Golf 2 im Winter ohne Ausstattung

VW Golf

Servus,

für den Winter suche ich ein Auto und habe gerade einen Golf2 mit 70PS in Aussicht, der allerdings keine Ausstattung hat.
Lässt sich der Golf im Winter gut fahren? Möchte ab und zu in die Berge und nicht sofort stehen bleiben, wenn 10cm Schnee gefallen sind 😉
Ein Auto ohne ABS hatte ich auch noch nie, aber da ich eh vorsichtig fahre, sollte das kein Problem sein (?). Oder sollte ich mir lieber ein 2er mit ABS holen?

Danke 😎

Beste Antwort im Thema

Bei solchen Beiträgen frage ich mich ernsthaft immer wieder wie die tollkühnen Kraftfahrer der 80er und 90er und Massen an Fahranfängern sogar noch nach 2000 es todesmutig gewagt haben im Winter diese Höllenmaschinen zu starten . Es soll sogar Überlebende geben.

So nun mal ernsthaft. Weder ABS und ESP ist ne Lebensversicherung und wer im Winter ständig glaubt am Limit fahren zu müssen mit ständig leuchtender ESP Lampe und am Ende auch noch so bremst daß, das ABS eingreift hat ne grundsätzlich falsche Einstellung zum Thema Sicherheit. Weder ESP noch ABS können nämlich physikalische Grundgesetze aushebeln . Zu schnell ist zu schnell ... also Abflug. Dazu kommt noch das ich bezweifle das die meisten überhaupt eine Gefahrenbremsung mit ausweichen gescheit hinlegen können.

Mit gescheiten Winterreifen und einer gewissen Vorsicht kommt man mit dem Golf 2 genauso durch den Winter wie mit jedem anderen Auto auch.

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Zitat:

Original geschrieben von burbaner


@Dodo,
nicht gut!
Ein modernes ABS bremst auch auf Glätte besser als du,

wir reden vom Golf 2, nicht vom neuesten Passat

Zitat:

Die Bremse lösen ist heute auf jeden Fall die falsche Entscheidung...

😕 warum sollte ich bis zum Stillstand abbremsen, wenn es nicht notwendig ist? Und auch mit einem modernen ABS fährt es sich leichter um Kurven wenn man NICHT auf der Bremse steht. Auf trockener Straße zum ausweichen während man voll draufsteht (wie oft komm sowas vor), ist das ja schön und recht. Ich erdreiste mich jedoch nach wie vor den Bremsvorgang dann zu beenden, wenn ich es für richtig halte.

Klar! Um einfach nur langsamer zu werden, verlangt niemand, dass du voll in die Eisen geht. Und ich gehe auch mal davon aus, dass man dann auch nicht vor jeder Kurve das ABS bemühen muss.

Wenn ich allerdings die Wahl habe, ungebremst aber lenkbar in ein Hindernis zu knallen, oder mit ABS das Tempo weitgehend zu vermindern und dabei noch die Chance habe das Hindernis zu umrunden, dann ist meine Wahl eindeutig.
Ich wollte einfach sagen, dass die Fahrer heute noch viel Bremsweg verschenken, weil sie einfach zu zaghaft Bremsen, wenn es darauf ankommt. Der erste Moment der Bremsung ist wichtig, weil das ABS den Bremsdruck als Regelgrundlage nimmt, welcher zu Beginn des Regelvorgangs herrscht. Denn wenn ich im Regelvorgang bin, kann ich den Bremsdruck auch nicht mehr erhöhen...

Stotterbremse ist ohne ABS natürlich das richtige Mittel, doch sag mir, wer das bei einer Gefahrenbremsung noch beherrscht?

Zitat:

Original geschrieben von burbaner


Stotterbremse ist ohne ABS natürlich das richtige Mittel, doch sag mir, wer das bei einer Gefahrenbremsung noch beherrscht?

