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Lackschaden durch Säure?

Themenstarteram 9. Mai 2017 um 12:22

Hallo Community,

kann mir jemand sagen, ob man einen Lackschaden wie diesen auf den Fotos anbei mit Polieren beseitigen kann?

oder muss hier ein Lackierer ran?

Der Lack ist oberflächlich rau, wie verätzt. Klarlackschicht ist deutlich angegriffen. Manuelles Polieren mit Sonax Lackreiniger hat nur sehr wenig gebracht.

Scheinbar hat hier ein unangenehmer Mitbürger irgendeine ätzende Flüssigkeit über den E61 eines Freundes gekippt.

Danke euch für eure Einschätzung.

Foto2
Foto1
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17 Antworten

Hallo, ich vermute das es sich hierbei um sogenannte "Betonsäure" handelt. Die kommt meist von Betongaragen bzw. Tiefgaragen, bei denen Wasser auf den unbehandelten Beton trifft und diese Brühe ist dir von oben herab auf den Lack getropft. Nach mutwillig sieht das hier aus meiner Erfahrung nicht aus. Versuch dich mal zu erinnern ob es so passiert sein könnte, bzw. wo dein Auto gestanden hat....

Mein Rat wie so oft: Nicht selbst versuchen. Das kann das ganze noch verschlimmern. Besser zum Aufbereiter für ein paar Euro, das ist im Endeffekt günstiger.

Falls doch Selbstversuch: Flugrostentferner an der Stelle auftragen, dann sollte es (sofern es Betonsäure ist) anfangen zu "brodeln und schäumen". Dann feucht abwischen und anschließend in mehreren Stufen polieren.

Hoffe ich konnte ein wenig helfen....

Grüße aus dem Saarland!

Themenstarteram 9. Mai 2017 um 14:02

Danke dir CarOptik

Was ist Flugrostentferner? habe bisher immer Lackknete genommen für flugrost. Gibt es noch anderes, was "bordeln und schäumen" verursacht wenn es Betonsäure ist?

Zitat:

@gogobln schrieb am 9. Mai 2017 um 14:02:19 Uhr:

Danke dir CarOptik

Was ist Flugrostentferner? habe bisher immer Lackknete genommen für flugrost. Gibt es noch anderes, was "bordeln und schäumen" verursacht wenn es Betonsäure ist?

Bei dieser Sache funktioniert die Knete nicht, da ja nix erhabenes auf dem Lack drauf ist wo die Knete beikäme...das muss chemisch angelöst und anschließend poliert werden. Flugrostentferner bekommst du im Bauhaus, Ebay, Amazon usw. Wenn du dich damit aber nicht auskennst würde ich an deiner Stelle lieber zum Aufbereiter fahren wobei der sich hier auch im Speziellen auskennen muss und nicht jeder tut das...

Falls es "Betonsäure" ist, habe ich vor Jahren folgende Erfahrung gemacht:

Das Fahrzeug steht in einer unterirdischen Straße und es tropft von oben auf das Fahrzeug. Dann bilden sich innerhalb von wenigen Stunden Stellen aus, die so aussehen wie auf dem Bild des Themenstarters. Bei mir waren das aber keine Verätzungen, sondern eine Art Tropfsteinhölenablagerungen, also hauptsächlich Kalk-/Zementablagerungen. Hatte das Fahrzeug mehr als 1 Tag an der selben Stelle gestanden, waren diese Ablagerungen nur äußerst schwer zu entfernen. Polieren allein ging nicht mehr. Ich bin dann zunächst mit einem (Kaffeemaschinen-)Entkalker an diese Stelle gegangen und habe nachfolgend poliert. Der Lack war danach vollkommen in Ordnung.

Hallo Caroptik

Es gibt keine Betonsäure.Alles was mit Beton oder Zement zu tun hat ist alkalisch,also die andere Seite des PH Wertes.

Es bildet sich höchstens Kalk,welcher in Wasser gelöst ist,wenn in Tiefgaragen Bauteile der Witterung ausgesetzt sind.

Natürlich kann sich eine Schicht auf dem Autolack bilden,welche aber denselben nicht angreift.Wie mein Vorredner schon sagte,kann das mit einer milden Säure,z. B. Zitronensaft,Essigessenz oder Entkalker entfernt werden.Die entstehenden Kratzer durch den Kalk kann man wegpolieren.

Gruss

Thomas

Zitat:

@thomaswi schrieb am 9. Mai 2017 um 19:05:40 Uhr:

Hallo Caroptik

Es gibt keine Betonsäure.Alles was mit Beton oder Zement zu tun hat ist alkalisch,also die andere Seite des PH Wertes.

Es bildet sich höchstens Kalk,welcher in Wasser gelöst ist,wenn in Tiefgaragen Bauteile der Witterung ausgesetzt sind.

Natürlich kann sich eine Schicht auf dem Autolack bilden,welche aber denselben nicht angreift.Wie mein Vorredner schon sagte,kann das mit einer milden Säure,z. B. Zitronensaft,Essigessenz oder Entkalker entfernt werden.Die entstehenden Kratzer durch den Kalk kann man wegpolieren.

