftmals als Nappaleder bezeichnet,
obwohl die Bezeichnung Nappa ja eigentlich nur für besonders weiche und hochwertige Glattleder (Kalbsleder, Ziegenleder) zu verwenden ist.
 

Oftmals werden aber Spaltleder aus dem unteren Spalt (und/ oder Zwischenschalt sogar) beschichtet, so dass diese wie ein Narbenspalt aussehen.
Man nennt diese Leder dann geprägtes Spaltleder oder PU-Leder (Polyurethan-Beschichtung).
Im Alltag (Sofas, Autositze) werden aber die wenigsten dieser Art von Spaltledern richtig deklariert.

Meist werden solche Leder nur mit Echtleder, Leder und ähnlichen Begriffen deklariert.

Es ist nicht bekannt, ob diese Nichtdeklaration oder nicht vollständig korrekte Deklaration juristisch relevant ist.
Zumindest aber bei den beschichteten Spaltledern ist es alles andere als kundenfreundlich, weil hier ein nicht so festes (da grobfaseriges) minderwertigeres Leder als hochwertiges Glattleder suggeriert wird.

Bei der - bei den bisher ausgelieferten (gezeigten) Roughleder-Autositzen - derzeit gezeigten Lederqualität liegt zumindest der Verdacht äußerst nahe,
daß durchaus ( auch) beschichtetes Spaltleder - von den Zulieferern - verarbeitet wurde.
Nur somit wären auch so von Zeit zu Zeit deutliche Qualitätsschwankungen erklärbar.

Grundsätzlich paßt ein vollnarbiges, grobes Glattleder
das Rough-Leder - so finde ich - sehr gut,
wenn nicht so gar besser,
in einen Off-Roader (eben mal nicht so ein ‚CHI-Chi‘ 😛 )

- A B E R !
... bei einem Off-Roader im Premium-Segment iVm einem Werbeversprechen (Zugesicherte Eigenschaft) zum Interieur mit:
- ‚...maximale Eleganz und erstklassige Qualität bis ins kleinste Detail‘ ...
- ‚luxuriöse Akzente‘ ...
- ‚hochwertige Materialien‘ ...
- ‚exclusives oder luxuriöses Ambiente‘ ...
darf man auch ohne besondere Nachfrage ebenso erstklassige Qualität beim Material, der Verarbeitung und auch der Qualitätskontrolle erwarten.

Voraussetzung dafür ist aber:
- eine entsprechende, grundlegende Qualität des Leders,
- ein korrekterZuschnitt
- aus für den Verwendungszweck bestimmten Teilen der Rinderhaut (-Leder)
- dessen hochwertiger Zurichtung und
- spätere völlig korrekte, fehlerfreie Verarbeitung.

Dazu schrieb ich aber schon:
https://www.motor-talk.de/.../...ngen-massnahmen-usw-t6706687.html?...
und ff.

So. 😁
Gab es eigentlich schon hier Foto‘s vom ausgelieferten ‚Nappa’leder ? 😛
... na, wer bis hier durchgehalten hat, weiß‘ schon,
warum da nicht Nappaleder steht, sondern ‚Nappa‘leder 😉

Habe ich etwa die Fotos von diesen ausgelieferten ‚Nappa’leder-Sitzen übersehen ?

😎

.

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Habe gestern in einer MB Ausstellung einen GLE mit Nappa gesehen. Für mich sah das nicht gut aus. Habe leider nur von Stellen Fotos gemacht die ich komisch fand.

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Zitat:

@postas schrieb am 23. Januar 2020 um 12:59:46 Uhr:


Habe gestern in einer MB Ausstellung einen GLE mit Nappa gesehen. Für mich sah das nicht gut aus. Habe leider nur von Stellen Fotos gemacht die ich komisch fand.

