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Ist heutzutage das Einfahren nicht mehr erforderlich?

Themenstarteram 14. November 2018 um 0:06

Hallo engagierte Rollerfreunde,

bei vielen "Experten" hat sich nach meiner Wahrnehmung das Hirngespinst eingezeckt, dass aufgrund des moderneren Materials und der präziseren Fertigungstoleranzen heutzutage ein Einfahren nicht mehr erforderlich sei. Erst recht nicht bei einem Mofa, weil das ja eh schon langsam genug fahre und eine langsamere Geschwindigkeit nicht praktikabel sei.

 

Nach meinen Informationen ist es so, dass auch die metallischen Oberflächen von Zylindern und Kolben aus heutiger Produktion, mikroskopisch klein betrachtet, die Struktur von zerklüfteten Gebirgen besitzen und zur Verminderung der Reibung allmählich geglättet werden sollten. Wenn nicht, entsteht gerade durch schnelle Reibungsbewegungen eine erhöhte Reibungswärme. Diese führt zu einer Ausdehnung des Kolbens, die noch mehr Reibung erzeugt. Schließlich entstehen Mikro-Riefen, die dann zu Makro-Riefen mutieren und schließlich zum Kolbenfresser führen können.

Und auch wenn nicht, erreicht ein Motor dann aufgrund der resultierenden erhöhten Reibungswiderstände und verminderten Kompression zumindest nicht seine optimale Leistung und hat dadurch meistens auch einen höheren Verbrauch.

Wie sind eure Meinungen zu dem Thema? Ich hoffe, dass dadurch so manche Ammenmärchen und Halbwahrheiten bereinigt werden können, so dass wir alle von besseren Erkenntnissen profitieren können.

Auch ich lerne gerne dazu.

 

Beste Antwort im Thema

Teure Motoren/Triebwerke laufen erst einmal im Werk auf dem Prüfstand und können _danach_ für volle Belastung freigegeben sein (Flugtriebwerke - da will man auch beim 1.Start volle Startleistung und sicher über die Baumwipfel kommen).

Angeblich soll Ferrari das auch so machen.

BMW zeigte es in einem Video über die K1600 Montage ebenfalls.

(Für Mofas wird der Aufwand wohl eher nicht getrieben.)

In professionellen Fall sind das aber keine extrem langen Zeiten/Strecken wie in manchen Einfahrvorschriften (die imho eher zu Abwehr von Gewährleistungsansprüchen dienen). 1h Triebwerkslauf reicht zum warmlaufen und alle Drehzahlbereiche incl. Nachbrenner schonend und sorgfältig durchzuchecken.

Was selbst nach 1 Million Umdrehungen nicht passt, ist schlecht gebaut.

(Wenn man beim Mofa 6000U/min und 25km/h annimmt, entspricht das auch nur 69km.)

Was den Kaltstart angeht: Motoren haben kleine Grübchen, wo sich das Öl oben sammeln und bei Bewegung/Reibung sofort abstreifen kann. Es fliesst nicht alles in die Ölwanne zurück, ein kleines bißchen Schmierfilm hat man immer.

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Beim 2t entfällt das erhitzen des öls. Also früher feuer frei.

Doppelte leerlaufdrehzahl ist fern der Praxis! Erst recht bei kleinvolumigen motoren.

Ein gesunder mix aus drehzahl und last ist wichtiger. Lieber weniger last, dafür etwas mehr drehzahl. Gleiches gilt auch beim einfahren.

Weniger last bedeutet weniger druck im brennraum.

Warm laufen lassen verlängert die zeit bis zur betriebstemperatur.

Aber auch ein blick in die bedienungsanleitung ist interessant. So stand bei meiner cbf1000 drin, dass der motor 10s laufen sollte, bis man losfährt...

Themenstarteram 15. November 2018 um 2:40

Zitat:

@Papstpower schrieb am 15. November 2018 um 02:27:35 Uhr:

Beim 2t entfällt das erhitzen des öls. Also früher feuer frei.

Doppelte leerlaufdrehzahl ist fern der Praxis! Erst recht bei kleinvolumigen motoren.

Ein gesunder mix aus drehzahl und last ist wichtiger. Lieber weniger last, dafür etwas mehr drehzahl. Gleiches gilt auch beim einfahren.

Weniger last bedeutet weniger druck im brennraum.

