Fehlercodes 1208/1200 nach Steuerkettenwechsel bei M272

Mercedes E-Klasse W211

Guten Tag zusammen,

nach inzwischen sieben Wochen Werkstattaufenthalt habe ich komplett mein Vertrauen in die "Fachwerkstatt" verloren und suche nun kompetente Hilfe über dieses Forum:

Ich habe im November von privat einen 280T erworben. Anfang März kam, was kommen musste:
MKL an. Mit 305°-Test Steuerzeiten überprüft, leider eindeutig. :-(

Ich habe nun eine Schrauberwerkstatt gefunden, die für knapp 3k€ fogendes gewechselt hat:
Steuerkette, Gleitschienen und Kettenrad (Bj.2006 Mopf, aber August und daher Motornummer im kritischen Bereich...)

Statt einer Woche Reparaturdauer wuden es drei, da kleine Werkstatt und Kollege krank.
Beim Abholen hieß es dann alles ok, nur sei eine Fehlermeldung vom Schaltsaugrohr aufgetaucht, die sollte ich mal im Auge behalten...

Nach wenigen KM Warnmeldung Ölstand prüfen und kurz vor zuhause dann noch die MKL an. :-(
Diagnosegerät (iCarsoft) raus und ausgelesen: Fehler 1208 , Ansteuerung Schaltsaugrohr und zuwenig Kühlmittel in der Klimaanlage. Daneben noch jede Menge ungelöschte Fehlermeldungen die vom Abklemmen der Batterie kamen. Erstmal 1,5 L Öl nachgefüllt, dann war der Peilstab zwischen Mitte und Max., alle Fehler gelöscht.

Am nächsten Tag bei Tageslicht dann weitere Diagnose:
Gehäusedeckel Bank1 undicht, Riemenscheibe des Klimakompressors eiert, Motorträger vor Klimakompressor Ölfeucht.

Bei der nächsten Fahrt blieb die MKL zunächst aus ging dann wieder an. Fehler wieder gelöscht, kam dann immer schneller wieder, zum Schluss war die 1208 permanent. Beim Auslesen der Nockenwellensteuerzeiten zeigte dann die Einlassnockenwelle Bank 1 nur einen Defaultwert. Das blieb auch nach Tausch des Sensors so.

Zurück zur Werkstatt, diesmal gegen Aushändigung eines Ersatzfahrzeuges. Hinweis auf fehlerhaften Sensor gegeben mit Vermutung Impulsrad (da der Fehler ja immer schneller kam, bis er permanent war) und der Frage, ob die Sensoren neu angelernt wurden.

Nach weiteren drei (!) Wochen hat zur Schonung meines Blutdrucks meine Frau die Werkstatt kontaktiert, wann denn nun endlich die nachgebesserte Reparatur fertig wäre.
Antwort: Es würde nochmals eine Woche dauern, es wurden beide (!) Einlassnockenwellenversteller erneuert, der Werkstattmeister würde noch Kalkulieren, was ich nachzahlen müsse. Schließlich seien die Nockenwellenversteller kaputt und die Erneuerung war nicht Teil des Auftrages und Angebotes.
(Ich hatte darum gebeten, die Vesteller nur bei offensichtlicher Abnutzung der Zahnräder zu erneuern. Diese sahen aber gut aus, sogar das Kettenrad war noch akzeptabel, hatte noch alle Zähne und Gummierung)

Letzten Samstag war ich dann wieder in der Werkstatt (Entfernung 65 km), weil ein Interessent mein Ersatzfahrzeug (das der Werkstattinhaber, der auch Autohandel betreibt) probefahren wollte.
Karma: Bei der Probefahrt mit dem 1er BMW (Kenne BMW´s nicht, aber diese Karre taugt nicht als Aushängeschild) ging die MKL an, Leistungsverlust.

Ende vom Lied: Ich bin mit dem Daimler wieder zurückgefahren. Nach dem vorher nicht abgesprochenen Einbau von zwei Einlassnockenwellenverstellern erklärte der Inhaber stolz, der Fehler 1208 ist behoben. Leider sei nun der Fehler 1200 aufgetaucht (!!!!!), weshalb er schon mal zwei Auslassnockenwellenversteller geordert hat. Er würde die nächste Woche einbauen "und dann sehen wir schon". (WTF???!!! Aus dem Nichts heraus gehen alle Versteller kaputt, rein zufällig, während der Benz in der Werkstatt steht????)

