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Eindrücke Probefahrt Outback 2.0D Lineartronic

Subaru
Themenstarteram 23. November 2015 um 20:23

Hallo,

nachdem es im deutschsprachigen Netz so wenig über dieses Fahrzeug zu lesen gibt (v.a. im Gegensatz zu europäischen Fabrikaten) hier ein paar Eindrücke, vielleicht gibt es ja den ein oder anderen Interessenten:

Zu meinem Hintergrund - fahre derzeit einen aktuellen X3 35d ziemlich volle Hütte und beobachte den Markt, der X3 wird ja irgendwann einmal einen Nachfolger bekommen :).

Ich bin den Outback vor ein paar Tagen Probe gefahren (ausschließlich auf der Straße), in der Top Ausstattung (die heißt in AT "Exclusive").

Außen und Innen

Design ist ja bekanntlich eine Sache über die man vortrefflich streiten kann. Ich finde, der Outback sieht modern aber zeitlos aus. Er ist ein großes Auto, allerdings wirkt er dank guter Proportionen kompakter als er ist. Innen ist der neue Outback ein richtig edles Fahrzeug geworden. Nicht spektakulär, aber auch nicht langweilig. Er wirkt solide, Materialien sind überall gut anzugreifen. Das Leder von Sitzen und Armauflage ist superweich, das Lederlenkrad deutlich härter als man das von aktuellen deutschen Fabrikaten kennt. Es wird dafür nicht so rasch zu glänzen beginnen. Platzangebot ist großzügig, ich würde sagen so VW Passat Niveau. Die Sitze vorne sind "amerikanisch": Breit, sehr bequem, und ohne schraubstockartigem Seitenhalt.

Höhe, Sitzposition

Eine eigene Überschrift wert meines Erachtens ist die Höhe des Fahrzeugen. Man sitzt zwar in einem - von der Form her - klassischen Kombi, aber höher. Ich finde die Sitzhöhe ist einfach perfekt. Gut zum Ein- und Aussteigen, nicht zu niedrig, nicht zu hoch. Das fand ich extrem charmant.

Fahren

Der Wagen konnte mich in mehrfacher Hinsicht überraschen. Erstens er fährt sich fast europäisch agil: Die Lenkung ist gefühlvoll und direkt, dennoch mit gutem Geradeauslauf (letzteres besser als in meinem X3). Das ganze Fahrzeug lässt sich trotz seiner Höhe gut um enge Kurven zirkeln, Subaru schreibt ja, das wäre dem tiefen Schwerpunkt dank Boxermotor zu verdanken. Natürlich ist das kein 3er BMW oder was vergleichbares, aber für dieses doch große Auto echt ok. Zweitens der Wagen ist sehr leise - wenig Abroll- und Windgeräusche. Drittens ist der Wagen richtig gut gefedert. Kein Sportwagen, eher auf der komfortablen Seite, dennoch hast Du ein gutes Gefühl vom Untergrund.

Antrieb

Nun gut, wenn man von 313 Sechszylinder Diesel-PS kommt wie ich derzeit, ist der 2.0D natürlich eine andere Welt. Selbst wenn man das mal ausblendet, sind Beschleunigung und Durchzug beim Outback mittelmäßig. In die Sitze drückt es einen nie. Das absolut Seltsame bei dem Fahrzeug ist aber, die fehlenden Kraftreserven nimmt man dem Outback nicht krumm: Der ganze Wagen wirkt extrem entspannt und entschleunigend. Andere Fahrzeuge scharren nervös die Hufe, der Outback gleitet realxed dahin. Grundsätzlich machen Boxerdiesel und Lineartronic einen guten Job. Der Motor wird in einer niedrigen Drehzahl gehalten und ist aus diesem Grund in der Regel sehr leise. Im Gegensatz zu anderen Dieseln ist der Boxer selbst im Standgas, z.B. beim Stehen an der Ampel, nicht als Selbstzünder wahrnehmbar... sobald er einmal warm ist, das sollte man dazusagen: Ein kalter Boxerdiesel ist nämlich ein lauter Boxerdiesel. Ebenso ist der Motor deutlich kernig wahrnehmbar wenn man ihn fordert. Aber das, siehe oben, tut man gar nicht so gern. Man könnte zusammenfassen: Der Antrieb taugt nicht für sehr rasante Autobahnetappen in DE und auch nicht zum Heizen auf Bergstraßen. Er ist perfekt zum bequemen Mitschwimmen im Verkehr (und das dürfen dann auch schon mal 150, 160 auf der Autobahn sein).

