Großer Preis von Belgien / Spa-Francorchamps 15

Moin Jungs,

die Sommerpause ist vorbei, es geht wieder los! Infos zur Strecke erspare ich mir, jeder Motorsportfan kennt SPA.

Info am Rande: Relativ überraschend hat FER mit Kimi verlängert, er fährt auch nächtes Jahr für die Scuderia.

Viel Spaß

Ghost

Beste Antwort im Thema

Die Diskussion an dieser Stelle kann eigentlich nicht sinnvoll geführt werden, weil wir alle keine Ahnung haben, wo die wahren Gründe für die Platzer liegen. Wir wissen noch nicht mal, was Bernie dem guten Paul ins Lastenheft geschrieben hat, nur um die F1 in diesem Bereich ein bisschen spannender zu gestalten.

Hier hat doch nicht allen Ernstes auch nur ein einziger Mensch das Gefühl, Pirelli könne keinen Gummi bauen, mit dem man 80 Runden in Spa fahren könnte. Auf gutem Niveau.

Ich finde es immer erschreckend, dass in vollem Ernst und mit dem Brustton der tiefsten Überzeugung erzählt wird, was doch solche Weltunternehmen für Nasenbohrer sind.

Wir alle wissen, dass den Gummis eine entscheidende Bedeutung in der taktischen Ausrichtung eines Rennens zukommt. Zukommen muss, nichtzuletzt auf Wunsch der FIA. Deswegen müssen sie abbauen, deswegen müssen sie sich auflösen. Nur in einem Punkt gebe ich den Pirelli-Kritikern recht: Der Reifen darf nicht platzen. Nur würde er das auch nicht, wenn man in Spa nach den 135 Rahmenrennen nicht einige Dutzend Kilogramm Schmutz, Metall-, Alu- und/oder Stahlpartikel, Kohlefaserteile, Holzsplitter etc. pp. rumliegen lassen würde. Kein Reifen der Welt hält einem Eindringen eines entsprechenden Gegenstandes stand. Es sein denn, es ist ein Runflatreifen. Runflatreifen sind jedoch wieder ein ganz anderes Thema 😎.

Wenn ich mir dann noch anschaue, wie die Jungs die Strecke 3, 4mal pro Runde einfach verlassen und durchs Grüne fahren, dann ist das sicherlich auch nicht der Sicherheit letzter Schluss. Denn jedesmal, wenn man einen Kurb nach aussen hin komplett überfährt und dann wieder auf die Strecke zurückkehrt (vom Rasen direkt auf den erhöhten Asphaltbereich bspw.), sind massive Einwirkungen aller Art auf den Reifen zu erwarten. Und zwar weit über den "Schulterbereich" des Reifens hinaus, also im Extremfall volle Einwirkung auf die Seitenwände.

Das einzige, was ich persönlich Pirelli vorwerfe ist, dass sie überhaupt die F1 ausrüsten, nur damit sie dann an jedem Stammtisch hören müssen, dass sie unglaublich ahnungslose Pfeifen sind und die F1 doch endlich schauen soll, dass sie einen kompetenten Reifenpartner bekommt. In meinen Augen sitzen die Ahnungslosen bei Pirelli in der Strategieabteilung "Geschäftsfelder" des Marketings.

Salut
Alfan

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Zitat:

@AMenge schrieb am 30. August 2015 um 17:55:32 Uhr:


Nochmal, damit es vielleicht irgendwann der Letzte begreift: Reifenschäden hat es im Motorsport schon immer gegeben. Die Forderung, einen Reifen zu bauen, der nicht auseinander fliegen kann, ist unrealistisch!

Und auch nochmal:

Es ist ausgeschlossen zweimal am Wochenende den gleichen Hochgeschwindigkeitsschaden als normal und kann vorkommen abzuhaken.

Beide Reifen hatten bei weitem nicht die vom Hersteller zugesicherte Laufleistung erreicht.

Diese Reifen werden genau für die Belastungen der Rennstrecke gebaut. Da kann keiner sagen die würden jetzt mehr belastet als der Hersteller erwartet hat.

Wenn die sagen der hält 40 Runden dann hat er das auch zu tun.