Warm laufen lassen verlängert die zeit bis zur betriebstemperatur.

Aber auch ein blick in die bedienungsanleitung ist interessant. So stand bei meiner cbf1000 drin, dass der motor 10s laufen sollte, bis man losfährt...

Danke für deine klar verständliche und plausible Antwort. Dafür ein ehrliches Daumen hoch. Wer hätte das mal gedacht. ;)

PS Die genannte Empfehlung betraf den Boxer-Motor von meinem 1302 Cabrio, 50 PS.

Das war vor 40 Jahren. Ich bin nicht wirklich davon ausgegangen, dass sich das auf die heutige Situation übertragen läßt.

Erinnere dich doch bitte an diese zeit zurück...

Standgas 800-950u/min?! Mit dem doppelten kommst du nicht wirklich vom fleck... Wahrscheinlich auch noch ein 4gang getriebe? Also die höhste Übersetzung für heutige Verhältnisse sehr kurz... Mit 50ps warst du aber gut dabei. Die gabs doch auch mit 30 irgendwas...

 

Ja genau, dieser zeitsprung ist für die Technik ein meilenstein. Allein was in den letzten 20 jahren passiert ist reicht schon...

Sicherlich auch einige flops...

Da hat der Papst Recht.

Du kannst nen Vario-Roller nur über Halbgas und verringerte Geschwindigkeit warmfahren.

 

Bei Schaltfahrzeugen jeder Art gibt's nen einfachen, greifbaren Grundsatz:

Kalt nicht über die Hälfte der Höchstdrehzahl fahren, aber auch nicht mit Vollast aus dem Drehzahlkeller holen.

 

Da heisst: lieber etwas erhöhte Drehzahl, anstelle Volllast. (als Pkw Benziner kann man grob 3000 U/min als Höchstwert nehmen)

 

Die Motorelektronik bei Automatikfahrzeugen schaltet z.b. das erste Mal extrem spät in den zweiten Gang - zum Aufwärmen vom Kat.

 

Beim 2T spielt das Warmfahren ne ziemlich klein Rolle, etwas sollte man aber schon, damit sich Kolben und Zylinder nicht zu unterschiedlich ausdehnen.

Zitat:

@1a_Rollerdoc schrieb am 14. November 2018 um 19:37:22 Uhr:

Es gibt Theorien, die sind kaum anzuzweifeln. Das sind z.B. die Existenz der Erdanziehungskraft ...

Die wird erfolgreich angezweifelt!

Schon Einstein postulierte, das was Newton eine Gravitations-Kraft nannte, in Wirklichkeit eine Krümmung der Raumzeit sei. Ein Apfel fällt nicht einfach auf den Boden, sondern bewegt sich (nach dem Prinzip der maximalen Eigenzeit) auf einer Geodäte im gekrümmten Raum.

Der gekrümmte Raum ist eine elegante Art um diverse kosmologische Effekte zu beschreiben bzw. sogar Vorhersagen zu treffen (egal ob Periheldrehung des Merkur oder Gravitationswellen).

Und im ganz kleinen Maßstab hat man das Problem, das Kräfte nicht quantisiert sind. Man hätte lieber entsprechende Austauschteilchen. Das Austauschteilchen der Gravitation ist bisher nur eine Hypothese, die anderen Eichbosonen (Austauschteilchen der elektromagnetischen sowie starken und schwachen Wechselwirkung) kennt man dagegen schon.

Auch hier fehlt bisher jeder Nachweis, dass die Gravitation eine Kraft sei.

Die vereinfachte Betrachtungsweise ist aber noch gut für Grundschüler, die man nicht mit den 16 gekoppelten nichtlinearen Differentialgleichungen (einsteinsche Feldgleichungen) verängstigen will.

(Bin ich vom Thema abgekommen? Egal, dieses Thema ist auch interessant!)

Themenstarteram 15. November 2018 um 14:14

Zitat:

@tomS schrieb am 15. November 2018 um 08:53:11 Uhr:

Zitat:

@1a_Rollerdoc schrieb am 14. November 2018 um 19:37:22 Uhr:

Es gibt Theorien, die sind kaum anzuzweifeln. Das sind z.B. die Existenz der Erdanziehungskraft …

Die wird erfolgreich angezweifelt!

