Ersatzrad: womit bestücken?

Willkommen zur heutigen Rätselfrage mit (hoffentlich) praktischem Nutzen 😉

Stellen wir uns mal vor, wir sind an einem Sonntag irgendwo bei Freunden, so einige Kilometer vom Heimathafen entfernt, und stellen beim Verlassen der Örtlichkeit fest, dass irgendein Reifen sich entschlossen hat, sich des lästigen Überdrucks zu entledigen🙄.
Wer in dieser Situation noch über die Autobahn heim will (oder muss), und nicht nur "bis zur nächsten Werkstatt" (die hat ja zu...), und auch keine Lust auf eine ADAC-Orgie (gerade als Nichtmitglied) hat, freut sich natürlich über sein brauchbares Bordwerkzeug und (statt eierigem Notrad und flickverhinderndem Tirefit) vollwertiges Ersatzrad... aber, das ist ja in den meisten Fällen so alt wie das Auto, und in meinem Fall hat das schon die Hälfte bis zum H-Kennzeichen hinter sich😰. Und auch wenn ein Reifen in der UV-geschützten Blechmulde weniger altert als ein montierter, so ist doch nicht mehr mit der ursprünglichen Radführung zu rechnen und das Fahrverhalten kann sich je nach Wetter in Richtung abenteuerlich verändern. Und ein Sommerreifen ist es ja zudem auch noch, was die Sache nicht besser macht.

Da ärgert man sich doch dann, wenn man sich nicht früher darum gekümmert hat, hier mal für eine Alternative zu sorgen. Den Verbandkasten-Sterilteil tauscht man ja auch regelmäßig, auch wenn es TÜV & co stets übersehen haben und man ihn nie brauchen müssen will.

Die Optionen sind (im Groben, wer mehr weiß kann sich gerne äußern):

- alten Sommerreifen von 1998 auf der unbenutzten Stahlfelge lassen und hoffen, dass es im Notfall nicht regnet oder schneit.
- alten Winterreifen nach Ausmusterung (den besten der 4) auf die Stahlfelge ziehen lassen und hoffen, dass es dank Laufrichtungsbindung im Notfall einen auf der richtigen Seite erwischt
- neuen runderneuerten Ganzjahres- oder Winterreifen mit nicht laufrichtungsgebundenem Profil montieren lassen und hoffen, dass der besser ist als eine der vorherigen Varianten

Oder kurz: Aushärtung vs. Laufrichtung vs. Billigheimer.

Womit würdet ihr, wenn es in der Situation keine ernstzunehmende Alternative gibt, jetzt also lieber rumfahren? (und bitte keine Wahrscheinlichkeitsrechnungen aufstellen, das ist nicht Sinn der Frage 😉)

17 Antworten

Hi, ich hab nen winterreifen mit ca 5 bis 6 mm als reserverad im kofferraum. Wie du schon sagst, sommerreifen im winter kannste eh knicken. Winterreifen kannst aber auch im sommer fahren. Wegen laufrichtungsgebunden, war mir egal. 😉 Ich denke der winterreifen zur not falsch herumläuft is immer noch besser als ein sommerreifen der evtl laufrichtungsgebunden ist. Und es gibt ja auch winterreifen die nicht laufrichtungsgebunden sind. Bridgestone LM 30. Haben nur inside und outside. Gruss 😉

Runderneuerter WR ohne LR hört sich gut an. Wobei ich bei Frauchens Auto gerade den Fall hatte: SR kaputt und 1 Woche bis Neuen drauf zu überbrücken. Ersatz von 1996 sah aber noch sehr gut aus. Dunlop. Nix rissig oder so, auch noch mit Fingernagelprobe gummiweich. Im verblichenen Volvo stand die Frage garnicht: D LPG Tank. Und im jetzigen Golf passt nur Notrad ohne Huckel.

"Gummiweich" sind meine jetzigen Pirelli Sommerreifen von '07 auch noch, aber eine Autobahnauffahrt bei Nässe schnell zu nehmen sollte man damit besser unterlassen 😉 Also das sagt m.E. nicht allzu viel aus.