Ein Schaden kann dann doch mal vorkommen. Aber nicht zwei.

Und wenn einer dessen Job es ist diese Reifen am physikalischen Limmit zu bewegen sagt sie seien nicht gut sollte man doch darauf hören.

Moorteufelchen

Einer der beiden Schäden war auf eine externe Beschädigung zurück zu führen.

Zitat:

@AMenge schrieb am 30. August 2015 um 18:23:01 Uhr:


Einer der beiden Schäden war auf eine externe Beschädigung zurück zu führen.

Na doch wohl beide. Auch wenn nicht beweisbar.

Trotzdem bleibe ich dabei die Reifen dürfen sich keinesfalls so verabschieden.

Die Haltbarkeitsangabe (hier 40 Runden) bezieht sich wohl auch auf die

Lauffläche

und die Erzielung ausreichender Rundenzeiten.

Auch danach sollte der Reifen sich nicht auflösen.

Moorteufelchen

Dann bleib du dabei. Die Realität wird bei etwas anderem bleiben.

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Zitat:

@AMenge schrieb am 30. August 2015 um 19:00:28 Uhr:


.....Die Realität wird bei etwas anderem bleiben.

Vermutlich nicht.

Ich bin sehr sicher die Verantwortlichen sind dabei etwas an der Haltbarkeit zu ändern.

Das es nie vorkommen kann da bin ich doch bei dir.

Aber hier haben sie gepatzt und sie werden was ändern.

Und meines erachtens nach ist der Fehler halt nicht bei Ferrari passiert.

Moorteufelchen

Es war aber auch gerade bei diesem Rennen immer wieder das Thema, wie oft und großflächig die Strecke in Kurven verlassen wird.
Bei 2 Fahrern ging das eben nach hinten los. Thats ist.

Mit diesen Aussagen/Empfehlungen ging Pirelli ins Wochenende:

Aussage/Empfehlung Nummer 1: die Reifen halten unter bestimmten Bedingungen (Luftdruck, Lufttemperatur, ,Streckentemmperatur,Sturz, ohne dauernedes Fahren über die Curbs uvm.) an die 40 Runden.

ps.: keiner von uns weiß genau unter welchen Bedingungen Pirelli die Runden zusicherte und keiner weiß wie genau sich Ferrari und Vettel daran gehalten haben...

Aussage/Empfehlung Nummer 2: unter Rennbedingungen empfhielt der Reifenhersteller zumindest 2 Reifenwechsel während des Rennens.

So Ferrai pickt sich jetzt die eine Empfehlung raus, die passt um irgendwie doch noch am Podium zu landen und pfeift auf die 2te - das ganze geht schief - und dann lädt man halt mal einfach seinen Frust komplett am Reifenhersteller ab

das der Reifen sich nicht einfach mit einem wilden Platzer in Luft auflösen soll ist eine Sache - aber wie mann davon sprechen kann das Ferrari keine Schuld daran trägt, das es überhaupt erst zur Überlastungs des Reifens kommt ist mir einfach schleierhaft - aber gut ich muß nicht alles verstehen 🙂

@ilovebytes
Der Reifen ist aber absolut sicherheitsrelevant! Und da muss man eben einen Reifen konstruieren der niemals platzt (außer bei Fremdeinwirkung) sondern schon ewig davor seine Haftung verliert!!!

Was würdest du sagen wenn der Motorenhersteller erklärtt: Der Motor hält 1000 km unter bestimmten Umständen. Danach zereisst es ihn in 1000 Stücke und das Auto bricht innerhalb einer Sekunde auseinander, und wahrscheinlich kommst du da nicht mehr lebend raus, weil alles feuer fängt und explodiert. Da würde wohl keiner mehr einsteigen, oder? Bei den Reifen ist es aber ok.

und genau diese Reifen hatten wir von Pirelli ganz am Anfang und was war das Geschrei der Teams groß als die Rundenzeiten der Reifen plötzlich unangekündigt massiv in den Keller gingen.

