Erfahrungsbericht iX3 (12.000 km in 4 Mten.)
Ich bin gestern gerade von einer gut 3.000 km langen Urlaubsfahrt angekommen, die uns von Hannover an die Cotê d‘Azur und weiter an der ligurischen Küste bis nach Portofino, zum Gardasee und über Innsbruck wieder zurück geführt hat. In den beiden Wochen davor war ich auf verschiedenen Dienstreisen rund 2.000 km unterwegs. Also 5.000 km in 3 Wochen und gut 12.000 km seit Übernahme vor 4 Monaten.
Meine Erfahrungen nach Stichpunkten:
Verbrauch / Reichweite:
Ich bin immer wieder beeindruckt, wie effizient sich dieses Dickschiff mit 20 Zoll-Mischbereifung (ich fahre den Impressive) bewegen lässt. Auf der Urlaubsfahrt waren es im Durchschnitt nur 19 kWh / 100 km. Ich fahre meist mit dem DAP und Richtgeschwindigkeit, halte mich natürlich an die Begrenzungen. Gestern auf dem Heimweg bin ich allerdings auf der A9 / A2 oft auch 150-160 gefahren, was trotz der niedrigen Außentemberaturen (8-10 Grad) den Durchschnittsberbrauch nicht dramatisch erhöhte. Die flott gefahrenen Etappen lagen meist bei max. 23-24 kWh, wobei natürlich die Durchschnittsgeschwindigkeit dann nicht bei 150, sondern bei ca. 120 km/h lag.
Über die gesamten 12.000 km (ab Werk) liegt mein Durchschnittsverbrauch ebenfalls bei rund 19 kWh, obwohl ich etwa 70 % davon auf der Autobahn gefahren bin. Daraus ergibt sich eine realistische Reichweite von ca. 389 km. Wenn man unterwegs nachlädt, findet das ja i.d.R. zwischen 10 und 80 % statt, so dass die praxistaugliche Etappenreichweite bei ca. 270 km liegt.
Ladekurve:
Wie man weiß, bemüht sich BMW um einen möglichst geringen Kobalt-Anteil bei den Batterien, wodurch nicht die genialen Ladekurven eines Audi e-tron oder der 800-Volt-Fahrzeuge möglich sind. Wie bei allen BEVs empfiehlt es sich, möglichst mit sehr niedrigem SoC und warmem Akku an den HPC zu fahren, dann werden die rund 150 kW max. Ladeleistung im besten Fall bis etwa 45 % gehalten. Wer kein Problem damit hat, häufige und kurze Ladestopps zu machen, kann also zwischen 10 und etwa 50 % sehr schnell laden. Das bedeutet dann, dass man Etappen von jeweils nur rund 150 km fährt und diese dann aber innerhalb von ca. 12-15 Minuten nachgeladen hat. Solange man Ladesäulen nutzt, die direkt an den Raststätten stehen, ist das nicht die schlechteste Lösung, um zügig voranzukommen.
Tipp: Mark E bietet nach wie vor eine Ladekarte, die bei Ionity, Allego, ARAL, Shell, EnBW etc. nur 39 Cent je Minute (!) berechnet. Nutzt man also die hohe Ladegeschwindigkeit im Fenster zwischen 10 und 50 % aus, kann man mit dieser Strategie derzeit auf unfassbar günstige 15,6 Cent je kWh kommen.
Wer lieber längere Pausen macht (wenn man eine Kleinigkeit isst, kurz mit dem Hund Gassi geht, selbst noch einmal das WC aufsucht und noch 2-3 Mails checkt, sind gute 30 Minuten schnell rum) lädt dann halt von 10-80 % mit durchschnittlich ca. 100 kW Ladeleistung, was bei Mark E dann immer noch einen sehr attraktiven Preis von nur 23,4 Cent / kWh ausmacht.