Vermutlich nicht mehr viele. Wir haben es so gelernt und es ist nach wie vor nützlich. Denn wenn man z.Bsp. zu schnell auf eine Kurve zugefahren ist und dann so stark bremsen muss dass das ABS regelt, muss man dennoch wieder aufmachen sonst geht's im Zweifel in einem viel zu großen Bogen weiter, oder der Bogen wird zur Geraden und man hängt in den Planken 😁😁

In diesem Kontext ist imho erwähnenswert, dass man auf keinen Fall Rennbremsbeläge auf der Straße fahren sollte. Die Dinger machen RICHTIG zu. 😰 In Salzburg hab ich am Ende der Geraden erneut eine "Vollbremsung" hingelegt weil ich meinte erst beim 100 Meter Schild zu lupfen. 😁 Der Grat zwischen komplett zu und offen ist da fließend. Interessant ist, dass man verinnerlichen muss, nicht voll auf's Pedal zu latschen wie man das von normalen Belägen gewöhnt ist - dann geht's super! Das aber nur am Rande

Also ich kann es nicht perfekt! In einer Schreckbremsung auch noch aufs Stottern achten überfordert mich klar. Da bremse ich lieber voll und öffne die Bremse komplett vorm Einlenken (Ausweichen)...

Bei einem ABS, wie es im alten Golf verbaut wurde (hab auch so eine alte Keule in meinem Monza GSE drin), mag das Zutreffen. Doch die neuen Systeme regeln so, dass dein Kurvenradius nicht wesentlich größer wird. Deshalb kannst du heute auch bei einer Ausweichbremsung bedenkenlos, voll auf der Bremse stehen bleiben...

Die Verwendung giftigerer Bremskomponenten erfordert natürlich eine andere Abstimmung der Elektronik (BMW kämpft damit schon länger in der Superbike Meisterschaft). Aber auch da gilt: Um richtig schnell zu sein, gibt's nur Bremse zu oder Gas auf. Alles dazwischen ist vergeigte Zeit. Gegebenenfalls musst du eben deine Bremspunkte an eine Stelle verlegen, wo dein Verstand schon längst "geankert" hat. Aber lass uns darüber an andere Stelle diskutieren. Sonst haben wir hier bald unseren Ruf weg... 😁

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Zitat:

Original geschrieben von burbaner


die neuen Systeme regeln so, dass dein Kurvenradius nicht wesentlich größer wird. Deshalb kannst du heute auch bei einer Ausweichbremsung bedenkenlos, voll auf der Bremse stehen bleiben...

Bei einer Ausweichbremsung mag das sein. Ich schrieb auf eine Kurve zu schnell zuzufahren. Das ist mir mit dem Passat auch schon passiert. Klar lenkt das ein, keine Frage. Aber lange nicht so, wie wenn man aufmacht. Ist halt eine Gewohnheit und so viel zu schnell war ich nicht dass ich bis zum Stillstand bremsen musste. Darüber hinaus hängt das Phänomen auch von der gefahrenen Geschwindigkeit ab. Ich denke das Thema ist zu komplex um es, auch von meiner Seite aus, mit Pauschalaussagen erschlagen zu können die auf jedwede Situation zutreffend sind.

Das mit dem Stotterbremsen war früher ein Reflex - man hatte ja keine andere Wahl. Hat sich bei mir aber auch definitiv gelegt. Man hat verinnerlicht, dass es nicht mehr zwingend notwendig ist. Beim Golf kann ich da komischerweise ohne Problem den inneren Schalter umlegen.

Nochmal ganz kurz zum Untersteuern beim Bremsen in Kurven. Die Hersteller versuchen das Fahrverhalten so auszulegen, dass sich die größere Querbeschleunigung beim Bremsen mit der gewonnen Haftung durch die Geschwindigkeitsverringerung ausgleicht. In der Praxis gelingt das bei einem Serienfahrzeug deshalb nicht, da viele Variablen (durch den Fahrer verursacht) mitspielen. Aber auch dabei ist die Elektronik einem durchschnittlich begabten Fahrer überlegen...

