Erfahrungen XC60 DRIVe

Volvo XC60 D

Hey,

bekomme in 2 Wochen meinen ersten VOLVO - einen XC60 DRIVEe Summum (Handschaltung) in saphirschwarz - warte schon ganz gespannt und freue mich auf ein hoffentlich mängelfreies Auto (nach einem nicht so tollen Passat).

Ich habe bislang nur einen XC60 D5 GT (185 PS) gefahren, habe aber auf die Angaben im Prospekt vertraut, die dem DRIVe ja die gleichen Fahrleistungen bescheinigen (0 - 100 in 9,8 statt 9,9 sec). Außerdem hat der DRIVe ja ein um 20 Nm höheres Drehmoment als der alte D5, müsste also subkejtiv auch mindestens gleich flott unterwegs sein.

Wie sind eure Erfahrungen (es gibt hier ja schon einige DRIVe-Fahrer)? Ich habe jetzt einen 140 PS-Passat Variant (da müsste der Volvo ja gut mithalten können, zumal schon die Werksangaben besser sind).

Letztendlich geht es mir aber auch nicht um die Beschleunigung (bin kein Raser), sondern auch um Fahrkomfort. Der Passat ist laut und hat eine extreme Anfahrschwäche (geht an der Ampel gerne mal aus, wenn man nicht viel Gas gibt). Wie ist das beim XC60? Fahre öfter Autos mit Handschaltung und "großen" Motoren über 2,0 l, hier tritt das Passat-Problem des Absterbens des Motors nicht auf. Außerdem mag ich den 5-Zylinder-Sound. Also denke ich doch, mit dem Volvo die richtige Wahl getroffen zu haben (Audi war mir zu langweilig, fährt jeder (wie den Passat auch)).

Also, wie sind eure (Fahr-)Erfahrungen mit dem XC60 DRIVe?

Danke!

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Ich habe bislang zwar nur eine ausgiebige Probefahrt (400 km) mit dem XC60 Drive gemacht (Momentum mit ein paar Extras), kann aber auch fast nur Positives berichten - daher werde ich wohl auch demnächst bestellen.

Design außen und innen ist sehr ansprechend, weckt Emotionen und lädt zum Wohlfühlen ein. Alles wirkt hochwertig und wie aus einem Guss. Bedienelemente und Anzeigen sind eher schlicht, aber eigenständig gehalten und auf keinen Fall überladen (nur die numerische Tastatur müsste ohne Navi und FSE nicht sein). Die Bedienung hat sich innerhalb kürzester Zeit intuitiv erschlossen. Die Sitzposition ist sehr bequem und das Auto Alles in Allem sehr komfortabel und fährt sich souverän - ein Genuss.
Audio (High Performance) ist sehr gut, funktioniert mit Memory Stick einwandfrei. Ich habe die Probefahrt auch musikalisch genossen.
Der 5-Zylinder Diesel ist ein Highlight. Von Anfang an akustisch präsent, aber nie wirklich laut oder aufdringlich. Er knurrt und brummt dezent, aber kräftig vor sich hin, lässt beim Beschleunigen seine Kraft hören (und spüren) und wird bei höheren Geschwindigkeiten allmählich von Wind- und Rollgeräsuchen verdrängt (das Auto hatte aber erst knapp 3.000 km auf dem Zähler, kann sein dass er noch lauter wird).
Kein Problem auch mit der Schaltung, leichtgängig und präzise, die lange Übersetzung passt gut zum durchzugsstarken Motor und lässt sehr schaltfaules Fahren zu. Das Platzangebot ist üppig, wenngleich aus einem Auto mit diesen Abmessungen etwas mehr herauszuholen wäre. Auch die Innenraumvariabilität ist völlig OK, und das Auto ist fast so familientauglich wie einer der vielen Vans (die sich preislich aber deutlich nach unten absetzen).
Ich war vorher auch den D5 (185 PS) GT gefahren, der hat mich weniger überzeugt. Der Allrad kommt natürlich gut, aber insgesamt kam mir der Wagen behäbiger und schwammiger vor, v.a. wohl wegen der Automatik. Beim Drive macht das Gasgeben in den meisten Fällen mehr Spaß - solange man nicht in einer Kurve stark beschleunigt oder es wegen Steigung oder Untergrund an Traktion mangelt.