Ladeplanung (BMW-Navigation):
Leider schlecht. Ja, es werden Vorschläge gemacht, die einen ankommen lassen. Aber weder werden Präferenzen berücksichtigt (z.B. nur Ionity), noch wird ein möglichst niedriger SoC bei Ankunft geplant. Teilweise werden Ladungen bei oberhalb von 50 % SoC empfohlen, obwohl entlang der Route ausreichend Alternativen vorhanden sind. Apropos: Entlang der Route bedeutete zumindest im Ausland mehrfach, dass auch Säulen von gegenüberliegenden Raststätten eingeplant wurden, für die man riesige Umwege hätte fahren müssen. Noch dazu mit Wartezeiten an den Mautstellen bei Ab- und Wiederauffahrt. Totaler Murks! Auch hat uns der BMW treudoof zu 2 aktuell wegen Umbaus geschlossenen Ionity-Standorten navigiert, die bri nachträglicher Recherche sowohl in der Ionity-App als auch in der Shell-Recharge App als nicht verfügbar angezeigt wurden. Das ist absolut unnötig, sehr ärgerlich und sollte eigentlich leicht vermeidbar sein. Man kommt also um eine eigene Ladeplanung nicht herum. Eine klare 6 für BMW an dieser Stelle.
Navi:
Es bleibt negativ. Das Navi ist nicht gut. Im Ausland verlor es häufiger die Orientierung und schickte uns in offensichtlich lange gesperrte Straßen. Die zu fahrende Route hebt sich auf dem Bildschirm kaum von der Umgebung ab (noch nie so schlecht gesehen). Immerhin werden Verkehrsmeldungen recht zuverlässig eingeplant und auch Stauumfahrungen sinnvoll berechnet.
Sprachbedienung:
Katastrophal. Bis auf Navigationsziele versteht Uschi fast gar nichts und nervt tierisch, vor allem, wenn man zuvor die Perfektion des MBUX von Mercedes gewohnt war.
Infotainment:
Super ist die wireless-Anbindung von Apple Carplay. Das klappt prima und die Dastellung ist top. Auch dass Abbiegungen von Apple Karten mit im HuD angezeigt werden, ist super! Leider wird manchmal „Radio“ nicht angeboten, wenn man Medien bei aktiver Verbindung zum Carplay auswählen möchte. Das ist richtig schlecht! und nervt. Ebenso, dass das eingestellte Radioprogramm nach Unterbrechung einer Meldung vom Carplay nicht immer wieder weiterspielt.
Sitz- und Geräuschkomfort:
Die serienmäßigen Sportsitze mit Leder bieten einen sehr guten Langstreckenkomfort, auch wenn sie für meinen Geschmack ein wenig zu hart sind. Etwas softer wäre perfekt. Leider fehlen Annehmlichkeiten wie Sitzbelüftung oder Massage, die auch nicht gegen Aufpreis erhältlich sind. Dennoch: Ich habe selten bequemer so lange Strecken abgespult.
Das Geräuschniveau ist wirklich niedrig, allerdings hätte ich mir von der Doppelverglasung mehr erwartet. Hier könnte gerade auf der Autobahn noch mehr rausgeholt werden. Dennoch ein guter Gesamteindruck.
Verarbeitungsqualität:
Ja, es ist Jammern auf extrem hohem Niveau, denn der BMW ist wirklich überwiegend sehr perfekt verarbeitet. Aber: Dass die Türen beim Zuschlagen leicht scheppern, weil die Anbauten (M) offensichtlich etwas nachschwingen, ist inakzeptabel, weil ein klarer Konstruktionsfehler. Ebenso inakzeptabel, aber leider weit verbreitet, ist die Pseudo-Piano-Lack-Oberfläche um die Mittelkonsole. Der billigste Werkstoff dort, wo msn immer hingreift? Sieht immer schmuddelig aus und ist extrem kratzemfindlich. Besonders schlimm, dass man das nicht einmal gegen Aufpreis ändern kann. Ansonsten fällt noch das Heckrollo durch regelmäßiges Knarzen auf. Auch hier wurde anscheinend gespart, denn das ließe sich vermutlich leicht beheben, wenn man an den richtigen Stellen weiche Materialien verwendet hätte.
Licht:
Habe das Laserlicht und würde es immer wieder nehmen. Noch einmal besser als das Multibeam im Mercedes!
Fahrassistenzsysteme:
Sie arbeiten sehr gut und gehören zu den Besten, die ich bisher fahren durfte. Dazu das kapazitive Lenkrad (es reicht, es alle 15 Sek. anzufassen; man muss nicht dran ruckeln) und sogar die automatische Bildung der Rettungsgasse im Stau - Hut ab! Schilder werden nahezu zu 100 % erkannt, Ampeln leider nur teilweise.
Antrieb / Fahrwerk:
Das Auto bietet für den normalen Fahrer mehr als genug Dampf. Gut 6 Sekunden bis 100 km/h sind nicht der Bestwert, aber werden nur sehr selten benötigt. Schade jedoch, dass kein Allradantrieb angeboten wird. Dadurch dürfte das Auto für Bewohner von Bergregionen ausscheiden. Das Fahrwerk arbeitet BMW-typisch souverän.
