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Lambda Sprungsonde mit Sprungwert >1 ...gibts das?

Themenstarteram 4. Oktober 2014 um 20:56

Hallo..

Gibt es eigentlich auch Lambdasonden, deren Sprung nicht bei Lambda=1 sondern etwas höher liegt?

(z.B. bei 1,1 oder so)

Thx..

DoMi

Beste Antwort im Thema

Jein. Mehr als vollständig geht nicht. Allerdings sind die "Reste" an Kohlenmonoxid und unverbrannten Kohlenwasserstoffen geringer, dafür sinkt die Flammgeschwindigkeit auch etwas.

Lambda=1 im Mittel brauchst du für einen klassischen Kat:

* CO und Kohlenwasserstoffreste werden zu CO2 und H2O oxidiert.

* Wasserstoffreste, Kohlenmonoxid und sehr leichte Spaltprodukte reduzieren die Stickoxide (NOx).

Nur ist exakt lambda=1 nicht möglich. Praktisch macht man das mit einer um Lambda=1 +/-5% pendelnden Mischung:

* Während einer leicht fetten Phase werden die zu viel vorhandenen CO und HC mit gespeichertem Sauerstoff (Ceroxid als Speicherkomponente) verbrannt, gespeicherte Stickoxide (Bariumoxide) werden zudem durch Kohlenmonoxid abgebaut und der Speicher regeneriert. Ggf. zu viel vorhandene Kohlenwasserstoffe werden an sauren Aluminium/Siliziumoxiden zwischengespeichert.

* Während einer mageren Phase werden die zwischengespeicherten Kohlenwasserstoffe verbrannt, der regenerierte Speicher für Stickoxide saugt sich wieder mit NOx voll und Ceroxid nimmt Sauerstoff auf.

Übrigens wird die Sauerstoffspeicherfähigkeit mit der Diagnosesonde gemessen, da hinten sollte von der Fett/Mager Lambdaschwingung nicht wirklich was ankommen. Wenn der Kat platt ist gibts einen "Catalyst Efficiency below Threshold" Fehler.

Echte Magermotoren haben einen ziemlich üppig bemessenen separaten Speicherkatalysator, der ganz lange Stickoxide aufnehmen kann und kurz&knackig fett regeneriert wird. Damit kannst du im Teillastbetrieb lange spritsparend mager fahren und musst nur ganz kurz anfetten um die Regeneration zu erlauben.

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Nein, solche Lambdasonden gibt es nicht.

Lambda 1 entspricht einer vollständigen Verbrennung. Vollständiger als vollständig geht nun mal logischerweise nicht. Bei Werten über 1 magert das Gemisch ab (Sauerstoffüberschuß) und das ist ziemlich schädlich für den Motor.

http://de.wikipedia.org/wiki/Lambdasonde

Theoretische oder praktische Frage? Praktisch würde ich sowas mit einer Breitbandsonde bauen, wo eine kleine Schaltung (z.B. mittels Komperator oder Mikroprozessor) einen einstellbaren Sprungwert ausgibt. Empfehle aber, Gemische nicht unnötig abzumagern, die Flammgeschwindigkeit sinkt deutlich und damit steigen die Abgastemperaturen an.

oder du passt gleichzeitig den zündzeitpunkt an (vorverlegen).

Sowas nennt man dann Lambda Controller mit simulierten Sprungsondenausgang. Gibt es fertig zu kaufen, brauchst halt eine Breitbandsonde.

Themenstarteram 5. Oktober 2014 um 17:30

Zitat:

Original geschrieben von GaryK

Theoretische oder praktische Frage? ...

rein theoretisch.

Dass die Möglichkeit besteht, mit einer Breitbandsonde und nachgeschalteter Elektronik einen Sprung bei einem beliebigen Lambdawert zu erzeugen ist klar, nur habe ich mich gefragt, ob es Sprungsonden NUR DESHALB mit dem Wert Lambda 1 gibt, weil das der geeignete Wert für Katalysatoren ist, oder WEIL man den Sprung technisch nur bei Lambda 1 hinbekommt.

Thxx.. DoMi

Themenstarteram 5. Oktober 2014 um 17:31

Zitat:

Original geschrieben von Provaider

Sowas nennt man dann Lambda Controller mit simulierten Sprungsondenausgang. Gibt es fertig zu kaufen...

Dankeschön..ICh wusste bisher nicht, dass es so etwas fertig zu kaufen gibt.

DoMi

Themenstarteram 5. Oktober 2014 um 17:33

Zitat:

Original geschrieben von Drahkke

 

Lambda 1 entspricht einer vollständigen Verbrennung. Vollständiger als vollständig geht nun mal logischerweise nicht. ...