Gruss

Thomas

Du hast vollkommen recht. Bei uns wird das (chemisch nicht korrekt) umgangssprachlich so genannt. Mit den genannten Maßnahmen sollte es jedenfalls zu entfernen sein. :-)

Themenstarteram 10. Mai 2017 um 8:55

Danke euch allen!

Auch für den Tipp, zunächst ein Anlösen der Ablagerungen mit milderer Essigsäure etc. zu versuchen.

Ich hab nämlich auch das Gefühl, dass da eher eine hauchdünne Schicht wie auch immer gearteter Dreck drauf ist.

Ich werde berichten, ob und wie erfolgreich ich war.

Hallo,

Es müßte iirgend etwas in Richtung Kalk (Calziumcarbonat) sein.

Zu entfernen durch eine leicht saure Lösung (verdünnter Essig) und nachfolgendem Lackschutz (Politur, Versieglung)

Entstehung:

-neuer Beton: Auslaugung von ungebundener Alkalität (Calziumhydroxid) + Reaktion mit Luft zu Kalk., für en Lack relativ gefährlich da pH_Werte bis zu 12 erreicht werden können.

-alter Stahlbeton: im Bereich rostender Bewehrungsstäbe entstehen Lösungen mit pH von ca. 3-5. die Calzium enthalten. Reaktion mit Luft, Bildung von Kalk

Unter dem Strich ist Frischbeton meist gefährlicher für den Lack (kann das Bindemittel angreifen) als eine leicht saure Lösung.

Entfernung der Verschmutzung mit der gleichen Methode und in Zukunft besonders bei Parkhäusern, die instandgesetzt werden und in Teilnutzung sind entweder die Augen auf oder ein anderes Parkhaus benutzen.

@medwedik:

kann bei neuem Beton auftreten, aber sehr wohl auch bei alten Tiefgaragen, bei denen das Wasser durch Risse nach unten tropft.

PH-Wert, den wir bei einer 30 Jahre alten Tiefgarage auf den Autos gemessen haben: 12,5.

(Wir machen u.a. Rissverpressungen im Beton)

Haben noch NIE einen sauren PH Wert gemessen!

Warum: Diese extrem kleinen - partiellen Hydrolyse-Stellen greifen zwar den Stahl an, aber es kommt nie zu herabtropfenden sauren Lösungen.

Und:

Die geschädigten Fahrzeuge hatten nicht polierbare Lackschäden - deswegen wurden wir im Gerichtsgebäude in Neumarkt überhaupt erst gerufen.

Themenstarteram 23. Juni 2017 um 13:15

Moin Community,

ich kann hier positive Rückmeldung, also 100%igen Erfolg bei der Beseitigung der Flecken (siehe Fotos im ersten Post) vermelden!

@wikemu und alle anderen, die die Flecken für Ablagerungen hielten, hatten vollkommen Recht.

Zunächst haben wir es mit Politur/lackreiniger versucht, keinerlei Effekte.

Mangels Essig im Haus habe ich dann einfach auf Antikal zurückgegriffen. Flecken besprüht, Haushaltspapiertücher drüber, nochmals eingesprüht bis diese von selbst anklebten, 10 Minuten gewartet und schon beim ersten Abnehmen kam der größte Teil der Ablagerungen mit. Nochmals auf den hartnäckigen Flecken wiederholt und alles spurenlos entfernt. Danach mit viel wasser gereinigt.

Danke Euch allen für die Tipps!

Danke für die Rückmeldung :)

Zitat:

@Oxifanatiker schrieb am 16. Mai 2017 um 04:02:48 Uhr:

@medwedik:

kann bei neuem Beton auftreten, aber sehr wohl auch bei alten Tiefgaragen, bei denen das Wasser durch Risse nach unten tropft.

PH-Wert, den wir bei einer 30 Jahre alten Tiefgarage auf den Autos gemessen haben: 12,5.

(Wir machen u.a. Rissverpressungen im Beton)

Haben noch NIE einen sauren PH Wert gemessen!

Warum: Diese extrem kleinen - partiellen Hydrolyse-Stellen greifen zwar den Stahl an, aber es kommt nie zu herabtropfenden sauren Lösungen.

Und:

Die geschädigten Fahrzeuge hatten nicht polierbare Lackschäden - deswegen wurden wir im Gerichtsgebäude in Neumarkt überhaupt erst gerufen.

Als professionellem Rißverpresser ist dir bestimmt bekannt, daß die Alkalitätsreserve von 30 Jahre alten Betonen in der Regel viel größer ist als bei heute verbauten Betonen.

was habt ihr auf den Autos vermessen? Flüssigkeitstropfen?

Wie habt ihr den pH-Wert gemessen?

Was sind denn partielle Hydrolysestellen? Stabil ist der Stahl im Beton bis ca pH11-11,5. Dabei spielen solche Faktoren wie Chloriddargebot und Feuchtigkeit eine Rolle.

Gruß

Partielle Hydrolysestellen:

gerne Diskussion über PN.

Ist für MT-Forum nicht interessant.

Ich finde es schon interessant.

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