Kompressionsverlust Zylinder 2 / Schwarzer Qualm
Guten Abend ehrenwerte Mitglieder des Motor Talk-Forums. Ich bin hier, weil ich im Netz und auch im diesem Forum keine Antworten auf meine Problematik finden konnte. Falls dieses Thema mit den selben Symptomen und mit dem selben Auto/Motorisierung behandelt wurde, könnt Ihr mir gerne den Link dazuschicken :-) Wäre euch dankbar.
Kurz zu meinen Eckdaten: Und zwar besitze ich seit einem Jahr einen Audi A4 Avant mit dem 3.0 TDi Motor. Angetrieben wird der Quattro mittels einer 171 KW starken V6 Maschine. Derzeit hat er gerade mal 243TKM gelaufen und ist aus 2007 (B7) mit einem manuellen Getriebe.
Soweit war ich immer zufrieden mit dem Ingolstädter, bis auf vor einigen Wochen ein deutlicher Leistungsverlust mit einem komischen "Klacker" Geräusch auftrat.
Dieser tritt im Bereich Leerlauf - 2.000 RPM auf, im höheren Drehzahlbereich gibt es dieses Problem nicht, sowohl im Stand als auch beim Fahren. Begleitet wird dieses Effekt mit einem deutlichen schwarzen Qualm. Innerhalb einer Minute Leerlauf verschwindet mein kompletter Garten in einem schwarzen Nebel, mit von der Partie ist auch ein "fettiger" Abgasgeruch wahrzunehmen.
FALL 1: Kurz darauf war ich in einer freien Werkstatt, nach einem Kompressionstest lautete die Diagnose "Druckverlust an Zylinder 2". Der Injektor an dieser Stelle sei auch nicht mehr ganz in Ordnung gewesen sein. Der Freundliche hatte die Vermutung, das der Ventilsitz für das AV nicht richtig abdichten und somit bei der Kompression Luft entweichen würde. Ergo würde sich eine fettere Mischung im Zylinder bilden und somit den schwarzen Ruß erklären.
JEDOCH habe ich aus Erfahrung nicht einfach blind dem Rat des Freundlichen zugestimmt und mich selber an die Sache herangewagt.
FALL 2: Dabei habe ich mit meinem Endoskopiegerät festgestellt, das Zylinder 1,2 und 3 leichte bis schwerwiegende & mehrere Riefenbildungen auf der Zylinderlauffläche aufweisen. Nun bin ich doch stutzig geworden. Mein Vorgänger hatte den Audi hauptsächlich im Stadt (Stop & Go) Verkehr genutzt. Könnte es möglich sein das aufgrund seiner Fahrweise auf Dauer sich das Öl verdünnt hat und somit die Kolbenringe und die Lauffläche beschädigt und diese Riefen hervorgerufen hat ? Und sich dann mit der Zeit diese Riefen erweitert haben und somit nun Motoröl in den Motorraum durchlassen. Doch dann müsste es ja hinten blau qualmen, oder liege ich da etwa falsch ?
Mir geht es in erster Linie darum, den Schaden einzugrenzen und anschließend dann eine vernünftige Entscheidung zu treffen. Eine komplette Motorrevidierung würde sich bei diesem Modell für mich kaum rentieren, der Zylinderkopf jedoch wieder schon. Ich persönlich habe keine Lust den Zylinderblock reparieren/ersetzen zu lassen, nur um dann festzustellen das die Laufbuchsen das eigentliche Problem sind...
Wäre für einen erfahrenen und fachmännischen Rat sehr sehr dankbar :-) Vielleicht hat ja einer von euch einen ähnlichen Vorfall in Vergangenheit gehabt.
P.S. Mein Audi ist NICHT vom Abgasskandal betroffen, war noch einer der letzten "ehrlichen" mit dem Motorcode ASB ;-)
Grüßla Quattroforce
17 Antworten
Zitat:
@Quattroforce schrieb am 13. November 2018 um 07:58:00 Uhr:
Den Fehlerspeicher habe ich damals auch auslesen lassen per VCDS, den Report kann ich jedoch erst am Wochenende schicken, die Kompressionswerte ebenso.Ich habe nun mit einem Motorinstandsetzer vor Ort geredet, dieser hat mir gesagt das für diese Audi Modelle das Sprühbild der Injektoren oftmals sich verändere mit der Zeit und den Ölfilm abreißt --> Motorschaden.
Super, weil die Kompressionswerte die belastbaren Infos liefern, in welchem Zustand der Motor sich befindet.
Sprühbild der Injektoren: Auch wenn der Audi von 2005 oder später ist, die dortige CR-Anlage ist glaube ich mindestens dritter Generation (Quelle: SSP 350 und/ oder 351). Es muss tatsächlich mal brennende Dauerstrahlen gegeben haben, also bei den allerersten CR-Generationen, aber nicht bei dieses 7-Loch-Injektoren im B7. Die einzige wirkliche Macke, die man diesen 3.0 Injektoren anlasten kann, ist, dass die Verschleißwerte zu hoch sind und diese dann undicht werden und nachtropfen.
Ölfilmabwaschungen sind schwer vorstellbar, denn der Ölfilm wird bei Aufwärtsbewegung des Kolbens stets erneuert. Die Diesel-Injektorstrahlen treffen eigentlich auch nur den Kolben , wie man auf mindestens einem Bild weiter oben auch als Rußspur sehen kann.
Das Hauptproblem ist verdünntes Öl, was man als Fahrer nicht mitbekommt, aber durch gehäufte DPF-Regenerationen und defekte/undichte Injektoren als Resultat bekommt. Ich hatte z.B. ca. 13% Diesel im Öl, obwohl das Öl erst 6 tkm alt war. Das lag hauptsächlich an den gehäuften DPF-Regenerationen.
Naja, das CR-System kommt von Bosch und die Anforderungen an die CR-Anlage sind enorm. 1800bar sind schon ne Ansage.
Anders lassen sich die Abgasgrenzwerte nicht einhalten. Auch andere Hersteller haben Probleme mit CR-Anlagen.