Elektronik

Über das neue Eye Sight wurde ja schon einiges geschrieben. Das funktioniert tatsächlich gut. Ansonsten ist die Elektronik inkl. Unterhaltungselektronik auf ganz gutem Niveau. Der Touchscreen für Navi und Bedienung ist nicht der größte heutzutage, aber ok. Menüführung ist logisch und optisch schön gestaltet. Das Top-Soundsystem (in AT mit 6 Lautsprechern) ist nicht spitzenmäßig aber ok. Konnektivität mit meinem iPhone funktioniert auf Anhieb tadellos. Alles in allem: Die deutschen Anbieter - v.a. die Premiums, aber nicht nur - sind da zum Teil weiter.

Fazit

Auch wenn die Passats und Superbs dieser Zeit die besseren Fahrleistungen und in manchen Dingen mehr an modernen Gadgets bieten, der Outback hat was. Mir persönlich ist das Fahrzeug sehr sympathisch: Großzügiges Raumangebot, gutes Handling, leise, Entspannung und Entschleunigung pur. (Und das schreibt einer, der zur Zeit einen richtig starken Diesel regelmäßig sehr genießt!). Der Outback hat wohl seine Schrullen (modernes LED-Abblendlicht aber Halogen-Fernlicht, Parkpiepser nur als Nachrüstlösung, keine automatische Umluftschaltung, kein automatisches Versperren der Türen beim Anfahren...), punktet aber mit einer perfekten Sitzposition, mit großem Wohlfühl-Faktor und ganz zu schweigen mit einer Schlechte-Wege-Tauglichkeit, die die üblichen SUVs nicht annähernd erreichen (und für mich persönlich ist z.B. Winter- und Schneetauglichkeit ein Entscheidungsfaktor). Super wärs, wenn Subaru ein paar leicht realisierbare Dingen in DE und damit in AT nachholen würde, wie Sitzheizung hinten (gibt's in anderen Ländern wie Skandinavien bereits) oder das besser Audiosystem (gibt's auch in anderen Ländern).

Lg

Pete

Beste Antwort im Thema
Themenstarteram 23. November 2015 um 20:23

Hallo,

nachdem es im deutschsprachigen Netz so wenig über dieses Fahrzeug zu lesen gibt (v.a. im Gegensatz zu europäischen Fabrikaten) hier ein paar Eindrücke, vielleicht gibt es ja den ein oder anderen Interessenten:

Zu meinem Hintergrund - fahre derzeit einen aktuellen X3 35d ziemlich volle Hütte und beobachte den Markt, der X3 wird ja irgendwann einmal einen Nachfolger bekommen :).

Ich bin den Outback vor ein paar Tagen Probe gefahren (ausschließlich auf der Straße), in der Top Ausstattung (die heißt in AT "Exclusive").

Außen und Innen

Design ist ja bekanntlich eine Sache über die man vortrefflich streiten kann. Ich finde, der Outback sieht modern aber zeitlos aus. Er ist ein großes Auto, allerdings wirkt er dank guter Proportionen kompakter als er ist. Innen ist der neue Outback ein richtig edles Fahrzeug geworden. Nicht spektakulär, aber auch nicht langweilig. Er wirkt solide, Materialien sind überall gut anzugreifen. Das Leder von Sitzen und Armauflage ist superweich, das Lederlenkrad deutlich härter als man das von aktuellen deutschen Fabrikaten kennt. Es wird dafür nicht so rasch zu glänzen beginnen. Platzangebot ist großzügig, ich würde sagen so VW Passat Niveau. Die Sitze vorne sind "amerikanisch": Breit, sehr bequem, und ohne schraubstockartigem Seitenhalt.