Schon Einstein postulierte, das was Newton eine Gravitations-Kraft nannte, in Wirklichkeit eine Krümmung der Raumzeit sei. Ein Apfel fällt nicht einfach auf den Boden, sondern bewegt sich (nach dem Prinzip der maximalen Eigenzeit) auf einer Geodäte im gekrümmten Raum.

(Bin ich vom Thema abgekommen? Egal, dieses Thema ist auch interessant!)

Hallo Thomas,

das ist mir bekannt. Ich habe das Beispiel mit der Schwerkraft gewählt, weil diese jedem Zweiradfahrer aufgrund praktischer Erfahrung bekannt sein dürfte, ebenso wie leider auch die Trägheit der Masse.

Es gibt eben keine absolute Wahrheit. Newton soll ja auch zugegeben haben, dass er sich die Geschichte mit dem Apfel, der auf seinen Kopf gefallen sei, nur ausgedacht habe, damit andere Menschen seine Erkenntnisse durch ein allgemein verständliches Beispiel verstehen.

Irgendein Physiker (auch Einstein?) hat mal gesagt: "Wir diktieren der Natur ihre Gesetze." D.h. die Theorie der Schwerkraft wird als wahr angenommen, weil sich der Vorgang immer wiederholt. Diese Wahrheit gilt aber nur solange, bis irgendwann einmal ein Apfel aus eigener Kraft aufsteigt anstatt herunter zu fallen. Das könnte ewig nie der Fall sein oder auch nicht.

Da wären wir aber schnell bei den Fragen nach Urknall, Unendlichkeit, Zeit, Ewigkeit...und dem Fensterplatz im Himmel. ;)

Deshalb möchte ich hier nicht noch weiter abschweifen. Es ist jedoch nicht verkehrt zu wissen, dass motorisierte Zweiradfahrer bisweilen nicht nur eine (Renn-)Birne unter ihrem Bock haben, sondern auch eine auf ihren Schultern. :D

 

 

Zitat:

@Papstpower schrieb am 14. November 2018 um 20:34:16 Uhr:

Der Ölverbrauch kommt als Quittung, wenn nicht warm gefahren wurde. Da ist der verschleiß hoch. Ansonsten reicht der besonnene alltagsfahrer vollkommen aus.

Ich gehe im übrigen mit, dass der ölwechsel nach herstellervorgaben weit überzogen ist. Tests besagen Motorölen, dass selbst nach 80tkm alle notwenigen schmiereigenschaften erhalten bleiben. Zudem äussert sich niemand der Hersteller, wie lange seine zauberadditive im öl verbleiben...!

Also immer warm fahren, immer genug öl im motor... Dann hält es, wenn die basis stimmt...

Mit dem was heute technischer stand ist, mit dem heutigen ölen, hätte man in den 70/80er jahren feuchte augen im rennsport bekommen...!

Andererseits wird bei den Tests mit den großen "Laufleistungen" der Öle das nicht im realen Betrieb gemacht, sondern oft auf Prüfständen oder Rundstrecken.

Es gab schon um 1980 mal einen Bericht in der AMS wo ein Golf 50TKM ohne Ölwechsel gejagt wurde, um zu sehen, ob er die Grätsche macht. Natürlich ist nix passiert. Das Öl war schon seinerzeit so gut, daß es hinischtlich Schmierfähigkeit/Scherstabilität noch ok war.

Klar sind die Standard-Öle heute noch sehr viel besser, also Baumarktqualität heute mit API SF besser als seinerzeit das superteure CASTROL GTX ... wo's den Aufkleber kostenlos dazu gab, beim 5er Kanister... womit stolz gezeigt wurde, daß man seinen Manta liebt und nur das Beste gut genug ist.

...aber wenn ich z.B. heutzutage an meinem alten Roller alle ca. 1000 - 1500 km die Brühe (10W/40 vom Faß vom Buchhändler für €2,30/Ltr.) ablasse, dann ist die einfach nur schwarz. Wohl durch den leider häufig unvermeidbaren Kurzstrecken-/Stadtbetireb. Und ich hole ja damit den nichtschmierenden Dreck aus dem Motor und vermeide Ölschlamm.