Da die Probefahrt des Interessenten eine Stunde dauerte und ich mein Testgerät dabeihatte, konnte ich nun den Mercedes diagnostizieren:
Auslassnockenwelle Bank1 nur Standardsignal (-20°), alle anderen Sensoren normal.
Mein Einwand, warum denn auch im Leerlauf, wenn der Nockenwellenversteller noch gar nicht arbeiten sollte, kein Signal angezeigt wird, konterte er mit: "Der Versteller ist kaputt und das Steuergerät schaltet dann ab"

Der erzählt mir doch einen vom Pferd..??
Ach ja, die übrigen Fehler waren auch noch da, dazu sei er noch nicht gekommen...
Zuhause habe ich nochmals den Sensor geprüft, dabei ein fast abgerissenes Kabel, das zur Lichtmaschine führt, entdeckt. Nach dem Ab- und Anstecken des lichtmaschinenseitigen Steckers mit Motorstart und Überprüfung der Fehlermeldungen im Diagnosegerät ist nun der Fehler des Schaltsaugrohres verschwunden. (Das Kabel sieht immer noch sch.. aus, aber ein paar der fast durchtrennten Litzen haben wieder Kontakt?)

Heute Morgen war ich in einer Mercedesniederlassung, da wurden zwei lose Schrauben an der Front gefixt. ("Sonst geht ihnen noch während der Fahrt die Motorhaube auf"😉 Getriebeschraube mit Kabelhalter fehlt, an der ein oder anderen Stelle tritt Öl aus, teilweise mit Tropfenbildung.

Zu meiner Hauptfrage, ob selbst ein defekter Nockenwellenversteller nicht wenigstens im Leerlauf ein Sensorsignal liefern sollte, konnte mir der ansonsten freundliche Mitarbeiter keine Antwort geben.
Ich könnte den Wagen ein paar Tage dalassen, dann würden Sie zwischendurch sehen, ob Sie die ca. 2-3h für eine gründliche Diagnose finden werden...

Fun Facts nebenbei: Die HU war im März fällig, die Reparaturkosten habe ich kurz nach der ersten Abholung überwiesen, auf die versprochene Rechnung warte ich aber noch immer....

Ich weiß, dass ich der Werkstatt zwei Versuche zur Nachbesserung geben muss, aber ich bin nicht bereit, zu dem ganzen Ärger noch mehr zu bezahlen, erst recht nicht für nicht abgesprochene und/oder unnötige Reparaturen...

32 Antworten

Ja.
Alles Gute!

Man hat ein Problem und die Suchmaschine führt zu einem Forum, in dem genau dieses Problem behandelt wird. Man liest den ganzen Thread und die Lösung ist zum Greifen nah.
Dann bricht das ganze ab und der Threadersteller verschwindet im Nichts.
Zwei, drei Jahre später stolpert noch mal jemand über die Leiche und fragt (natürlich vergeblich), wie es denn nun ausging. Ich hasse solche Threads! Und deshalb werde ich bis zum Ende dranbleiben! :-)

Jetzt war es ja ein paar Tage still, der Wagen war nach einigem hin und her zum dritten Werkstatttermin bei Herrn S., der Fachwerkstatt meines Misstrauens. Letzten Samstag, nach vier Wochen, standen unangekündigt sowohl Herr S. als auch mein Mercedes in meiner Einfahrt. Vor zwei Wochen bekam ich schon einen Anruf, dass er bei dem Wagen die Steuerzeiten nicht einstellen kann, die würden sich beim Durchdrehen des Motors immer verstellen. Er hätte wieder die beiden alten, originalen Nockenwellenversteller eingebaut, diese zeigten aber dasselbe Verhalten. Er hätte seine Versicherung informiert, ein Gutachter würde sich den Motor im geöffneten Zustand ansehen.