Ein paar Kleinigkeiten, die mir nicht nur positiv aufgefallen sind:
Den fehlenden Allrad merkt man schon ab und an (jedenfalls, wenn man ihn gewohnt ist - ich fahre aktuell einen X3). Je nach Fahrweise und Untergrund tendieren die Vorderräder beim Anfahren spürbar zum Durchdrehen, der Antrieb zerrt beim Beschleunigen in Kurven an der Vorderachse und auch in anderen Fahrsituationen, wie zügig durchfahrenen Kurven, merkt man den Unterschied (hier kommt auch das im Vergleich zum X3 weichere, aber dafür auch komfortablere Fahrwerk zum Tragen). Ich fahre zwar nicht wirklich in's Gelände, aber auch auf einer verschneiten Schwarzwaldstraße, einer Sand- und Schotterpiste im Urlaub und ähnlichen Situationen ist ein Allrad einfach im Vorteil.
Die Lenkung ist etwas schwamming und indirekt, aber vermittelt noch genug Kontakt zur Fahrbahn. Ich hatte das Gefühl, im XC60 schneller als mit dem X3 in physikalische Grenzbereiche zu kommen, und habe den Fuß entsprechend früher vom Gas genommen. Der XC60 bietet Komfort, wo der X3 Sportlichkeit hat - auch wenn der XC60 durchaus sportlich anmuted. Freude am Fahren kommt aber in beiden auf.
Die Automatische Heckklappe wäre für mich ein Grund, nicht den Momentum oder Summum zu nehmen. Sehr langsam und kann zum Problem werden, wenn es nach hinten oder oben an Platz mangelt.
Die schicke, freischwebende Mittelkonsole hat eine harte Kante im Bereich meines Kniegelenks (das liegt natürlich nicht immer an der Kante, ich lasse es aber aus Gewohnheit gerne entspannt nach rechts fallen). Nach 400 km gab's eine leichte Druckstelle und ich werde mir da wohl ein bisschen abpolstern müssen (sollte aber ohne optische Einschränkungen gehen).
Die Verkleidung unter der Lenksäule ist relativ voluminös und schränkt bei längeren Beinen die Stellung von Sitz zu Lenkrad etwas ein, jedenfalls wenn man gerne hoch sitzt. Dann muss eben auch das Lenkrad etwas höher, als man es eigentlich stellen würde.
Die Helligkeit der runden LCD-Anzeigen in der Mitte der Rundinstrumente finde ich - im Vergleich zur Helligkeit der Skalen der Rundinstrumente selbst - etwas zu hoch. Sie lenken beim Ablesen von Geschwindigkeit und Drehzahl etwas ab, insb. auch weil die randständigen Zeiger für die beiden Rundinstrumente eher kurz ausgefallen sind (die Stellung durchgehender Zeiger hat man visuell etwas schneller erfasst). Insgesamt sind die Armaturen aber sehr übersichtlich und gut ablesbar, habe da schon deutlich Schlimmeres gesehen.
Die beleuchteten Armaturen haben sich nachts etwas in der Scheibe der Fahrertür gespiegelt, was ich anfangs leicht irritierend fand.
Die abgedunkelten Scheiben hinten sind für meinen Geschmack etwas zu dunkel ausgefallen. Da die Scheiben nach hinten ohnehin nicht mehr so großflächig sind, finde ich die hellere Standardvariante besser.
Den Dachhimmel gibt's leider nur in einem Beigeton, nicht in Grau (ist aber Geschmackssache).

Ach ja, der Preis: Der XC60 hat seinen. Er kann sich positiv - v.a. ohne Allrad - von der SUV Konkurrenz aus deutschen Landen absetzen (hält m.E. aber qualitativ mit), fällt aber deutlich teurer als ein von wem auch immer stammender Van mit höherer Ausstattung und mehr Platzangebot aus (die oft aber in Sachen Verarbeitungsqualität etwas nachlassen; eingefleischte XC60 Fans mögen mir diesen Vergleich verzeihen). Aber nicht jeder wählt sein Auto nur mit dem Verstand aus.

Auch wenn die Kritikpunkte viel Platz in Anspruch nehmen - es sind ein paar subjektive Eindrücke, unter dem kritischen Blick einer Probefahrt entstanden. Sie sind fernab von gravierenden Mängeln, und sie können den sehr positiven Gesamteindruck nicht wirklich trüben. In diesem Detaillierungsgrad wäre die Liste der positiven Eindrücke noch bedeutend länger ausgefallen, ich habe der Krittelei hier einfach etwas mehr Platz gewidmet, es sei mir verziehen :-)
Schließlich habe ich mich ja auch für den XC60 entschieden und freue mich schon auf das Auto!