Wtf, das ist ein Vorführer??? Meiner sieht nach 12J nicht annähernd so aus 😰

Zitat:

@tigu schrieb am 23. Januar 2020 um 13:03:02 Uhr:



Zitat:

@postas schrieb am 23. Januar 2020 um 12:59:46 Uhr:


Habe gestern in einer MB Ausstellung einen GLE mit Nappa gesehen. Für mich sah das nicht gut aus. Habe leider nur von Stellen Fotos gemacht die ich komisch fand.

Wtf, das ist ein Vorführer??? Meiner sieht nach 12J nicht annähernd so aus 😰

Der hatte nicht mal km drauf. Stand bisher nur in der Halle. Aber was ich schlimmer fand ist die Anmutung dieses Leders. Nappa ist doch normalerweise schön weich und matt. In diesem Fahrzeug hat sich das für mich eher künstlich angefühlt und war auch nicht schön matt wie üblich. Ausserdem finde ich komisch, dass in der Mitte der Sitze diese Stellen nicht zugenäht sind. Soll wohl aus Designgründen so sein, aber wie man sieht platzen da jetzt schon die Nähte an den Enden auf.

Au weia, je mehr ich hier über die Lederverarbeitung lese und sehe, umso mehr frage ich mich, ob die Entscheidung einen GLE zu bestellen, richtig war. Meiner geht am 06.02.2020 in Produktion und am 11.02.2020 in den Innenausbau. Bestellt habe ich Leder rough schwarz. Hoffentlich haben die Amis da einen guten Tag.

Zitat:

@postas schrieb am 23. Januar 2020 um 13:28:33 Uhr:



Zitat:

@tigu schrieb am 23. Januar 2020 um 13:03:02 Uhr:


Wtf, das ist ein Vorführer??? Meiner sieht nach 12J nicht annähernd so aus 😰

Der hatte nicht mal km drauf. Stand bisher nur in der Halle. Aber was ich schlimmer fand ist die Anmutung dieses Leders. Nappa ist doch normalerweise schön weich und matt. In diesem Fahrzeug hat sich das für mich eher künstlich angefühlt und war auch nicht schön matt wie üblich. Ausserdem finde ich komisch, dass in der Mitte der Sitze diese Stellen nicht zugenäht sind. Soll wohl aus Designgründen so sein, aber wie man sieht platzen da jetzt schon die Nähte an den Enden auf.

@postas

Danke .. für die Fotos.

Das Narbenbild der Autositze ist ja eigentlich nicht nur ein Hammer - es ist eine Frechheit ! 😰
Ohne Worte .. ich weiß gar nicht, was man dazu schreiben kann:

außer: komplett fehlerbehaftet ! 🙁

„…Soll wohl aus Designgründen so sein…“ 🙁🙁
… und wenn DAS noch ein KB oder Händler gesagt hat ! 🙄

.. ich meine, das grenzt schon nahe an ... ja, was eigentlich: Dummheit oder Arroganz ?

Ich hoffe, niemand akzeptiert diesen Pfusch... der an Dummheit grenzt und nicht zu beschreiben ist.
So etwas in einem Vorführungen zu präsentieren - in ihrem Premium-SUV (lt. Website)

Ich verstehe das nicht.

Will etwa Jemand kommunizieren, daß das Leder so auszusehen hat ?
Oder welchen tieferen Sinn soll so eine Vorführung iVm mit der o.g. Aussage ergeben ???

Der Konzern wird viele Privatkunden verlieren.
Vielleicht läßt sich das ein Flottenmanager ein- oder zweimal gefallen, so viele €€ für diese minderwertige Qualität zu genehmigen.

... oder wird mittlerweile damit gerechnet, daß der Verbrenner-GLE später sowieso nicht mehr marktfähig ist - und somit sowieso nur noch verschrottet werden soll/ kann ? ... in 3-5 Jahren ?
Und nun haut man alles an die Kundschaft hinaus, damit das Band nicht noch einmal steht....

Paßt zum O.K.Sparprogramm: Senkung der Materialkosten ... natürlich zuerst bei einem ‚Auslauf’modell ...