Kofferraum:
Für mich gut beladbar und ausreichend groß. Warum man beim Facelift die beliebte und klassenübliche Funktion der Fernentriegelung der Rücksitze wieder abgeschafft hat, weiß irgendein Kostenspar-Fuzzi allein. So verärgert man gezielt seine Kunden! Richtig dämlich ist, das man das riesige Loch unter der Fronthaube einfach mit einer „Sargplatte“ geschlossen hat, statt dort einen ordentlichen Frunk anzubieten. Sehr peinlich, BMW!
Fazit:
Wenn man rein elektrisch unterwegs sein und zugleich bequem einsteigen / sitzen möchte, dann scheiden Limousinen für viele Menschen von vornherein aus. Also schaut man sich im SUV-Segment um und stellt fest, dass der iX3 - so merkwürdig es für viele klingen mag - eines der besten Preis-/Leistungsverhältnisse am Markt bietet. Gerade die Impressive-Ausstattung lässt kaum noch Wünsche offen. Dennoch ist der iX3 damit nur unwesentlich teurer als ein Tesla MY, der zwar Allrad bietet und etwas spritziger ist, ansonsten aber in diversen Punkten weit von BMW entfernt ist (Haptik, Verarbeitungsqualität, Sitze, Fahrwerk usw.).
Schade, dass BMW sich bei einigen Punkten unnötige Blößen gibt (miese Ladeplanung, mäßiges Navi, Verzicht auf Frunk, billiges „Piano“-Plastik, keine Fernentriegelung der hinteren Sitze, Entfall der Lordosenstütze des Beifahrers). Dennoch überzeugt der BMW als Ganzes, weil er eben vieles gut kann und dabei vor allem sparsam ist.
131 Antworten
Ihr bedenkt aber bitte, wenn schon Fremdvergleiche in der Connectivity gezogen werden, dass hier nicht mehr das aktuellste Betriebssystem eingebaut ist. Es ist halt nur OS7, in OS8 schaut die Welt ganz anders aus. Somit hat der X3, unser Oldie aus 2017, da einen entscheidenden Nachteil.
@harald335i opirus hat schon Recht. Man muss alle Eigenschaften im Auge haben. Das OS ist da nur ein Element von vielen. Mir fällt es wahnsinnig schwer, die Kriterien zu gewichten. Sonst hätte ich bereits die Entscheidung iX3/ iX1 getroffen. Zum Glück habe ich einen geduldigen und flexiblen Verkäufer 🙂
Zitat:
@HaraldBra schrieb am 2. Oktober 2022 um 08:57:58 Uhr:
Voll peinlich für BMW … ich dachte ja das ID4 Navi wäre grottig ….
....jaja, wir id4-Leidtragenden! Im Sommerurlaub hat mich nur abpr gerettet auf der langstrecke! Drücke dir die Daumen dass dein Auto mit der nächsten Ladung dabei ist.
Zitat:
@Wasy schrieb am 30. September 2022 um 17:16:42 Uhr:
@Dorum Hut ab vor diesem ausführlichen und ausgewogenen Bericht. Wirklich gut geschrieben und kurzweilig zum Lesen! Ich teile in fast allen Bereichen die von Dir geteilten Pros und Kons.Ein paar kurze Anmerkungen von mir:
-
- Die schäbigen Pianolack-Billigstplastik-Applikationen beim Schaltzentrum habe ich mittlerweile mit einer Carbon-Look-Abdeckung von AliExpr*ss überklebt (selbstklebend). Das Teil hat zwar auch Klarlack, aber aufgrund des Musters sieht man Kratzer und Fettfinger erst deutlich später. Außerdem kann ich die Blende jederzeit auswechseln.-
Hallo wasy,
Könntest Du bitte mal ein Bild Deiner Mittelkonsole zeigen..?.Wie war denn die Passform..? Und hält das ganze auch.?
Danke..
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Gerne - am Besten verlinke ich direkt auf das Angebot. Die Blende schaut in Realita sogar etwas hochwertiger aus als auf dem Foto. Die Blende gibt es auf Ali von verschiedenen Anbietern. Ich denke, da steckt immer der gleiche Hersteller dahinter. Die Lieferung hat zwischen 3 und 4 Wochen gedauert. Zoll muss man keinen zahlen, da Ali bei Sendungen in die EU bei Preisen von (glaube ich) unter 150 Euro den Einfuhrzoll direkt abführt.