Du weißt ja, dass ich öfter als Instruktor unterwegs bin und mich eben auch um die Klassikfreund kümmere. Wenn ich die Stotterbremsung vorführen muss, gelingt mir das i.d.R. recht gut. Allerdings hat ja mein Golf auch kein ABS und da hab ich auf der Straße schon ganz schön abgeloosed. Frustrierend! 😰

Zitat:

Original geschrieben von burbaner


@Dodo,
nicht gut!
Ein modernes ABS bremst auch auf Glätte besser als du, vor allem wenn der Gripp unterschiedlich ist. Die Bremse lösen ist heute auf jeden Fall die falsche Entscheidung...

"Auf jeden Fall" - Das würde ich so pauschal nicht behaupten. Es gibt Ausnahmefälle. Gerade bei Glätte kommt das ABS bei Ausweichmanövern an seine Grenzen. Die für das Ausweichmanöver benötigten Seitenführungskräfte der Reifen können ggf. durch die stark gebremsten Räder nicht mehr aufgebaut werden. Im Ergebnis haut dann das Fahrzeug unter Umständen in Querfahrt ins Hindernis, anstatt dieses wie bei der Alternative (Bremse kurzfristig lösen) zu "umschiffen".

Warum ich das hier schreibe? Ganz einfach. Ich gehöre zu den "Wahnsinnigen", die noch rund 30 Jahre mit Fahrzeugen ohne jegliche Fahrhilfen (zuletzt 20 Jahre Golf 2) überlebt haben. Nicht zuletzt auch aufgrund aktiver Teilnahme an Sicherheitstrainings. So habe ich auch ein Sicherheitstraining mit dem nunmehr mit ABS u. ESP beaufschlagten GTI absolviert um deren wirksame Hilfe kennen zu lernen und gefahrlos austesten zu können. Eine gewonnene Erkenntnis war die im vorstehenden Absatz erfahrene.

Nichts desto trotz - ohne ABS und ESP wird's in der Regel deutlich schwieriger. Das erst recht, wenn man nicht gelernt hat ohne diese Helferlein zu überleben.

Ein ABS ist dazu da, den Bremsdruck beim Abriss der Haftung (auch bei Seitenführungskräften) so weit zu reduzieren, dass das Rad wieder frei drehen kann. Dieser Regelvorgang kann ca. 30 Mal pro zurückgelegten Meter stattfinden und zwar individuell für jedes Rad. Mal abgesehen davon, dass du nur alle Räder gleichzeitig bremsen kannst, ist es dir wohl nicht möglich auch nur annähernd so oft zu fühlen, ob ein Rad blockiert und gleichzeitig noch den Bremsdruck auf- und abzubauen.
Allerdings kann ein ABS auch keine physikalischen Gesetze außer kraft setzen. So kann es auf spiegelglatter Fahrbahn zu einem völligen Verzögerungsverlust kommen. Den kannst du aber auch ohne ABS nicht verhindern.

Die Geschwindigkeit, bei der dein Fahrzeug aus der Kurve fliegt ist definitiv die selbe, ob du das Bremspedal nicht betätigst, oder ob du mit ABS voll in die Eisen gehst. Der Bremsdruck ist dabei auch exakt gleich, nämlich 0. Nur mit ABS nutzt deine Bremse noch jede noch so kleine Haftung um zu verzögern...

Aber ich glaube, ich lass es nun!

Zitat:

Original geschrieben von burbaner


.

Die Geschwindigkeit, bei der dein Fahrzeug aus der Kurve fliegt ist definitiv die selbe, ob du das Bremspedal nicht betätigst, oder ob du mit ABS voll in die Eisen gehst.

Genau darum geht es hier im Thread. Und auch in einem identischen Thread im V+S.

ABS ist wirklich gut. Leider nur nicht immer zweifelsfrei realistisch einschätzbar wann man besser nicht darauf vertraut und ein Ausweichmanöver besser ohne jeglichen Bremseinsatz vollzieht.