Auwei.. wenn das tatsächlich das Nappa im neuen GLE ist ... 😰

😎

.

Zitat:

@NixVerstehen schrieb am 23. Januar 2020 um 13:48:04 Uhr:


Au weia, je mehr ich hier über die Lederverarbeitung lese und sehe, umso mehr frage ich mich, ob die Entscheidung einen GLE zu bestellen, richtig war. Meiner geht am 06.02.2020 in Produktion und am 11.02.2020 in den Innenausbau. Bestellt habe ich Leder rough schwarz. Hoffentlich haben die Amis da einen guten Tag.

Ich hatte auch Leder Rough - schwarz/schwarz.
... und nun wiederbestellt.

Deine Frage habe ich mir auch gerade (mal wieder 🙄 ) gestellt ? 😰
Menno ...

😎

.

@CyberMousy
Herzlichen Dank für deine sehr interessanten Informationen.
Ist das Nappa- Leder dann weniger strapazierfähig als das Rough- Leder? Beim BMW war/ist das Leder Merino ja auch ein Nappa- Leder. Heißt es fühlt sich sehr fein und weich an.
Danke!
LG

Zitat:

@Hugo1974 schrieb am 23. Januar 2020 um 14:24:29 Uhr:


@CyberMousy
Herzlichen Dank für deine sehr interessanten Informationen.
Ist das Nappa- Leder dann weniger strapazierfähig als das Rough- Leder? Beim BMW war/ist das Leder Merino ja auch ein Nappa- Leder. Heißt es fühlt sich sehr fein und weich an.
Danke!
LG

Mit BMWs würde ich dieses Nappa Leder nicht vergleichen. Da liegen Welten dazwischen. Ich weiss nicht woher Mercedes dieses Leder herbeigezaubert hat aber für mich hat es den Namen Nappa nicht verdient. Den Aufpreis würde ich auch nicht zahlen.

Erstaunlich finde ich an der ganzen Geschichte, das die Qualität der Sitze zwischen den Baureihen so unterschiedlich ist.

Die Sitze für den GLE / GLS werden bekanntermaßen von der Lear Corporation in Tuscaloosa gebaut. Lear ist ja jetzt auch keine Klitsche, sondern u.a. einer der führenden Produzenten für Flugzeugsitze. Die Verarbeitung dort ist jedoch teilweise unterirdisch und für das Premium-Segment eigentlich inakzeptabel.

Die Sitze der C-Klasse und des GLC werden ebenfalls bei Lear im Werk Bremen gefertigt. Allerdings ist hier die Qualität einwandfrei. Hab mir gerade mal den GLC 63 von meinem Chef angeschaut, da ist alles sehr gut verarbeitet.

Die Sitze der E-Klasse und S-Klasse werden von Mercedes selbst im Werk Sindelfingen gefertigt. Da ist ebenfalls alles in Ordnung. Hiervon konnte ich mich beim neuen E 350 d meines Nachbarn überzeugen.

Auch bei meiner 5 Jahre alten V-Klasse ist das Leder an allen 7 Sitzen sehr ordentlich verarbeitet.

Wenn man das also so auf einen Standort eines Zulieferers eingrenzen kann, dann stimmt dort die lokale Fertigungsqualität bei Lear nicht und/oder das Ausgangsprodukt Leder, mit dem Lear fertigt, ist nicht von akzeptabler Qualität.

Warum man das aber binnen einer Frist von nunmehr über einem Jahr seit Verkaufsfreigabe nicht in den Griff bekommt, will sich mir nicht erschließen.

Danke @ Cybermousy
für die ganzen Informationen. Das ändert aber nichts daran, dass für mich dieses Rough einfach an sich billig aussieht. in einem Opel von mir aus, aber im Premiumbereich will ich sowas beim Einsteigen nicht sehen.

