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Hatte schon mal jemand einen Kfz-Haftpflichtfall, bei dem ein Garagentor beschädigt wurde?

Themenstarteram 13. August 2018 um 20:29

Eine Miteigentümerin der Wohnanlage hat mir ihrem Auto das Tor der Tiefgarage beschädigt, was bei dem 40 Jahre alten Tor einem Totalschaden gleichkam. Die Versicherung hat also den Zeitwert übernommen, das waren ca. insgesamt 400 €. Jetzt hab ich aber gehört, dass die Versicherung ebenfalls die Demontage + Entsorgung des alten Tores + Montage des neuen Tores übernehmen muss – weiß jemand gesichert, ob das wirklich so ist? Hat jemand evtl. ein Urteil dazu? Ich hab im www leider nichts gefunden …

Beste Antwort im Thema

Hallo,

Lasst Euch bloß nicht von der Versicherung derart über den Tisch ziehen!

Ich hatte vor einigen Jahren einen vergleichbaren Fall. Eine junge Frau war in mein Garagentor gefahren und hatte Unfallflucht begangen, konnte aber dank aufmerksamer Nachbarn nach drei Tagen ermittelt werden.

Auch hier kam die Versicherung natürlich mit ihrer lächerlichen Zeitwert-Geschichte.

Das Besondere war zudem, dass es sich um eine Doppelgarage mit zwei identischen Toren handelte. Da die Herstellerfirma der Tore nicht mehr existierte, konnte das beschädigte Tor nicht durch ein identisches ersetzt werden.

Da der Schädiger per Gesetz verpflichtet ist, den vorherigen Zustand wiederherzustellen, blieb als günstigste Möglichkeit der Austausch beider Tore.

Die Versicherung stellte sich weiter quer und wollte maximal den Zeitwert eines Tores als Schadensersatz leisten.

Das Gericht hielt sich allerdings ans Gesetz und verurteilte sie zur Zahlung der Gesamtkosten für den Ersatz beider Tore, selbstverständlich incl. Montage- und Entsorgungskosten.

In Eurem Fall darf die Versicherung nur eins abziehen: den Eigenschaden der Verursacherin gemäß ihres Miteigentumsanteils. Den muss sie der Gemeinschaft aus eigener Tasche ersetzen.

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Zitat:

@Moers75 schrieb am 14. August 2018 um 13:21:07 Uhr:

Warum merkwürdig? Haften muss der der einen Schaden verursacht und kein anderer der Halter und der Haftpflichtversicherer. Leistet eine Versicherung an seiner Stelle verfällt damit nicht die Haftungspflicht des Schädigers. Er bleibt somit auch klar für den Rest haftbar falls die Versicherung nur teilweise zahlt.

Du hast ja (fast) völlig Recht.

Mit merkwürdig meinte ich, dass man zwar den Schädiger direkt in die volle Haftung nehmen will, aber sich dies bei der Versicherung nicht traut und diese verschont.

 

Zitat:

@rrwraith schrieb am 14. August 2018 um 13:49:33 Uhr:

Du hast ja (fast) völlig Recht.

Deine Korrektur ist aber auch nicht richtig. ;)

Erstmal haftet nach BGB der der einen Schaden verursacht. Nicht der Halter oder keine Versicherung. Soweit bei Verschuldenshaftung die hier in diesem Fall anzuwenden ist.

Der Halter bzw. dessen Haftpflicht ist erst "dran" wenn es um Gefährdungshaftung geht. Bei Angestellten die als Erfüllungsgehilfe tätig sind und einen Schaden verursachen ist u.U. die Firma schadenersatzpflichtig, nicht der Mitarbeiter. Da gibt es noch ein paar mehr Fälle. Erster Ansprechpartner ist aber rechtlich der Schädiger. Auch wenn man im KFZ-Bereich durch die Gefährdungshaftung rechtlich den wahlweisen Direktanspruch an die KFZ-Haftpflicht geschaffen hat.