Der Tipp mit dem Bridgestone ist natürlich auch nicht verkehrt, allerdings wären meine nächsten potentiellen Ersatz-Winterreifen Dunlop Wintersport 3D, die eben wieder eine Laufrichtung aufweisen - ich müsste somit einen einzelnen neuen kaufen oder nochmal ein paar Jahre warten, bis der Nachfolgesatz meiner Dunlop weitgehend runter ist.

Aber Variante 4, einen gebrauchten einzelnen Reifen mit sagen wir um 6mm/2-3 Jahre zu kaufen, wäre ja auch mal denkbar. Zumindest preislich und von der Nutzbarkeit einem Runderneuerten (Beispiel) recht ähnlich.

Bin mal gespannt, wie sich das hier noch entwickelt 🙂

OK, die Formulierung "gummiweich" bietet Raum für Auslegungen. Da der betreffende Reifen seit 1996 in der dunklen Mulde lag und wirklich noch ansehnlich war, im krassen Gegensatz zu den 2004ern auf Schwiegermonsters Nissan, sah ich keinen Anlass den nicht für eine Woche auf den Twingo zu machen. Natürlich unter Hinweis auf unterschiedliche Reifen und Ermahnung zu vorsichtiger Fahrweise. 195/45 R 15 fährt sich zu 155/60 R13 .....naja Vorsicht halt. Und da fährt man keine nasse AB- Auffahrt voll.

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falls du einen winterreifen hast der noch gut ist nehm ihn doch als reserve, billige lösung...

Du hast nicht wirklich alles gelesen, oder? Thema Laufrichtung...

Zitat:

Original geschrieben von Knetekasper


Natürlich unter Hinweis auf unterschiedliche Reifen und Ermahnung zu vorsichtiger Fahrweise. [...] da fährt man keine nasse AB- Auffahrt voll.

Das natürlich sowieso nicht. Das war ja nur als Vergleich gemeint, dass auch weich anmutende Reifen nicht der Hit sein müssen.

Aber man möchte für Ausnahmesituationen ja auch mit Ersatzreifen noch Reserven haben. Stell dir mal vor, dir zieht genau an dem Tag einer direkt vor's Auto, du musst ausweichen... klappt nicht, es batscht, die Pozilei guckt die Reifen an und sagt: 100% Eigenschuld wegen nicht angepasster Bereifung. Und die Versicherung zieht nach.

Ich weiß, die Wahrscheinlichkeit ist fast so gering wie ein Lottomillionengewinn. Aber wenn man sich schon Gedanken macht, dann auch in alle Richtungen 😉

Pfffff, ich habe einen fabrikneuen Goodyear Vector 4 Seasons auf dem Ersatzrad. Hat aber auch nur gut 60eur gekostet 😛
Hat eine Laufrichtung, kann ich aber vernachlässigen. Die Sommerreifen laufen auf "Outside", damit habe ich eine 50:50-Chance, dass ich das Ersatzrad direkt montieren kann. Ansonsten muss ich mir erst noch von der anderen Fahrzeugseite einen intakten Sommerreifen holen. Damit komme ich dann aber auch immer nach Hause, notfalls sogar aus der anderen Ecke Deutschlands.
Meine Winterreifen haben ebenfalls eine Laufrichtung. Da habe ich wieder eine 50:50-Chance, dass ich direkt montieren kann, und auch bei Schneetreiben noch nach Hause komme. Wenn es das Rad auf der falschen Seite erwischt hat, bleibt mir keine andere Wahl. Ersatzrad gegen die Laufrichtung montieren, und einen Reifenhändler ansteuern.
Ich fasse zusammen:
25% Chance: Sommerreifen auf der richtigen Seite. Montieren und nach Hause.
25% Chance: Winterreifen auf der richtigen Seite. Montieren und nach Hause.
25% Chance: Sommerreifen auf der falschen Seite. Anderen Sommerreifen ummontieren, Ersatzrad montieren und nach Hause.
25% Chance: Winterreifen auf der falschen Seite, Ersatzrad falsch montieren und Reifen kaufen.