Nun, ich habe wie gesagt "Nappa" bestellt. Das habe ich allerdings vorher nicht gesehen und ging einfach mal davon aus, dass das wenigstens irgendwie mit Audi/Porsche-Nappa vergleichbar ist, was ich in den letzten Jahren immer hatte. Sollte das nicht so sein, gibt es, und da kannst Du sicher sein, aber so richtig Ärger beim Händler. Es ist schon schlimm genug, dass beim GLE (z.B. im Vergleich zum Cayenne) so viel Hartplastik verbaut ist; allein die unteren Türen, die in Hartplastik eingerahmte Billig-Weihnachtsbaumbeleuchtung oben vorne hätten mich fast vom GLE abgehalten; sowas geht meiner Meinung nach gar nicht. Hätte der Cayenne >60km elektr. Reichweite wäre ich auch sicher dort geblieben.

Aber, der GLE (Vorführer 450er) fährt sich super und ich kenne kaum was besseres.

Wenn doch der Rest vom Interieur so geil wäre wie das MBUX, dann wäre die Welt in Ordnung.

Hi,
da ich beruflich eigentlich mein ganzes Leben mit Leder zu tun hatte und habe, muss ich da kurz auch mal meinen Senf dazu abgeben. Vor ein paar Tagen fragte mich ein Kunde (ich handle mit Lederwaren) ob ich mal sein Auto kurz ansehen möchte und meine Meinung dazu sagen könnte. Der Wagen war ein nagelneuer GLE mit dem Rough Leder schwarz und die Verarbeitung war analog schlecht zu den im Thread gezeigten Bildern.
CyberMousy hat im Grunde ja schon genug gesagt, ein paar Anmerkungen hab ich noch, für mich sieht das wie ein beschichtetes Spaltleder aus, ohne das jetzt beweisen zu können, dazu müsste man mal einen Sitzbezug zerlegen. Also im Grunde geht es dann auch nicht viel billiger von der Lederqualität.
Diese welligen kleinen Seitenstücke wirken auch so als ob das Lederrandstücke sind, die eigentlich verworfen werden, solche Stücke bringt auch der beste Sattler nicht richtig gut vernäht. Oder Bauchstücke von Kühen, mit denen man eigentlich auch eher nichts anfangen kann, zumindest nicht wenn ich gute Qualität liefern will. Zur Erklärung, Kühe haben so im Laufe ihres Lebens ein paar mal gekalbt und somit auch Schwangerschaftsstreifen etc. die dann eine schlechte Lederqualität ergeben.
Die welligen Nähte an den Sitzen oben sehen so aus als ob da das Leder zu dick ist und nicht oder nicht richtig geschärft wurde.
Aber im Grunde ist aber doch die Krönung das oben gepostete "Nappaleder" Da kann man auch den Verdacht hegen, daß das beschichtetes Spaltleder ist. Auf jeden Fall sieht es nicht durchgefärbt aus, was für mich ein NAppa auf jeden sein sollte. Das würde man auf der Rückseite gut sehen. Problem bei Nappa ist, daß man das im Kopf hat für besonders weiches und gutes Leder, aber das ist nirgends irgendwie geschützt, im Grunde kann ich alles was aus einer Tierhaut gegerbt wurde als Nappa verkaufen. Auf jeden Fall hat dieses im Bild gezeigte Leder nicht die Qualitätsstufe die man von einem Nappa erwartet udn die auch andere Autohersteller liefern. Oder was man bei Joop Aktentaschen oder Golden Head Geldbörsen als Nappa bekommt, so wie da sollte auch ein Nappa aussehen.

Ich muss sagen ich hab seit 20 Jahren BMW, hab mich mit Mercedes Ledersitzen noch nicht so richtig beschäftigt, aber ich war ganz schön erschrocken daß ein Autohersteller mit dem Slogan "das Beste oder nichts" dem Kunden solch eine schlechte Lederqualität hinstellt. Hab aber auch trotzdem festgestellt, nachdem ich die letzten Tage ein bisschen geschaut habe, daß es in anderen Baureihen ja durchaus Top Lederqualität vorhanden ist.

Viele Grüße
CB

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