Triumphierend erklärte mir Herr S., dass der Gutachter einen korrekten Einbau von Nockenwellenverstellern und Impulsrädern bestätigen könne. Wenn der Zahnflankenspielausgleich blockiert wird, dann bleiben die Markierungen in der richtigen Position, ohne den Blockierstift verdreht sich der Versteller der Auslasswelle. Ergo sei mein Nockenwellenversteller das Problem...
Und die von mir angemahnten neuen Impulsräder wären übrigens auch sinnlos gewesen!

Meine Frage, warum denn mit den von ihm eingebauten Verstellern dasselbe Verhalten bestand konterte er mit dem Hinweis, dass es keine Originalteile wären, da könne so etwas schon einmal passieren...

Selbstverständlich hat er mir als Visitenkarte einen neuen Fehler in der Motorsteuerung hinterlassen.
Fehlernummer weiß ich nicht mehr auswendig, es war der Saugrohrdrucksensor mit einem Folgefehler (?) Reduzierung des Drehmoments. Mit dem Aufstecken eines Unterdruckschlauches sollte dieses Problem wohl behoben sein...

Nachdem er weg war, habe ich, um den Wagen umzuparken, den Motor angelassen. Was hören meine entzückten Ohren? Das Rasseln der Steuerkette. Nach 1-2 Sekunden, mit anliegendem Öldruck, war wieder gut. WTF? Eine gelängte Duplexkette mit 3500 km Laufleistung ??!

Wir erinnern uns: Als ich den Wagen das erste mal mit frisch eingebauter Kette abholte, machte der Motor ein ungewohntes Geräusch, (das ich fälschlicherweise dem Klimakompressor zuschrieb) das ich gegenüber Herrn S. als "Tackern" beschrieb, und drei Tage später als Audiofile übermittelte.
Nach 50 km leuchtete die MKL, später als temporärer Fehler der Einlassnockenwelle ausgelesen. Der Fehler ließ sich zwar löschen, kam aber immer schneller wieder, zum Schluss konsequenterweise permanent.

Während sich die Steuerzeit immer weiter vom Sollwert entfernte, wurde gleichzeitig das Tackern immer besser. (Das hab ich seinerzeit auch bemerkt, aber keinen Zusammenhang darin gesehen)

Wie killt man eine Duplexkette in kürzester Zeit? Nein! Doch!! Oohhh...
So blöd ist doch keiner...nee kann gar nicht sein...
Wenn der "Meister" nun in seinen Sparbemühungen (Mindestbefüllung beim Öl und Kühlmittel, Wiederverwendung der Impulsräder) den Kettenspanner für noch einsatztauglich befunden hätte..?
Es gibt ja auch Modelle (anderer Hersteller oder andere Motoren) ohne Rastfunktion, wo dies ohne weiteres möglich ist. Beim von ihm bestellten Kettensatz (TCK140, gibt´s bei Autodoc :-/ ) ist zwar ein Kettenspanner dabei, aber wurde der verwendet, war der in Ordnung?

Gerade eben hat die Mercedeswerkstatt den Kostenvoranschlag durchgegeben: ~4000€.
Das habe ich dem Anwalt mitgeteilt. Wenn der keine Einwände hat, bekommt Mercedes grünes Licht.
Diese Woche ist die Werkstatt ausgelastet, nächste Woche können sie starten.

Ich werde auf alle Fälle weiter berichten...

So, am 15.11. habe ich nun endlich wieder mein Fahrzeug aus der Werkstatt zurück.
Des Rätsels Lösung: Um beim Einbau den Gehäusedeckel montieren zu können, wird üblicherweise die Gleitschiene temporär mit einem Kabelbinder gespannt. In meinem Fall hat der Pfuscher das Ding einfach an Ort und Stelle belassen. (Und dort wurde er auch von Mercedes gefunden) Folglich ist beim Einbau der Kettenspanner gleich in Endstellung eingerastet.

Zusätzlich fand sich überall Dichtmasse: Ölwanne, Ölsieb, Ölfilter. Es hat sogar noch gereicht, um ein paar Ölkanäle zu verengen bzw. zu blockieren. Ohne die MKL hätte ich irgendwann eine nette Überraschung erlebt.

Jetzt folgt noch der juristische Kleinkrieg ums Geld, aber das ist dann OT...

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