Dann wurde von Pirelli auf Wunsch der Teams nachgebessert, es gab eine neue Konstruktion der Reifen büsste nicht mehr so abrupt in der Rundenzeit ein, dafür gab es vermehrt Platzer.

Worauf wieder nachgebessert wurde und das ging dann problemlos mit dem ein oder anderen Platzer (die es im Motorsport schon immer und zu jeder Epoche und in so ziemlich jeder Rennserie immer gegeben hat und geben wird) bis eben jetzt das große Fass aufgemacht wurde.

und zu deinem Motorbeispiel - nichts anderes läuft schon seit quais Anbegin an in der F1 - die Motoren halten eine bestimmte KM Zahl unter bestimmten Bedingungen - keine Ahnung wie alt du bist aber vielleicht erinnerst du dich an die erste Turbo Ära und wieviele Triebwerke da hochgegangen - explodiert und abgebrannt sind 😉

wenn ich damit nicht zurecht komme habe ich im Motorsport nichts verloren.

dabei ist es doch recht einfach, ich halte mich an die vorgaben des Motorherstellers und zwar an alle und nicht nur die, die mir gerade in den Kram passen.

ich halte also entweder die Bedingungen absolut genau ein unter dennen ich die 1000 km erreiche oder ich lasse es gar nicht darauf ankommen und fahre unter anderen Bedingungen keine 1000km mit dem Motor.

ansonsten muß ich eben mit den Konsequenzen leben - ich weiß ja worauf ich mich einlasse - genauso wie Vettel und Ferrari wußten was im schlimmsten Fall passieren kann wenn der Reifen eben nicht durchhält.

Zitat:

wenn ich damit nicht zurecht komme habe ich im Motorsport nichts verloren.

Sorry aber das ist mir ein wenig zu pauschal formuliert.

Außer Ferrari haben sich doch wenn ich micht recht erinnere auch Force India und Lotus Renault beschwert über die Haltbarkeit der Pirelli-Reifen, ebenfalls auch Rosberg wenn auch verhaltener wie Seb. Der Reifen kann langsamer werden klar, aber platzen sollte er nie, schon gar nicht bei solchen Geschwindigkeiten. Als GoodYear und Brigdestone noch die F1 mit Reifen versorgte ging es ja auch.

nur gut das es früher keine Reifenplatzer in der F1 gab - ich frische kurz mal die Erinnerung von so manchem hier etwas auf:

Mika Häkinen, GP Deutschland 1999, Rennen: Mika Häkkinen platzt bei 335 km/h auf der Geraden vor dem Motodrom der linke Hinterreifen. McLaren hat den Luftdruck zu niedrig eingestellt. Der McLaren rauscht frontal in einen Reifenstapel. Häkkinen bleibt unverletzt.

Ralf Schumacher, GP USA 2004, Rennen: Ralf Schumacher fliegt in der Steilkurve nach einem Reifenschaden links hinten rückwärts in die Mauer. Der Williams-Pilot erleidet eine Gehirnerschütterung und eine schwere Wirbelprellung.

Ralf Schumacher, GP USA 2005, Training: Ein Déjà vue für Ralf Schumacher. Gleiche Kurve, anderes Auto. Ein Reifenschaden am Toyota schickt ihn in der Zielkurve in die Mauer. Diesmal vorwärts. Es ist der Beginn eines Reifendramas, das Michelin dazu veranlasst, seinen Kunden Startverbot zu erteilen. In der überhöhten Zielkurve treten an der Reifenschulter Brüche in der Karkasse auf.

und das ist nur die nähere Vergangenheit - von noch früher ganz zu schweigen...

Motorsport ist halt nun mal nicht ungefährlich.

ja, und alle Schäden traten durch Innere Schäden/Konstruktionsmängel am Reifen auf, und nicht deshalb weil jemand 28 Runden damit gefahren ist.

Die Sache mit den Konstruktionsmängeln sieht man bei Pirelli offenbar anders: klick

Untersuchungen dieser Art... ist ja wie bei der FIFA u.a... was da raus kommt steht schon vorher fest

Ich vergaß, du hast die Reifen natürlich in Augenschein nehmen können und kannst daher die Ursache exakt benennen. Sorry, mein Fehler.

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