Höhe, Sitzposition

Eine eigene Überschrift wert meines Erachtens ist die Höhe des Fahrzeugen. Man sitzt zwar in einem - von der Form her - klassischen Kombi, aber höher. Ich finde die Sitzhöhe ist einfach perfekt. Gut zum Ein- und Aussteigen, nicht zu niedrig, nicht zu hoch. Das fand ich extrem charmant.

Fahren

Der Wagen konnte mich in mehrfacher Hinsicht überraschen. Erstens er fährt sich fast europäisch agil: Die Lenkung ist gefühlvoll und direkt, dennoch mit gutem Geradeauslauf (letzteres besser als in meinem X3). Das ganze Fahrzeug lässt sich trotz seiner Höhe gut um enge Kurven zirkeln, Subaru schreibt ja, das wäre dem tiefen Schwerpunkt dank Boxermotor zu verdanken. Natürlich ist das kein 3er BMW oder was vergleichbares, aber für dieses doch große Auto echt ok. Zweitens der Wagen ist sehr leise - wenig Abroll- und Windgeräusche. Drittens ist der Wagen richtig gut gefedert. Kein Sportwagen, eher auf der komfortablen Seite, dennoch hast Du ein gutes Gefühl vom Untergrund.

Antrieb

Nun gut, wenn man von 313 Sechszylinder Diesel-PS kommt wie ich derzeit, ist der 2.0D natürlich eine andere Welt. Selbst wenn man das mal ausblendet, sind Beschleunigung und Durchzug beim Outback mittelmäßig. In die Sitze drückt es einen nie. Das absolut Seltsame bei dem Fahrzeug ist aber, die fehlenden Kraftreserven nimmt man dem Outback nicht krumm: Der ganze Wagen wirkt extrem entspannt und entschleunigend. Andere Fahrzeuge scharren nervös die Hufe, der Outback gleitet realxed dahin. Grundsätzlich machen Boxerdiesel und Lineartronic einen guten Job. Der Motor wird in einer niedrigen Drehzahl gehalten und ist aus diesem Grund in der Regel sehr leise. Im Gegensatz zu anderen Dieseln ist der Boxer selbst im Standgas, z.B. beim Stehen an der Ampel, nicht als Selbstzünder wahrnehmbar... sobald er einmal warm ist, das sollte man dazusagen: Ein kalter Boxerdiesel ist nämlich ein lauter Boxerdiesel. Ebenso ist der Motor deutlich kernig wahrnehmbar wenn man ihn fordert. Aber das, siehe oben, tut man gar nicht so gern. Man könnte zusammenfassen: Der Antrieb taugt nicht für sehr rasante Autobahnetappen in DE und auch nicht zum Heizen auf Bergstraßen. Er ist perfekt zum bequemen Mitschwimmen im Verkehr (und das dürfen dann auch schon mal 150, 160 auf der Autobahn sein).

Elektronik

Über das neue Eye Sight wurde ja schon einiges geschrieben. Das funktioniert tatsächlich gut. Ansonsten ist die Elektronik inkl. Unterhaltungselektronik auf ganz gutem Niveau. Der Touchscreen für Navi und Bedienung ist nicht der größte heutzutage, aber ok. Menüführung ist logisch und optisch schön gestaltet. Das Top-Soundsystem (in AT mit 6 Lautsprechern) ist nicht spitzenmäßig aber ok. Konnektivität mit meinem iPhone funktioniert auf Anhieb tadellos. Alles in allem: Die deutschen Anbieter - v.a. die Premiums, aber nicht nur - sind da zum Teil weiter.