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Zitat:

Original geschrieben von raviolidose



Zitat:

Original geschrieben von Stefan MUC


Es wird der 2.4D drive FWD ohne GT.
Aktive Fahrer mit begrenztem Budget wählen den 2.4D drive FWD ohne GT und arrangieren sich mit dem fehlenden AWD. Der günstigere Verbrauch beruhigt das Umweltgewissen.

...zu diesem Schluss bin ich nach der Probefahrt auch gekommen.
*zustimmendnick*

Ja, mit begrenztem Budget stimmt wohl wirklich nicht ganz, bei einem Einstiegspreis von über 34.000 €. 😁

Ich bewege meinen X60 DRIVe - um mal wieder zum Thema dieses Threads zu kommen - seit 3 Tagen im Schneetreiben hier in Norddeutschland und ich muss sagen: Bislang habe ich es noch nicht bereut, den DRIVe gewählt zu haben!!! Der XC verhält sich auf Schnee wesentlich stabiler und sicherer als mein "alter" Passat 3C mit Frontantrieb. Ich brauche wirklich kein Allrad und ich bezweifle, dass Viele der hier Anwesenden es benötigen. Von daher: Ich würde immer wieder den DRIVe wählen, zumal er laut aktueller Tests nicht langsamer ist als der D5 (Test AutoBild: D5: 0 - 100 km/h in 9,6 Sek., Test AutoZeitung: DRIVe: 0 - 100 km/h in 9,4 Sek.) Also, immer wieder DRIVe, zumal aufgrund des Umweltgewissens, wie mein Vorredner feststellte... (ok, wenn ich mein Umweltgewissen wirklich berücksictigen wollte, müsste ich 3L-Lupo fahren 🙂)

Kann mich meinem Vorredner nur anschließen. Alles, was hier am D5 kritisiert wird und auch was die Probleme mit der Traktion angeht, kann ich mich nicht beklagen. Bereue die Entscheidung auf AWD verzichtet zu haben zu keiner Zeit.
Habe in einem anderen Thread von dem Knarzen in der Fahrertür berichtet, bei deutlich unter Null Grad. Im BEreich Fahrertür Kopfhöhe Führung Glasscheibe vermute ich. Ist unregelmäßig und bei Scheibe etwas runter nicht mehr zu hören. Hat jemand ne Idee woran es liegen könnte?

Grüße Michael

Leider hat sich bei meinem FWD / GT die Auslieferung um einen Monat verschoben, so dass ich meinen Elch erst Mitte Januar in empfang nehmen darf :-( . Ich hab aber die letzten Diskussionen mit viel Interesse mitverfolgt (Danke für die ausführlichen Berichte). Obwohl ich auf der schwäbischen Alb lebe hatte ich mit meiner DB C Klasse kaum Probleme im Winter, bin fast überall durchzukommen. Ich habe mir mehr Gedanken gemacht wegen der Traktion - Problematik des FWD von der hier immer wieder berichtet wurde. Wenn ich aber die Diskussion richtig verstanden habe, ist das Problem mit dem GT nicht so stark vorhanden wie beim Schaltgetriebe b.z.w. im Mod. 10 besser gelöst als im 09er Model.

Auf jeden Fall möchte ich allen gesegnete und ruhige Weihnachten wünschen!
molgers777

Hallo,

habe den XC 60 mit 175 PS und GT seit November 09 und ca. 8000 km im Außendienst damit gefahren. Bin absolut zufrieden, hatte vorher Allrad, klar ist der gut - ich bewege mich aber ausschließlich auf ausgebauten Straßen und kann auch ohne damit leben. Daß soll und darf aber jeder für sich selbst entscheiden.

Zur Traktion: klar, wenn ich bei 420 Nm auch mit GT voll aufs Gas gehe, dann gibts schon Haftgrenzen, aber dieses Auto ist für mich nicht zum rasen und rennen gedacht. Ich empfinde den Motor als ruhig, das Auto als komfortabel und wenn man es abverlangt, steht genügend Leistung zur Verfügung.

Also - kurzum: Einfach auf das Auto freuen und sich nicht verrückt machen lassen. Auch an einem Auto für 200.000 € wird man etwas finden, was einem nicht so gefällt. Was und wer ist schon perfekt?

Grüße
Stefan

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Hallo,

ein Volvo kann doch in einer deutschen Zeitschrift einen Test gewinnen...
Viel Spaß beim lesen wünscht Euch

die raviolidose

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