Demnach wären Lambdawerte >1 also per se unmöglich, weil mehr geht eben nicht? WOHL KAUM.

DoMi

drahkke hat nur stöchiometrisches verhältnis mit vollständiger verbrennung verwechselt.:D

ich hab ihm ja schon oft nahegelegt, seine lateinsprüche um

Zitat:

si tacuissem, philosophus mansissem

zu erweitern:D

natürlich ist eine magere verbrennung (lambda >1) auch vollständig, sofern überhaupt eine verbrennung stattfindet. nur die reaktionsprodukte unterscheiden sich.

Irgendwann wird die Verbrennung aber nicht mehr vollständing sein, weil es zu lokalen Flammlöschungen kommt bei mageren Gemischt. Ist also alles relativ.

Jein. Mehr als vollständig geht nicht. Allerdings sind die "Reste" an Kohlenmonoxid und unverbrannten Kohlenwasserstoffen geringer, dafür sinkt die Flammgeschwindigkeit auch etwas.

Lambda=1 im Mittel brauchst du für einen klassischen Kat:

* CO und Kohlenwasserstoffreste werden zu CO2 und H2O oxidiert.

* Wasserstoffreste, Kohlenmonoxid und sehr leichte Spaltprodukte reduzieren die Stickoxide (NOx).

Nur ist exakt lambda=1 nicht möglich. Praktisch macht man das mit einer um Lambda=1 +/-5% pendelnden Mischung:

* Während einer leicht fetten Phase werden die zu viel vorhandenen CO und HC mit gespeichertem Sauerstoff (Ceroxid als Speicherkomponente) verbrannt, gespeicherte Stickoxide (Bariumoxide) werden zudem durch Kohlenmonoxid abgebaut und der Speicher regeneriert. Ggf. zu viel vorhandene Kohlenwasserstoffe werden an sauren Aluminium/Siliziumoxiden zwischengespeichert.

* Während einer mageren Phase werden die zwischengespeicherten Kohlenwasserstoffe verbrannt, der regenerierte Speicher für Stickoxide saugt sich wieder mit NOx voll und Ceroxid nimmt Sauerstoff auf.

Übrigens wird die Sauerstoffspeicherfähigkeit mit der Diagnosesonde gemessen, da hinten sollte von der Fett/Mager Lambdaschwingung nicht wirklich was ankommen. Wenn der Kat platt ist gibts einen "Catalyst Efficiency below Threshold" Fehler.

Echte Magermotoren haben einen ziemlich üppig bemessenen separaten Speicherkatalysator, der ganz lange Stickoxide aufnehmen kann und kurz&knackig fett regeneriert wird. Damit kannst du im Teillastbetrieb lange spritsparend mager fahren und musst nur ganz kurz anfetten um die Regeneration zu erlauben.

Zitat:

Original geschrieben von sukkubus

Natürlich ist eine magere verbrennung (lambda >1) auch vollständig, sofern überhaupt eine verbrennung stattfindet. nur die reaktionsprodukte unterscheiden sich.

Streng genommen ist eine Diffusionsverbrennung (also alle Verbrennungen, die nicht kontinuierlich ablaufen, wie eben in einem Verbrennungsmotor) niemals vollständig. Wäre das so, bräuchte man keine Abgasreinigung.

Zitat:

Original geschrieben von DomiAleman

oder WEIL man den Sprung technisch nur bei Lambda 1 hinbekommt.

Die einfache Lambdasonde macht eigentlich nur "Nix Sauerstoff = 0" oder "oh Sauerstoff da =1". Bei Lambda <1 ist das Gemisch fett und nahezu kein freier Sauerstoff mehr im Abgas. Bereits bei minimal über 1 ist freier Sauerstoff da und die Sonde gibt sofort ein Sprungsignal raus. Durch das Sprungsignal ist ein genaues Ausregeln nicht möglich, die Schwankungen sind somit auch prinzipbedingt. Bei >1 gemeldet wird wieder Schritt für Schritt abgemagert weil die Sonde nicht sagt wie weit über 1, sobald es unter 1 geht wieder in die andere Richtung. Damit gibt es regeltechnisch zwingend dieses permanente leichte pendelt um 1 mit einer Sprungsonde.

Die Breitbandsonde ist nach heutigem Stand auch meist "nur" eine Sprungsonde ergänzt mit einer sog. Pumpzelle die Sauerstoff zu und abpumpen kann, über die Leistung der Pumpe wie viel Sauerstoff die in den Messraum zu- oder abpumpen muss wird dann der Lambdawert errechnet.

http://www.kfz-tech.de/LambdasondeB.htm

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