Ich würde mir gar keine Sorgen drum machen.
Fahre im Sommer 17", im Winter 16". Das Ersatzrad ist von 2004 und auch 16".
Im Fall der Fälle würde ich auch im Sommer das 16" Rad aufbauen oder im Winter mit 3 Winter und einem Sommerreifen fahren. Auch die LR wäre mir egal, hauptsache es geht vorwärts. Man muss ja nicht mit Tempo 220 nach Hause fahren, grade wenn noch die Familie/Kinder mit im Auto sind.

Wichtig: wenn die Dimensionen nicht passen, ist es nur ein Notrad, damit darfst du nicht mehr beliebig weit fahren. Dazu kommt unterschiedliche Lastverteilung auf der Achse, und das Differenzial findet unterschiedliche Reifengrößen auch nicht so prickelnd. Für kurze Strecken macht es nichts aus, auf längere Zeit schon.

Okay, mit dem Differenzial hast Du natürlich recht!
Also im Zweifel das 16" Ersatzrad nach hinten packen (Frontantrieb). Und natürlich nicht 5 Wochen drauf lassen, mir geht es nur darum, heile und sicher nach Hause zu fahren bzw. zur nächsten Werkstatt.
Dafür muss man m. M. n. keine Wissenschaft betreiben mit Laufrichtung und 10mm Profil etc.
Die eine Fahrt wird es wohl aushalten, und wenn man nur LKW-Tempo auf der AB fährt.

Also 15 Jahre alt ist definitiv doof. So dolle weich fühlt der sich auch gar nicht mehr an, sogar im Vergleich mit meinen langsam unfahrbaren Pirellis.
Falsche Laufrichtung bei gebrauchtem Reifen ist auch irgendwie doof.
Marken-Winterreifen ohne Laufrichtung (z.B. Conti TS790, TS810, oder Pirelli Winter Snow sport in gebraucht mit DOT xx10 oder neuer sind selten zu finden und wenn, dann ne Ecke teurer als ein runderneuerter.

Drum habe ich jetzt einen Rigdon MS 790, mit dem vorgenannten Conti-Profil, im Auge.
Damit hätte ich, selbst wenn ich den nach 10 Jahren (also 9) tauschen müsste, 3 Euro 30 im Jahr ausgegeben. Ich denke, das will es mir wert sein. Es gibt ganze Autos, die halten nicht so lange 😉

Verschiedene Größen (guter Einwand übrigens) entfallen bei mir, da ich grundsätzlich die kleinstmögliche Dimension (hier 195/65R15) montiere, Sommers wie Winters.

Ich habe hier noch einen Michelin mit DOT 061 Dreieck. Sogar das Michelin-Männchen auf der Lauffläche ist noch vorhanden 😁

Das konnte ich bis 2007 sogar noch um 3 Jahre unterbieten. Aber da freut sich nun ein andere Käferfahrer drüber 😉

Dscn5665-2
Dscn1529-2

Ich würde entweder alles so lassen oder beim nächsten Reifenkauf einen der alten reifen "einwechseln". Ich habe in einem Auto einen laufrichtungsgebundenen winterreifen, in meinem alten wagen War es ein laufrichtungsfreier winterreifen von 1986. Ich habe dadurch nicht schlechter geschlafen, einfach weil es sehr unwahrscheinlich ist, im Schnee einen platten und dann noch auf der falschen Seite zu bekommen.

Aber an sich folge ich deiner Überlegung, wenn man auf alles vorbereitet sein will und nach einem platten mit Vollgas weiterfahren will, wäre sicherlich ein laufrichtungsfreier ganzjahresreifen die beste variante. Deine Wahl scheint ein guter Kompromiss zwischen der Vorbereitung auf alle Eventualitäten und wirtschaftlicher Vernunft 😉

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