Ganz blöd finde ich es aber nicht den Schädiger in die Haftung zu nehmen. Der darf ruhig mitbekommen wie scheisse seine Versicherung reguliert. Müssten mehr Geschädigte konsequent machen.

Zitat:

@birscherl schrieb am 14. August 2018 um 12:35:12 Uhr:

Die Versicherung sagt "Der Zustand vor dem Schaden war "40 Jahre altes Tor", das seine Lebensdauer hinter sich hat und somit in Kürze auf unsere Kosten zu erneuern gewesen wäre".

Was die Versicherung sagt, spielt keine Rolle. Sie muss es beweisen.

Kann sie das, ist der Abzug gerechtfertigt.

Kann sie es nicht, dann nicht.

Als Beweis gelten keine rein theoretischen Berechnungen.

Zitat:

@rrwraith schrieb am 13. August 2018 um 22:43:34 Uhr:

Hallo,

Lasst Euch bloß nicht von der Versicherung derart über den Tisch ziehen!

Ich hatte vor einigen Jahren einen vergleichbaren Fall. Eine junge Frau war in mein Garagentor gefahren und hatte Unfallflucht begangen, konnte aber dank aufmerksamer Nachbarn nach drei Tagen ermittelt werden.

Auch hier kam die Versicherung natürlich mit ihrer lächerlichen Zeitwert-Geschichte.

Das Besondere war zudem, dass es sich um eine Doppelgarage mit zwei identischen Toren handelte. Da die Herstellerfirma der Tore nicht mehr existierte, konnte das beschädigte Tor nicht durch ein identisches ersetzt werden.

Da der Schädiger per Gesetz verpflichtet ist, den vorherigen Zustand wiederherzustellen, blieb als günstigste Möglichkeit der Austausch beider Tore.

Die Versicherung stellte sich weiter quer und wollte maximal den Zeitwert eines Tores als Schadensersatz leisten.

Das Gericht hielt sich allerdings ans Gesetz und verurteilte sie zur Zahlung der Gesamtkosten für den Ersatz beider Tore, selbstverständlich incl. Montage- und Entsorgungskosten.

In Eurem Fall darf die Versicherung nur eins abziehen: den Eigenschaden der Verursacherin gemäß ihres Miteigentumsanteils. Den muss sie der Gemeinschaft aus eigener Tasche ersetzen.

perfekt, genauso ist es

Zitat:

@rrwraith schrieb am 14. August 2018 um 13:49:33 Uhr:

 

Mit merkwürdig meinte ich, dass man zwar den Schädiger direkt in die volle Haftung nehmen will, aber sich dies bei der Versicherung nicht traut und diese verschont.

Ist der Schädiger halbwegs auf Zack leitet er die gegen ihn gerichtete Restforderung postwendend an seine Versicherung weiter und die führt für ihn den Prozess (oder reguliert doch noch)...

Insofern leuchtet mir diese Taktik nicht ein, da kann man gleich der Versicherung mit Klage drohen. Weil es ja eh darauf hinausläuft.

Zitat:

@hk_do schrieb am 14. August 2018 um 20:12:10 Uhr:

Ist der Schädiger halbwegs auf Zack leitet er die gegen ihn gerichtete Restforderung postwendend an seine Versicherung weiter und die führt für ihn den Prozess. Insofern leuchtet mir diese Taktik nicht ein, da kann man gleich der Versicherung mit Klage drohen. Weil es ja eh darauf hinausläuft.

Ein Irrtum, dem viele unterliegen.

Ist die Versicherung nicht mitbeklagt, hat sie im Prozess nichts zu suchen.

Sie darf den Prozess nicht für den Beklagten führen, denn sie gehört nach § 79 ZPO nicht zum Kreis der Vertretungsbefugten.

Ein Schädiger, der sich darauf verlässt, hat den Prozess bereits verloren.

Die Versicherung darf nicht am Prozess teilnehmen, muss aber hinterher doch zahlen?

Das kommt mir seltsam vor.

Nein. Man muss die HP nicht mitverklagen. Zahlen muss die das Urteil trotzdem, wenn der Versicherte verliert.