Die Passform der Blende ist bei mir sehr gut und hält jetzt seit 5 Wochen so, wie ich sie aufgeklebt hatte. Ich hatte vor der Montage die bestehende Pianolack-Oberfläche im Fahrzeug etwas gesäubert, um sie fettfrei zu bekommen und optimale Klebeeigenschaften zu schaffen. Anschließend nimmt man auf der Rückseite der neuen Blende die Schutzstreifen für die bereits vorhandenen 3M-Klebestreifen ab, setzt die neue Blende auf die alte auf und drückt sie mehrere Minuten lang kreuz und quer an den verschiedenen Klebestellen mit der Hand fest - fertig! Die neue Blende sorgt dafür, dass es jetzt zwischen Schaltzentrum und Blende naturgemäß einen minimalen Höhenversatz von 1-2 mm gibt (das Schaltzentrum liegt jetzt optisch etwas ins Innere der Blende eingebettet). Aber das empfinde ich als nicht negativ. Die Blende behindert weder die Bedienung der Tasten im Schaltzentrum noch des iDrive-Controllers.
Und sollte einem die Blende mal nicht mehr gefallen, kann man sie schätzungsweise recht einfach wieder abziehen und sich was anderes überlegen 😉
Super..Vielen Dank für Deinen Bericht. Bei mir ist die Schaltzentrale zwar noch nicht sooo sehr verkratzt, aber zumindest weiß ich jetzt, dass es eine gute vernünftige Alternative gibt...
Zitat:
@harald335i schrieb am 2. Oktober 2022 um 11:20:12 Uhr:
Ihr bedenkt aber bitte, wenn schon Fremdvergleiche in der Connectivity gezogen werden, dass hier nicht mehr das aktuellste Betriebssystem eingebaut ist. Es ist halt nur OS7, in OS8 schaut die Welt ganz anders aus. Somit hat der X3, unser Oldie aus 2017, da einen entscheidenden Nachteil.
Sorry, er kritisiert OS7, vergleicht es mit Daimlers MBUX und wie das Dingen heißt, und dabei ist OS7 nicht mal mehr das Aktuelle Betriebssystem von BMW. Übrigens sind schon OS7 und OS8 die Gehirne deines Fahrzeuges, alles, aber auch wirklich alles, wird darüber eingestellt, bis zum Fahrverhalten deines Fahrzeuges, dein Leistung, deiner Bremse, deiner Lenkung, deinem Fahrwerk und deinem Verbrauch.
Zitat:
@harald335i schrieb am 2. Oktober 2022 um 11:20:12 Uhr:
Ihr bedenkt aber bitte, wenn schon Fremdvergleiche in der Connectivity gezogen werden, dass hier nicht mehr das aktuellste Betriebssystem eingebaut ist. Es ist halt nur OS7, in OS8 schaut die Welt ganz anders aus. Somit hat der X3, unser Oldie aus 2017, da einen entscheidenden Nachteil.
Ich hatte auch im Mercedes nicht das aktuellste MBUX. Das war trotzdem deutlich besser. Das aktuellste (EQE / EQS) ist wiederum um Längen besser als OS8. Leider.
Und Fakt ist ja auch, dass BMW weiterhin Neuwagen mit OS7 ausliefert und ich nicht etwa einen Gebrauchten gekauft habe😉
Meinst Du, als iX-Fahrer kann ich dir das Gegenteil bestätigen, zudem Du vom vollwertigen OS8 keine Ahnung hast, da es dies zur Zeit nur im iX und kommend im 7er gibt.
Zum Neuwagen, du hast ein Modell gekauft, dass 2017 auf dem Markt kam. Damit muss ich rechnen, dass er nicht mehr state of the art ist. Blöd jetzt, gell !
Es hat doch nichts mit dem Erstveröffentlichungsdatum des Betriebssystem zu tun wenn, für BEV Fahrzeuge, elementare Funktionen (ich beziehe mich jetzt nur auf die Navigationsfunktion) nicht verfügbar sind.
Die Tatsache, dass einige davon nun mit dem letzten Update für das OS8 veröffentlicht wurden zeigt ja, dass BMW verstanden hat und die Funktionen auch umsetzen kann. Warum nicht in OS7?
- Im Zeitplan nach OS8?
