Immer mehr Täuschungsversuche bei Führerscheinprüfungen

Hallo alle zuasmmen!

Ich hab' neulich einen Bericht gelesen, da ging's um die Zahl der Täuschungsversuche bei den Führerscheinprüfungen. Die hat 2024 einen neuen Höchststand erreicht, über 4.000 Fälle, vor allem bei der Theorieprüfung. Es geht nicht mehr nur um simples Abschreiben, sondern manchmal um organisierte Netzwerke mit Hightech-Hilfsmitteln wie Mini-Kameras, Funkgeräten oder sogar Doppelgängern. Hat mich ehrlich gesagt ganz schön überrascht.

Mich interessiert: Habt ihr von solchen Fällen schon mal gehört oder vielleicht selbst etwas in der Art mitbekommen? Wie sollte man damit umgehen, wenn jemand beim Betrugsversuch erwischt wird, was meint ihr? Und fühlt ihr euch durch solche Zahlen im Straßenverkehr unsicherer?

Freu mich auf den Austausch!

196 Antworten
Zitat:
@MZ-ES-Freak schrieb am 22. August 2025 um 12:58:57 Uhr:
Jetzt muss man das erstmal einordnen, was hier manche schreiben.
Es ist weder eine Straftat, noch eine Ordnungswidrigkeit.
Die Polizei hat also auch damit nichts zu tun.

Da man bei den Prüfungen einen Ausweis vorlegen muss ist die "Doppelgänger-Methode" durchaus eine ausgewachsene Straftat:

§ 281 StGB Mißbrauch von Ausweispapieren
(1) Wer ein Ausweispapier, das für einen anderen ausgestellt ist, zur Täuschung im Rechtsverkehr gebraucht, oder wer zur Täuschung im Rechtsverkehr einem anderen ein Ausweispapier überläßt, das nicht für diesen ausgestellt ist, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft. Der Versuch ist strafbar.

Aber auch in anderen Fällen könnte man über mittelbare Falschbeurkundung nachdenken. Letztlich beurkundet die Fahrerlaubnis ja, dass man seine Befähigung nachgewiesen hat. Aber ich weiß nicht, ob das in der Praxis auch gemacht wird. @nogel: da kam doch letztens ein neues F-Rundschreiben zu dem Thema?

"In den letzten 20 Jahren haben sich die Täuschungsversuche versechsfacht."

Woher hat man diese Zahlen? Können doch nur die Versuche sein, bei denen der "Täter" erwischt wurde. Die Dunkelziffer war früher eventuell auch hoch oder nicht bei jedem Versuch wurde scharf geschossen.

Zitat:@PeterBH schrieb am 22. August 2025 um 13:31:40 Uhr:

"In den letzten 20 Jahren haben sich die Täuschungsversuche versechsfacht."Woher hat man diese Zahlen? Können doch nur die Versuche sein, bei denen der "Täter" erwischt wurde. Die Dunkelziffer war früher eventuell auch hoch oder nicht bei jedem Versuch wurde scharf geschossen.

Na woher soll man wohl die Zahlen haben?

Von den technischen Prüfstellen. TÜV/DEKRA. Andere machen es ja nicht.

Wer es in der Theorieprüfung nötig hat zu schummeln, ist doch ein armes Würstchen. Früher (TM) wäre es eine Schande gewesen, in der Theorie durchzufliegen. Ist schließlich eine reine Fleißarbeit. In meinem Alter (JG 71) kenne ich auch niemanden, der in der Theorie durchgefallen wäre, die Prüfung war eine reine Formsache.

In der Praxis hingegen konnte man schnell mal durchfallen, da kenne ich einige. Mich nicht eingeschlossen, ich habe insgesamt 4x die Fahrschulbank gedrückt (mit 16 5, mit 18 3, bei der BW 2, anschließend noch 1) und habe sämtliche Prüfungen beim ersten Mal bestanden. Würde ich auch heute noch, wenn man die hin und wieder erschenenden "würden Sie die Theorie heute noch bestehen?" auf diversen Webseiten als Maßstab nimmt.

Und @berlin-paul

Nein, die möglichen Folgen dürfen kein Maßstab für die Sanktionen sein. Je mehr der Führerschein gebraucht wird, desto sorgsamer sollte man damit umgehen. Das gilt genauso auch im späteren Leben für das Erreichen der Punktegrenze, Alkohol am Steuer etc.

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@MZ-ES-Freak : Trotzdem muss "versechsfacht" nicht richtig sein, vielleicht sind früher nur viel weniger aufgeflogen, vielleicht sind die Prüfer heute sensibilisiert. Meinem Prüfer damals ist z.B. nicht einmal aufgefallen, dass ich noch keine 18 war und er händigte mir den Schein aus (war ihn leider einige Tage später wieder los, als der Fehler auffiel).

Zitat:
@PeterBH schrieb am 22. August 2025 um 13:46:54 Uhr:
[..], vielleicht sind früher nur viel weniger aufgeflogen, vielleicht sind die Prüfer heute sensibilisiert.

Wenn man liest, wie betrogen wird, gab es früher die Möglichkeiten einfach nicht. Smartphone und Knopf im Ohr gab es schlichtweg nicht. Meine Theorieprüfungen fanden in den Räumen der Fahrschule in Anwesenheit des Fahrlehrers statt (der Prüfer kam in die Fahrschule), da wäre auch das Schicken eines Doppelgängers schnell bemerkt worden. Prüfung absolviert wurde wie in der Schule: an Tischreihen mit zwei freien Plätzen zwischen den Teilnehmern, mit Stift und Papier und durch die Reihen patroullierrendem Prüfer. Da wäre auch ein Spickzettel, der zudem sehr umfangreich hätte sein müssen, schnell aufgeflogen.

