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In welchen Größenordnungsbereichen korrigiert die Lambdasonde das Gemisch?

Themenstarteram 9. März 2015 um 0:02

Guten Abend,

ich habe neulich mal interessehalber die Lambdasonde abgesteckt, weil ich wissen wollte, ob sich der Kennfeldlauf irgendwie unterscheidet. Kein Unterschied feststellbar, Motor läuft wie immer, selbst die Abgaswerte scheinen zu passen, normalerweise sollte der sichere Motorlauf ja eher im leicht fetten Bereich ablaufen, das hätte man aber sofort wahrgenommen (starker Abgasgeruch). Nun stellt sich mir die Frage, in welcher Größenordnung eine Lambdasonde überhaupt für eine Gemischkorrektur sorgt. Leider habe ich damals in meiner Lehre verpasst, mal eine AU mit abgesteckter Sonde durchzuführen.

Beste Antwort im Thema

Wenn ich es noch richtig im Kopf habe, dann liegen die Grenzen der Lambdaadaption im Bereich um ca. 20 %. Darüber wird dann ein Fehler des Kraftstoffsystems erkannt. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass die Abweichungen ohne aktiver Regelung in dieser Größenordnung liegen können.

Wie hoch die tatsächliche Abweichung ist, hängt von vielen Faktoren ab, insbesondere der Toleranzen von Kraftstoffdruck, Durchflussmenge der Einspritzdüsen, Luftmassenerfassung durch HFM und/oder Saugrohrdruck, Genauigkeit der Modelle in der Steuergerätesoftware und natürlich der Güte der Applikation. Wie so oft: Pauschale Aussagen sind schwierig bis unmöglich.

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Lösch mal das SG! (Kennfeldadaption) Dann sollte sich das mehr bemerkbar machen. Die Adaptionswerte verringern den Einfluss einer defekten Sonde schon ganz gut.

MfG

Bei meinem Spielzeug war schon zweimal die Lambdasonde hin (und die Temperatursonde - fehlt nur noch die Monitorsonde ...). Hat sich auch auf mehrere tausend km nicht merkbar ausgewirkt. Weder im Verbrauch noch in Gasanname oder Leistung. So ganz verstanden habe ich das nicht - ist die Kennfeldadaption so lange "sicher"?

Markus

Die Frage AN SICH macht so keinen Sinn.

 

Die Lambdasonde korrigiert GAR NICHTS, sie meldet dem Steuergerät nur den aktuellen Wert, und das Steuergerät stellt dementsprechend das Gemisch fetter oder magerer ein.

Was das Steuergerät OHNE Lambdasonde macht, bzw. machen würde, kann man nicht pauschalisieren.

Es geht i.d.R. in den Notlaufbetrieb über, dieser ist dazu gedacht, noch einigermaßen ohne weitere Schäden nach hause fahren zu können. Dabei wird anhand von Erfahrungswerten des Motorenherstellers und Messwerten anderer Sensoren eine Spritmenge zugeführt, die einigermaßen gut läuft. (i.d.R. etwas zu fett)

DoMi

Moin

Ungefähr das beschrieb bbbbbbbbbbbb doch.

Die Lambdasonde sorgt doch nur für die Feinabstimmung. Ist zwar ewig her, aber als Einspritzer noch ohne Lambda liefen, funktionierten sie top. Für die gab es dann eine Nnachrüstlösung mit Kat und Lambdasonde. Das Fahrverhalten änderte sich dabei nie, eher wurde etwas Leistung geklaut, nur die Abgaswerte wurden besser.

Ist das vieleicht der Grund das man auch bei modernen PKW keinen großen Unterschied feststellt?

Moin

Björn

Themenstarteram 9. März 2015 um 13:22

Zitat:

@DomiAleman schrieb am 9. März 2015 um 11:25:53 Uhr:

Die Lambdasonde korrigiert GAR NICHTS, sie meldet dem Steuergerät nur den aktuellen Wert, und das Steuergerät stellt dementsprechend das Gemisch fetter oder magerer ein.

