Fahrbarer Untersatz mit einem Budget von 1500€?
Guten Tag Zusammen,
ich habe den Auftrag bekommen, für meinen Cousin ein Fahrzeug auf die Schnelle zu finden welches ein Budget von 1500€ nicht übersteigen darf. In meinen Augen habe ich dort bisher nur Schrott gefunden. Ist wirklich schwieriger als gedacht.
Die Anforderungen sind ganz klar, es soll ihn einfach nur von A nach B bringen. Vielleicht dürfte man dabei nicht vergessen das er 2 Kinder hat, allerdings würde ihm selbst ein 3-Türer Kleinwagen nichts ausmachen da es ihm wirklich nur darum geht, irgendwie vom Fleck zu kommen.
Das Fahrzeug, insbesondere der Motor sollten wirklich Robust sein! Kilometer von über 200tkm sind kein Problem. Das Auto sollte einfach nur zuverlässig sein.
Gibt es da ein paar Tipps von eurer Seite? Wonach ich am besten schauen soll?
Ihr würdet mir sehr weiterhelfen!
Vielen Dank schonmal im Voraus für eure Hilfe!
34 Antworten
Eigentlich sollte man keine Modelle ausschließen, lieber im Umkreis suchen und schnell hinfahren, nicht erst am Wochenende.
Aber wenn man sucht, dann bevorzugt wirklich nach Nischenmodellen. Z.B. VW Bora statt Golf, Seat Cordoba oder Toledo statt Ibiza oder auch den Opel Agila bzw. Suzuki Wagon R+ (sind baugleich). Da kann man noch ein paar Schnäppchen finden.
Zitat:
@motor_talking schrieb am 22. März 2022 um 12:49:56 Uhr:
Vorschlag: nicht erst ein Auto suchen, sondern zuerst eine Werkstatt, die den Bedürfnissen entspricht.
Und dann in der Werkstatt fragen, ob man ihm dort einen Kaufkandidaten vermitteln kann.
Wie finde ich denn eine passende Werkstatt, wenn ich noch gar kein Auto habe? Lasse ich die mal an meinem Fahrrad probearbeiten?
Allenfalls wird man doch nach Empfehlungen gehen können. Und gut beleumundete Werkstätten haben i.d.R. besseres zu tun, als 1.500 € Möhren an Unbekannte zu vermitteln. Wenn, gehen die guten Angebote an befreundete (Händler)Stammkunden und nicht an den Kerl, der mal auf dem Fahrrad vorbeigekommen ist.
Mir scheint dies keine sehr realistische Herangehensweise.
Richtigerweise wird man sagen müssen, dass natürlich Vitamin B bei der Autosuche Gold wert ist. Ein gut vernetzen Bekanntenkreis aus Händlern und Werkstätten kann sich aber eben keiner mal eben aufbauen, nur weil er sich ein Auto kaufen will.
Also aus eigener ErFAHRung: Ford Focus Mk1, bevorzugt mit dem 1.4 oder 1.6 Benziner (1.8 ist zwar auch nicht schlecht, kann aber nicht wirklich was besser, verbraucht aber mehr).
Möglichst mindestens 1 Jahr TÜV, bei erheblich weniger Finger weg! Der rostet gerne, auch an der Vorderachse - und die darf nicht geschweißt werden.
Typische Mängel: Koppelstangen und Tachosignal-Geber.
Ansonsten: Waidmannsheil und viel Glück - in der Preisklasse war die Jagd nach dem Schnäppchen schon vor vier Jahren sehr schwer (jedenfalls ohne Kenntnisse). Wenn man dann selber nicht schrauben kann und/oder keinen kennt, der's kann - dann wird's ganz schnell ein böses Groschengrab. Die Kiste frisst einem die Haare vom Kopf. Eigene Erfahrung.
Ich würde nach nen alten Ford Fiasko schauen
Die Modelle bis 2001 findet man noch recht häufig,oft billig,sie sind robust und wenn doch was klemmt,in der Regel auch noch billig zu fixen
Rost und Gammel sind der grösste Feind,da muss man halt schauen
Nen Corsa B oder Polo 6N tuts genauso,wie beim Fiesta haben späte Modelle nicht selten auch leichte Anhauchungen von Sicherheits- und Ausstattungsfeatures
Fiesta nach 2001 gelten auch als robust und sind auch keine schlechten Autos,meiner Meinung nach aber eher zu empfehlen als vergleichbare Polos und Corsas,die sind schon nicht mehr aus ganz so groben Holz wie der kleine Ford geschnitzt
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Im Grunde völlig egal was für ein Modell, nur der Zustand zählt
Ich hab schon nen Mercedes CLK 320 für 1000 geschossen, der mich perfekt die ganze TÜV Zeit begleitet hat. Und das sogar komfortabel - Sitzheizung, Klima, elektrische Sitze, alles hat funktioniert. Das Ding sag halt scheiße aus wegen Rost. Trotzdem fuhr der 1,5 Jahre sehr komfortabel und ohne Defekte.