Wobei ich das Literchen abgelassenes Öl bedenkenlos in einem alten Fiat-Transporter "recycle" - der braucht inzwischen mit 300TSD auf der Uhr auf 1000km inzwischen einen knappen Liter.... :-( Dem macht das nix - der kriegt auch keinen Ölwechsel ... weil immer genug frisches nachgekippt wird. :-)

Grüsse

Zitat:

Es gab schon um 1980 mal einen Bericht in der AMS wo ein Golf 50TKM ohne Ölwechsel gejagt wurde, um zu sehen, ob er die Grätsche macht.

Einen ähnlichen Versuch habe ich selbst mal unternommen, vor gut 20 Jahren. Damals waren es etwa 80 000 Km in nicht ganz 1,5 Jahren mit einem Omega A 2,0. Der Versuch verlief auch hier ohne Probleme. Es war weder ein erhöhter Ölverbrauch noch sonst irgendeine Auffälligkeit feststellbar. Wenn das Fahrzeug nicht rettungslos durchgerostet gewesen wäre, hätte ich den Versuch bis zum Ende fortgesetzt.

Aber jeder der sein Fahrzeug halbwegs liebt, wird wohl sowas unterlassen. Mir gehen beim kleinen Roller die 3000 Km Wechselintervall auch auf die Nüsse, aber trotzdem halte ich die ein.

Es geht sogar noch mehr. Irgendeine Zeitschrift hat versucht, wie lange man fahren kann ohne Ölwechsel, bis der Motor die Grätsche macht.

Testfahrzeug war dazumals ein Citroen zx. Bei 100.000km haben sie aufgegeben.

So toll soll das da drin aber wohl nicht ausgesehen haben. Ziemlich Kleisterig....

 

 

Bei solchen Laufleistungen soll das noch gehen. Ich erwarte aber von einem Motor, dass er mindestens 250tkm packt. Ob das dann noch geht?

Bei den neuen Rollern werden die Wartungsintervallen auch länger, so muss beim neuen Piaggio Medley nur noch alle 20.000km das Ventilspiel eingestellt werden und der Ölwechsel alle 10.000km oder 1x im Jahr.

Das kenne ich von älteren Roller noch ganz anders.

Gruß

Stephan

Zitat:

@niceguy42 schrieb am 16. November 2018 um 09:38:14 Uhr:

 

Andererseits wird bei den Tests mit den großen "Laufleistungen" der Öle das nicht im realen Betrieb gemacht, sondern oft auf Prüfständen oder Rundstrecken.

 

Grüsse

Ja, na eben doch... Die ganzen Beispiele kommen nahezu vollständig von privaten "Testern"...!

https://www.youtube.com/watch?v=3G1nmhSZvN0

Zitat:

@Medley125ABS schrieb am 16. November 2018 um 14:54:09 Uhr:

lwechsel alle 10.000km oder 1x im Jahr.

 

Gruß

Stephan

Genauso ein Schwachsinn... 1x im Jahr, egal welche Laufleistung... Soviel zu Resourcenschonung und Umwelt...

Hier wird von Ölwechsel geschrieben aber keiner zieht den Ölfilter mit ein. Die kleinen haben nun mal keinen nur ein Sieb was etwas großes zurück hält und das war's. Hätten sie ein Filter könnten sie das dreifache an Km damit fahren ohne den Motor zu schaden.

Naja, dreifach? Unser Kymco Yager GT hat einen Filter und trotzdem den Kymco-typischen 5000er-Interval. Suzuki ist mit 6000 Km auch nicht viel besser und liegt damit auf dem Niveau älterer Motorräder.

Und mit den Ventilen könnten die sich auch mal was überlegen. Seit den 1960ern gibt es Hydrostössel. Im Auto seit den 1980ern absoluter Standard, im Zweiradbereich immer noch exotisch und höchst selten.

Zitat:

Und mit den Ventilen könnten die sich auch mal was überlegen. Seit den 1960ern gibt es Hydrostössel. Im Auto seit den 1980ern absoluter Standard, im Zweiradbereich immer noch exotisch und höchst selten.

Willst du die Werkstätten arbeitslos machen, die Hersteller wären schön blöd wenn sie auf Hydrostössel setzen, dann kommt gar keiner mehr in die Werkstatt.

Ich würde die Anzahl der Ventileinstellungen in Werkstätten nicht überbewerten. Ich bin selbst "die Werkstätten" und habe einen gewissen Überblick. Insofern ist die Sorge vor einer möglichen Arbeitslosigkeit eher unbegründet.

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