Ich habe schon bemerkt, dass meine Ausdrucksweise nicht vollständig lupenrein war und evtl. als Futtermittel für Korintkenkacker dienen könnte, hatte aber gehofft, dass es keiner merkt - ging wohl in die Hose. ;) Logisch: Die Sonde korrigiert nicht, sondern gibt dem Steuergerät ein Spannungssignal weiter, welches je nach Gemischzusammensetzung schwankt. Meiner Erinnerung nach: Bei fettem Gemisch mit steigender Spannung. Das Steuergerät und nicht die Lambdasonde korrigiert dann letztendlich das Gemisch. Ich hätte also schreiben sollen: "Ich welchen Größenordnungsbereichen veranlasst die Lambdasonde eine Gemischkorrektur", aber deswegen macht die ganze Frage doch nicht "keinen Sinn", wie Du anmerktest. :o

Mich würde halt nur interessieren, in welchen Bereichen dies geschieht. Hat nicht irgendjemand mal die Sonde abgesteckt und dabei den Lambdawert beobachtet, z.B. bei der AU?

die sonde (das steuergerät) regelt ständig. einfach mal die spannung im leerlauf messen. da kann man die regelschwinger sehen.

Themenstarteram 9. März 2015 um 14:25

Zitat:

@slv rider schrieb am 9. März 2015 um 14:22:29 Uhr:

die sonde (das steuergerät) regelt ständig. einfach mal die spannung im leerlauf messen. da kann man die regelschwinger sehen.

Ich weiß, aber wie stark? Wie erwähnt, es ist selbst bei penibler Beobachtung kein Unterschied feststellbar zwischen Sonde angesteckt / Sonde abgesteckt. Die Sonde funktioniert übrigens noch vollständig, ist kaum genutzt. Das Fahrzeug hat auch keine Nachkatsonde, so dass diese Möglichkeit auch wegfällt.

dann gib doch mal bei angesteckter sonde kontrolliert falschluft und hold die einspritzimpulse aufs scope. vielleicht sieht man da wie weit die sich verlängern.

oder gleich ein passenden diagnosetester zum fahrzeug um die daten direkt zu betrachten.

die sonde kann nur in einem bestimmten spannungbereich wechseln, die frage wär wie weit das MSG nachregeln kann/will.

Beim meinem Mk.I war das Hosenrohr defekt. (kleiner Riss mit riesen Auswirkung!)

Der Wagen hat statt 8-9 ltr. plötzlich 13-16 ltr. gesoffen. Nur, weil der Lambdawert nicht stimmte. Die Sonde kann das SG also recht weit aus dem Tritt bringen. Denke, wenn du die Sonde absteckst, wird das erkannt und eben mit Adaptionswerten aus dem SG gearbeitet. Solange die Sonde kein logisches Signal gibt, wird auch das Kennfeld auch nicht überschrieben. (Würde ja keinen Sinn machen!)

MfG

Themenstarteram 9. März 2015 um 15:21

Zitat:

@Johnes schrieb am 9. März 2015 um 15:10:57 Uhr:

Beim meinem Mk.I war das Hosenrohr defekt. (kleiner Riss mit riesen Auswirkung!)

Der Wagen hat statt 8-9 ltr. plötzlich 13-16 ltr. gesoffen. Nur, weil der Lambdawert nicht stimmte.

Das ist klar und auch eine andere Wirkweise. Falschluft im Auspuff = Sonde registriert viel Sauerstoff = Steuergerät fettet übermäßig an. Dürfte bei einer bloßen abgesteckten Lambdasonde nicht auftreten.

Wenn ich es noch richtig im Kopf habe, dann liegen die Grenzen der Lambdaadaption im Bereich um ca. 20 %. Darüber wird dann ein Fehler des Kraftstoffsystems erkannt. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass die Abweichungen ohne aktiver Regelung in dieser Größenordnung liegen können.

Wie hoch die tatsächliche Abweichung ist, hängt von vielen Faktoren ab, insbesondere der Toleranzen von Kraftstoffdruck, Durchflussmenge der Einspritzdüsen, Luftmassenerfassung durch HFM und/oder Saugrohrdruck, Genauigkeit der Modelle in der Steuergerätesoftware und natürlich der Güte der Applikation. Wie so oft: Pauschale Aussagen sind schwierig bis unmöglich.