Selbiges mit ner e Klasse für n tausender. Arbeitsauto, optisch runtergerockt, paar Kleinigkeiten selber gemacht.
Problem: als Laie findest du sowas nicht, weil du nicht erkennst, dass das was sein kann.
Daher: Corsa C, Punto, fiesta.. auf möglichst viel Rest TÜV achten und dann das Beste hoffen. Mehr wird nicht gehen.
Wenn ich 1500,-Euro eingebe, das ganze auf 70000km Laufleistung beschränke und 1,5 Jahre TÜV wähle, habe ich bei mobile 28 Fahrzeuge, teilweise von Händlern.
da sollte sich irgend etwas in der Nähe finden lassen.
Erhöhe ich auf 100000km sind es über 100. Der Rest ist nur noch viele lesen, Asuschließen und am schluss mit Adleraugen zustoßen.
Sollte nicht so schwer werden
Der Punto ist auch ein gutes Auto. Der Firemotor ist ausgereift. Ich würde Fahrzeug in der Preisklasse eher bei ebay-kleinanzeigen suchen.
Zitat:
@Italo001 schrieb am 23. März 2022 um 06:41:08 Uhr:
Der Punto ist auch ein gutes Auto. Der Firemotor ist ausgereift.
Der Motor ist okay. Das Getriebe (c514.5.13) allerdings nicht unbedingt. Ich hab meinen Punto 188b wegen kreischender Eingangswelle und Ölverlust abgegeben und war damit wohl nicht der einzige. Hätte er nicht auch einen löchrigen Unterboden gehabt, hätte ich ihm auch ein AT-Getriebe spendiert. Ansonsten war das nämlich ein ganz gutes Auto.
Das ist immer das Problem ... "Ansonsten war das nämlich" ... die meisten Erahrungen beruhen darauf wie man den Wagen noch in Erinnerung hat ... mein Golf 2 war zu seiner Zeit auch gut, aber heute ... entweder ein Oldizustand der dann auch seinen Wert / Kaufpreis hat, oder mit Spachtelmasse und Punktschweißflicken zusammengehaltene Schrottwagen ...😁
Das sind alles Verbrauchsautos, irgendwann ist das Ende erreicht ...
Das ist sowohl eine Frage der Bemessungsgrundsätze und der Herangehensweise.
Ich bin ja seit jeher Altautofahrer und schrecke weder vor Alter, noch vor Laufleistung zurück. Der Zustand und die Wartung sind entscheidend, ob ein Auto gut ist, oder nicht.
Den Punto hatte ich bis vergangenen Herbst noch, die Erinnerung ist also nicht allzu verklärt oder romantisiert. Das Teil habe ich günstig gekauft, 15.000km gefahren und für gutes Geld wieder verkauft. Im Endeffekt hat mich das Auto über die Haltedauer von einem Jahr, rein auf die Differenz EK-VK, knapp 25€ im Monat gekostet. Das ist ziemlich günstig und ein Getriebetausch von 300€ wäre da weit unter der Schmerzgrenze geblieben. Da ich aber kein guter Schweißer bin, musste er weg. In diesem Jahr habe ich nur Kleinkram wie Flüssigkeiten,Filter, Kerzen, ne Achsmanschette, ne Fahrwerksfeder in das Auto gesteckt. Kosten von insgesamt 150€. Da bin ich mit Wertverlust + Reperaturen pro Monat bei 37,50€ gelandet mit dem Auto.
Zweites Auto: Berlingo. Vor 3,5 Jahren und 50.000km für 1100€ gekauft, 1800€ reingesteckt, dann hat mir noch einer die Stoßstange demoliert, 1300€ zurück von der Versicherung. = 17,77€ im Monat. (Restwert liegt allerdings allerdings nur noch bei 240€)
Das sind für mich klare Zahlen, die mich ein Altauto als GUT bewerten lassen.
Als Selbsschrauber geht deine Rechnung auf, das habe ich über Jahre auch so gemacht, heute nur noch wenn die Reparaturarbeiten mir Spass machen .. nichts zu komplexes .. Dann kann man schon enorm sparen ..😎
Ich habe auch so ein Beispiel ... Bremsen komplett v/h S+B bei einem 2015 Focus mit Markenteilen Textar, ATE.. Teilepreis online ~150EUR + ein paar Stunden chilliges schrauben am Wochenende ... In der Werkstatt, ich denke mit locker 600 EUR-1000 EUR hätte man rechnen müssen...?
Aber der Te hat explizit geschrieben, der Verwandte ist weder ein Selbsschrauber noch kennt er sich mit Technik aus,dann gehe ich davon aus er muss zwingend in eine Werkstatt.