Im Sicherheitstraining kein Problem - beim ersten Versuch quer durch die Pylonen gesegelt, beim zweiten dann mal die andere Variante genutzt (Bremse lösen) und "Hinderniskontrakt" vermieden (wobei das ESP dann immer noch für selektive Bremseingriffe gesorgt haben sollte).
Für den Ernstfall sehr schwierig einzuschätzen was besser ist. Hinterher ist man dann schlauer (wenn's nochmal gut ausgegangen ist).

Auch nach über 30 Jahren Fahrpraxis keine Musterlösung für alle Fälle - außer "Vorsicht ist die Mutter aller Porzellankisten". 😉

Hab durch Zufall über FB ein Video entdeckt: http://www.youtube.com/watch?v=DNFzYEih72g&feature=share

Ich bin der Meinung, dass da manche besser gelöst hätten in bestimmten Situationen. Ab 4:19 der BMW. Er hatte die Kiste am Wickel, wenig Lenkeinschlag - alles imho noch gut. Gebremst, ok..., aber dann hat er nicht aufgemacht. Der war schon so langsam dass Bremse lösen und etwas mehr einschlagen gereicht hätte - denke ich zumindest

Noch eins, das die Situationen zeigt, die gut gingen: http://www.youtube.com/watch?v=cOlBMydStpM

Schön der Punto ab 1:47 hätte ich gesagt. Auto bricht aus, lenkt gegen, Auto stabiler, bremst, löst, fährt weiter...

Ich sehe da unheimlich viele Fälle, in denen die Grenzen der Physik einfach mehr als deutlich überschritten wurden. Die wären abgeflogen, ob mit und ohne ABS, hätten sogar einen Handstand hinterm Steuer machen können. Das Bremsen kann in solch einem Fall nur noch die Einschlagsgeschwindigkeit reduzieren.
Interessant finde ich bei Vielen, die Vorderradstellung, die in keinster Weise mit der Fahrtrichtung übereinstimmt. Ich tippe mal darauf, dass diese Fahrer gerade mit aufgerissenem Mund und großen Augen auf den "Gong" warten. Ebenso stillstehende Antriebsräder. Da ist der Motor wohl schon längst abgestorben, weil jemand vergaß die Kupplung zu treten?!

Achtet mal auf die Allradler (Subaru und Mitsubishi)!
Die bräuchten Vortrieb zur Stabilisation stattdessen gehen die Piloten abrupt vom Gas...

Bei einem Suzuki, Fokus, Punto funktionieren das ABS prima. Sie bleiben problemlos auf der Strecke, obwohl sich der Fokus dabei dreht.
Der Fahrer des grünen CRX ist ne coole Sau!

Der mit dem Audi Coupe bei 3:18 hätte wohl besser mal sein ABS nicht lahmgelegt, dann wäre er sicherlich auch nicht eingeschlagen...

Zitat:

Original geschrieben von burbaner


Ich sehe da unheimlich viele Fälle, in denen die Grenzen der Physik einfach mehr als deutlich überschritten wurden. Die wären abgeflogen, ob mit und ohne ABS, hätten sogar einen Handstand hinterm Steuer machen können. Das Bremsen kann in solch einem Fall nur noch die Einschlagsgeschwindigkeit reduzieren.
Interessant finde ich bei Vielen, die Vorderradstellung, die in keinster Weise mit der Fahrtrichtung übereinstimmt. Ich tippe mal darauf, dass diese Fahrer gerade mit aufgerissenem Mund und großen Augen auf den "Gong" warten. Ebenso stillstehende Antriebsräder. Da ist der Motor wohl schon längst abgestorben, weil jemand vergaß die Kupplung zu treten?!

Achtet mal auf die Allradler (Subaru und Mitsubishi)!
Die bräuchten Vortrieb zur Stabilisation stattdessen gehen die Piloten abrupt vom Gas...

Bei einem Suzuki, Fokus, Punto funktionieren das ABS prima. Sie bleiben problemlos auf der Strecke, obwohl sich der Fokus dabei dreht.
Der Fahrer des grünen CRX ist ne coole Sau!

...😁....

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