Zitat:

@bbbbbbbbbbbb schrieb am 9. März 2015 um 13:22:46 Uhr:

.....Das Steuergerät und nicht die Lambdasonde korrigiert dann letztendlich das Gemisch. ..... aber deswegen macht die ganze Frage doch nicht "keinen Sinn", ...

Moin..

Doch, die Frage ergibt nach wie vor keinen Sinn weil:

1. kann jeder Steuergerätehersteller den Regelbereich oben und unten begrenzen wie es ihm sinnvoll erscheint.

2. solltest du die Frage präzisieren.

Deine Frage ist ähnlich schwammig wie:

In welchem Größenordnungsbereich korrigiert der Tempomat die Geschwindigkeit?

Was soll man darauf Antworten? Eine Antwort wie "+/- 20%" wäre irgendwie sinnfrei..

(+/-20% VON WAS BITTE?)

Der Tempomat hält die Geschwindigkeit KONSTANT, und zwar mit 100% der ihm zur Verfügung stehenden Motorleistung..bei neueren Systemen auch mit Verzögerung durch das Bremssystem.

Ebenso wird das Steuergerät bei sinkendem Lambdawert mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln versuchen, das Gemisch wieder anzufetten. Das Ende der Fahnenstange (analog zum Ender der Motorleistung beim Tempomaten) ist dann erreicht, wenn die Einspritzventile zu 100% offen sind (sofern nicht das Kennfeld vorher endet). Mehr geht dann nicht.

Ab wieviel % Abweichung vom erwarteten Wert dann ein Fehler diagnostiziert wird, ist eine ganz andere Frage und auch diese lässt sich nicht pauschal beantworten, da sie rein vom Gutdünken des Steuergeräteprogrammierers abhängt.

DoMi

Themenstarteram 12. März 2015 um 20:34

Zitat:

@DomiAleman schrieb am 12. März 2015 um 20:25:36 Uhr:

Ebenso wird das Steuergerät bei sinkendem Lambdawert mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln versuchen, das Gemisch wieder anzufetten. Das Ende der Fahnenstange (analog zum Ender der Motorleistung beim Tempomaten) ist dann erreicht, wenn die Einspritzventile zu 100% offen sind (sofern nicht das Kennfeld vorher endet). Mehr geht dann nicht.

Logisch, war aber nicht die Frage. Die Frage war nämlich, was in welchen Größenordnungen passiert, wenn der Lambdawert aufgrund einer abgesteckten Sonde fehlt. ;)

Um welches Fahrzeug/Steuergerät geht es denn genau?

Das hängt nämlich sehr entscheidend von der Vorsteuerung ab, also der Güte der Bedatung der Gemischzusammensetzung ohne Lambdaregelung. Je sorgfältiger und präziser dort gearbeitet wurde, desto weniger fällt eine nicht aktive Sonde auf, bzw. desto weniger muss der Lambdaregler bei aktiver Sonde eingreifen - bei einem neuen Motor, also ohne Verschleiß, Undichtigkeiten usw.

Wie viel Prozent im Lambdaregler zur Gemischkorrektur zugelassen werden, hängt ebenfalls vom Fahrzeug usw ab. Ich arbeite in diesem Bereich und wir fahren Faktoren von 0.75 bis 1.25 und bei Erreichen dieser Grenzen gibt es dann Fehler.

Was du aber auch nicht vergessen darfst ist, dass es ja auch einige Diagnosen gibt, die die Sonde benötigen. Dort werden im normalen Fahrbetrieb gezielt für sehr kurze Zeiten Mager-Fett- und Fett-/Mager-Sprünge gefahren, um Katalysator, Sonden etc. zu diagnostizieren.

Ergänzung:

Um welchen Drehzahl-/Lastbereich geht es? Bzw. wo hast du es verglichen? Die Vorsteuerung ist nicht immer in allen Bereichen gleich gut. Volllast fahren ohne Sonde würde ich zum Beispiel eher nicht empfehlen, da dir dann bei nicht idealer Vorsteuerung das zusätzliche Anfetten fehlt und du ein Temperaturproblem bekommen kannst. Aus diesem Grund gehen die Motoren normalerweise aber auch in den Notlauf, wenn etwas mit der Sonde nicht i.O. ist.

Gruß

Lukas

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