In den AKB einer großen Versicherung steht zu dem Thema:

Sie müssen uns die Führung des Rechtsstreits überlassen. Wir sind

berechtigt, auch in Ihrem Namen einen Rechtsanwalt zu beauftragen. Sie

müssen ihm Vollmacht sowie alle erforderlichen Auskünfte erteilen und

angeforderte Unterlagen zur Verfügung stellen.

Damit wird die Versicherung doch zumindestens faktisch den Prozess führen?!

Die HP kann den verklagten VN auch anweisen, den Prozess selbst zu führen. Die Kosten müsste sie tragen. Sie kann als nicht verklagte Versicherng nicht Partei sein. Die HP könnte aber aus eigenem Antrieb dem Rechtsstreit auf Beklagtenseite beitreten.

Zitat:

@berlin-paul schrieb am 15. August 2018 um 20:31:19 Uhr:

Die HP kann den verklagten VN auch anweisen, den Prozess selbst zu führen.

Kann sie das wirklich? Aufgabe einer Haftpflichtversicherung ist doch auch die Abwehr unberechtigter Ansprüche gemäß AKB. Da wäre es doch Vertragsverletzung den VN nicht zu unterstützen und den den Prozess selber führen zu lassen? :confused:

Nee, die dürfen Weisungen erteilen und müsen ledigliche die Kosten tragen.

Themenstarteram 16. August 2018 um 11:05

Interessante Diskussion, aber können wir nochmal zurück zum eigentlichen Fall kommen? Mir fehlen immer noch Belege, aus denen hervorgeht, dass die Versicherung ein neues Tor nebst Montage übernehmen muss, wie das hier behauptet wird. Die reinen Paragraphen reichen nicht, weil die ja genau das Gegenteil besagen — der „ursprüngliche Zustand“ ist ja ein 40 Jahre altes Tor, das aufgrund seiner Lebensdauer in Kürze erneuert werden müsste und ein neues Tor eine Besserstellung bedeutet.

Wenn also jemand wirklich belastbare Aussagen, Quellen, Urteile etc. nennen kann, wäre ich sehr dankbar.

Was steigst Du denn auf diese idiotische Argumentation der Versicherung ein. Wieso hätte das Tor ohne Unfallschaden ausgetauscht werden müssen? Sowas hält üblicherweise so lange wie das Gebäude. Da sind 100 Jahre und mehr keine Seltenheit.

Zitat:

@birscherl schrieb am 16. August 2018 um 11:05:29 Uhr:

.... der „ursprüngliche Zustand“ ist ja ein 40 Jahre altes Tor, das aufgrund seiner Lebensdauer in Kürze erneuert werden müsste und ein neues Tor eine Besserstellung bedeutet.

Wenn also jemand wirklich belastbare Aussagen, Quellen, Urteile etc. nennen kann, wäre ich sehr dankbar.

"der „ursprüngliche Zustand“ ist ja ein 40 Jahre altes Tor"

Der Zustand vor dem Ereigniss ist ein voll funktionsfähiges Tor.

"[i]das aufgrund seiner Lebensdauer in Kürze erneuert werden müsste"

Garagentor können wenn sie hochwertig sind durchaus mehr als doppelt so alt werden. Mein hat die 50 Jahre überschritten und am Tor selber sind noch keine wirklichen Verschleißgründe die für einen baldigen Austausch sprechen würden.

"ein neues Tor eine Besserstellung bedeutet."

würde durch ein neues Gearagentor der Wert der gesamten Immobile so steigen, das ein potentieller Käufer bereit wäre für die gesamte Immobile mehr zu zahlen?

Es ist der Zustand wieder herzustellen, der bestehen würde wenn der zum Ersatz verpflichtende Umstand nicht eingetreten wäre. Dieser Zustand ist ein einwandfrei funktionierendes Garagentor. Für Garagentore gibt es in der jeweiligen speziellen Größe keinen Gebrauchtmarkt.

 

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