- Keine Zeitplanung weil die knappen Ressourcen für die neueren Fahrzeuge benötigt werden?
- Kein Interesse weil z.B. der iX3 in 2 Jahren eh ersetzt wird?
The answer my friend ist blowing … äh … kennt nur BMW
Von daher sollte JEDER diese Themen an BMW melden. Nur so kann man etwas bewegen.
Zitat:
@harald335i schrieb am 3. Oktober 2022 um 01:19:54 Uhr:
Meinst Du, als iX-Fahrer kann ich dir das Gegenteil bestätigen, zudem Du vom vollwertigen OS8 keine Ahnung hast, da es dies zur Zeit nur im iX und kommend im 7er gibt.
Zum Neuwagen, du hast ein Modell gekauft, dass 2017 auf dem Markt kam. Damit muss ich rechnen, dass er nicht mehr state of the art ist. Blöd jetzt, gell !
Ich kann mich nur auf die vielen Erfahrungsberichte und Videos beziehen, die ich sowohl zum iX als auch zum EQS gelesen / gesehen habe. Da scheint mir Mercedes (weiterhin) deutlich die Nase vorn zu haben.
Und NEIN, ich muss nicht damit rechnen, dass Softwarebugs nach dem Rollout der Hardsware nicht behoben und klassenübliche neue Funktionen nicht eingepflegt werden. Abgesehen davon wurde die Hardware ja beim Facelift auch getauscht - und das war 2021!
Da Mercedes momentan keinen würdigen Konkurrenten zum iX3 hat, muss man halt damit leben und den Kompromiss eingehen. Denn der iX3 ist ansonsten einfach ein sehr gutes Auto.
Wie hier schon des Öfteren geäußert wird, wird es objektiv nie das "perfekte" Fahrzeug geben. Dafür gibt es einfach zu viele Anforderungen und Lösungen, die gegenseitig in einem gewissen Zielkonflikt stehen. Und es gibt darüber hinaus in der Regel mehrere Wege nach Rom. Dazu kommt noch, dass jeder Fahrer durch das, was er bislang an Fahrzeug-Historie selbst erfahren hat, mehr oder weniger stark sozialisiert wurde. Der, der seit vielen Jahren beispielsweise mit MBUX ausgestattete Fahrzeuge gefahren hat, wird das schätzungsweise nicht unter Zwang getan haben und viele Lösungen dort gut finden. Steigt er nun auf ein mit BMW OS ausgestattetes Fahrzeug um, wird es sicherlich Dinge geben, die der neue BMW-Fahrer aufgrund seiner MBUX-Erfahrungen nicht so gut umgesetzt sieht wie bei seinen früheren Fahrzeugen. Deswegen muss die bei BMW geschaffene Lösung aber - objektiv betrachtet - nicht automatisch schlecht sein. Vielleicht reicht auch eine gewisse Eingewöhnungszeit, um damit warm zu werden. Dabei ist auch nicht ausgeschlossen, dass man die neue Lösung auf Dauer besser findet als im alten Fahrzeug, selbst wenn das anfänglich nicht so war.
Jeder zukünftige Fahrer eines neuen Fahrzeugs ist in meinen Augen gut beraten, sich im Vorfeld der Anschaffung durch aktive Beschäftigung mit dem Fahrzeug so gut wie möglich darüber zu informieren, welche Dinge ihm am Fahrzeug gut gefallen und welche nicht und sich dann zu überlegen, welche Kompromisse er dabei einzugehen bereit ist und welche nicht. Man sollte sich dabei nicht nur auf das Studium in der YouTube-Universität verlassen. Eine möglichst längere Probefahrt, im optimalen Fall über mehrere Tage hinweg, hilft nach meiner Erfahrung ungemein, neue eigene Eindrücke zu sammeln und bestehende Eindrücke gegeneinander abwägen zu können. Und diese Abwägung ist natürlich immer auch subjektiv. Das, was mir überhaupt nicht am Fahrzeug gefällt, könnte von einer anderen Person neutral oder gar als positiv gewertet werden - und umgekehrt.
Und selbstverständlich wird man nach dem Kauf im Laufe der Zeit selbst noch einige Dinge am Fahrzeug feststellen - Positive wie Negative -, die man vor der Entscheidung für das Fahrzeug so nicht konkret auf dem Radar hatte. Solange das nur kleinere Dinge sind, kann man in vielen Fällen damit leben.