Aus dem bauch raus, deine 150 EUR Reparatur liegt wohl locker selbst in einer freien Werke bei 600, 700, 800 EUR? Zum Stundensatz kommt noch hinzu, das Werkstätten höhere Ersatzteilpreise haben, als wenn wir uns günstige Quellen im Netz suchen ...
Zitat:
@Bamako schrieb am 23. März 2022 um 10:05:05 Uhr:
In diesem Jahr habe ich nur Kleinkram wie Flüssigkeiten,Filter, Kerzen, ne Achsmanschette, ne Fahrwerksfeder in das Auto gesteckt. Kosten von insgesamt 150€. Da bin ich mit Wertverlust + Reperaturen pro Monat bei 37,50€ gelandet mit dem Auto.
Bitte vergesse nicht zu erwähnen, dass deine Beträge nur gelten, wenn man Bühne Werkzeug und Ahnung hat. Ansonsten glaube ich dir die 150 € niemals. Alleine eine vernünftige Feder kostet ca. 70 €. Für den Einbau braucht man Federspanner, Bühne und eine Stunde Zeit. Zumidest für vorne. Eine Achsmanschette ist mit Ausbau der Antriebswelle auch nicht in 10 min getauscht. Machen lassen, so wie der TE es müsste, würde ich deine Aufzählung oberhalb von 500 € sehen.
Also eine Empfehlung von mir wären alte Japaner. Mazda, Toyota, Honda Mitsubishi Baujahr um 2000 rum.
Besser beim Budget vorne die 1 streichen und hinten ein 0 ran hängen. Ich weiß, klingt blöd, entspricht leider der heutigen realität. Ein Mal tanken kostet schließlich auch 140 € = fast 10 % des Budgets. Damit kommt man aber auch nur 600 km weit.
Zitat:
@tartra schrieb am 23. März 2022 um 10:42:59 Uhr:
Aus dem bauch raus, deine 150 EUR Reparatur liegt wohl locker selbst in einer freien Werke bei 600, 700, 800 EUR? Zum Stundensatz kommt noch hinzu, das Werkstätten höhere Ersatzteilpreise haben, als wenn wir uns günstige Quellen im Netz suchen ...
Ohne Frage. So ein Federtausch ist schon Arbeit.
Zitat:
@diman3 schrieb am 23. März 2022 um 10:47:51 Uhr:
Bitte vergesse nicht zu erwähnen, dass deine Beträge nur gelten, wenn man Bühne Werkzeug und Ahnung hat.
Ich habe nur eine Garage und Werkzeug, was man über die Jahre immer so ansammelt. Die meisten Arbeiten lassen sich mit Wagenheber, Böcken auf dem Boden krauchend erledigen. Ist nicht schön, aber geht. Das geht bis zu einem gewissen Maße, die Kupplung am Berlingo habe ich dann auch in der Werkstatt für 675€ machen lassen.
Bei geringer geplanter Nutzungsdauer kann man auch ruhig die günstigste Feder nehmen, die kostet dann für nen Kleinwagen wie dem Punto 25€.
Ich habe in der Nachbarschaft 3 Häuser, da steht alle halbe Jahre ein neues Altauto vor der Tür. Habe ich früher auch so gemacht: fahren bis zum ersten großen Defekt. Optimal ist das alles natürlich nicht und man sollte für ein altes Auto schon Schrauben können. Das habe o j im Falle des TE allerdings etwas aus dem Fokus verloren.
Zitat:
@Bamako schrieb am 23. März 2022 um 11:16:40 Uhr:
Ich habe nur eine Garage und Werkzeug, was man über die Jahre immer so ansammelt. Die meisten Arbeiten lassen sich mit Wagenheber, Böcken auf dem Boden krauchend erledigen. Ist nicht schön, aber geht. Das geht bis zu einem gewissen Maße, die Kupplung am Berlingo habe ich dann auch in der Werkstatt für 675€ machen lassen.
Das ist auch meine Erfahrung.
So kann man aber eben nur rechnen, wenn das Schrauben auch Hobby ist. Man muss es können und gerne machen.
Bei dem Kaufinteressenten hier fehlt es bereits am Können.
Nunja, von nichts kommt nichts. Irgendwann hat jeder mit einem Wagenheber und einem Ratschenkasten angefangen. Gelernt habe ich in der Richtung auch nichts, das lief als Autodidakt, Bücher, später YouTube, Foren ... Die Möglichkeiten sind da heute vielfältig. Aber man muss es auch wollen. "Nicht können" ist daher relativ. Wie viel Prozent der Selbstschrauber hier sind schon Mechaniker?
Aber als Städter und Laternenparker ist das natürlich wirklich nahezu unmöglich und lernen ist ein endloser Prozess, was bringt es einem wenn man Grad bei "Ölwechsel" steht, aber die Antriebswellenmanschette ein Loch hat? Nichts.
So bleibt ein Altauto für den Nichtschrauber ein riskantes Unterfangen und ein Spiel auf Zeit.