Fazit

Auch wenn die Passats und Superbs dieser Zeit die besseren Fahrleistungen und in manchen Dingen mehr an modernen Gadgets bieten, der Outback hat was. Mir persönlich ist das Fahrzeug sehr sympathisch: Großzügiges Raumangebot, gutes Handling, leise, Entspannung und Entschleunigung pur. (Und das schreibt einer, der zur Zeit einen richtig starken Diesel regelmäßig sehr genießt!). Der Outback hat wohl seine Schrullen (modernes LED-Abblendlicht aber Halogen-Fernlicht, Parkpiepser nur als Nachrüstlösung, keine automatische Umluftschaltung, kein automatisches Versperren der Türen beim Anfahren...), punktet aber mit einer perfekten Sitzposition, mit großem Wohlfühl-Faktor und ganz zu schweigen mit einer Schlechte-Wege-Tauglichkeit, die die üblichen SUVs nicht annähernd erreichen (und für mich persönlich ist z.B. Winter- und Schneetauglichkeit ein Entscheidungsfaktor). Super wärs, wenn Subaru ein paar leicht realisierbare Dingen in DE und damit in AT nachholen würde, wie Sitzheizung hinten (gibt's in anderen Ländern wie Skandinavien bereits) oder das besser Audiosystem (gibt's auch in anderen Ländern).

Lg

Pete

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Moin,

 

war das nur eine Probefahrt aus Interesse?

Bin erst einmal eine Multitronic von Audi gefahren.

Ich denke mal das dessen Abstimmung schon "entschleunigt" Ein outback genauso wie ein Superb meinetwegen höher gelegt sind alles schon rel. große Kisten.

Es gibt vieles, was Subaru anders machen könnte aber auch vieles, was besser so bleiben sollte...

Themenstarteram 23. November 2015 um 22:10

Ja, aus reinem Interesse. Ich bin in letzter Zeit einiges Probe gefahren, u.a. den neuen X1, Superb, Passat oder den neuen Kia Sorento. So alles in allem liegt der Outback - so man Schlechte-Wege-Tauglichkeit und Höhersitzen sucht - in der Gesamtheit seiner Eigenschaften ziemlich gut im Vergleich. Rein emotional gefällt mir der Subaru-Individualismus. Ist mal ein Hersteller, der nicht diesem immer sportlicher, aggressiver, mach auf dicke hose -Trend folgt.

Groß ist er, das ist wohl wahr!

Lg

Pete

Hallo Pete,

danke für den interessanten Bericht. Ich kann Deine Eindrücke gut nachvollziehen.

Wir sind 2011 vom MB S210 E320 auf Outback 2.5 CVT umgestiegen (Vorgänger-Modell).

Wenn man das enstprechende Nutzungsprofil hat, dann hat der Wagen seinen Reiz.

Die entschleunigende Wirkung kann ich nach insgesamt 180tkm mit 2 Outbacks nachvollziehen.

Kein Auto für die linke Spur, aber ein zuverlässiger und günstiger Allrounder für Individualisten mit Universalauto-Motiv und Langzeithaltungs-Motiv.

Beim Vorganger mag ich im Innenraum die 90er-Jahre-Atmosphäre, sehr ähnlich meinen alten MBs. Da sieht der neue ja viel moderner aus...

Subaru hat (natürlich nach Porsche et al.) eine der besten Renditen. Das liegt sicher daran, dass es noch nicht mal Wischwasser-Warnanzeige, Lampendefekt-Warnleuchte etc. gibt, dazu offenliegende Schrauben im Sichtbereich und so weiter (zumindest in meinem 2012er nicht. Das Navi hatte bis vor kurzem auch standardmäßig kein Tmc, ich könnte weiter erzählen... ;)

Themenstarteram 24. November 2015 um 22:17

Ja wie gesagt, Schrullen haben sie teilweise schon, die Subarus. Interessanterweise fristet die Marke in manchen anderen Märkten aber gar nicht so ein reines Individualistendasein wie in DE oder AT. Und dazu muss man gar nicht einmal über den großen Teich schauen. Hängt halt immer vom Anforderungsprofil ab. Manche Marke, die bei uns für supermodern, leistungsstark und hip steht, wird in anderen Märkten als unzuverlässig und überteuert angesehen. Da punkten dann andere Eigenschaften.

Lg

Pete

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