Zitat:
........Da Mercedes momentan keinen würdigen Konkurrenten zum iX3 hat, muss man halt damit leben und den Kompromiss eingehen. Denn der iX3 ist ansonsten einfach ein sehr gutes Auto.
Und auch deshalb hast du und ich und viele andere dieses wunderschöne Auto ausgesucht!
Zitat:
@Wasy schrieb am 3. Oktober 2022 um 10:14:05 Uhr:
Wie hier schon des Öfteren geäußert wird, wird es objektiv nie das "perfekte" Fahrzeug geben. Dafür gibt es einfach zu viele Anforderungen und Lösungen, die gegenseitig in einem gewissen Zielkonflikt stehen. Und es gibt darüber hinaus in der Regel mehrere Wege nach Rom. Dazu kommt noch, dass jeder Fahrer durch das, was er bislang an Fahrzeug-Historie selbst erfahren hat, mehr oder weniger stark sozialisiert wurde. Der, der seit vielen Jahren beispielsweise mit MBUX ausgestattete Fahrzeuge gefahren hat, wird das schätzungsweise nicht unter Zwang getan haben und viele Lösungen dort gut finden. Steigt er nun auf ein mit BMW OS ausgestattetes Fahrzeug um, wird es sicherlich Dinge geben, die der neue BMW-Fahrer aufgrund seiner MBUX-Erfahrungen nicht so gut umgesetzt sieht wie bei seinen früheren Fahrzeugen. Deswegen muss die bei BMW geschaffene Lösung aber - objektiv betrachtet - nicht automatisch schlecht sein. Vielleicht reicht auch eine gewisse Eingewöhnungszeit, um damit warm zu werden. Dabei ist auch nicht ausgeschlossen, dass man die neue Lösung auf Dauer besser findet als im alten Fahrzeug, selbst wenn das anfänglich nicht so war.Jeder zukünftige Fahrer eines neuen Fahrzeugs ist in meinen Augen gut beraten, sich im Vorfeld der Anschaffung durch aktive Beschäftigung mit dem Fahrzeug so gut wie möglich darüber zu informieren, welche Dinge ihm am Fahrzeug gut gefallen und welche nicht und sich dann zu überlegen, welche Kompromisse er dabei einzugehen bereit ist und welche nicht. Man sollte sich dabei nicht nur auf das Studium in der YouTube-Universität verlassen. Eine möglichst längere Probefahrt, im optimalen Fall über mehrere Tage hinweg, hilft nach meiner Erfahrung ungemein, neue eigene Eindrücke zu sammeln und bestehende Eindrücke gegeneinander abwägen zu können. Und diese Abwägung ist natürlich immer auch subjektiv. Das, was mir überhaupt nicht am Fahrzeug gefällt, könnte von einer anderen Person neutral oder gar als positiv gewertet werden - und umgekehrt.
Und selbstverständlich wird man nach dem Kauf im Laufe der Zeit selbst noch einige Dinge am Fahrzeug feststellen - Positive wie Negative -, die man vor der Entscheidung für das Fahrzeug so nicht konkret auf dem Radar hatte. Solange das nur kleinere Dinge sind, kann man in vielen Fällen damit leben.
Solange es um Bedienlogiken geht, gebe ich Dir recht. Wenn es um fehlende Funktionen geht, hat das nichts mit Eingewöhnung zu tun, wohl aber mit der von Dir beschriebenen Kompromissbereitschaft. Da der iX3 in vielen (wesentlichen) Belangen sehr überzeugt, nehme ich die Schwächen der Software in Kauf, wenngleich ich mir erlaube, sie dennoch zu kritisieren 😉
Sehe ich auch so wie Du. Nur weil man sich für ein Fahrzeug aus guten Gründen entschieden hat, bewahre ich mir auch eine kritische Einstellung bei den Dingen, die ich nicht gut gelöst finde - und da gibt es beim iX3 doch einige davon.
Bei anderen Marken (vor allem der mit dem "T" am Anfang und einem "A" am Schluß) findet man gar nicht so selten leidenschaftliche Anhänger, die ich eher als Evangelisten bezeichnen würde. Sie verteidigen alles am Fahrzeug als gottgegeben positiv. Jede auch nur kleine berechtigte Kritik (und die gibt es zu Hauf!) am Produkt wird umgehend militant verbal bekämpft. Alles, was der göttliche Unternehmensgründer macht, ist gut und darf nicht hinterfragt werden. Damit erweist man der Marke aber wohl eher einen Bärendienst.