Zitat:@Holger-TDI schrieb am 22. August 2025 um 11:04:25 Uhr:
Geschummelt wurde schon immer. Nur Tricks werden immer.
Absolut! Die werden immer und vor Allem immer!
Zitat:
@Hannes1971 schrieb am 22. August 2025 um 13:38:14 Uhr:
.... Und @berlin-paul
Nein, die möglichen Folgen dürfen kein Maßstab für die Sanktionen sein. Je mehr der Führerschein gebraucht wird, desto sorgsamer sollte man damit umgehen. Das gilt genauso auch im späteren Leben für das Erreichen der Punktegrenze, Alkohol am Steuer etc.

Moralinsaures law & order klingt erstmal toll. Aber wer meckert wenn die Betroffenen in die soziale Hängematte gestoßen werden und dort jahrelang nicht wieder rauskommen? Uhps ... also von mir aus bekommen die 3 Monate Intensivurlaub auf Teneriffa mit Fahrschulunterrichtsblöcken. Den Rückflug gäb es dann nur mit bestandenem FS. 🙂

Zitat:
@berlin-paul schrieb am 22. August 2025 um 12:26:58 Uhr:
Mit der Bestrafung eines Betrugsversuches sollte man vorsichtig sein. So eine Sperre kann die Ausbildung oder den Job verhindern. Das ist irgendwie unangemessen.

Du meinst, ohne die enstprechende Eignung/Befähigung nachgewiesen zu haben, den job zu machen, ist unangemessen?

Nein, ich will niemanden ohne erfolgreich bestande Prüfungen in/an gefährlichen Maschinen sehen. Gewerbliche wie Gefahrgut, Taxi, Buss, ... sehen.

Menschen die z.B. und LSR leiden, können auch mündliche Prüfungen beantragen.Wer es in der praktischen einfach nicht auf die Reihe bekommt an einem Stoppschild zu halten, Rechts-vor-Links zu erkennen, in die richtige "Die nächstmägliche links" zu fahren sollten keinen FS bekommen und wenn sie es mit solchen Wegen versuchen, eben für Zeit x sanktioniert werden. Zusammen mit dem der Beihilfe leistet.

Das ist auch nicht zu diskutieren, das ist ein Standpunkt. Disskussionswürdig ist allein Art und Maß der Sanktionierung.

Bei uns auf dem Land wurde da ja noch anders geschummelt. Erste Frage des Fahrlehrers in der ersten Stunde war, wer denn schon Auto gefahren sei. Da gingen fast alle Hände hoch. Gute Vorbereitung aus heutiger Sicht ;-)

@berlin-paul

Also (übertrieben gesagt) Freibrief für alle, die "zu wichtig" sind um ihren Führerschein zu verlieren? Das ist ja genau die Argumentation, die die termingetriebenen Außendienstler immer bringen. So viele AB-Kilometer kann man ja gar nicht ohne Punkte absolvieren.

Doch. Kann man. Habe ich 7 Jahre lang 70.000 - 90.000 km / a geschafft.

Außerdem ist der fehlende Führerschein auch für den Azubi kein Grund, sich in die soziale Hängematte zu legen. Hat er ja die ersten 2 bis 3 Jahre seiner Ausbildung auch ohne Führerschein hinbekommen. Dann ist er halt ein paar Monate / Jahre länger etwas eingeschränkt in der freien Wahl des Arbeitsplatzes und / oder muss halt Bus / Bahn / Fahrrad fahren. Wird er hinkriegen.

Zitat:
@Scimitar83 schrieb am 22. August 2025 um 14:51:21 Uhr:
Erste Frage des Fahrlehrers in der ersten Stunde war, wer denn schon Auto gefahren sei. Da gingen fast alle Hände hoch. Gute Vorbereitung aus heutiger Sicht ;-)

Ich hatte schon reichlich Traktor-Erfahrung. Ab 12 auf dem Acker, ab 16 auch auf der Straße. Da war der Einstieg in die PKW-Praxis nicht mehr schwierig.

Was wäre denn daran falsch, die, die zu doof für die eigenständige Leistung sind, auf Teneriffa zur entspannten Ferienfahrschule mit einem regulären FS-Erwerb zu "zwingen"? Kostet am Ende weniger und geht schneller als Bestrafung bis zum letzten Tropfen Neidschweiß.

Zitat:
@berlin-paul schrieb am 22. August 2025 um 15:02:39 Uhr:
Was wäre denn daran falsch, die, die zu doof für die eigenständige Leistung sind, auf Teneriffa zur entspannten Ferienfahrschule mit einem regulären FS-Erwerb zu "zwingen"? Kostet am Ende weniger und geht schneller als Bestrafung bis zum letzten Tropfen Neidschweiß.

Wenn sie das auf eigene Kosten machen wollen, gerne. Der Führerscheinbesitz ist kein Menschenrecht, das ist Privatvergnügen.

Und wo soll der Neidschweiß herkommen? Wer ist da auf wen neidisch? Oder nur mal sinnlos eine Phrase in den Raum geworfen, mangels echter Argumente?

Damit bestraft man aber dann die, die zu blöd sind sich erwischen zu lassen.

Deswegen den bedingungslosen Grundführerschein für alle! 😜

Und natürlich Abschaffung des Mehrfachtäter-Punktesystems. Was man da an Aufwand sparen würde, weil ja die Mehrzahl der Anfechtungen wegfallen würden...

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